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(c) Pester Lloyd / 10 - 2011 WIRTSCHAFT
07.03.2011
Kopfprämie für neue Arbeitsplätze in Ungarn
Sándor Czomba, Staatssekretär im Ministerium für Nationalwirtschaft hat die nich tunumstrittene Verteilung von Fördergeldern für die Schaffung von Arbeitsplätzen
präzisiert. Wie berichtet, will die ungarische Regierung allein in diesem Jahr 5 Milliarden Forint, mehr als 18 Mio EUR an "Kopfgeldern" für neue Arbeitsplätze
bereitstellen, die über Ausschreibungen vergeben werden. Wer Roma einstellt, bekommt eine Extrazulage.
70% der Gesamtsumme soll dabei in die
wirtschaftlich benachteiligten Regionen des Landes fließen, also vor allem in den Osten, Nordosten und Süden. Das im äußersten Osten gelegene Komitat Szabolcs-Szatmár-Bereg, das sowohl an
Rumänien als an die Ukraine grenzt, hat die relativ höchste Arbeitslosenrate. Nach Budapest oder die entwickelten Regionen des Nordwestens dürften danach nur rund 10% der Summe fließen.
Nach den Plänen des Ministerium sollen in
"benachteiligten Gebieten" 150.000 Forint pro neuem Job (wenigstens 2 Jahre Anstellung, wenigstens zum regionalen Durchschnittslohn) ausgeschüttet werden,
in den "am meisten benachteiligten Gebieten" können es jeweils sogar 300.000 Forint sein. Handelt es sich bei dem eingestellten Bewerber um einen registrierten Langzeitarbeitslosen
können weitere 500.000 Forint gezahlt werden, gehört dieser zu den Roma oder "ist er der Herkunft nach Roma" gibt es zusätzlich 200.000 Forint obenauf, so dass die maximale
Arbeitsplatzförderung beträchtliche 1,2 Mio. Forint (knapp 4.400 EUR) erreichen kann. Wie ein "Roma" definiert wird, könnte sich dabei jedoch als Schwierigkeit herausstellen. Nach
offizieller Volkszählung bekannten sich zuletzt nur knapp 190.000 Bürger zu der größten ethnischen Minderheit, nicht zuletzt wegen der Angst vor behördlicher Benachteiligung,
offiziell geht man aber von 600.000 bis 700.000 Angehörigen der Minderheit aus.
Bis 31. März müssen beim Ministerium die entsprechenden Anträge eingereicht werden, bis
30. November müssen die darin angekündigten neuen Jobs realisiert werden, wobei die beantragende Firma zumindest zwei förderfähige Stellen schaffen muss. Die ausgezahlte
Summe wird zudem sachgebunden und kann lediglich für Werkzeuge, Maschinen und Zubehör oder sonstwie in die Firma gesteckt werden.
Am langfristigen Erfolg solcher Maßnahmen haben Fachleute erhebliche Zweifel, weil sie
künstliche Arbeitsmärkte schaffen, die von der Markt- und Wettbewerbssituation nicht getragen werden. Auch die derzeitige Regierung sieht darin nur eine zusätzliche
Förderung, über Investitionsprogramme und Steuerreformen soll mittelfrsitig der Mittelstand als Hauptmotor der ungarischen Ökonomie anspringen, das immer wieder
formulierte Ziel von 1 Million neuer Arbeitsplätze binnen zehn Jahren wird jedoch von weiten Teilen der Fachwelt als völlig unerreichbar beschrieben.
red.
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