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(c) Pester Lloyd / 16 - 2011 WIRTSCHAFT 19.04.2011
Verbot von Sonntags-Shopping in Ungarn vom Tisch
Die Regierungspartei Fidesz hat einen Vorschlag ihres Juniorpartners KDNP ad acta gelegt,
der ein sonntägliches Verkaufsverbot beinhalten sollte. Die KDNP, die sich fundamentalistisch-christlich gibt, wollte noch vor der Sommerpause einen Shopping-Bann
am "Tag des Herrn" durchsetzen. Fidesz hat grundsätzlich gegen diese Idee nichts einzuwenden, allerdings liegt man bei der Schaffung der Hunderttausenden angekündigten
neuen Arbeitsplätze um ein paar Hunderttausend zurück, weshalb man fürchtet, dass die Entlassung von Verkäufern nicht so gut in der Job-Bilanz ausschaut.
Eine "Machbarkeitsstudie" des Wirtschaftsministeriums ortet neben den möglichen
Jobverlusten auch "Wettbewerbsnachteile" innerhalb der Europäischen Union, in der er es kein grundsätzliche sonntägliches Arbeitsverbot gibt. Nachbarländer (gemeint die
Slowakei) könnten hier in entstehende Lücken stoßen, so das Wirtschaftsministerium, außerdem könnten "verschiedene Marktteilnehmer" auf "unfaire Wettbwerbsbedingungen"
klagen.
Diese Sorgfalt bei der Ausleuchtung juristischer Widrigkeiten wünschte man sich von dieser Regierung
auch bei so manch anderem Gesetz, das in den letzten Monaten im Eiltempo durch die Instanzen gejagt wurde. Ursprünglich hat die KDNP sogar ein generelles Arbeitsverbot für
den Sonntag geplant, hat dann aber eingesehen, dass die Welt mittlerweile rund ist und sich die Lebensrealitäten nicht an ihr Parteiprogramm halten.
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