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(c) Pester Lloyd / 51 - 2010  NACHRICHTEN 22.12.2010

 

Ungarische Hebammen-Aktivistin aus U-Haft in Hausarrest

Nach zweieinhalb Monaten Untersuchungshaft ist die Aktivistin im Kampf für das Recht auf Hausgeburten, die Hebamme Ágnes Géreb aus der Haft in Hausarrest überstellt worden. Das Gericht wies die Verlegung an, weil die Länge der U-Haft als nicht mehr verhältnismäßig angesehen wird, hielt aber den Hausarrest für angebracht, weil man sonst die Gefahr einer "Tatwiederholung" sieht. In Ungarn sind Hausgeburten grundsätzlich verboten und werden nur in absoluten Notfällen bei ärztlicher Indikation durchgeführt. Géreb, die im Recht auf Hausgeburten ein Grundrecht sieht, kämpft mit missionarischem Eifer für ihr Anliegen.

Der Staat hat sie bereits mit Berufsverboten und Bewährungsstrafen belegt. Er wirft ihr fahrlässige Vernachlässigung ihrer medizinischen Pflichten, u.a. unterlassene Hilfeleistung etc. vor, unterzog sie einer psychiatrischen Begutachtung und strengte nun eine weiteres Verfahren an. Hunderte Anhänger protestierten immer wieder vor dem Gerichtsgebäude, so auch gestern. Mittlerweile gibt es im Parlament eine Inititaive von seiten des Fidesz, die Gesetzeslage - in diesem Fall - an Gepflogenheiten in anderen europäischen Ländern anzupassen, wozu jedoch auch eine entsprechende Modifizierung der Hebammenausbildung gehört.

Zum Thema:

Straßburg verurteilt Ungarn wegen Verbot von Hausgeburten
http://www.pesterlloyd.net/2010_50/50EUHausgebruten/50euhausgebruten.html

Demo gegen Hebammenprozess in Ungarn
http://www.pesterlloyd.net/2010_41/41hebamme/41hebamme.html

Mehr zum Thema:

 

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