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(c) Pester Lloyd / 10 - 2011 WIRTSCHAFT
08.03.2011
Neubesetzungen im Währungsrat der Ungarischen Nationalbank
Das zuständige Parlamentskommittee hat sich in
seiner Sitzung am Montag auf zwei neue Mitglieder für den Währungsrat der Ungarischen Nationalbank, MNB, geeinigt. Andrea Bártfai-Meger und Ferenc
Gerhardt mussten sich dann nur noch einem formalen Votum des Plenums stellen und können zum 21. März ihr Amt antreten, kurz vor der nächsten Zinsrunde der MNB.
Eigentlich sollten heute vier der freigewordenen Sitze
im Währungsrat der Zentralbank, der u.a. für die Festlegung des Leitzinssatzes zuständig ist, ernannt werden, bisher, so heißt es, konnte man sich jedoch nur auf diese beiden einigen.
Die Mandate von vier externen
Währungsratsmitgliedern sind zum 1. März ausgelaufen, womit die Runde nicht mehr beschlussfähig war. Nach alten Gesetz hätten
zwei davon vom Zentrlabankchef, zwei vom Premier ernannt werden sollen, doch nach einer Gesetzesänderung, die u.a. von der EZB scharf kritisiert wird, obliegt es nun einzig der Regierungsmehrheit den Währungsrat der eigentlich als unbhängig gedachten
Zentralbank zu bestücken.
Die Ökonomin Andrea Bártfai-Meger ist Chefin des Verlages, der das offizielle
Mitteilungsblatt (Amtsblatt) "Magyar Közlöny" herausgibt. Sie arbeitete bereits von 2001 bis 2007 an der Nationalbank als Abteilungsleiterin für Finanzstabilität, zwischen 2002 und
2004 war sie auch im Aufsichtsrat des Pensionsfonds der MKB Bank. Ferenc Gerhardt ist ebenfalls Ökonom und arbeitete bei verschiedenen privaten Banken und Versicherungen. Als
stellvertretender Generaldirektor der staatlichen Ungarischen Entwicklungsbank MFB ist er ebenfalls als staatsnah zu betrachten. Von 2005 bis 2007 war er - unter der Regierung
Gyurcsány - bei der Nationalbank für die Bankenaufsicht mitzuständig.
Beide gaben sich bei der Anhörung vor dem Kommittee betont unabhängig und stellten die
Aufgaben der Zentralbank als Gewährleister von Währungssicherheit und Preisstabilität in den Vordergrund. Durch die Neuernennungen reduziert sich die Macht von Zentralbankchef
András Simor, was auch die Absicht der Gesetzesänderung war. Man geht davon aus, dass die Zinsen bei der nächsten Sitzung nicht verändert werden.
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