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(c) Pester Lloyd / 12 - 2011  WIRTSCHAFT 21.03.2011

KOMMENTARE

Realeinkommen in Ungarn gesunken

Das Statistische Zentralamt in Ungarn (KSH) hat neue Zahlen zur Beschäftigungs- und Einkommenslage herausgegeben. Danach sanken die Realeinkommen der Arbeitnehmer, vor allem aufgrund der Inflation weiter, die Zahl der Beschäftigten stieg minimal, womit das zentrale Problem der ungarischen Wirtschaft, die Beschäftigungsrate, weiter als ungelöst betrachtet werden muss.

Die neusten Zahlen zeigen immerhin einen leichten Anstieg der Zahl der Beschäftigten im privaten Sektor, dort waren im Januar 1,829 Mio. Menschen angestellt, auf Jahresbasis ein Zuwachs von 2,7%, gegenüber dem Dezember allerdings ein leichter, saisonbedingter Rückgang. Im öffentlichen Bereich sank die Beschäftigung um 5,4% gegenüber dem Vorjahr auf noch knapp 695.000 Beschäftigungsverhältnisse. Dieser Rückgang ist aber nur zum kleinsten Teil diversen Einstellungsstopp als Vorbereiter struktureller Reformen geschuldet und geht vielmehr auf das Auslaufen etlicher Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Vorgängerregierung zurück, die diese als Abfederung der schweren Wirtschaftskrise betrieben hatte. Noch immer sind ca. 12.000 Menschen in solchen Programmen tätig. Die Gesamtzahl der Beschäftigten lag im Januar bei 2,62 Mio., ein Plus von 0,3% gegenüber dem Vorjahr, allerdings 75.000 weniger als im Dezember.

Die Bruttogehälter in der Privatwirtschaft wuchsen im Januar gegenüber dem Vorjahr um beachtliche 8,4%, während sie im öffentlichen Bereich wegen verschiedener Sparmaßnahmen um 12,5% sanken, in Summe machte das ein Bruttoplus von 1,6% für die Gesamtwirtschaft. Zum dritten Mal binnen 12 Monaten sanken die Realeinkommen, im Januar zum Vormonat um 0.7% und damit zum dritten Male von Monat zu Monate im letzten Jahr und das obwohl die "größte Steuerreform seit der Wende" mit einer Flat tax auf alle Einkommen von lediglich 16% in Kraft getreten war. Grund für den realen Verlust ist die Inflationsrate, die sich auf ein Jahreshoch von 4% geschraubt hatte und damit die Nettozuwächse für viele zu nichte machte.

 

Allerdings ist festzuhalten, dass die Besserverdienenden (ab ca. 300.000 HUF brutto) besser abschnitten als der Durchschnitt (218.000), denen von der Steuerreform nicht mehr bleibt als zuvor, in vielen Fällen sogar weniger, weshalb die Regierung mit hektischen Kompensationszahlungen aushelfen will und die Unternehmen unter Umständen auch per Gesetz zu "angemessenen" Gehaltserhöhungen zwingen könnte.

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