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(c) Pester Lloyd / 04 - 2011  WIRTSCHAFT 25.01.2011

 

Leitzins in Ungarn steigt auf 6%

Der Währungsrat der Ungarischen Nationalbank hat auf seiner Sitzung am Montag (auf dem Fot der prunkvolle Sitzunsaal)  den Leitzins um weitere 25 Basispunkte, auf jetzt 6% angehoben. Dies war die dritte Erhöhung in Folge, eine Maßnahme, die aufgrund der Argumentation von Zentralbankchef Simor allseits erwartet worden war. Nicht nur nach seiner Ansicht steigen auch in Ungarn die Inflationsrisiken in einem Maße, dass man mit Hilfe höherer Zinsen gegensteuern muss.

Damit befindet er sich zum Teil im Widerspruch mit der Regierungslinie, die einen möglichst flüssigen Kreditmarkt vorzieht. Allerdings kamen auch aus Fidesz-nahen Kreisen bereits Stimmen, die die Regierungsambitionen für etwas zu leichtfertig erachten (unser Beitrag) Mit der Anhebung der Leitzinsen wird auch der Forint gestützt, was aufgrund der Verschuldungssituation eines Großteils der Bevölkerung in auf Fremdwährung lautenden Krediten eine wichtige gesamtwirtschaftliche und soziale Maßnahme darstellt. Der Forint bewegt sich seit einigen Tage in einer Spanne zwischen 272 und 275 zum Euro, was viele für überbewertet halten.

Dennoch könnte der Zyklus der Zinsanhebungen bald ein Ende finden. Schon jetzt wird von widersprüchlichen Haltungen innerhalb des Währungsrates berichtet, Ende März werden die externen Mitglieder, deren Mandate auslaufen, ersetzt. Eine Gesetzesänderung gibt der Regierung direkten Einfluss auf die Besetzung. Am Stuhl des Nationalbankchefs wird seit bald einem Jahr erfolglos gesägt. Mehr zu der Geschichte gibt es hier.

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