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(c) Pester Lloyd / 19 - 2011 WIRTSCHAFT 09.05.2011
Ungarn öffnet strategische Lebensmittelreserven
Die ungarische Regierung öffent strategische Lebensmittelreserven,
um den Preis von Zucker zu stützen. Dazu sollen in der kommenden Woche 2.000 Tonnen Zucker auf den Markt geworfen werden, teilte
Landwirtschaftsminister Sándor Fazekas gegenüber MTI mit. Allein im März verteuerte sich das Grundnahrungsmittel um fast 70% gegenüber dem Vorjahr, was die Regierung zu Ermittlungen bei den
beteiligten Akteuren veranlasste, weil man Spekulation vermutet. Dabei ist die Lage klar, die ungarische Zuckerindustrie wurde zu
Tode privatisiert, die Zuckermühlen im industriellen Maßstab sind, bis auf eine, längst geschlossen, so dass Ungarn zwar Zuckerrüben
herstellt, aber kaum noch Zucker produziert (es gibt nur noch eine Raffinerie der Magyar Cukor, Tochter der Agrana aus Österreich).
Hinzu kommt, dass aufgrund der europweiten Überproduktion, die EU-Subventionen 2007
gestrichen wurden und die Verarbeiter mit Fördergeldern zum Ausstieg aus der Produktion bewegt wurden. Erst nach 2014, nach Auslaufen entsprechender EU-Regeln,
könne man an eine Verringerung der Abhängigkeit denken. Wochenlang fuhren Ungarn in die Nachbarländer, um sich dort mit Zucker einzudecken, der sogar in Österreich nur halb so teuer war wie in Ungarn. Der Preis für Weizen stieg binnen eines Jahres übrigens um
mehr als 100%, hier wurden jedoch noch keine ministeriellen Maßnahmen bekannt.
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