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(c) Pester Lloyd / 50 - 2011 WIRTSCHAFT 14.12.2011
Zentralbank Ungarn zweifelt Defizitziel der Regierung an
Am Dienstag trat die ungarische Zentralbank, MNB,
mit neuen Prognosen für wichtige Eckdaten der Wirtschaft an die Öffentlichkeit. Sie kam damit der Kabinettssitzung vom Mittwoch zuvor, auf der Premier Orbán über Art und Umfang der Korrektur
am Budget beraten will. Nach den Zahlen der MNB erwartet das Land 2012 ein Defizit zum BIP von
3,2%, entgegen den 2,49%, wie sie die Regierung erreichen will, unabhängig allfäliger Korrekturen. Die MNB merkte dabei an, dass man den im Oktober abgestürzten Forint in
diese Analyse noch nicht einmal eingerechnet hat, sonst würde das Defizit schon Richtung 4% marschieren.
Auch die Parlamentarier der Regierungsfraktionen bekamen ihr Fett weg. Die in letzter
Minute eingebrachten Änderungen am Haushaltsgesetz (es gab derer so viele, dass selbst die Parlamentarier manchmal nicht mehr wussten, worüber sie abtsimmten) generieren
Zusatzausgaben, die "auf nicht existenten Einnahmen" beruhen, was 80 Milliarden extra kosten würde. Insgesamt sieht die MNB - bisher - einen Korrekturbedarf von rund 300
Milliarden Forint bzw. 1% des BIP.
Die Wachstumsprognosen für andere Länder der Region sind in den letzten Monaten auch
mehrfach gesenkt worden, so z.B. für Bulgarien von 2,8 auf 2,3%, Tschechien 0,7 von 2,3%, Lettland von 3,5% auf 2,5% und Litatuen von 3,8 auf 2,5%. Ungarn geht nun offiziell
von 0,5% aus, die meisten Experten sehen jedoch eine Schrumpfung der Wirtschaft für 2012 voraus.
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