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(c) Pester Lloyd / 04 - 2011 BUDAPEST 24.01.2011
Hausmannskost auf gehobenem Niveau
Ein Besuch im Restaurant „A Konyha“ in Budapest
Ottó Laczkó ist seit 2005 Eigentümer und Küchenchef in einem. Das gestandene Mannsbild mit aufgezwirbeltem Schnauzer, wohlgeformtem Bauch und einem breiten
Lachen begrüßt seine Gäste in der Küche. Die befindet sich in der geräumigen Gaststube und hat dem Restaurant seinen programmatischen Namen „A Konyha – The
Kitchen“ eingebracht, womit klargestellt ist, was hier im Mittelpunkt stehen soll.
Ottó ist ein alter Gastro-Fuchs, der seine Erfahrungen im
Hyatt, Hilton und Gundel sowie in Oslo sammeln konnte und von so manchen internationalen Kochwettbewerben Auszeichnungen nach Budapest mitbrachte. Die Anerkennung
seines Könnens schmeckt man den meisten Speisen an, die hier serviert werden. Nicht alle würden allerdings einer intensiven Gourmet-Prüfung stand halten. So war bei
unserem Besuch die Kürbis-Orangensuppe derart süß, dass man glaubte, schon beim Dessert angekommen zu sein. Auch die Entenbrust kam zu grob geschnitten und nicht, wie
bestellt, medium auf die Teller. Aber das ist ja in anderen Hochpreisrestaurants hierzulande auch nicht immer der Fall. Vielleicht sind das noch Erfahrungsreste aus seiner Zeit im
Gundel-Restaurant.
Alles andere, was hier aus der Schau-Küche kommt, ist jedenfalls gelungener als dort. So
z.B. die ausgezeichnet gewürzten und zart gebratenen Lammkoteletts oder die saftigen Filettsteaks vom Mangalitzaschwein. Nichts Aufregendes, Sensationelles, was da aus Ottós
Küche kommt, eher solide, ungarische Hausmannskost auf gehobenem Niveau mit leichtem internationalen Akzent. Das ist bereits eine beachtliche Leistung, wenn man die vielen
ehrlich gemeinten, aber zu oft verunglückten Versuche einerseits und die großspurigen, überteuerten und uninspirierten gastronomischen Eulenspiegeleien in diese Stadt
andererseits hierzu ins Verhältnis setzt.
Und schließlich sind auch Tennisspieler mitunter nur
Menschen mit normalen Bedürfnissen nach frischen und schmackhaft zubereiteten Produkten zu vernünftigen Preisen. Diese Leute sind vermutlich die Hauptzielgruppe vom Restaurant „A Konyha“,
denn es liegt unmittelbar an den gut besuchten Tennisplätzen an der Mikoviny utca im III. Budapester Bezirk. Im Sommer kann man den Sportlern von einer geräumigen Terrasse bei kühlem
Paulaner auf die Bälle schauen, dorthin wo derzeit noch die aufgeblasenen Zelte vor dem Budapester Schmuddel-Wetter schützen.
Das Personal, das auch zur Familie Laczkó-Bérdy gehören soll, ist umsichtig, freundlich und
spricht auch etwas Deutsch. Steigt im Gast ein gewisses Gefühl nach einer Zigarette oder einer Zigarre nach dem guten Essen hoch, dann wird man an einen der hinteren Tische
verfrachtet, um hier seiner Leidenschaft bei einem der Obstbrände (es gibt davon auch noch bessere in Ungarn) zu frönen.
Ottó erklärt dann, dass man sich hier
auch zu einem Kochlehrgang anmelden kann. Er bemüht sich seit paar Jahren, die verschiedenen Küchenpraktiken auf die unterschiedlichsten Produkte anzuwenden, auf dass in den ungarischen
Küchen ein paar gesündere und variantenreichere Verhältnisse einziehen sollen. So gibt es Schulungen für aufs Kochen versessene Männer und Frauen hinsichtlich der Zubereitung von Fisch,
Fleisch und Gemüse. Ob dabei allerdings auch die bewährte Niedriggartemperaturmethode für Entenbrüste gelehrt wird, werden wir dann bei unserem nächsten Besuch herausfinden...
Restaurant „A Konyha“, H-1037 Budapest,
Mikoviny S. u. 2-4, Tel.: 887-3657, 30-755-0750 akonyha@t-email.hu
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