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(c) Pester Lloyd / 24 - 2013   NACHRICHTEN 14.06.2013

 

Ungarns Regierung spendiert Ex-Nationaltheaterdirektor Alföldi eine private Theatertruppe, Jobbik tobt

Das ungarische Kulturministerium will den ehemaligen Direktor des Nationaltheaters Róbert Alföldi, der kürzlich von einem nationaler gesinnten Kollegen abgelöst wurde, mit einem kleinen Theater abfinden. Minister Balog hat, so berichten Medien, schon im April dem Theatermann das Kammertheater und zwei alternative Adressen mit einer einjährigen Startfinanzierung angeboten. Danach müsste sich die Truppe jedoch wahrscheinlich selbst weiterfinanzieren. Die Rede ist von 100 bis 150 Mio. Forint (bis 500.000 EUR) Staatsgeldern für die Renovierung des Theaters und den Aufbau eines Ensembles. Der Minister soll geäußert haben, dass Alföldi talentiert sei und es eine Nachfrage nach "seiner Art" Theater gäbe. Das Projekt wird vermutlich Anfang 2014 starten, bis dahin hat sich Alföldi als Juror bei der RTL Show X-Factor (Ungarn sucht den Superstar...) verdungen. Wie zu hören hatte Alföldi der Stadt Budapest vorgeschlagen, das Neue Theater zu übernehmen, dass nach der Übergabe an einen Neonazi als Direktor ein Viertel seiner Zuschauer verlor. Budapest lehnte dankend ab.

 

Der Versuch einer gewissen Entschädigung für Alföldi, dessen Direktorenposten am Nationaltheater ganz offiziell wegen mangelnden nationalen Bewußtseins (zu links, zu schwul, zu liberal) nicht verlängert wurde, ruft wütendes Gejaule der noenazistischen Parlamentspartei Jobbik hervor. Die "Schwulen- und Judenlobby" beherrsche diese Regierung, die Alföldi "hunderte Millionen zuschanzt, damit der weiter sein Unwesen mit antiungarischen und antichristlichen Dramen" treiben kann. Der Einfluss "dieser Kreise" gefährde mittlerweile schon die "nationale Sicherheit".

red.

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