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(c) Pester Lloyd / 21 - 2011  NACHRICHTEN 31.05.2011

 

AKW Paks in Ungarn begann Stresstest - ohne Stress und ohne Test

Das Kernkraftwerk in Paks hat seinen - innerhalb der EU für alle AKW beschlossenen - Stresstest begonnen. Der Direktor des in Staatsbesitz befindlichen AKWs, István Hamvas, sagte, dass diese "im Rahmen der Erwartungen des Europäischen Rates" stattfinden, was bedeutet, dass keine "aktuellen Tests unternommen werden", sondern "analytische Berichte" vorbereitet werden, die "verschiedene Szenarien extremer externer Effekte anhand von vorliegenden Toleranzwerten" umfassen. Dabei sollen "ein Erdbeben, extreme Wettererscheinungen und extremes Niedrigwasser" in der Donau simuliert werden. Terroristische Anschläge und Flugzeugabstürze werden nicht untersucht, eine zu starke Flut auch nicht - dafür gibt es Gründe.

Bereits im Vorfeld wies die Politik mehrfach - auch ohne Tests - daraufhin, dass Paks "höchsten Sicherheitsandorderungen" genüge leiste. Eine Testreihe aus den Neunziger Jahren, die unter dem Projektnamen AGNES von ungarischen Ingenieuren des AKW durchgeführt wurde, zeigt große potentielle Gefahren auf. In einem bei der IAEA einsehbaren Protokoll ist Paks für "Flugzeugabstürze" (egal welcher Größe) "nicht gebaut", die Zwillingsbauweise erhöhe zudem das Risiko großer Schäden bei einem Einschlag. Die Techniker hegten zudem große Zweifel an der Standfestigkeit der rudimentären Systeme, z.B. bei Hochwassser der Donau und halten auch den Ausfall der Notsysteme für möglich. Bei Erdbeben gibt es widersprüchliche Aussagen, vor allem was die Reaktion der Gebäude und Anlagen auf die Bodenbeschleunigung bei einem Beben betrifft, der entscheidenen Größe für mögliche Gebäudeschäden. Hier wird in verschiedenen Erhebungen mit stark abweichendem Zahlenmaterial hantiert. Im Jahre 2003 kam es in einem Abklingbecken zu einer teilweisen Kernschmelze an mehreren Brennstäben, ein Störfall der Stufe 3. Alles weitere zu AGNES finden Sie hier.

Die Politik hat sich festgelegt, "Atomkraft wird noch lange eine wichtige Rolle spielen wird." Und der "Ausbau von Paks" (zwei neue Blöcke entstehen, die Laufzeit der anderen wurde verlängert.) sei für die Reduzierung von Ungarns Energieabhängigkeit unumgänglich. Der Ausbau Erneuerbarer Energien kam in den letzten Jahren sehr langsam und schlecht strukturiert voran, die von der EU geforderte Strategie bis 2020 formuliert ehrgeizigere Pläne.

Schmutzige Geheimnisse II: Das ungarische Atomkraftwerk Paks und AGNES

 

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