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	<title>Ukraine &#8211; Pester Lloyd</title>
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	<description>Deutschsprachige Nachrichten aus Ungarn und Osteuropa - seit 1854</description>
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	<title>Ukraine &#8211; Pester Lloyd</title>
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	<item>
		<title>Druzhba-Deal: Ungarn gibt Veto frei, Ukraine erhält EU-Kredit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 22:29:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
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		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[Politischer Kurswechsel unter Druck Br&#252;ssel/Budapest. Die Europ&#228;ische Union steht vor der finalen Freigabe eines 90-Milliarden-Euro-Kredits f&#252;r die Ukraine. Der entscheidende Schritt erfolgte, nachdem die ungarische&#8230;]]></description>
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<p><em>Politischer Kurswechsel unter Druck</em></p>



<p><strong>Brüssel/Budapest.</strong> Die Europäische Union steht vor der finalen Freigabe eines 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine. Der entscheidende Schritt erfolgte, nachdem die ungarische Regierung ihren monatelangen Widerstand aufgegeben hat. Wie das ungarische Europaministerium bestätigte, stimmte Budapest im Kreis der EU-Botschafter der Annahme im schriftlichen Verfahren zu – ein formaler Abschluss wird binnen 24 Stunden erwartet.</p>



<p>Auslöser war die Wiederaufnahme der Öllieferungen über die Druzhba pipeline. Die Regierung von <strong>Viktor Orbán</strong> hatte die Zustimmung an genau diese Bedingung geknüpft.<em> „Wenn es Öl gibt, gibt es Geld“</em>, lautete die Linie aus Budapest. Die Blockade war zuvor als politisches Druckmittel eingesetzt worden und hatte innerhalb der EU erhebliche Spannungen ausgelöst. Mehrere Mitgliedstaaten warfen Ungarn offen vor, zentrale Entscheidungen zu instrumentalisieren. Politisch bereits im Dezember beschlossen, scheiterte die Umsetzung bisher am Veto-Recht Ungarns bei EU-Haushaltsänderungen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="sJlWHJTGyp"><a href="https://www.pesterlloyd.net/druszhba-pipeline-ungarn-blockiert-90-milliarden-kredit-fuer-ukraine/">Druzhba-Pipeline: Ungarn blockiert 90-Milliarden-Kredit für Ukraine</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8220;Druzhba-Pipeline: Ungarn blockiert 90-Milliarden-Kredit für Ukraine&#8221; &#8212; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/druszhba-pipeline-ungarn-blockiert-90-milliarden-kredit-fuer-ukraine/embed/#?secret=wonC9h1INg#?secret=sJlWHJTGyp" data-secret="sJlWHJTGyp" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Signalwirkung für Kiew – und für Ungarns Machtwechsel</h2>



<p>Der ukrainische Präsident <strong>Volodymyr Zelenskyy</strong> bezeichnete die Freigabe als <em>„richtiges Signal unter den aktuellen Umständen“</em>. Unterstützung für die Ukraine und Druck auf Russland müssten Hand in Hand gehen, erklärte er. Zugleich verwies er darauf, dass Kiew selbst Verpflichtungen erfüllt habe – auch bei sensiblen Fragen wie dem Betrieb der Pipeline.</p>



<p>Die Wiederaufnahme der Lieferungen erfolgte am Mittwochmittag. Der ungarische Konzern MOL bestätigte, dass Rohöl über Belarus wieder in das System eingespeist wird. Erste Lieferungen nach Ungarn und in die Slowakei werden kurzfristig erwartet.</p>



<p>Der politische Kontext hat sich jedoch grundlegend verändert. Die Blockade fiel wenige Tage nach der Wahlniederlage Orbáns und dem Sieg von <strong>Péter Magyar</strong>. Auch wenn die alte Regierung formal noch im Amt ist, deutet die Entscheidung auf einen Übergang hin. Die bisherige Strategie, EU-Beschlüsse über Energiefragen zu verknüpfen, stößt an ihre Grenzen.</p>



<p>Währenddessen spitzt sich die energiepolitische Lage weiter zu: Russland will Lieferungen von kasachischem Öl nach Deutschland über die Druzhba-Leitung bereits ab Mai stoppen. Die EU reagiert mit Notmaßnahmen, darunter niedrigere Stromsteuern und gezielte Hilfen für Haushalte. Erste Auszahlungen aus dem Ukraine-Kredit könnten laut Kommission noch vor Juli erfolgen.</p>



<p><strong>Quellen: </strong>The Guardian, Telex.hu<br><strong>Photo: </strong>Wikipedia<br></p>
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			</item>
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		<title>Nach Explosivfund nahe Gaspipeline: Opposition erhebt False-Flag-Vorwürfe gegen Orbán</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Apr 2026 13:50:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wahl 2026]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Ákos Hadházy]]></category>
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		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[Der ungarische Wahlkampf strotz von Dramaturgie und eskalativen Wendungen. Nun ein weiteres nebul&#246;ses Event dass die Regierung vollsten auszunutzen scheint &#8211; von der Opposition komt&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der ungarische Wahlkampf strotz von Dramaturgie und eskalativen Wendungen. Nun ein weiteres nebulöses Event dass die Regierung vollsten auszunutzen scheint &#8211; von der Opposition komt Häme. </p>



<p><strong>Budapest/Belgrad.</strong> Wenige Tage vor der ungarischen Parlamentswahl hat ein sicherheitspolitischer Vorfall nahe einer zentralen Energieinfrastruktur politische Spannungen ausgelöst. Nach Angaben des serbischen Präsidenten <strong>Aleksandar Vučić</strong> wurden im Norden Serbiens, unweit einer Erweiterung der TurkStream-Gaspipeline, <em>&#8222;Sprengstoffe mit verheerender Wirkung</em>&#8220; entdeckt. Die Leitung transportiert russisches Erdgas über den Balkan nach Ungarn und weiter nach Mitteleuropa.</p>



<p>Ministerpräsident <strong>Viktor Orbán</strong> bestätigte, von Vučić informiert worden zu sein, und berief umgehend den Verteidigungsrat ein. <em>&#8222;Eine Untersuchung läuft</em>&#8222;, erklärte Orbán und sprach von einem möglichen &#8222;Sabotageakt“&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Opposition spricht von Inszenierung</h2>



<p>Der Vorfall fiel in eine Phase zunehmender politischer Polarisierung im ungarischen Wahlkampf. Oppositionsführer <strong>Péter Magyar </strong>reagierte mit scharfer Kritik und stellte die offizielle Darstellung infrage.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p> <em>&#8222;Ungarn haben allen Grund zu befürchten, dass der scheidende Ministerpräsident […] versucht, durch False-Flag-Operationen Angst zu schüren</em>&#8222;</p>
</blockquote>



<p>erklärte er und verwies auf Hinweise, wonach ein solcher Vorfall im Vorfeld erwartet worden sei, speziell nach Warnungen eines Berichts der Washigton Post. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="igYqf09wQg"><a href="https://www.pesterlloyd.net/washington-post-berichtet-ueber-mutmasslich-geplantes-scheinattentat-auf-orban/">Washington Post berichtet über mutmaßlich geplantes Scheinattentat auf Orbán</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Washington Post berichtet über mutmaßlich geplantes Scheinattentat auf Orbán&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/washington-post-berichtet-ueber-mutmasslich-geplantes-scheinattentat-auf-orban/embed/#?secret=VV4o6sSKlT#?secret=igYqf09wQg" data-secret="igYqf09wQg" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p></p>



<p>International überwiegen die Zweifel. Der Politikanalyst<strong> Mujtaba Rahman</strong> sprach von einer <em>&#8222;auffällig passenden Bedrohungslage</em>&#8222;, die geeignet sei, sicherheitspolitische Ängste zu verstärken. In Brüssel kursierten laut Einschätzungen aus diplomatischen Kreisen bereits zuvor Erwartungen, dass eine sicherheitsbezogene Eskalation als politisches Instrument im Wahlendspurt genutzt werden könnte.<br><br><em>Ungarn lässt nichts aus, wie es scheint.</em></p>


Hinweis: In diesem Beitrag ist eine Umfrage eingebunden. Bitte besuche die Website, um an dieser Beitrags-Umfrage teilzunehmen.



<h2 class="wp-block-heading">Geopolitische Spannungen und Schuldzuweisungen</h2>



<p>Die ungarische Regierung hatte in den vergangenen Monaten on-repeat vor angeblichen Bedrohungen der Energieversorgung durch die Ukraine gewarnt. Außenminister <strong>Péter Szijjárt</strong>o, selbst im Zentrum eine EU-Rats Spionageskandal &#8211; er soll vertrauliche Informationen an <strong>Sergei Lawrow</strong> weitergereicht haben &#8211; stellte auch im aktuellen Fall einen Zusammenhang her, ohne konkrete Beweise vorzulegen.</p>



<p>Die ukrainische Regierung wies jede Verbindung entschieden zurück und erklärte, es handle sich &#8222;höchstwahrscheinlich um eine russische False-Flag-Operation im Rahmen der Einflussnahme auf die ungarischen Wahlen&#8220;. Etwas, vor dem zuvor gewart worden war.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="igYqf09wQg"><a href="https://www.pesterlloyd.net/washington-post-berichtet-ueber-mutmasslich-geplantes-scheinattentat-auf-orban/">Washington Post berichtet über mutmaßlich geplantes Scheinattentat auf Orbán</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Washington Post berichtet über mutmaßlich geplantes Scheinattentat auf Orbán&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/washington-post-berichtet-ueber-mutmasslich-geplantes-scheinattentat-auf-orban/embed/#?secret=VV4o6sSKlT#?secret=igYqf09wQg" data-secret="igYqf09wQg" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p>Der Freie Abgeordnete <strong>Ákos Hadházy</strong> bezeichnete die Entwicklungen als <em>&#8222;durchsichtig&#8220;</em>, während der Investigativjournalist <strong>Szabolcs Panyi</strong> auf frühere Hinweise aus Regierungskreisen verwies, wonach ein ähnliches Szenario im Raum gestanden habe.</p>



<p>Die Ermittlungen zu Herkunft und Ziel der gefundenen Sprengstoffe dauern an, der Pester Lloyd erwartet sich jedoch keine Erhellung in einer künstlich verdunkelten, finsteren Nacht. Unabhängig überprüfen lässt sich davon nichts &#8211; wie alle Medien sind wir auf das Hörensagen der Politik angewiesen, mangels direkt verifizierbarer Informationsquellen.</p>



<p class="has-background" style="background-color:#3ec530e6"><strong>Bleiben Sie über Ungarn informiert</strong> &#8211; wir senden Ihnen monatlich einen kompakten Nachrichtenspiegel<em> &#8211; <strong><a href="https://www.pesterlloyd.net/newsletter/">Abonnieren sie unseren kostenlosen Newsletter</a></strong></em> <br><strong><br>Pester Lloyd ist ein unabhängiges Medium</strong>. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, hilft jeder Beitrag, freien Journalismus zu ermöglichen &#8211; <em><strong><a href="https://www.pesterlloyd.net/unterstutzen/">Unterstützen sie den Pester Lloyd</a></strong></em><br></p>



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<p><strong>Quellen: </strong>The Guardian<br><strong>Photo: </strong>Congressional Research Service (CRS) via U.S. Dept. of State / IHS / ESRI / ENTSOG / Bulgartransgaz.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Regierung bezichtigt Investigativen Journalist der Spionage für die Ukraine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 06:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wahl 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Fidesz]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein investigativer Journalist wird zum Staatsfeind erkl&#228;rt, w&#228;hrend die Regierung eigene Russlandverbindungen relativiert und von Ukrainischen Agenten im Inland schwadroniert. Budapest. Die ungarische Regierung hat&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Ein investigativer Journalist wird zum Staatsfeind erklärt, während die Regierung eigene Russlandverbindungen relativiert</em> und von Ukrainischen Agenten im Inland schwadroniert.</p>



<p><br><strong>Budapest.</strong> Die ungarische Regierung hat im Wahlkampf eine weitere rote Linie überschritten. Gegen den Investigativjournalisten <strong>Szabolcs Panyi</strong> werden Spionagevorwürfe erhoben &#8211; ohne belastbare Belege, dafür mit maximaler politischer Wirkung. Kritische Stimmen innerhalb der Polizei werden offen als Tisza-Sympathisaten diffamiert. Die Fidesz verfolgt im Wahlkampfentspurt eine Strategie, die von Ablenkung, Feindbildproduktion und gezielter Einschüchterung geprägt ist.</p>



<p>Viktor Orbán befindet sich in einem Wahlkampf, den seine Partei Fidesz erstmals seit Jahren nicht kontrolliert. Umfragen sehen die Opposition vorne, angeführt von Péter Magyar. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Investigativer Journalismus als Spionage diffamiert</h2>



<p>Im Zentrum steht ein Journalist, dessen Recherchen genau dort ansetzen, wo es für die Regierung gefährlich wird: bei den Beziehungen zwischen Budapest und Moskau. Panyi hatte Hinweise verfolgt, wonach Außenminister<strong> Péter Szijjártó </strong>regelmäßig vertrauliche Inhalte aus EU-Gremien mit seinem russischen Amtskollegen <strong>Sergei Lawrow </strong>teilte. Was die Regierung salopp als &#8222;Diplomatie&#8220; kommentiert, steht politisch im Raum als möglicher Loyalitätsbruch gegenüber der EU.</p>



<p>Statt diese Vorwürfe transparent aufzuklären, dreht die Regierung die Perspektive um. Plötzlich ist nicht mehr der mögliche Informationsabfluss das Problem, sondern derjenige, der ihn untersucht. Regierungschefkanzleramtsminister Gergely Gulyás erklärte öffentlich, Panyi hab<em>e &#8222;gegen sein eigenes Land spioniert&#8220;</em>. Ein Vorwurf von erheblicher Tragweite &#8211; juristisch wie politisch.</p>



<p>Diese Vorgehensweise ist in Ungarn bekannt und, so man unabhängigen Umfragen ansieht, abgenütz: Zuerst wird ein sicherheitspolitisches Bedrohungsszenario aufgebaut. Dann werden innenpolitische Gegner und kritische Journalisten darin eingebettet. Schließlich wird jede Form von Kritik als Teil eines fremdgesteuerten Netzwerks diskreditiert. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ukrainische Agenten &#8211; Überall</h2>



<p>Orbán selbst forderte öffentlich den ukrainischen Präsidenten <strong>Volodymyr Zelenskyj</strong> auf, seine <em>&#8222;Agenten aus Ungarn abzuziehen</em>&#8222;. Gleichzeitig behaupten Regierungssprecher, Oppositionskreise und sogar IT-Spezialisten stünden unter ausländischer Kontrolle.</p>



<p><strong>Besonders brisant ist dabei der Umgang mit internen Kritikern. </strong>Ein Polizeibeamter, der öffentlich Zweifel an der offiziellen Darstellung äußerte, wurde umgehend politisch diskreditiert. Regierungsnahe Stimmen stellten ihn als Oppositionsaktivisten dar. Inhaltliche Auseinandersetzung findet nicht statt &#8211; stattdessen erfolgt Delegitimierung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Einschüchterung und Diffamierung mit Methodik</h2>



<p><br>Bereits 2021 wurde bekannt, dass Panyi und andere Journalisten mit der Pegasus-Software überwacht wurden. Dass ein EU-Mitgliedsstaat investigative Recherche mit geheimdienstlichen Mitteln beantwortet, war damals ein Skandal. Jetzt ein weiterer Schritt: die direkte Kriminalisierung journalistischer Arbeit.</p>



<p>Parallel versucht die Regierung, die Deutungshoheit über das Thema <strong>Spionage</strong> wieder zu erlangen. Außenminister Szijjártó spricht von einem &#8222;operativen Gebiet&#8220; ukrainischer Geheimdienste in Ungarn. Die staatliche Nachrichtenagentur MTI verbreitet diese Narrative nahezu ungebrochen weiter. Die eigentliche Frage <em>&#8211; warum ein ungarischer Minister vertrauliche EU-Inhalte mit Russland teilt</em> &#8211; verschwindet aus der öffentlichen Debatte.</p>



<p>Die offene Beschuldigung eines Journalisten der Spionage innerhalb der Europäischen Union ist ein Vorgang, der bislang autoritären Systemen vorbehalten war. Panyi selbst formulierte es nüchtern: <em>Solche Vorwürfe kenne man eher aus Russland oder Belarus.</em></p>



<p>Die Regierung Orbán bedient sich im für sie existentiellen Wahlkampf ohne Tabu sittenwidrige und illegale Methoden. </p>



<p>Die Macht Orbáns steht erstmals ernsthaft zur Disposition &#8211; Die Kriminalisierung von Panyis Arbeit ist Ausdruck politischer Defensive &#8211; und zugleich ein hastiger Versuch, die Spielregeln zu verändern, bevor die Wähler am 12. April entscheiden.</p>



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<p><strong>Quellen: </strong>The Guardian, Reuters, MTI.hu<br><strong>Photo: </strong>Szabolcs Panyi, von seinem öffentlichen Facebook Profile</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Fidesz mobilisiert zum Nationalfeiertag &#8211; Orbán attackiert Ukraine und beschwört nationale Souveränität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 14:14:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wahl 2026]]></category>
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		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[Krieg als Drohkulisse und Frieden als Versprechung &#8211; die Stimmung 27 Tage vor der Wahl ist gespalten und wird beiderseits als bedrohlich empfunden. Budapest. Vier&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Krieg als Drohkulisse und Frieden als Versprechung &#8211; die Stimmung 27 Tage vor der Wahl ist gespalten und wird beiderseits als bedrohlich empfunden.</em></p>



<p><strong>Budapest. </strong>Vier Wochen vor der Parlamentswahl am 12. April nutzte die Regierung den Nationalfeiertag für ihre wichtigste politische Demonstration. Der sogenannte <em>Békemenet</em> zog am Sonntag vom Margaretenbrückenkopf über den <em>Nagykörút</em> zum <em>Kossuth tér</em> vor dem Parlament. Fahnen, Slogans gegen den Krieg und die bekannte Botschaft der Regierung: Ungarn verteidigt Frieden und nationale Souveränität gegen Brüssel &amp; Kyiv. Die Opposition lädt zur Gegenkundgebung.</p>



<p>Am Budaer Ende der Margaretenbrücke sammelten sich am Vormittag die Teilnehmer des &#8222;Friedensmarsches&#8220;. Von dort zog der Demonstrationszug über den Sankt-Stephans-Boulevard Richtung Parlament. Transparente mit Aufschriften wie &#8222;Békemenet&#8220; und &#8222;We won&#8217;t be Ukraine&#8217;s colony&#8220; prägten das Bild. </p>



<p>Organisiert wurde der Marsch erneut von der regierungsnahen Stiftung <strong>COF-CÖKA</strong>. Wie Orf.at berichtet  wurden Unterstützer wieder mit Bussen landesweit mobilisiert. An der Spitze liefen Funktionäre der Organisation sowie mehrere Regierungsmitglieder. Unter den Teilnehmern befanden sich EU-Minister <strong>János Bóka</strong>, Landwirtschaftsminister <strong>István Nagy</strong>, Außenstaatssekretär <strong>Levente Magyar</strong>, Fidesz-Kommunikationsdirektor <strong>Tamás Menczer</strong> und Europaabgeordneter<strong> Tamás Deutsch</strong>.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="uSHic2gvhS"><a href="https://www.pesterlloyd.net/bezahlt-marschieren-fuer-orban-fidesz-lockte-unterstuetzer-mit-gutscheinen-und-gratisreisen-zum-friedensmarsch/">Bezahlt marschieren für Orbán? &#8211; Fidesz lockte Unterstützer mit Gutscheinen und Gratisreisen zum &#8222;Friedensmarsch&#8220;</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Bezahlt marschieren für Orbán? &#8211; Fidesz lockte Unterstützer mit Gutscheinen und Gratisreisen zum &#8222;Friedensmarsch&#8220;&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/bezahlt-marschieren-fuer-orban-fidesz-lockte-unterstuetzer-mit-gutscheinen-und-gratisreisen-zum-friedensmarsch/embed/#?secret=czVUebkMfE#?secret=uSHic2gvhS" data-secret="uSHic2gvhS" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p>Der Zug endete auf dem <em>Kossuth tér </em>vor dem Parlament, wo Ministerpräsident<strong> Viktor Orbán</strong> seine Rede zum Nationalfeiertag hielt.</p>



<p>Der politische Ton war bereits am Vorabend gesetzt worden. In einem offenen Brief an den ehemaligen ukrainischen Präsidenten <strong>Viktor Juschtschenko </strong>formulierte Orbán eine direkte Warnung an Kyiv.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Wir Ungarn waren immer eine Nation der Freiheitskämpfer, durchgehend in unserer tausendjährigen Geschichte, und werden immer so bleiben.&#8220; </p>
</blockquote>


Hinweis: In diesem Beitrag ist eine Umfrage eingebunden. Bitte besuche die Website, um an dieser Beitrags-Umfrage teilzunehmen.



<p>Dann folgte die zentrale Passage des Briefes:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Bitte warnt euren Präsidenten: Hände weg von Ungarn! Ungarn sind freie Menschen.&#8220;</p>
</blockquote>



<p>Orbán stellte zugleich klar, dass Ungarn nicht in den Krieg hineingezogen werden dürfe.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Wir werden weder Geld, Waffen noch Soldaten in euren Krieg schicken,&#8220;</p>
</blockquote>



<p>Der Ministerpräsident verwies in seinem Schreiben auf den Streit über Minderheitenrechte in Transkarpatien. Ungarn habe ukrainische Flüchtlinge aufgenommen und ukrainischsprachige Schulen eingerichtet. Gleichzeitig kritisierte er, die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine seien heute enger als früher.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="iI9QKv41BL"><a href="https://www.pesterlloyd.net/orban-stilisiert-den-ukraine-krieg-zur-schicksalsfrage-ungarns/">Orbán stilisiert den Ukraine-Krieg zur Schicksalsfrage Ungarns</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Orbán stilisiert den Ukraine-Krieg zur Schicksalsfrage Ungarns&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/orban-stilisiert-den-ukraine-krieg-zur-schicksalsfrage-ungarns/embed/#?secret=VFx1ZHPY4F#?secret=iI9QKv41BL" data-secret="iI9QKv41BL" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p>Orbán argumentiert seit Monaten, Europa habe sich mit seiner Kriegs- und Sanktionspolitik selbst in eine wirtschaftliche Krise manövriert. Ungarn müsse deshalb politischen Spielraum bewahren und eigene Interessen verteidigen. <a href="https://www.pesterlloyd.net/orban-warnt-eu-vor-vergeltung-durch-russland-streit-um-russische-vermoegen/" data-type="post" data-id="3276"><em> Interessen die sich scheinbar mit denen Russlands überschneiden. </em></a></p>



<p>Die Regierung verbindet diese Linie im Wahlkampf mit dem historischen Bezug zum Nationalfeiertag. Kanzleramtsminister <strong>Gergely Gulyás</strong> erklärte am Vortag der Feierlichkeiten, Ungarn müsse seine Freiheit und Unabhängigkeit auch heute gegen äußeren Druck verteidigen.</p>



<p>Der 15. März wurde damit erneut zu einer Bühne politischer Mobilisierung.</p>


Hinweis: In diesem Beitrag ist eine Umfrage eingebunden. Bitte besuche die Website, um an dieser Beitrags-Umfrage teilzunehmen.



<h2 class="wp-block-heading">Aufbruchstimmung bei der Opposition</h2>



<p>Auch die Opposition griff die Symbolik des Tages auf. Budapests Bürgermeister <strong>Gergely Karácsony </strong>erklärte in einer Videobotschaft am Morgen des Feiertags:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Bei der Parlamentswahl im April können wir die die Geschichte einer Wiederentdeckung der Ideale von 1848 einleiten&#8220;</p>
</blockquote>



<p>Karácsony erinnerte an die Forderungen der Revolutionäre nach Pressefreiheit, politischer Verantwortung und Gleichheit vor dem Gesetz.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Was verlangt die Ungarische Nation? Lasst in Frieden, Freiheit und Einigkeit sein&#8220;</p>
</blockquote>



<p>Für die Regierung verkörpert der 15. März nationale Souveränität und Widerstand gegen äußeren Druck. Für die Opposition bleibt er ein Symbol für demokratische Rechte und institutionelle Freiheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Magyar setzt auf Mobilisierung am Heldenplatz</h2>



<p>Parallel zum &#8222;Friedensmarsch&#8220; der Regierung zog Oppositionsführer <strong>Péter Magyar</strong> mit seinen Anhängern durch das Stadtzentrum zum Heldenplatz. Dort hält der Vorsitzende der TISZA-Partei eine Rede vor mehreren zehntausend Teilnehmern. Die Kundgebung wurde als Gegenbild zur Fidesz-Mobilisierung inszeniert &#8211; mit dem Anspruch, den politischen Machtwechsel bei der Wahl am 12. April einzuleiten.</p>



<p>Magyar setzt dabei bewusst auf die Symbolik des Nationalfeiertags. Auch seine Bewegung knüpft rhetorisch an die Revolution von 1848 an, allerdings mit einem deutlich anderen politischen Akzent: <strong><em>demokratische Institutionen, Rechtsstaatlichkeit und ein Ende der seit 16 Jahren regierenden Fidesz-Mehrheit.</em></strong><br><br>Für beide Lager fungiert der 15. März damit als öffentliches Kräftemessen im Wahlkampf &#8211; und als Gradmesser, mit welcher Mobilisierung sie in die letzten Wochen vor der Wahl gehen. <br><br>Die Wahl am 12. April entscheidet, welche Interpretation in Ungarn politisch trägt.</p>



<p><strong>Quellen:</strong> MTI.hu, Facebook-Beiträge von Viktor Orbán und Gergely Karácsony<br><strong>Photo: </strong>MTI / Szilárd Koszticsák</p>
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			</item>
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		<title>Ungarn beschlagnahmt Geldtransporter und nimmt sieben Ukrainer fest</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion international]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 12:19:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Andrii Sybiha]]></category>
		<category><![CDATA[Druzhba]]></category>
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					<description><![CDATA[Kaum ein Tag vergeht derzeit ohne einen neuen Eklat zwischen Ungarn und der Ukraine. Nun wurden sieben Ukrainer festgenommen sowie rund 62 Millionen Euro und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Kaum ein Tag vergeht derzeit ohne einen neuen Eklat zwischen Ungarn und der Ukraine. Nun wurden sieben Ukrainer festgenommen sowie rund 62 Millionen Euro und 9 Kilogramm Gold beschlagnahmt. Kyiv spricht von einer staatlichen &#8222;Geiselnahme&#8220;.</em></p>



<p><strong>Budapest/Kyiv.</strong> Ungarische Behörden haben sieben ukrainische Staatsbürger festgenommen und zwei gepanzerte Geldtransporter beschlagnahmt, die von Österreich in Richtung Ukraine unterwegs waren. Wie die ungarische Steuerbehörde bestätigte, laufen strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche. Der Vorfall verschärft eine im Wahlkampf massiv eskalierte politische Lage zwischen Budapest und Kyiv. Mittlerweile wurden die Festgenommenen wieder Freigelassen.</p>



<p><strong>Update 08.03</strong> Der Vorstand der ukrainischen Zentralbank <strong>Andryj Pyschnyj</strong> erklärte dass mittlerweile die 7 Personen an die Ukraine übergeben worden seien, die Wertsachen aber immernoch einbehalten werden. Er spricht von einer <em>&#8222;Unfassbaren Situation&#8220;</em> und Kyiv arbeite daran die ausständigen Millionen sowie das Gold schnellstmöglich zurückzuerhalten.<br><br><strong>Udpate 09.03</strong> Die Raiffeisen International (RBI) in Wien war scheinbar der Ausgangspunkt des Konvois. Der Ukrainische Nationalbankgoverneur Andryj Pyschnyj bestätigt dass die selbe Route mehrmals im Jahr verwendet wird. Es handle sich dabei um eine Routineverschiebung von Werten der Ukrainischen Nationalbank und sei mit Österreich abgestimmt &#8211; die Intervention Ungarns entbehre jeder Rechtfertigung und sei illegal.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ermittlungen und beschlagnahmte Werte</h2>



<p>Nach Angaben der ungarischen Steuerbehörde wurden die sieben Personen im Zusammenhang mit einem Konvoi festgenommen, der Bargeld und Wertgegenstände transportierte. In den beiden gepanzerten Fahrzeugen befanden sich laut der ukrainischen Staatsbank <strong>Oschadbank</strong> rund 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro sowie neun Kilogramm Gold.</p>



<p>Die Transporte hätten nach Darstellung der Bank im Rahmen regulärer Dienstleistungen zwischen staatlichen Finanzinstituten stattgefunden. GPS-Daten der Fahrzeuge deuteten darauf hin, dass sich diese zeitweise im Zentrum von Budapest in der Nähe einer ungarischen Strafverfolgungsbehörde befanden.</p>



<p>Die ungarische Steuerbehörde teilte mit, dass gegen die Beteiligten ein Verfahren wegen des Verdachts auf Geldwäsche eingeleitet wurde. Ungarischen Medien zufolge soll sich unter den Festgenommenen auch ein ehemaliger General der ukrainischen Geheimdienste befinden.</p>



<p>Nach Angaben der Behörde seien die ukrainischen Konsularbehörden über den Vorgang informiert worden. Eine Antwort ist ausständig.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><br>Scharfe Reaktionen aus Kyiv </h2>



<p>Die Festnahmen lösten umgehend Proteste in der Ukraine aus. Außenminister <strong>Andrii Sybiha</strong> erklärte, ungarische Behörden hätten sieben Mitarbeiter der staatlichen Bank festgesetzt und deren Aufenthaltsort sei zunächst unklar gewesen. Kiew forderte eine sofortige Freilassung der Betroffenen und kündigte an, den Vorgang auf europäischer Ebene anzusprechen.</p>



<p>Das ukrainische Außenministerium riet seinen Bürgern zudem vorerst von Reisen nach Ungarn ab. Begründet wurde dies mit der angeblichen Unmöglichkeit, ihre Sicherheit angesichts<em> &#8222;willkürlicher Maßnahmen der ungarischen Behörden&#8220;</em> zu gewährleisten.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Heute in Budapest haben die ungarischen Behörden sieben ukrainische Staatsbürger als Geiseln genommen“</p>
</blockquote>



<p>Schreibt Andrij Sybiha auf X &#8211; die Verwendete Sprache lässt erahnen wie heikel die Situation zwischen Ungarn und der Ukraine mittlerweile ist. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="Qy3GpGbvSe"><a href="https://www.pesterlloyd.net/fidesz-kriegs-wahlkampf-eskaliert-den-streit-mit-kyiv-auf-beiden-seiten/">Zelensky droht polemisch: Fidesz Kriegs-Wahlkampf eskaliert den Streit mit Kyiv</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Zelensky droht polemisch: Fidesz Kriegs-Wahlkampf eskaliert den Streit mit Kyiv&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/fidesz-kriegs-wahlkampf-eskaliert-den-streit-mit-kyiv-auf-beiden-seiten/embed/#?secret=EBLrauQwJE#?secret=Qy3GpGbvSe" data-secret="Qy3GpGbvSe" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Eskalation im Wahlkampf</h2>



<p>Streitpunkt ist unter anderem die Unterbrechung von Öllieferungen über die <strong>Druzhba-Pipeline</strong>, die russisches Rohöl nach Ungarn und in die Slowakei transportiert.</p>



<p>Ministerpräsident <strong>Viktor Orbán</strong> erklärte im ungarischen Staatsradio, sein Land werde notfalls Maßnahmen ergreifen, um eine Wiederaufnahme der Öltransporte zu erreichen. Zugleich deutete er an, dass Ungarn Lieferungen, die für die Ukraine bestimmt sind und über sein Territorium laufen, stoppen könnte.<br><br>Die Festsetzung der 7 Ukrainer sowie die vorläufige Beschlagnahmung der transportierten Werte gießt nun weiter Öl ins Feuer.</p>



<p><strong>Quellen:</strong> The Guardian, Ö1 Magazin<br><strong>Photo:</strong> Ungarn und die Ukraine, Wikicommons</p>
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		<title>Zelensky droht polemisch: Fidesz Kriegs-Wahlkampf eskaliert den Streit mit Kyiv</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 06:34:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wahl 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Druzhba]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
		<category><![CDATA[Volodymyr Zelensky]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein missgl&#252;ckter polemischer Satz Zelenskys wird von Szijjarto zur &#8222;Todesdrohung&#8220; aufgeblasen &#8211; die Regierung eskaliert den Konflikt mitten im Wahlkampf und instrumentalisiert den Krieg &#8211;&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Ein missglückter polemischer Satz Zelenskys wird von Szijjarto zur &#8222;Todesdrohung&#8220; aufgeblasen &#8211; die Regierung eskaliert den Konflikt mitten im Wahlkampf und instrumentalisiert den Krieg &#8211; mit außenpolitischen Folgen.</em></p>



<p><strong>Budapest/Kyiv.</strong> Ein unbedachter Satz des ukrainischen Präsidenten genügte &#8211; und Budapest verwandelte ihn in eine Staatsaffäre. <strong>Volodymyr Zelensky</strong> hatte nach einer Regierungssitzung erklärt, man hoffe, dass<em> &#8222;eine Person in der Europäischen Union&#8220;</em> den EU-Kredit für die Ukraine über rund 90 Milliarden Euro nicht weiter blockiere. Andernfalls würden ukrainische Soldaten <em>&#8222;ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache sprechen&#8220;.</em></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Wir hoffen, dass eine Person in der Europäischen Union die 90 Milliarden Euro nicht blockieren wird und die ukrainischen Kämpfer Waffen bekommen, andernfalls geben wir die Adresse dieser Person unseren Jungs weiter, auf dass sie ihn anrufen und mit ihm in ihrer Sprache reden&#8220;.</p>
</blockquote>



<p>Gemeint war <strong>Viktor Orbán</strong>, <a href="https://www.pesterlloyd.net/druszhba-pipeline-ungarn-blockiert-90-milliarden-kredit-fuer-ukraine/" data-type="post" data-id="4064">dessen Regierung das Paket blockiert.</a></p>



<p>Diplomatisch ist die Formulierung zweifellos unerquicklich. Was daraus in Budapest gemacht wurde, gehört jedoch in eine andere Kategorie.</p>



<p>Außenminister Péter Szijjártó erklärte öffentlich, Zelensky habe eine <strong><em>&#8222;Todesdrohung&#8220;</em></strong> gegen den ungarischen Ministerpräsidenten ausgesprochen. Orbán selbst griff die Darstellung sofort auf und sprach von einer &#8222;<em>lebensbedrohlichen Drohung&#8220;.</em></p>



<p>Der Außenminister formulierte es so:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Es ist eine völlig neue Situation in Europa, dass der Präsident eines europäischen Landes dem Premier eines NATO- und EU-Staates mit Tod oder Mord droht.&#8220;</p>
</blockquote>



<p>Der tatsächliche Wortlaut der Äußerung gibt diese Interpretation nicht her. Auch Zelensky ist auf innepolitischen Populismus angewiesen &#8211; die Stimmung in der Ukraine gegenüber Orbáns Blockadepolitik ist selbstredend schlecht, eine sarkastische Äußerung wie diese gibt ihm Rückhalt im Inneren. </p>



<p>Von einer ernstgemeinten Todesdrohung zu sprechen ist ähnlich wie <em>&#8222;Schiri, wir wissen wo dein Auto steht&#8220;</em> als eine gefährliche Drohung darzustellen: nicht seriös. <br><br>Politisch passt sie jedoch perfekt in die Dramaturgie des ungarischen Wahlkampfs.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading">Wahlkampf mit Außenpolitik</h2>



<p>Seit Monaten stellt Orbáns Regierung den Ukrainekrieg in den Mittelpunkt ihrer Kampagne. Die Botschaft ist simpel: Ungarn stehe für Frieden &#8211; während Brüssel, Kyiv und die ungarische Opposition das Land in den Krieg treiben wollten.</p>



<p>Der Streit um die Pipeline Druzhba liefert nun den passenden Anlass. Nachdem ein russischer Drohnenangriff eine Pumpstation auf ukrainischem Gebiet beschädigte, wurde der Transit unterbrochen. Budapest spricht von einer politischen Ölblockade, Kyiv von Kriegsschäden und laufenden Reparaturen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="EDq6zO9NJp"><a href="https://www.pesterlloyd.net/druzhba-als-wahlkampfwaffe-orban-behauptet-erpressung-kvivs-und-koppelt-eu-hilfe-an-russisches-oel/">Druzhba als Wahlkampfwaffe: Orbán behauptet Erpressung Kyivs und koppelt EU-Hilfe an russisches Öl</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Druzhba als Wahlkampfwaffe: Orbán behauptet Erpressung Kyivs und koppelt EU-Hilfe an russisches Öl&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/druzhba-als-wahlkampfwaffe-orban-behauptet-erpressung-kvivs-und-koppelt-eu-hilfe-an-russisches-oel/embed/#?secret=5OdT7qe254#?secret=EDq6zO9NJp" data-secret="EDq6zO9NJp" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p>Die technische Frage wird so zur politischen Erzählung: Ungarn als Opfer ukrainischer Erpressung.</p>



<p>Der Konflikt fügt sich in eine ohnehin vergiftete Beziehung ein. Minderheitenpolitik in Transkarpatien, Spionagevorwürfe, diplomatische Ausweisungen und zuletzt sogar gegenseitige Beschuldigungen über Drohnenflüge haben das Verhältnis über Jahre belastet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Magyars Balanceakt</h2>



<p>Oppositionsführer Péter Magyar reagierte sofort &#8211; allerdings mit einer deutlich anderen Tonlage.</p>



<p>Der Vorsitzende der Tisza-Partei verurteilte Zelenskys Aussage zwar ebenfalls, vermied jedoch jede dramatische Zuspitzung. Kein ausländischer Staatschef dürfe Ungarn bedrohen, erklärte er &#8211; weder Zelensky noch Putin.</p>



<p>Die Botschaft ist strategisch kalkuliert: Magyar versucht, zwei Wählergruppen gleichzeitig anzusprechen: jene, die der Ukraine skeptisch gegenüberstehen, und jene, die Orbáns demonstrative Nähe zu Moskau ablehnen.</p>



<p>Orbán müsse abgewählt werden, erklärte er, weil seine Politik Ungarn ständig in Konflikte treibe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zerschlagenes Porzellan</h2>



<p>Die kurzfristige Empörung über Zelenskys Bemerkung dürfte rasch abklingen. Der Schaden für die Beziehungen zwischen beiden Ländern ist aber zumindest in der Bevölkerung anhaltend angekommen &#8211; Jahrelange Propaganda haben zu Misstrauen geführt. </p>



<p>Ungarn ist für die Ukraine ein wichtiger Energie- und Transitpartner. Beide Länder teilen eine Grenze, eine Minderheitenfrage &#8211; und einen Krieg unmittelbar vor der Haustür.</p>



<p>Die ungarische Regierung unter Obán scheint aber vordergründig nicht interessiert zu sein, die Beziehungen zu bessern &#8211; der innenpolitische Hebel erscheint ihr funktionaler. </p>



<p>Sollte Orbáns Regierung die Wahl verlieren, wird eine mögliche Nachfolgeregierung nicht nur wirtschaftliche und institutionelle Probleme erben. Sie müsste auch ein Verhältnis zu Kyiv reparieren, das derzeit vor allem aus gegenseitigen Beschuldigungen besteht.</p>



<p>Diplomaten nennen so etwas <em>zerschlagenes Porzellan.</em></p>



<p><a href="https://www.pesterlloyd.net/wahl-2026/" data-type="page" data-id="3920"><em>Alle Artikel zur Wahl 2026</em></a></p>



<p><em>Gefällt ihnen unsere Berichterstattung? Wir geben unser Bestes als kleine und unabhängige Redaktion. Unsere freiwilligen Abonnenten machen es möglich &#8211; <a href="https://www.pesterlloyd.net/unterstutzen/" data-type="page" data-id="1174">Unterstützen sie den Pester Lloyd</a> &#8211; wir sind darauf angewiesen!</em></p>



<p><strong>Quellen:</strong> MTI.hu, RP-Online, Kyiv Independent<br><strong>Photo:</strong> eigene Collage</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ungarns Waffenschmieden rüsten die Ukraine auf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion international]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2026 21:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[W&#228;hrend Ungarn die Ukraine rhetorisch als Gegner darstellt, verkn&#252;pfen neue Industrieallianzen Ungarns R&#252;stungssektor mit Unternehmen, die zentrale Lieferanten der ukrainischen Streitkr&#228;fte sind. Budapest/Zalaegerszeg/Kyiv. Die ungarische&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Während Ungarn die Ukraine rhetorisch als Gegner darstellt, verknüpfen neue Industrieallianzen Ungarns Rüstungssektor mit Unternehmen, die zentrale Lieferanten der ukrainischen Streitkräfte sind.</em></p>



<p><strong>Budapest/Zalaegerszeg/Kyiv.</strong> Die ungarische Regierung inszeniert sich seit Beginn des Ukrainekrieges als scharfer Kritiker Kyivs. <a href="https://www.pesterlloyd.net/orban-stilisiert-den-ukraine-krieg-zur-schicksalsfrage-ungarns/">Ministerpräsident Viktor Orbán hat den Ukrainekrieg zur Schicksalsfrage Ungarns erklärt. </a>Hinter den Kulissen gibt es eine andere Realität: zentrale Akteure der ungarischen Rüstungsindustrie kooperieren mit internationalen Unternehmen, die unmittelbar an der Aufrüstung der ukrainischen Armee beteiligt sind.</p>



<p>Ausgangspunkt dieser Konstellation ist eine Reihe von Vereinbarungen der<strong> 4iG Űr és Védelmi Technológiák Zrt</strong>. mit internationalen Rüstungsunternehmen. <a href="https://atlatszo.hu/vilagterkep/2026/03/05/az-ukran-hadero-beszallitoival-szovetkezik-a-ner-kedvenc-hadiipari-cege/" data-type="link" data-id="https://atlatszo.hu/vilagterkep/2026/03/05/az-ukran-hadero-beszallitoival-szovetkezik-a-ner-kedvenc-hadiipari-cege/" target="_blank" rel="noopener">Wie das Investigativportal <em>Átlátszó</em> berichtet</a>, gehören dazu neben dem US-Konzern <strong>Lockheed Martin</strong> und dem türkischen Hersteller <strong>Nurol Makina</strong> auch die tschechische <strong>Czechoslovak Group (CSG)</strong> sowie deren Tochterunternehmen <strong>Tatra Trucks</strong>. Letztere erwarb im Zuge dieser Kooperation einen Anteil von 37 Prozent an der traditionsreichen ungarischen<strong> Rába Nyrt</strong>., einem der letzten bedeutenden Rüstungsbetriebe mit ungarischer Geschichte.</p>



<p>Ministerpräsident Orbán bezeichnete die Kooperation öffentlich als Teil einer <em>&#8222;umfassenden geopolitischen Strategie&#8220;</em>. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Privatisierung der Rüstungsindustrie</h2>



<p>Die neuen Eigentümerstrukturen sind Ergebnis einer weitreichenden Privatisierungswelle im ungarischen Verteidigungssektor. Das Verteidigungsministerium hatte bereits im vergangenen Jahr große Teile der verbliebenen staatlichen Rüstungsindustrie verkauft.</p>



<p>Zunächst gingen Anteile des tschechischen Flugzeugherstellers <strong>Aero Vodochody</strong> an Investoren aus dem Umfeld des MOL-Konzerns sowie an ein Unternehmen von <strong>Árpád Habony</strong>. Danach folgte ein weit größerer Schritt: Die inzwischen stark gewachsene Unternehmensgruppe 4iG übernahm die Mehrheitsbeteiligung an der staatlichen Holding<strong> N7</strong>, die zuvor zentrale Rüstungsunternehmen verwaltet hatte.</p>



<p>Auch die traditionsreiche Lastwagenfabrik Rába blieb zunächst im Staatsbesitz, wurde jedoch wenige Monate später ebenfalls mehrheitlich von 4iG übernommen. Mit dem Einstieg der Czechoslovak Group ist der ausländische Einfluss weiter gewachsen.<br><br>Der deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall hält über ein Viertel der Aktien von 4iG und zählt damit zu den wichtigsten ausländischen Akteuren im ungarischen Verteidigungssektor.</p>



<p>Im regionalen Vergleich ist diese Struktur ungewöhnlich: Staaten wie Rumänien, die Slowakei oder Bulgarien haben ihre großen Waffenhersteller weitgehend in staatlicher Hand behalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Regierungsrethorik clasht mit der Realität</h2>



<p>Die Czechoslovak Group, die nun an der ungarischen Rüstungsindustrie beteiligt ist, zählt zu den wichtigsten Lieferanten der ukrainischen Streitkräfte. Nach Angaben des Unternehmens war die Ukraine im Jahr 2025 der größte Absatzmarkt der Gruppe. Mehr als ein Viertel der Einnahmen stammte aus ukrainischen Militärbestellungen.</p>



<p>Auch Tatra Trucks, ebenfalls Teil der CSG-Gruppe, ist seit Jahren ein wichtiger Lieferant für die ukrainischen Streitkräfte. Das türkische Unternehmen Nurol Makina lieferte laut eigenen Angaben Schutzplatten und persönliche Schutzausrüstung.</p>



<p>Rheinmetall, der wichtigste ausländische Investor im ungarischen Verteidigungssektor, baut derzeit Produktionskapazitäten in der Ukraine auf und arbeitet dort in Joint Ventures mit staatlichen Rüstungsunternehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Lynx</h2>



<p>In <strong>Zalaegerszeg</strong> produziert Rheinmetall seit 2023 den Schützenpanzer <em>Lynx</em>. Das Werk gehörte ursprünglich zu gleichen Teilen dem ungarischen Staat und dem deutschen Konzern, später wurde der staatliche Anteil ebenfalls an 4iG übertragen.</p>



<p>Laut einem Bericht des regierungsnahen englischsprachigen Magazins <em>Hungarian Conservative</em> wurde eines dieser Fahrzeuge 2024 zur Erprobung in die Ukraine geliefert. Nach den Tests habe sich das ukrainische Militär für das Modell als zukünftige Plattform entschieden.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="HFp5Xizj0n"><a href="https://www.pesterlloyd.net/druzhba-als-wahlkampfwaffe-orban-behauptet-erpressung-kvivs-und-koppelt-eu-hilfe-an-russisches-oel/">Druzhba als Wahlkampfwaffe: Orbán behauptet Erpressung Kyivs und koppelt EU-Hilfe an russisches Öl</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Druzhba als Wahlkampfwaffe: Orbán behauptet Erpressung Kyivs und koppelt EU-Hilfe an russisches Öl&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/druzhba-als-wahlkampfwaffe-orban-behauptet-erpressung-kvivs-und-koppelt-eu-hilfe-an-russisches-oel/embed/#?secret=a3O1VlSgDZ#?secret=HFp5Xizj0n" data-secret="HFp5Xizj0n" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Warum ist das interessant?</h2>



<p>Die im Wahlkampf 2026 vorherrschende Strategie der regierenden Fidesz Partei ist es, eine unmittelbare Kriegsbeteiligung Ungarns in der Ukraine als Drohgespenst aufzubauen. Bereits im letzten Wahlkampf wurde damit ein Umfragetief überwunden und die Wahl gewonnen &#8211; die Opposition erfolgreich auf Plakatwäldern als Kriegtstreiber inszeniert.<br><br>Die besonders in den Ukrainekrieg verwobene ungarische Rüstungsindustrie steht dazu im deutlichen Widerspruch: es zeigt, dass die Rhetorik der ungarischen Regierung vorwiegend Symbolpolitik und Stimmungsmache ist und als Instrument im Wahlkampf diehnt &#8211; weniger ernstgemeinte Politik ist: <em>Wenn Ungarn dem vorgeblichen Feind Ungarns Waffen liefert und seine Rüstungsindustrie in die Kriegswirtschaft dieses vorgeblichen Feindes integriert, kann das kein wirklicher Feind sein. </em></p>



<p><strong>Quellen:</strong> atlatszo.hu<br><strong>Photo:</strong> KI-generiert</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Orbán stilisiert den Ukraine-Krieg zur Schicksalsfrage Ungarns &#8211; Analyse</title>
		<link>https://www.pesterlloyd.net/orban-stilisiert-den-ukraine-krieg-zur-schicksalsfrage-ungarns/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Feb 2026 16:40:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wahl 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
		<category><![CDATA[Volodymyr Zelensky]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie Fidesz die Angst vor einer Verwicklung in der Ukraine systematisch zum zentralen Narrativ der Wahl 2026 formt Budapest. Der Wahlkampf der Regierungspartei Fidesz hat&#8230;]]></description>
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<p><em>Wie Fidesz die Angst vor einer Verwicklung in der Ukraine systematisch zum zentralen Narrativ der Wahl 2026 formt</em></p>



<p><strong>Budapest. </strong>Der Wahlkampf der Regierungspartei Fidesz hat sein Thema gefunden. Nach Monaten diffuser Angriffe auf &#8222;Brüssel&#8220;, Genderpolitik, Migration oder internationale Finanzinteressen kristallisiert sich nun eine klare Botschaft heraus: Ungarn steht angeblich am Rand eines Krieges &#8211; und nur <strong>Viktor Orbán</strong> könne das Land davor bewahren, hineingezogen zu werden.</p>



<p>Diese Fokussierung ist kein Nebengeräusch. Sie ist orchestriert.</p>



<p>Ein Blick auf die jüngsten Verlautbarungen der staatlichen Nachrichtenagentur MTI genügt. Kaum ein Tag vergeht ohne neue Warnung vor militärischer Eskalation, ohne Verweis auf angebliche Kriegspläne der EU oder der Opposition. Die Tonlage ist apokalyptisch, die Argumentationsstruktur schlicht: Wer nicht Fidesz wählt, riskiert Krieg.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-dominant-color="dddcdc" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #dddcdc;" decoding="async" width="660" height="800" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2026/02/grafik-9.webp" alt="" class="wp-image-4139 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2026/02/grafik-9.webp 660w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2026/02/grafik-9-248x300.webp 248w" sizes="(max-width: 660px) 100vw, 660px" /><figcaption class="wp-element-caption">Selbst Russlands Verteidigungsministerium schafft es zu einer MTI Meldung zu kommen. Der Krieg wurde zum Hauptthema der Fidesz auserkoren. Screenshot MTI.hu</figcaption></figure>



<p>Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Sukoró erklärte Ministerpräsident <strong>Viktor Orbán,</strong> Ungarn brauche eine Regierung, <em>&#8222;die Nein sagen kann &#8211; wenn wir gedrängt werden, unser Geld der Ukraine zu geben oder gemeinsam einen Kredit aufzunehmen, der am Ende zur Stationierung von Truppen in der Ukraine führt&#8220;</em>. Die Opposition werde &#8222;uns in den Krieg drängen&#8220; und &#8222;unser Geld nach Ukraine schicken&#8220;.</p>



<p>Adressat dieser Angriffe ist vor allem die Partei Tisza unter <strong>Péter Magyar</strong>, die in aktuellen Umfragen und Prognosemärkten deutlich vor Fidesz liegt. Internationale Wettplattformen wie Polymarket sehen &#8211; Stand dieser Woche &#8211; einen komfortablen Vorsprung für Tisza.<br><br><em>Die Regierungspartei reagiert mit maximaler Polarisierung.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-dominant-color="f7f8f7" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #f7f8f7;" decoding="async" width="881" height="582" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2026/02/Polymarket_Ungarn_Magyar_Orban_Februar25.webp" alt="" class="wp-image-4140 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2026/02/Polymarket_Ungarn_Magyar_Orban_Februar25.webp 881w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2026/02/Polymarket_Ungarn_Magyar_Orban_Februar25-300x198.webp 300w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2026/02/Polymarket_Ungarn_Magyar_Orban_Februar25-768x507.webp 768w" sizes="(max-width: 881px) 100vw, 881px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem freien Prediction-Market Polymarket klafft stand heute ein großer Erwartungswert Rückstand für Viktor Orbán. </figcaption></figure>



<p>Die strategische Verschiebung ist deutlich. Noch vor wenigen Monaten dominierte eine breite Anti-EU-Rhetorik, flankiert von innenpolitischen Kulturkampfthemen. Nun wird die Opposition systematisch als ukrainisch gesteuert oder zumindest als verlängerter Arm einer &#8222;Kriegskoalition&#8220; in Brüssel dargestellt. Fidesz-Europaparlamentarier <strong>Csaba Dömötör</strong> sprach in Brüssel von einer <em>&#8222;Resolution zur Fortsetzung des Krieges&#8220;</em>, getragen von einer &#8222;Großkoalition&#8220;, der auch Tisza angehöre. Die EU plane höhere Militärausgaben, Angriffe auf russische Infrastruktur und ein vollständiges Energieembargo &#8211; Maßnahmen, die Ungarn ruinieren würden.</p>



<p>Parallel inszeniert sich Orbán selbst als Friedensapostel. Seine Auftritte schwanken zwischen geopolitischem Pragmatismus und fast esoterischer Symbolik, wenn er von der <em>&#8222;Kraft der Liebe&#8220;</em> als politischem Prinzip spricht. Die Botschaft bleibt jedoch konstant: Ungarn dürfe sich nicht hineinziehen lassen.</p>



<p>Diese Dramaturgie ist nicht neu. Bereits 2022 gewann Fidesz mit dem Vorwurf, die Opposition wolle Waffen liefern und Ungarn in den Krieg führen. Die damalige Kampagne funktionierte. Ob sie 2026 erneut trägt, ist fraglich. Die wirtschaftliche Lage ist angespannter, die soziale Unzufriedenheit gewachsen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="vWTsekG7Sj"><a href="https://www.pesterlloyd.net/die-kraft-von-liebe-und-einheit-skurriles-pr-spektakel-in-budapest-orban-beim-treffen-der-digitalen-buergerkreise/">&#8222;Die Kraft von Liebe und Einheit&#8220; &#8211; Skurriles PR-Spektakel in Budapest &#8211; Orbán beim Treffen der Digitalen Bürgerkreise</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;&#8222;Die Kraft von Liebe und Einheit&#8220; &#8211; Skurriles PR-Spektakel in Budapest &#8211; Orbán beim Treffen der Digitalen Bürgerkreise&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/die-kraft-von-liebe-und-einheit-skurriles-pr-spektakel-in-budapest-orban-beim-treffen-der-digitalen-buergerkreise/embed/#?secret=pcIYJuadW3#?secret=vWTsekG7Sj" data-secret="vWTsekG7Sj" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p>Auffällig ist, wie umfassend der Staatsapparat auf dieses Narrativ eingeschworen wird. Innenstaatssekretär <strong>Bence Rétvári </strong>erklärte bei einer Gedenkveranstaltung, &#8222;Ungarn darf an keinem Krieg teilnehmen&#8220; &#8211; Geschichte lehre, dass man sich heraushalten müsse. Außenminister <strong>Péter Szijjártó </strong>verbindet jede energiepolitische Debatte mit dem Krieg. Diversifizierung ja, aber nicht um den Preis &#8222;ideologischer&#8220; Entscheidungen aus Brüssel. Man werde keine günstigen und verlässlichen Quellen ersetzen. Gemeint ist vor allem russisches Gas, das über TurkStream und die Druschba-Pipeline ins Land gelangt.</p>



<p>Energiepolitik erscheint dabei nur noch als Unterkapitel des Kriegsthemas. Die nach 2022 versäumte strukturelle Diversifizierung wird rhetorisch in eine Zwangslage umgedeutet: Geografie sei Schicksal, Pipelinekapazitäten seien physikalische Fakten. Dass andere Staaten deutlich schneller alternative Lieferquellen erschlossen haben, bleibt unerwähnt.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="e8hVBnlf0D"><a href="https://www.pesterlloyd.net/druzhba-als-wahlkampfwaffe-orban-behauptet-erpressung-kvivs-und-koppelt-eu-hilfe-an-russisches-oel/">Druzhba als Wahlkampfwaffe: Orbán behauptet Erpressung Kyivs und koppelt EU-Hilfe an russisches Öl</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Druzhba als Wahlkampfwaffe: Orbán behauptet Erpressung Kyivs und koppelt EU-Hilfe an russisches Öl&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/druzhba-als-wahlkampfwaffe-orban-behauptet-erpressung-kvivs-und-koppelt-eu-hilfe-an-russisches-oel/embed/#?secret=Vs8w9dLiTo#?secret=e8hVBnlf0D" data-secret="e8hVBnlf0D" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p>Selbst internationale Kooperation wird in diese Erzählung integriert. Szijjártó betonte in Washington eine &#8222;neue goldene Ära&#8220; der Beziehungen zu den USA, lobte die pragmatische Sicht auf Energiesicherheit und hob Ausnahmen von Russland-Sanktionen hervor. Die Botschaft: Washington verstehe Ungarns Lage &#8211; Brüssel nicht.</p>



<p>Die jüngsten Spannungen mit Kyiv &#8211; von Spionagevorwürfen über Drohnenmeldungen &#8211; liefern zusätzliches Material. Jede bilaterale Krise fügt sich nahtlos in das große Narrativ ein: Ungarn als bedrohte, aber besonnene Nation zwischen den Fronten.</p>



<p>Das Kalkül wirkt fast paradox. Implizit lautet die Botschaft an die Wählerschaft<strong><em>: Ja, das Land hat wirtschaftliche Probleme, strukturelle Defizite im Bildungs- und Gesundheitswesen, stagnierende Reallöhne. Aber all das verblasst gegenüber der existenziellen Gefahr eines Krieges. </em></strong>Wir haben vielleicht wenig zu verteilen &#8211; aber die anderen würden euch sogar in den Krieg schicken.</p>



<p>Es ist eine Form der <em><strong>Negativmobilisierung</strong></em>, die auf Angst setzt statt auf Zukunftsversprechen. Eine masochistische Variante politischer Kommunikation: Dankbarkeit nicht für Fortschritt, sondern für das Ausbleiben der Katastrophe.</p>



<p>Ob dieses Narrativ trägt, hängt von zwei Faktoren ab. Erstens von der realen Entwicklung des Krieges in der Ukraine. Jede Eskalation, jede neue Waffenlieferung, jede Diskussion über europäische Truppenkontingente kann innenpolitisch ausgeschlachtet werden. Zweitens davon, ob es der Opposition gelingt, das Thema zu entkräften und auf soziale und institutionelle Fragen zurückzuführen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="LOCRkVtLaC"><a href="https://www.pesterlloyd.net/adria-pipeline-am-limit-ungarn-zwischen-us-sanktionserlass-und-russischer-abhaengigkeit/">Adria-Pipeline am Limit &#8211; Ungarn zwischen US-Sanktionserlass und russischer Abhängigkeit</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Adria-Pipeline am Limit &#8211; Ungarn zwischen US-Sanktionserlass und russischer Abhängigkeit&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/adria-pipeline-am-limit-ungarn-zwischen-us-sanktionserlass-und-russischer-abhaengigkeit/embed/#?secret=HP1fL0czlm#?secret=LOCRkVtLaC" data-secret="LOCRkVtLaC" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p>Der Wahlkampf 2026 wird nicht nur über Programme entscheiden, sondern über Deutungshoheit. Fidesz hat sich festgelegt: Der Krieg ist das Zentrum. Alles andere &#8211; Wirtschaft, Korruption, Infrastruktur &#8211; wird diesem Zentrum untergeordnet.</p>



<p><strong>Quellen:</strong> MTI.hu, Wahlkampfrede in Sukoró, internationale Prognosemärkte<br><strong>Photo:</strong> MTI/Miniszterelnöki Kommunikációs Főosztály/Kaiser Ákos</p>
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		<title>Druzhba als Wahlkampfwaffe: Orbán behauptet Erpressung Kyivs und koppelt EU-Hilfe an russisches Öl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:32:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wahl 2026]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[António Costa]]></category>
		<category><![CDATA[Druzhba]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
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					<description><![CDATA[Ungarn blockiert ein EU-Darlehen von 90 Milliarden Euro f&#252;r die Ukraine und behauptet eine politische Blockade Kyivs der Pipeline Druzhba kurz vor der Wahl. Kyiv&#8230;]]></description>
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<p><em>Ungarn blockiert ein EU-Darlehen von 90 Milliarden Euro für die Ukraine und behauptet eine politische Blockade Kyivs der Pipeline Druzhba kurz vor der Wahl. Kyiv verweist auf Schäden nach russischen Angriffen und bietet Ausweichrouten an.</em></p>



<p><strong>Budapest/Kyiv/<strong>Brüssel</strong>.</strong> Der Lieferstopp der Druzhba-Pipeline ist ein politischer Hebel. Viktor Orbán macht Kyiv für den Ausfall verantwortlich, stellt Brüssel als Komplizen dar und zieht die gesamte EU-Ukraine-Agenda in die innenpolitische Arena. Nur: Die belastbaren, öffentlich überprüfbaren Fakten reichen derzeit nicht aus, um Budapests Erzählung zu belegen.</p>



<p>Die zentrale ungarische Behauptung lautet: technisch sei alles längst wieder in Ordnung, die Ukraine müsse nur <em>&#8222;entscheiden&#8220;. </em>Orbán, Szijjártó und Europaminister János Bóka tragen diese Linie seit Tagen durch Brüssel und die eigenen Kanäle. Parallel blockiert Budapest EU-Entscheidungen, die Kyiv dringend braucht: ein 90-Milliarden-Euro-Kreditprogramm und eine weitere Sanktionsrunde gegen Russland.</p>



<p>Was sich verifizieren lässt: Die Leitung ist seit Ende Januar außer Betrieb, die Wiederaufnahme wurde laut Slowakei auf <strong>25. Februar 2026</strong> verschoben &#8211; ohne offiziell genannten Grund. Das ist der harte Kern der Nachricht. Alles andere ist Interpretation, Propaganda oder interessengeleitete Deutung. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="2csDJD6hpv"><a href="https://www.pesterlloyd.net/druszhba-pipeline-ungarn-blockiert-90-milliarden-kredit-fuer-ukraine/">Druszhba-Pipeline: Ungarn blockiert 90-Milliarden-Kredit für Ukraine</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Druszhba-Pipeline: Ungarn blockiert 90-Milliarden-Kredit für Ukraine&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/druszhba-pipeline-ungarn-blockiert-90-milliarden-kredit-fuer-ukraine/embed/#?secret=gBBx0dE4fl#?secret=2csDJD6hpv" data-secret="2csDJD6hpv" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p>Die EU-Spitze reagiert ungewöhnlich scharf. <strong>António Costa</strong> erinnerte Orbán schriftlich daran, dass ein im Europäischen Rat konsensual gefasster Beschluss zu respektieren sei. Brüssel sieht im ungarischen Veto keine legitime Verknüpfung, sondern eine Attacke auf die Handlungsfähigkeit der Union. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;When leaders reach a consensus, they are bound by their decision.&#8220; </p>
</blockquote>



<p>Orbán kontert, als wäre der Europäische Rat eine Art Debattierklub ohne Bindekraft. Er stellt die Lage als moralische Unmöglichkeit dar: Ungarn solle ein für Kyiv &#8222;finanziell günstiges&#8220; Paket mittragen, während Kyiv angeblich Ungarn in eine Energiekrise stoße. In derselben Logik wird aus einer Pipeline-Reparatur eine Frage nationaler Würde &#8211; und aus Brüssel ein Mitspieler im ungarischen Wahlkampf. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Facts are facts: there are no technical obstacles to restarting the oil transfer via the Druzhba pipeline to Hungary. It only requires a political decision by Ukraine.&#8220;</p>
</blockquote>



<p>Kyiv weist die Vorwürfe klar zurück und dreht die Zumutung um:<em> Wer Ultimaten stellen will, solle sie nach Moskau richten.</em> Zugleich präsentiert die ukrainische Seite pragmatische Optionen, darunter alternative Routen. Außenminister <strong>Andrij Sybiha</strong> spricht von &#8222;doable solutions&#8220; und wirft Budapest vor, die Ukraine in ungarische Innenpolitik hineinzuziehen, wie <a href="https://kyivindependent.com/ukraine-proposes-doable-solutions-in-druzhba-oil-dispute/?utm_source=chatgpt.com" target="_blank" rel="noopener">The Kyiv Independent</a> berichtet.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;The Hungarian and Slovak ultimatums should be directed only to the Kremlin.&#8220;</p>
</blockquote>



<p>Dass Orbán das Thema maximal auflädt, passt zum Kalender. Die Parlamentswahl am 12. April rückt näher, und Energiepreise sind in Ungarn politischer Sprengstoff. Orbán behauptet, ohne Freigabe strategischer Reserven wären Spritpreise Richtung 1.000 Forint pro Liter gegangen &#8211; eine Zahl, die sich außerhalb der Regierungsdarstellung kaum seriös nachrechnen lässt.</p>



<p>In die gleiche Dramaturgie gehört die regierungsnahe Erzählung vom <em>&#8222;Brussels-Ukraine-Tisza pact&#8220;</em> &#8211;  wie immer über die Staatliche Agentur MTI breit ausgespielt. Der Opposition wird Kollaboration unterstellt, die Ukraine die fremden Macht die Ungarn erpressen wolle. </p>



<p>Nebenbei wird gerne unterschlagen, warum das Ganze überhaupt passiert: Die Ukraine steht unter permanentem russischem Beschuss, und Energieinfrastruktur ist eines der Ziele. Der Ausgangspunkt der Störung wird in mehreren Berichten mit einem russischen Drohnenangriff auf Ausrüstung in der Westukraine beschrieben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Chronologie: Druzhba Pipeline und Ukraine-Ungarn Beziehungen</h2>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th>Datum</th><th>Ereignis</th><th>Kurznotiz</th></tr></thead><tbody><tr><td>2017</td><td>Ukrainisches Bildungsgesetz verschärft Minderheitenkonflikt</td><td>Budapest macht Transkarpatien zum Dauerthema in EU und NATO.</td></tr><tr><td>2019</td><td>Ungarn blockiert NATO-Ukraine-Formate</td><td>Hebelpolitik im Minderheitenstreit.</td></tr><tr><td>Mai 2025</td><td><a href="https://www.pesterlloyd.net/ungarns-schatten-in-transkarpatien-spionagevorwurfe/" data-type="post" data-id="643">Ukraine meldet mutmaßliches Spionagenetzwerk in Transkarpatien</a></td><td>Gegenseitige Diplomatenausweisungen, Vertrauensbasis weiter erodiert.</td></tr><tr><td>Sep 2025</td><td><a href="https://www.pesterlloyd.net/mutmassliche-ungarische-drohnen-ueber-der-ukraine-verschaerfen-ungarisch-ukrainischen-krise-weiter/" data-type="post" data-id="2204">Vorwürfe zu mutmaßlichen Drohnenvorfällen an der Grenze</a></td><td>Eskalationsspirale, beiderseitig schwer verifizierbar.</td></tr><tr><td>Ende Jan 2026</td><td>Druzhba-Ausfall nach Angriffsschilderungen</td><td>Ukraine verweist auf Schäden nach russischer Attacke. </td></tr><tr><td>18 Feb 2026</td><td>Ungarn und Slowakei stoppen Diesel-Exporte in die Ukraine</td><td>Gegenmaßnahme im Streit um den Transit. </td></tr><tr><td>20 Feb 2026</td><td><a href="https://www.pesterlloyd.net/druszhba-pipeline-ungarn-blockiert-90-milliarden-kredit-fuer-ukraine/" data-type="post" data-id="4064">Ungarn kündigt Blockade des 90-Mrd-Euro-Pakets an</a></td><td>Verknüpfung EU-Finanzhilfe mit Ölstopp wird offen ausgesprochen. </td></tr><tr><td>23 Feb 2026</td><td>Costa rügt Orbán schriftlich</td><td>Brüssel warnt vor Bruch gemeinsamer Beschlüsse.</td></tr><tr><td>25 Feb 2026</td><td>Geplanter Termin zur Wiederaufnahme laut Slowakei</td><td>Verschoben, keine offizielle Begründung genannt. </td></tr></tbody></table></figure>



<p>Orbán verschiebt die Verantwortung konsequent nach außen und bindet die EU an ein Energieproblem, das sich zu diesem Zeitpunkt nicht verifizieren lässt &#8211; geschweige denn eine politischen Blockade der Ukraine. Genau dort liegt die journalistische Pflicht zur Nüchternheit:<strong> Die Pipeline ist aus, die Schuldfrage bleibt &#8211; Behauptungen sind nicht belegbar, aber wahlkampftauglich.</strong></p>



<p><strong>Quellen: </strong>Reuters, Euronews, Kyiv Independent, MTI<br><strong>Photo:</strong> Viktor Orbán im Wahlkampf, MTI.hu / Akos Kaiser</p>
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		<title>Druzhba-Pipeline: Ungarn blockiert 90-Milliarden-Kredit für Ukraine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2026 23:48:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<category><![CDATA[Druzhba]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ungarn kn&#252;pft 90-Milliarden-Euro-Paket an Wiederaufnahme der Druzhba-Lieferungen &#8211; Strategische Reserven angezapft, MOL verweist auf strukturelle Verwundbarkeit Budapest/M&#225;t&#233;szalka. Die ungarische Regierung kn&#252;pft ihre Zustimmung zu einem&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Ungarn knüpft 90-Milliarden-Euro-Paket an Wiederaufnahme der Druzhba-Lieferungen &#8211; Strategische Reserven angezapft, MOL verweist auf strukturelle Verwundbarkeit</em></p>



<p><strong>Budapest/Mátészalka.</strong> Die ungarische Regierung knüpft ihre Zustimmung zu einem 90-Milliarden-Euro-Kreditpaket der EU für die Ukraine an eine energiepolitische Vorbedingung: Erst wenn über die Druszhba-Pipeline wieder russisches Rohöl nach Ungarn fließt, will Budapest das Veto aufgeben. Außenminister <strong>Péter Szijjártó </strong>erklärte in <em>Mátészalka</em>, man werde das Paket blockieren, solange Kyiv den Transit nicht wiederherstelle.</p>



<p>Die Eskalation erfolgt vor dem Hintergrund bereits offener Spannungen um Pipeline-Angriffe, Drohungen mit Stromlieferstopps und wechselseitige diplomatische Beschuldigungen. In einem früheren Konflikt um Angriffe auf russische Infrastruktur hatte Budapest die Energiefrage bereits mit Fragen der Souveränität verknüpft &#8211; nun also auch mit essentiellen Finanzmechanismen der EU-Ukraine Hilfe. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-pester-lloyd wp-block-embed-pester-lloyd"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="FgyZDSiFHT"><a href="https://www.pesterlloyd.net/druzhba-unter-beschuss-ungarn-droht-ukraine-mit-stromstopp-nach-pipeline-angriffen/">Druzhba unter Beschuss &#8211; Ungarn droht Ukraine mit Stromstopp nach Pipeline-Angriffen</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Druzhba unter Beschuss &#8211; Ungarn droht Ukraine mit Stromstopp nach Pipeline-Angriffen&#8220; &#8211; Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/druzhba-unter-beschuss-ungarn-droht-ukraine-mit-stromstopp-nach-pipeline-angriffen/embed/#?secret=dWllRmVhL2#?secret=FgyZDSiFHT" data-secret="FgyZDSiFHT" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>



<p>Szijjártó spricht von der Blockade des Transits <em>&#8222;aus politischen Gründen&#8220; </em>und wirft der Ukraine Vertragsverletzungen im Rahmen des EU-Assoziierungsabkommens vor. Solange der Lieferstopp andauere, werde Ungarn seinerseits für Kyiv zentrale EU-Entscheidungen blockieren.</p>



<p>Die Regierung hat parallel 250.000 Tonnen Rohöl aus strategischen Reserven freigegeben &#8211; rund 40 Prozent der Bestände. Die Menge muss bis Ende August ersetzt werden. Zugleich wurden ungarische Diesel-Exporte in die Ukraine ausgesetzt. Weitere Gegenmaßnahmen würden geprüft.</p>



<p>Die Druszhba-Leitung bleibt für Ungarn trotz Diversifizierungsbemühungen systemrelevant. Technisch seien Lieferungen seit Anfang Februar wieder möglich, faktisch jedoch auf unbestimmte Zeit unterbrochen, teilte das Energieministerium mit. Die Unterbrechung wird von der Orbán Regierung als gezielte politische Maßnahme interpretiert.</p>



<p>Der ungarische Konzern <em>MOL</em> verwies in seinem Jahresbericht 2025 am Rande auf wiederholte Ausfälle der Druszhba-Pipeline und sprach von strukturellen Risiken für Binnenländer. Das bereinigte EBITDA stieg um 6 Prozent auf 1.186 Milliarden Forint, der Nettogewinn sank um 19 Prozent. Die Zahlen unterstreichen die wirtschaftliche Dimension der politischen Auseinandersetzung, ohne sie zu entschärfen.</p>



<p><strong>Quellen:</strong> MTI.hu, MOL Geschäftsbericht 2025<br><strong>Photo: </strong>United States Department of Energy, Druzhba-Pipeline, Wikicommon, CC-BY 4.0</p>
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