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(c) Pester Lloyd / 10 - 2011 KULTUR
07.03.2011
Szentendre zeigt Kreuzfahrerrelikte aus Syrien
Die syrische Regierung lud im Jahre 2007 ungarische Archäologen und Studenten zur am Mittelmeer
gelegenen Burg Margat, einer der besterhaltenen Kreuzfahrerfestungen der Region, zu Ausgrabungen ein. Insgesamt zehn Teams arbeiteten seit dem im Rahmen der
syrisch-ungarischen archäologischen Mission zusammen und machten eine Vielzahl von Entdeckungen und Funden. Einen Überblick über ihre Arbeit bietet
eine Wanderausstellung, die vor einigen Monaten in Pécs Premiere hatte und nun in Szentendre bei Budapest, in der Szentendrei Képtár am Hauptplatz, zu besichtigen ist. Die
Ausstellung wird ab Juni in Visegrád zu sehen sein.
Gezeigt werden neben Dokumenten der Grabungs- und Konservierungsarbeiten auch 40
Repliken von Alltags- und Prunkobjekten überwiegend aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Darunter auch ein "keramisches Multifunktionsgefäß", das nach Angaben des Projektleiters
mal als Handgranate, mal als Bierkühler genutzt worden war. Weiterhin Öllampen und "Unmengen Spielwürfel", was aufgrund des bei den Rittern während der Kreuzzüge
geltenden Spielverbotes besonders beachtlich sei.
Aus der Region, dem alten Fürstentum Antochien (heute in der Türkei) stammt Agnès de
Châtillon, die als Frau des Árpáden Béla III. Königin von Ungarn war (bis 1184). Ihr Sohn, König András II., hielt sich zur Zeit der Kreuzzüge auf Burg Margat auf und soll, so die
Historie, 25 Kilogramm Silber für deren Erhaltung ausgegeben haben. Von der auf einem Hügel 360 Meter über dem Meer errichteten Burg konnten die damaligen Eroberer sowohl
das Mittelmeer wie auch einen wichtigen Handelsweg bis hin zur Stadt Baniyas überschauen.
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