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(c) Pester Lloyd / 15 - 2011  WIRTSCHAFT 11.04.2011

 

Entscheidung über Staatsbeihilfen gefallen

20 Millionen Audi-Motoren aus Ungarn

Am vergangenen Freitag lief im Audi-Werk in Györ der 20.000.000ste Motor vom Band, ein 2-Liter Vierzylinder common rail Diesel mit 170 PS, der in einen TT Coupe eingebaut wird, die ebenfalls bei Audi Hungára in Nordwestungarn gebaut werden. Das Werk stellt mit 270 verschiedenen Motorentypen und -versionen fast die gesamte Palette des Audi-Konzerns her.

Seit Mitte der Neunziger Jahre ist Audi in Ungarn aktiv und wurde zum größten Exporteur des Landes und zum wichtigsten Arbeitgeber der Region um Györ. Erst im letzten Herbst kündigte das Unternehmen an, weitere rund 900 Mio. EUR in eine neues Werk am Standort zu investieren, in dem weitere Fahrzeuge hergestellt werden sollen, ab 2013 soll hier 125.000 Autos pro Jahr vom Band laufen, rund 1.800 zusätzliche Jobs werden damit geschaffen, derzeit beschäftigt Audi rund 5.500 Arbeiter direkt, tausende weitere Jobs hängen bei Zulieferern und Dienstleistern daran.

Erst vorige Woche konnte sich die ungarische Regierung zu einer Festlegung für eine Investitionsunterstützung durchringen. Danach sollen rund 11,2 Mrd. Forint (knapp 43 Mio. EUR) in Form von Steuergutschriften gewährt werden. Wirtschaftsminister Matolcsy legte jedoch Wert auf die Feststellung, dass sich das Land die Gelder durch spätere Steuerleistungen, Sozialabgaben, Kaufkraftsteigerungen und andere Arbeitsmarkteffekte "zurückholen" werde und er darüber "lange, aber erfolgreiche Verhandlungen" geführt habe. Der Staat hatte den Investoren (auch Mercedes baut ein großes Werk in Kecskemét) immer wieder mit empfindlicher Streichung der Subventionen gedroht, wenn diese nicht ihren Anteil an ungarischen Zulieferern erhöhten, was angesichts der branchenüblichen Verflechtungen eine ziemlich weltferne Forderung scheint.

 

Die neue Regierung hat die alte, recht großzügige Förderpraxis gegenüber ausländischen Investoren zwar öffentlich auf den Prüfstand und in Frage gestellt, konnte sich den internationaeln Gepflogenheiten dann doch nicht entziehen. Dennoch sind die Zuschüsse jetzt geringer als noch vor Jahren, wo sie bis zu 10% der Investitionssumme erreichen konnten, jetzt liegen sie bei 4-5%, auch wenn indirekte Hilfen, wie z.B. der Ausbau der Infrastruktur, wie z.B. Autobahnanschlüsse nicht immer mitgerechnet werden. Auch Opel baut sein Werk in Ungarn aus mit bis zu 500 Mio. EUR und erhält für die geplanten 800 neuen Arbeitsplätze rund 5,5 Mrd. Forint Staatshilfen.

red.

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