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(c) Pester Lloyd / 25 - 2011 WIRTSCHAFT 21.06.2011
"Billigarbeiterflut" aus Ungarn in Österreich ausgeblieben
Das österreichische Sozialministerium konnte die durch die politische Rechte und diverse boulevardeske
Presseorgane, allen voran die durch Ausländerhetze und Europafeindlichkeit auffallende Kronen-Zeitung, geschürte Angst vor einer Billigarbeiterschwemme
mit dem Wegfall der Arbeitsmarktbeschränkungen zum 1. Mai durch Zahlen entkräften.
Gerade 3.000 Ungarn haben im letzten Monat einen
Job in Österreich angenommen, weiterhin 2.500 Polen und 1.500 Menschen aus der Slowakei, Tschechen und Slowenen machten nur einige
Hundert aus. Die meisten von ihnen in saisonalen Bereichen, wie der Hotelerie. Von den 3,4 Millionen abhängig Beschäftigten in Österreich sind lediglich 84.000 aus den neuen
EU-Ländern, ein Anteil im Promill-Bereich. Für das Gesamtjahr rechnet Österreich mit einem Zuzug von maximal 20.000 Arbeitern aus diesen Ländern, die Wirtschaft hätte
indes durchaus Bedarf an mehr. Gewerkschaften und Arbeiterkammer befürchten einen wachsenden Lohndruck, dem soll durch mehr Kontrollen entgegengearbeitet werden.
Das europäische Portal für Arbeitsmobilität EURES hat in einer Umfrage herausgefunden,
dass die Ungarn, die sich für eine Arbeit im Ausland interessieren, überwiegend zum qualifizierten Teil der Arbeitnehmerschaft zählen. 70% davon sind unter 35 Jahren, aber
immerhin 10% sind über 50 Jahre alt, fast 92% sprechen eine Fremdsprache, 75% davon englisch, im Landesschnitt ist dies nur ein Drittel. 45% der Interessenten können eine
höhere Ausbildung (Hochschule, Ingenieursschule, Uni) vorweisen, weitere 28% verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Die meisten wollten ein bis drei Jahre in der
EU arbeiten, Großbritannien, Österreich, Deutschland werden von 40% der Befragten als Wunschziel angegeben. Die Mehrzahl sucht Jobs im Gastgewerbe, Tourismus, Hotellerie,
weiter im IT-Bereich, in technischen bzw. wissenschaftlichen Berufen, nur 18,2% in Bau- oder Landwirtschaft.
Angst vor dem “billigen” Nachbarn - Apr 2011 Die "Ost-Öffnung" der Arbeitsmärkte zwischen Vernunft und Politik
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