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(c) Pester Lloyd / 23 - 2013   NACHRICHTEN 04.06.2013

 

Chef der Neonazi-Partei Jobbik als neuer "Außenminister" von Ungarn in Aserbaidshan

Die staatliche Nachrichtenagentur Aserbaidshans "AZERNEWS" berichtet heute davon, dass "Ungarn engere Beziehungen zum sich schnell wachsenden Aserbaidshan" wünscht. Die stellvertretende Parlamentspräsidentin des Landes, Bahar Muradova, traf den "Präsidenten der Bewegung für ein besseres Ungarn", Gábor Vona, "um Perspektiven der bilateralen Beziehungen zu besprechen". Muradova beklagte gegenüber ihrem Gast, dass "die Armenier 20% unseres Territoriums besetzt halten und über eine Millionen Landsleute so zu Flüchtlingen wurden". Nach weiteren Tiraden gegen die "völkerrechtsverletzenden" Armenier "dankte" Muradova "der ungarischen Führung für den Respekt gegenüber der Souvernität ihres Landes". Vona entgegnete, dass "die Kooperation mit Aserbaidshan für Ungarn von großer Wichtigkeit" sei. "Ungarn wird weiterhin Aserbaidshans Interessen im Konflikt um Bergkarabach unterstützen", so der Neonazi-Politiker. Ein Erwiderung zu dieser Anmaßung seitens des ungarischen Außenministerums liegt bisher nicht vor.

 

Armenien brach vor einigen Monaten die diplomatischen Beziehungen zu Ungarn ab, nachdem die Fidesz-Regierung, auf direkte Anweisung Premier Orbáns, einen wegen Mordes an einem Armenier in Ungarn verurteilten aserbaidshanischen Offizier nach Baku überstellte, wo er umgehend frei gelassen und als Held gefeiert wurde. Der Mann hatte einen armenischen Offizierskollegen anlässlich einer Konferenz bzw. Schulung in Budapest mit einer Axt im Hotelzimmer erschlagen. Seit der Überstellung nahmen die ökonomischen Kontakte zwischen Budapest und Baku sprunghaft zu, erst kürzlich wurde das erste einer "neuen Generation" von "Ungarischen Handelsvertretungen" in Baku eröffnet, Ungarn erhofft sich den Kauf von Staatsanleihen seitens des öl- und gasreichen Staates sowie günstigen Zugang zu diesen Rohstoffen. Vor wenigen Tagen gab die Ungarische Post eine Briefmarkenserie mit dem Antlitz des verstorbenen Diktators Alijew heraus, der 2003 von seinem Sohn beerbt wurde.

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red.

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