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(c) Pester Lloyd / 51 - 2010
NACHRICHTEN 20.12.2010
Placido Domingo holt ungarische Heldenoper in die USA
Genau 150 Jahre nach ihrer Uraufführung in Ungarn wird die Oper Bánk bán des Nationalkomponisten Ferenc Erkel
(1810-1893) 2011 ihre Erstaufführung in den USA erleben. Dies kündigten der Staatssekretär für Kultur, Géza Szöcs und der Weltstar Plácido Domingo am Sonntag in Budapest an. Domingo
ist u.a. Direktor der von ihm vor 25 Jahre gegründeten Oper in Los Angeles. Dort werden zwei Aufführungen des Heldenepos von 1861, entstanden nach einem gleichnamigen
Theaterstück von József Katona, aufgeführt werden. Für die ungarischsprachige Aufführung soll noch ein "internationales Starensemble" gecastet werden, es steht noch
nicht fest, ob in Wien oder Madrid.
Domingo mit Präsident Pál Schmitt am 4. Advent in Budapest, Foto: KEH
Die Geschichte um den Bán (eine Art Regionalfürst des Mittelalters) Bank ist eine der
historisierenden Mythen, die von der Fremdbeherrschung der Ungarn (in dem Falle durch die Deutschen) und dem heldenhaften Freiheitskampf der Magyaren berichten.
(Umgekehrt hat man solche Handlung z.B. im Lohengrin Wagners, da ist "der Ungarn Flut" das Schreckensbild.) Erkels Werk ist musikalisch eher plagiativ und mittelmäßig,
bedient aber jene weltfremd bis archaisch erscheinenden Emotionen, die von Politikern in der ungarischen Seele so gern am kochen gehalten werden und über die man sich
derzeit im Westen wieder einmal sehr wundert.
Domingo, oft und offenbar gern in Ungarn, war zuletzt "Botschafter" der
Kulturhauptstadt Pécs. Er sagte, dass es "wichtig sei, das amerikanische Publikum mit Werken und Traditionen aus Europa bekannt zu machen” und erinnerte an den großen
Eefolg, den Bartóks Herzog Blaubart in Amerika hatte. Das Geld für das Prestigeprojekt ist vorhanden, es kommt aus dem Kulturetat des ungarischen Staates, der es sich
sichtbar zur Aufgbae gemacht hat, die Kulturpolitik des Landes zu zentralisieren und zu
kontrollieren.
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