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(c) Pester Lloyd / 04 - 2011  KULTUR 24.01.2011

 

Das Leben des "Größten": Széchenyi-Ausstellung im Nationalmuseum Budapest

Im Ungarischen Nationalmuseum findet noch bis zum 6. März die Ausstellung “Széchenyis Welten“ zu Ehren des ungarischen Staatsreformers statt. Sie beleuchtet das Leben von Graf István Széchenyi, des „Größten Ungarn aller Zeiten“, wie ihn sein wichtigster Gegenspieler und Konkurrent um die Position als Leitfigur der liberalen Bewegung Ungarns, Lajos Kossuth, bezeichnete. Seine landesweite Anerkennung und Popularität verdankt Széchenyi neben seinen zahlreichen Leistungen wie der Hervorbringung mehrerer ungarischsprachiger Bestseller und dem Bau der Kettenbrücke vor allem dem passionierten, konsequenten Kampf für die Freiheit und wirtschaftliche Stabilisierung Ungarns. Er hat die Bedürfnisse seiner Zeit erkannt, die Sprache seiner Generation wie kein anderer geprägt und die Kritik am feudalen System und der darauf zurückzuführenden wirtschaftlichen Schwächung des Landes vorangetrieben, obwohl er selbst aus der herrschenden Klasse stammte.

Die Exponate in der Nationalgalerie zeigen die größten und aufregendsten Momente im Leben Széchenyis, als Husarenkapitän auf dem Rückweg vom Krieg oder im Kampf gegen Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig. Die Besucher erfahren mehr über seine Liebschaften zu den begehrtesten Frauen seines Jahrhunderts, die Geburt seines Sohnes Bela und die letzten elf Jahre seines Lebens in der Nervenheilanstalt Döbling bei Wien. Hier endete Széchenyi´s Leben, indem er schließlich Selbstmord beging um der Einweisung in die geschlossene Abteilung aufgrund seines außerhalb des Sanatoriums verteilten, scharf formulierten Pamphlets, dem Blick, zu entkommen. Doch was es über Szechényi zu berichten gibt endet nicht mit seinem Tod, aus den Nachwirkungen seiner Bemühungen entstehen neue, faszinierende Geschichten. So werden seine Worte und sein Schweigen, seine Taten und sein Zögern nicht nur dargestellt, sondern nachträglich interpretiert, sowie Beispiele für die Weiterentwicklung seiner Ideen und die veränderte Wahrnehmung seiner Person in den letzten 150 von Krieg und Diktatur geprägten Jahren aufgezeigt.

Luisa Stock

bis 6. März 2011
Tickets: 1000 Ft. (ca. 4 Euro), ermäßigt 500 Ft., Familienticket 1800 Ft.
Ungarisches Nationalmuseum, 14-16 Múzeum krt., Budapest 1088, Weitere Informationen:
www.mnm.hu

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