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(c) Pester Lloyd / 03 - 2013   FEUILLETON 13.01.2013

 

Stöbern und Staunen

Das Archiv des Pester Lloyd: eine europäische Ideenwerkstatt

Mit rund 100 Texten aus alten Pester Lloyd - Ausgaben seit 1854 starten wir wieder unser Archiv. Angesichts des Riesenberges an Material ist es wirklich ein bescheidener Start, doch will dies neben dem aufwendigen Tagesgeschäft auch bewältigt sein. Ein Anfang ist gemacht, wir werden fortlaufend weitere Texte einstellen, auch Fotos, Illustrationen und andere Dokumente, die Einblick geben in die bewegte und bewegende Geschichte dieser Zeitung wie der Zeiten...

Bei der Auswahl konzentrieren wir uns auf Texte, die über den Tag hinaus bis heute Bedeutung haben, weil die Themen, die sie behandeln aktuell blieben: Zivilisation und Verfall, Krieg und Frieden, Recht und Ordnung, Gewalt und Humanismus, Europa und die Welt, Presse und Zensur, Minderheiten und Emanzipation seien hier als Stichworte und Kategorien dieser Europäischen Ideenwerkstatt Pester Lloyd genannt. (die nun erstmals auch im Volltext nach Stichworten durchsuchbar ist.)

Die großen Namen der Literatur und der Publizistik, der Politik und des Feuilletons kreuzten im PL die Klingen. Wir finden hochbedeutende Abhandlungen, scharfzüngige Debatten, feine Literatur und launige Glossen. Zu Wort kommen sowohl die Hausautoren des Pester Lloyd, von den Chefredakteuren Max Falk und József Vészi über die Redakteure und Stammautoren Julian Weisz, Adolf Dux, Max Nordau, Ludwig Hevesi, Felx Salten, Móricz Jókai u.a., desweiteren auch sehr klingende Namen der Literatur und Publizistik aus dem 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die den Pester Lloyd als mitteleuropäisches Medium schätzten, das ihnen auch noch eine Bühne bot als als sie in Deutschland oder Österreich schon verboten waren. Genannt seien hier, Thomas Mann, Joseph Roth, Stefanz Zweig, Georg Lukács. Wir lesen Texte berühmter ungarischer Autoren wie Dezsö Kosztolányi, Franz Molnár, Béla Balázs u.v.a. und auch ungarische Politiker, wie István Bethlen, Gyula Andrássy und Ferenc Kossuth kommen zu Wort. Alle gemeinsam bieten einen einzigartigen Einblick in die Geisteswelt der damaligen Zeit.

Feldpostkarte von 1917, Soldaten lesen den PL, der titelt: Friedensschluss mit der Ukraine

Ergänzt wird das Angebot mit ausgewählten Zeit- und Zeitungsgeschichten, die im “neuen” Pester Lloyd ab 1994 erschienen und sich mit der Geschichte der Zeitung und des Landes befassen: Exkurse über die Chefredakteure und das Feuilleton, die erklären, warum der PL eine maßgebliche Zeitung der Region wurde und wie ihr tragisches, vorläufiges Ende 1945 verlief. Erinnerungen an die Mitarbeiter Dezsö Keresztúry und Graf Kálnoky, eine Abhandlung über Thomas Mann in Ungarn von Antal Mádl, ein Bericht über Richard Wagners Besuche in Budapest, ein Nachruf zum 150. Todestage Petöfis von László F. Földényi sowie die berührenden Erinnerungen von György Konrád an “Budapest 1956” verbinden das Gestern und Heute.

Fotos, Illustrationen, Dokumente und Materialien sollen den Fundus nach und nach ergänzen. Diese Arbeit steht aber noch ganz am Anfang.

Unserer Leserschaft möge beim Stöbern in den bisher ca. 100 Beiträgen Kurzweil und so manchen Aha-Effekt erleben, uns gibt das wiedererstehende Archiv auch die Möglichkeit, Aktuelles mit “Altem” zu würzen und dem Heute Denkanstöße aus dem Gestern zu geben, ganz im Sinne der Europäischen Ideenwerkstatt als die der Pester Lloyd wirkte und der er sich in seinem notwendigen, offensivem Humanismus nach wie vor verpflichtet fühlt.

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m.s.

 

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