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(c) Pester Lloyd / 21 - 2011
NACHRICHTEN 29.05.2011
Ungarischer Ex-Präsident Ferenc Mádl verstorben
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Am Sonntagmittag, wenige Minuten nach 13 Uhr verstarb der ehemalige ungarische
Präsident Ferenc Mádl. Er konnte im Januar seinen 80. Geburtstag feiern und war bis vor kurzem noch regelmäßig in der Öffentlichkeit aufgetreten. Der 1931 geborene Mádl hatte
ungarndeutsche Vorfahren und arbeitete jahrzehntelang als Professor für Recht an der ELTE-Universität und als Gastprofessor im Ausland, er war Mitglied der Akademie der
Wissenschaften. Von 1990 diente er als Minister ohne Geschäftsbereich in der ersten Nachwenderegierung unter József Antall und stellte wichtige Weichen in der
Transformation der Wissenschafts- und Hochschulpolitik. Bei seiner ersten Kandidatur 1995 scheiterte er noch an Árpad Göncz, 2000 gelang seine Wahl im Parlament im dritten
Wahlgang. Der konservative Politiker repräsentierte als Präsident eine - besonders im Vergleich zu seinen Nachfolgern - besonnene Linie nach innen und außen und genoss in
der Bevölkerung wie im Ausland gleichermaßen hohe Achtung. Auf eine zweite Amtszeit verzichtete er und widmete sich ab 2005 weiter seiner Dozententätigkeit sowie
karitativen Projekten. Er schuf zahlreiche Werke über die Transformation der Region, fAchbücher zu staatsrechtlichen Themen sowie über die europäische Einheit (Quo vadis
Europa?, 2004) Er hinterläßt eine Ehefrau, einen Sohn und drei Enkelkinder.
Unsere Zeitung gedenkt mit Ferenc Mádl auch einem aufmerksamen und langjährigen Leser, der die
Redaktion zum 150. Geburtstag des Pester Lloyd im Jahre 2004 mit einem sehr persönlichen Grußwort bedachte.
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