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(c) Pester Lloyd / 20 - 2011 WIRTSCHAFT 16.05.2011
Simor: Inflationsziel für Ungarn auch ohne Zinsschritte erreichbar
Dem Land geht es derart schlecht, dass nicht einmal die Inflation länger bleiben will. So
lautet, grob zusammengefasst, die Einschätzung von Nationalbankchef András Simor zu den neuen Inflationszahlen. Daher hält er es auch für unnütz, wegen des Inflationsziels
großartig an der Zinsschraube zu drehen. Ungarn könne das Inflationsziel von 3% zu Ende 2012 auch ohne weitere "Verschärfungen" in der Zinspolitik schaffen, meint Simor
angesichts der 4,7% Ende April.
Auf einem Medienforum erläuterte er warum das so
ist. Klar gibt es Risiken, wie sprunghafte Kostenanstiege bei Erdöl etc., doch diese "Risiken sind in Ungarn abgestellt, wegen der geringen
Inlandsnachfrage und der hohen Arbeitslosigkeit". Das ungarische Bankensystem sei zwar gegen Erschütterungen an Finanzmärkten gerade gut genug abgesichert, aber unfähig eigene
Wachstumsimpulse zu stellen, den Banken fehlt "der Wille und die Möglichkeit" für eine Aufstockung der Kreditaktivitäten in der Realwirtschaft.
Da die Geldmenge die Inflation beeinflusst, so der
Umehrschluss, ist wirtschaftliche Stagnation für die Erreichung des Inflationsziel hervorragend. Da aufgrund der Einkommenssituation auch der
Konsum im Inland kaum anziehen dürfte, sieht Simor nicht, wo eine größere Inflationsgefahr bestehen sollte, so die resignierten Einschätzungen des einst so
kämpferischen Zentralbankchefs, der, seit ihm im Währungsrat einige regierungstreue Ökonomen an die Seite gestellt wurden, ein bisschen an den Held von "1984" erinnert, der
am Ende des Orwellschen Romans doch noch den "Großen Bruder" zu lieben lernt. Wer weiß...
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