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(c) Pester Lloyd / 04 - 2011 KULTUR 24.01.2011
Ursprünge des Backpackens: ein Pole in Afrika
Im polnischen Kulturinstitut Budapest findet ab nächster Woche eine ganz besondere
Fotoausstellung über den schwarzen Kontinent statt. Es ist die Dokumentation der außergewöhnlichen Reise von Kazimierz Nowak, der Afrika damals als ein Vorreiter des
heutigen Backpackens erstmalig alleine und ohne motorisiertes Fahrzeug durchquerte. Im Jahr 1897 in Polen geboren, entschloss er sich nach den Wirren des Krieges im Alter von 28
Jahren dazu, den Lebensunterhalt für sich und seine Familie als reisender Fotograf zu verdienen.
Nach zwei großen Fahrradtouren durch
Europa, während denen es ihn unter anderem auch nach Ungarn, nach Österreich, Italien, Griechenland und in die Türkei zog, erreichte er im Jahr 1928 erstmalig Tripolitanien in
Nordafrika. Drei Jahre später machte er sich schließlich dazu auf, den Kontinent komplett zu durchqueren. Die Ausstellung zeigt die beeindruckenden Impressionen seiner
fünfjährigen Reise, das Afrika der Dreißiger Jahre, weiße Kolonialherren, eine einzigartige Fauna und exotische Völkerstämme, die die
ungewöhnliche Nachricht über die Ankunft des weißen Mannes mit dem seltsamen Fahrzeug durch Trommelzeichen unter den Ureinwohnern verbreiteten.
Nowak zog dabei den gefährlichen Aufenthalt in der afrikanischen Wildnis stets den
komfortablen Militärstationen seiner europäischen Mitmenschen vor und kritisierte deren rücksichtslosen Umgang mit Mensch und Natur. Insgesamt legte er 40.000 km zu Fuß, per
Fahrrad, mit Pferd und Kanu zurück, festgehalten auf über 10 000 Schwarz-Weiß-Fotos von einer Welt, die nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich von uns entfernt liegt und so
Impressionen vermittelt, welche auch bei einer heutigen Afrikareise nicht mehr vorstellbar wären. L.S.
27. Januar bis 31. März
Polnisches Institut, Nagymézö u. 15. 1065 Budapest Weitere Informationen: www.kazimierznowak.pl
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