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(c) Pester Lloyd / 20 - 2011
NACHRICHTEN 16.05.2011
Budapester Ex-Bezirksbürgermeister aus U-Haft entlassen
Das Hauptstädtische Gericht in Budapest hat am
Freitag den ehemaligen Bezirksbürgermeister des siebenten Bezirks, György Hunvald (früher MSZP, “Sozialisten”) aus der Untersuchungshaft entlassen. Das Gericht folgte damit dem Gebot der
Verhältnismäßigkeit, da die Gefahr besteht, dass die Länge der U-Haft die Haftzeit aufgrund einer zu erwartenden Strafe übersteigen könnte. Hunvald ist
wegen organisierten Betrugs im Amt und zahlreicher damit zusammenhängender Delikte angeklagt, befindet sich aber bereits seit zweieinhalb Jahren in U-Haft. Gegen den Widerstand der
Staatsanwaltschaft setzte das Gericht ihn nun auf freien Fuß, mit der Auflage, Budapest nicht zu verlassen und sich regelmäßig bei der Polizei zu melden.
Auch György Gál, früher beim SZDSZ (Liberale) und der damalige Wirtschaftschef des VII.
wurde nach über 2 Jahren aus der U-Haft entlassen, jedoch in Hausarrest überstellt. Mit den beiden sind noch weitere 23 Ex-Kollegen und Handlanger angeklagt, den Stadtbezirk
durch "Unterwertverkäufe" von Immobilien und "kick-back-Geschäfte" um umgerechnet
mehrere Millionen Euro bestohlen zu haben. Der Fall gilt in Ungarn als symbolisch für eine ganze Ära der schamlosen Bereicherung durch sozial-liberale Verantwortungsträger und
wird von der politischen Gegenseite auch entsprechend aufbereitet und für die eigenen Zwecke benutzt. Die Verhandlung wird im Juni fortgesetzt.
Mehr zum Prozess gegen György Hunvald
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