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(c) Pester Lloyd / 23 - 2011  BUDAPEST 06.06.2011

 

Budapest: Südbahnhof vor Schließung - Puskás-Stadion vor Sanierung

Die Stadtentwicklung in Budapest wird weiter dynamisch bleiben, eine ganze Reihe von Zukunftsprojekten werden derzeit auf ihre Sinnhaftigkeit und Machbarkeit hin zwischen Staat und Stadt diskutiert. Die Eröffnung der U-Bahnlinie 4, die derzeit für das Jahr 2015 geplant ist, könnte das Aus für den Südbahnhof, den Déli bedeuten, den einzigen Großbahnhof auf der Budaer Seite der Stadt.

Da die eine Endstation der Metro 4 der kleine "Vorortbahnhof" Kelenföld sein wird, (Reisende kennen den Zwischenstopp, den Nichtkundige gerne mit Keleti verwechseln, was öfter zu einiger Hektik führt), erscheint ein Ausbau dieser Station auch für die Fernzüge praktischer, zumal er direkt an der Autobahn 1 (aus Wien kommend) gelegen ist. Bei einem Ausbau der Parkmöglichkeiten könnten sich viele Touristen den Höllenritt auf Budapester Straßen ersparen. Letztlich kann die Stadt Budapest das aber nicht allein entscheiden, der Betrieb der Bahnhöfe obliegt der Staatsbahn MÁV.

 

Für 2013 soll nun endlich auch der Um- und Ausbau sowie die umfassende Sanierung des Puskás Stadions in Angriff genommen werden, aus Kostengründen verzichtet man auf den zuvor seit Jahren angedachten Bau eines völlig neuen Stadions. Die Stadt Budapest will - mit Hilfe von privaten Geldgebern, dem Staat und EU-Mitteln - rund 400 Mio. EUR investieren, ein neues Stadtion, so glaubt Bürgermeister Tarlós, würde rund das Doppelte kosten.

Uneinig sind sich Budapest und Zentralregierung über den weiteren Brückenbau. Während die Regierung bis zu drei neue Brücken avisierte, eine bei Albertfalva, eine bei Aquincum sowie eine nächst der Galvani Straße, sieht die Stadtregierung derzeit nur das Projekt bei der alten Römerstadt Aquincum als realistisch an, wo sich bisher nur eine Fußgänger- und Eisenbahnbrücke befindet. Möglicherweise ginge sich, so die Finanzplaner, noch eine Fußgängerbrücke als Verbindung zwischen dem XI. und IX. Bezirk aus.

Für Unmut bei den Anwohnern sorgt eine Idee des Bezirksbürgermeisters, am Fuße des Burgberges eine Art Klein-Grinzing aufzuziehen, eine Weinstraße mit historischen Kellern (die es dort zahlreich gibt) und etlichen Weinbars und "Heurigen"-Schänken. Auch hier solle eine Fußgängerbrücke die Besucher aus der Pester Altstadt nach Buda locken. Eine Bürgerinitiative will das verhindern.

 

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