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(c) Pester Lloyd / 48 - 2010 ESSEN & TRINKEN 02.12.2010
Erfolg mit Regionalem
Ein überfälliger und erfreulicher Besuch im „Imola“ in Eger
Wer da meint, in der Provinz koche man nur auf kleiner Flamme, dem sei eine Reise in die alte Weinstadt Eger (Erlau) empfohlen. Vor 11 Jahren waren wir hier
zur vollmundigen Eröffnung des Hotels & Restaurants „Imola Udvarház“ eingeladen. Vergangenes Wochenende wurden wir bei unserem erneuten Besuch damit
überrascht, dass alles so eingetroffen ist, wie es damals versprochen wurde. Das soll ihnen ein Restaurant in der Hauptstadt erst einmal nachmachen!
Das Herrenhaus, unmittelbar am
Burgaufgang gelegen, wirkt einladend auf die Gäste. Im Inneren hat sich ein angenehm warmer Stil etabliert, der mit Erdfarben, Glas und Holz gekonnt spielt. Das Haus ist
familiengeführt, das bekommt man bereits bei der Begrüßung zu spüren, die auch in deutscher Sprache vom Hausherren selbst vorgenommen wird. Er ist Wirt, Kellner und
aufmerksamer Gastgeber in einer Person. Und all die Kellner ringsum nehmen sich an ihm ein wohltuendes Beispiel.
Die Weinkarte konzentriert sich hauptsächlich auf die regionalen Tropfen, die allesamt
empfohlen werden können - insbesondere der weiche, aber vollmundige Egri Bikavér (Erlauer Stierblut), die regionale Spezilaität schlechthin, die hier in qualitätvollen
Ausformunge kredenzt wird. Die Speisenkarte ist ungarisch und international sortiert. Hier können noch Gerichte gekostet werden, die man sich wo anders kaum getraut, auf
die Karte zu setze: Süß-saure Flecken-Suppe aus dem Labmagen der Kuh (Pacalleves) für HUF 1.070. Aber in einer Qualität, wie man sie landesweit – auch in Dorfgasthäusern -
mit der Lupe suchen muss. Ebenso die Rote-Bete-Suppe – vom Feinsten! Auch der Hirschbraten, die Entenplatte oder der Butterfisch (jede Speise so um HUF 2.500): alles sehr schmackhaft.
Und wer möchte, kann von jeder Portion auch nur die
Hälfte bestellen. Serviert wird auf rechteckigen Tellern, auf denen es mitunter allerdings etwas an Garnierungseinfällen mangelt. Und dem kreativen Chefkoch Attila Cetner darf
man empfehlen, bei den Saucen mehr Vielfalt walten zu lassen und erst im letzten Moment zum Saucenbinder aus der Tüte zu greifen. Ganz raffiniert kam das Käse-Mousse auf
Beerenfruchtmus als Dessert daher. Tamás Sándor heißt der Käsemeister aus dem umliegenden Bükk-Gebirge, der das „Imola“ mit seinen sehr schmackhaften Käsesorten
beliefert. Aus einem leckeren Creme-Käse zaubert die Küche dann diese Überraschung zum Nachtisch.
Die Käsemacher im Umfeld von Eger sind mit ihren Kreationen aus Kuh,- Ziegen und
Schafmilch auf einem guten Weg, die Käsetradition Ungarns wieder zu beleben. Und das trifft nicht nur auf die Weichkäse zu, auch kräftige, straffe und natur-aromatische
Hartkäse verlassen Attilas Betrieb, den er 2005 gründete, um dem Wein seine Krone aufzusetzen, - und dem Bier erst recht... - hier, in einem der zwölf besten Lokale
Ungarns, wie einheimische Restaurantkritiker meinen.
s.
H-3300 Eger, Dózsa György tér 4,
Tel.: (36) 516-180 oder (36) 414-825, Mo bis Sa von 12 - 23 Uhr, So bis 17 Uhr www.imolaudvarhaz.hu www.imolanet.hu
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