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	<title>Blikk &#8211; Pester Lloyd</title>
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	<description>Deutschsprachige Nachrichten aus Ungarn und Osteuropa - seit 1854</description>
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		<title>Fidesz-nahe Indamedia übernimmt Ungarns größtes Boulevardblatt Blikk</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion international]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 16:32:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Kauf des Boulevardblatts Blikk durch ein Fidesz-nahes Medienhaus vertieft die ohnehin monopolistische politische Kontrolle &#252;ber Ungarns Presse Budapest. Die &#220;bernahme des Massenblatts Blikk durch&#8230;]]></description>
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<h3 class="wp-block-heading"><em>Der Kauf des Boulevardblatts Blikk durch ein Fidesz-nahes Medienhaus vertieft die ohnehin monopolistische politische Kontrolle über Ungarns Presse</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Budapest. </strong>Die Übernahme des Massenblatts <em>Blikk</em> durch das regierungsnahe Unternehmen <em>Indamedia</em> hat Ungarns Presse weiter monopolisiert. Vor den Parlamentswahlen 2026 fällt ein weiteres auflagenstarkes Medium unter den Einfluss des Machtapparats von Viktor Orbán.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Indamedia-Gruppe, die als Fidesz-nah gilt, hat den ungarischen Teil des Schweizer Verlagshauses <em>Ringier</em> übernommen. Zum Paket gehören mehrere Titel, darunter das Boulevardblatt <em>Blikk</em> und die ungarische Ausgabe des Modemagazins <em>Glamour</em>. Blikk erreicht monatlich rund drei Millionen Online-Leser  und ist damit das meistgelesene Medium des Landes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der bisherige Chefredakteur <em>Ivan Zsolt Nagy</em> und ein weiterer leitender Manager verließen das Haus kurz nach der Übernahme. Nagy hatte versucht, die Zeitung stärker auf gesellschaftliche Themen auszurichten und &#8222;<em>nicht auf Sensationalismus, sondern auf relevante Geschichten</em>&#8220; zu setzen. Sein Nachfolger <em>Balázs Kolossváry</em> wurde von den neuen Eigentümern benannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Mitarbeitern herrscht Fassungslosigkeit. „<em>Ich war schockiert, als ich die Nachricht hörte</em>“, sagte ein Redakteur dem <em>Guardian</em>. Viele Journalisten bleiben trotz wachsender politischer Einflussnahme &#8211; aus Mangel an alternativen Arbeitgebern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Medienkonzentration mit System</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Indamedia gehört zur Hälfte dem Unternehmer <em>Miklós Vaszily,</em> einem engen Verbündeten der Regierung und Chef des privaten Fernsehsenders <em>TV2</em>. Die Gruppe erklärte, man habe eine „<em>wirtschaftlich sinnvolle</em>“ Akquisition vorgenommen. Kritiker sehen hingegen eine weitere Schwächung der Medienvielfalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits heute dominiert ein Netz regierungsnaher Medienhäuser den ungarischen Markt. Über die Stiftung <em>KESMA</em> werden Dutzende Tageszeitungen, Onlineportale und Radiosender zentral koordiniert. Regierungsunabhängige Redaktionen sind zur Minderheit geworden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Medienbeobachterin <em>Ágnes Urbán</em> betont, Blikk spiele eine Schlüsselrolle: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Wenn politische Inhalte in einem Medium erscheinen, das Millionen erreichen kann, verändert das die öffentliche Wahrnehmung.“</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Auch abseits der Medien zeigt sich der Zustand des Landes bedenklich. Laut dem aktuellen World Justice Project Rule of Law Index liegt <a href="https://www.pesterlloyd.net/wjp-index-2025-orbans-ungarn-auf-platz-79/" data-type="post" data-id="2694">Ungarn auf Platz 79 von 143</a> untersuchten Staaten &#8211; Schlusslicht unter allen EU-Mitgliedern. Der Index misst Faktoren wie Korruptionsfreiheit, Grundrechte und Unabhängigkeit der Justiz; in allen Bereichen verzeichnet Ungarn Rückschritte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 2010 hat die Regierung zudem schrittweise Einfluss auf Medienaufsicht, Rundfunk und private Verlage ausgeweitet &#8211; eine Entwicklung, die sich auch in der Erosion rechtsstaatlicher Strukturen widerspiegelt.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="mVQRXdKWRZ"><a href="https://www.pesterlloyd.net/wjp-index-2025-orbans-ungarn-auf-platz-79/">WJP-Index 2025: Orbáns Ungarn auf Platz 79</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;WJP-Index 2025: Orbáns Ungarn auf Platz 79&#8220; &#8212; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/wjp-index-2025-orbans-ungarn-auf-platz-79/embed/#?secret=5MYJplkvwU#?secret=mVQRXdKWRZ" data-secret="mVQRXdKWRZ" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<h2 class="wp-block-heading">Der Pester Lloyd als gallisches Dorf </h2>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Umfeld bleibt der <em>Pester Lloyd</em> eine der wenigen Stimmen, die unabhängig recherchieren und berichten. Als traditionsreiche Zeitung mit liberaler Ausrichtung versteht sich die Redaktion als Teil einer Presse, die ihre Aufgabe trotz Repression erfüllt &#8211; sachlich, kritisch und frei von staatlicher Kontrolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Übernahme von <em>Blikk</em> zeigt, wie begrenzt der Raum für echten Journalismus in Ungarn geworden ist. Umso wichtiger bleibt, ihn zu verteidigen &#8211; mit Fakten, Transparenz und der Bereitschaft, unabhängig zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen:</strong> The Guardian, AFP, Mérték Media Monitor, MTI.hu<br><strong>Photo:</strong> Blikk-Logo. Quelle: Wikipedia</p>
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