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(c) Pester Lloyd / 49 - 2010
NACHRICHTEN 09.12.2010
Giftschlammbelastung in Ungarn bleibt bestehen
Auch zwei Monate nach dem Dammbruch des Giftschlammbeckens der Aluminiumfabrik in Ajka (Abb.
rechts, kurz nach dem Bruch), der zehn Todesopfer forderte, befinden sich noch erhebliche Rückstände des ausgetretenen Rotschlammes im Fluss Torna, das Wasser ist weiterhin rot
gefärbt. Der ph-Wert hat sich inzwischen auf ca. 7 eingepegelt, stabil genug, damit Tier- und Pflanzenwelt beginnen können, sich zu regenerieren, heißt es offiziell.
Experten fürchten nun jedoch, dass ein aus den schweren Regenfällen der letzten Zeit und dem schmelzenden Schnee resultierender, erhöhter Wasserabfluss erneut weiteren
Rotschlamm in den Fluss spülen und den ph-Wert so wieder erhöhen würde.
Der Staatssekretär für Umwelt, Zoltán Illés, konstatierte, dass es zur vollständigen
Beseitigung der Schäden noch ein langer Weg sei. „Es muss noch viel getan werden, mehr als 1000 Hektar landwirtschaftliche Flächen wurden vom Rotschlamm überflutet,
eine weitere Vergiftung der umliegenden Flüsse kann nur durch die vollständige Entfernung der kontaminierten Erde verhindert werden.
Inzwischen beginnt das Leben in den betroffenen Gebieten dem Anschein nach langsam
wieder zur Normalität zurückzukehren, die Zahl der Polizeipatrouillen vor Ort ist stark gesunken, Wachmannschaften werden zwar noch eingesetzt, Autofahrer müssen sich
nun jedoch nicht mehr als Einwohner ausweisen, um die betroffenen Dörfer und umliegenden Gebiete passieren zu können.
Unklarheit gibt es nach wie vor über Art und Höhe der Entschädigungen aus der
zentralen staatlichen Stiftung, die Spenden für die Giftschlammopfer gesammelt hat. Bisher sind dort rund 6 Milliarden Forint zusammengekommen (ca. 22 Mio EUR), an die
betroffenen Familien wurden bisher Einmalhilfen von 50 bis 250.000 Forint ausgezahlt (180 bis 900 EUR), weitere private Verluste und gewerbliche Ausfälle werden immer
noch juristisch begutachtet, was für viel Unmut sorgt, ein Schadensersatzverfahren gegen die Betreiber der Fabrik, das letztlich alle Kosten decken soll, ist schwebend.
Weitere Hilfen gab es für Unterbringung und die Neuerrichtung von Häusern. Etwa 10% der Spendengelder soll letztlich in bar an die Betroffenen gehen, 90% für die Reparatur
von Immobilien und Landschaft aufgewendet werden.
Alles weitere zur Giftschlammkatastrophe in unserer CHRONOLOGIE
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