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	<title>Velence &#8211; Pester Lloyd</title>
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	<description>Deutschsprachige Nachrichten aus Ungarn und Osteuropa - seit 1854</description>
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		<title>Velence-See trocknet aus – Klimakrise legt Ungarns Wasserpolitik blank</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 14:55:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Neuer Rekordtiefstand, kollabierender Tourismus und ein &#246;kologischer Notfall setzen die neue Regierung unter Handlungsdruck. G&#225;rdony. Der Velence-See (Velencei-t&#243;), Ungarns drittgr&#246;&#223;ter nat&#252;rlicher See und eines der&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Neuer Rekordtiefstand<em>, kollabierender Tourismus und ein ökologischer Notfall setzen die neue Regierung unter Handlungsdruck.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gárdony. </strong>Der <em>Velence-See</em> (Velencei-tó), Ungarns drittgrößter natürlicher See und eines der beliebtesten Naherholungsgebiete des Landes, erlebt seine schwerste Krise seit Beginn der modernen Messungen. An den Stränden von Gárdony sind große Uferbereiche inzwischen trocken gefallen, Ausflugsschiffe wurden eingestellt und zahlreiche Tourismusbetriebe kämpfen ums Überleben. Fachleute sehen in der Entwicklung nicht nur eine Folge des Klimawandels, sondern auch jahrzehntelanger Fehlentscheidungen im Wassermanagement.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut einer Reportage der Nachrichtenagentur AFP lag der Wasserstand Anfang Juli bei lediglich 41 Zentimetern – der niedrigste Wert seit Beginn der Messreihe im Jahr 1931. Die Entwicklung gilt als Symbol einer landesweiten Wasserkrise, die weite Teile Ungarns erfasst hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum der See schneller verschwindet als früher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Velence-See liegt nur rund 45 Kilometer südwestlich von Budapest und zählt zu den wärmsten Seen Europas. Seine geringe Tiefe macht ihn besonders anfällig für langanhaltende Trockenperioden. Im Sommer erreicht das Wasser normalerweise Temperaturen zwischen 26 und 28 Grad Celsius, gleichzeitig beschleunigt die starke Verdunstung jedoch den Wasserverlust.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Angaben der <em>Nationalen Generaldirektion für Wasserwirtschaft</em> (OVF) hat Ungarn in den vergangenen fünf Jahren ein Niederschlagsdefizit angesammelt, das einem gesamten durchschnittlichen Jahresniederschlag entspricht. Die Behörden sprechen inzwischen offen von &#8222;Schadensbegrenzung&#8220;. Sollte der Wasserstand weiter sinken, könnte der See in mehrere voneinander getrennte Wasserflächen zerfallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hydrogeologin <strong>Anita Erőss</strong> von der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE) verweist darauf, dass der See historisch zwar immer wieder austrocknete – zuletzt vollständig im Jahr 1866. Heute verschärften jedoch zusätzliche menschliche Eingriffe die Situation erheblich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den vergangenen Jahrzehnten entstanden zahlreiche neue Wohngebiete rund um den See. Viele Grundstückseigentümer entnehmen Grundwasser über private Brunnen, um Gärten zu bewässern oder Swimmingpools zu füllen. Genau dieses Grundwasser speist jedoch den flachen See. Gleichzeitig kritisieren Umweltorganisationen seit Jahren eine Wasserpolitik, die den schnellen Abfluss von Wasser aus der Landschaft förderte, anstatt Niederschläge und Oberflächenwasser langfristig zurückzuhalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tourismus, Fischerei und Natur geraten gleichzeitig unter Druck</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits deutlich sichtbar. Das Ausflugsschifffahrtsunternehmen von György Simon stellte Ende Juni seinen Betrieb ein, weil Boote nicht mehr sicher fahren können. Wo früher Kinder im flachen Wasser spielten, wachsen heute Unkraut und Schilf auf trockenem Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Fischerei verzeichnet laut dem nationalen Anglerverband MOHOSZ ihre schlechteste Saison seit Jahrzehnten. Die niedrigen Wasserstände gefährden nicht nur Fischbestände, sondern das gesamte empfindliche Ökosystem des alkalischen Sees. Experten warnen, dass bereits ein einzelnes extremes Wetterereignis einen ökologischen Kollaps auslösen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt ein politisch unangenehmer Nebeneffekt: Das unter der früheren Fidesz-Regierung errichtete internationale Kajak- und Kanuzentrum am Nordufer kann einen für August geplanten Studentenwettbewerb wegen des niedrigen Wasserstands nicht ausrichten. Der Komplex war erst 2024 für rund 142 Millionen Euro fertiggestellt worden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Regierung setzt auf Wasserretention statt Notlösungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die seit Mai amtierende Regierung von Péter Magyar hat den Zustand des Velence-Sees zu einem ihrer ersten umweltpolitischen Schwerpunkte erklärt. Mit der Einrichtung eines eigenständigen Umweltministeriums erhielt der Natur- und Gewässerschutz erstmals seit 16 Jahren wieder ein eigenes Kabinettsressort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Staatssekretärin Viktória Bogi kündigte gegenüber AFP strengere Regeln für die Wasserentnahme an. Vorrang habe die Wiederherstellung natürlicher Wasserzuflüsse, bevor künstliche Eingriffe geprüft würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diskutiert werden derzeit verschiedene technische Lösungen, darunter die Einleitung gereinigten Abwassers oder der Bau eines Kanals zur rund 15 Kilometer entfernten Donau. Viele Wissenschaftler stehen solchen Projekten jedoch kritisch gegenüber. Zusätzliche Wasserzufuhr könnte die chemische Zusammensetzung des natürlich alkalischen Sees dauerhaft verändern, ohne die strukturellen Ursachen des Problems zu beseitigen.</p>



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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="gsAWIANbTs"><a href="https://www.pesterlloyd.net/niedrige-donau-sinkende-pegel-gefaehrden-oekosystem-und-schifffahrt/">Niedrige Donau: Sinkende Pegel gefährden Ökosystem und Schifffahrt</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="“Niedrige Donau: Sinkende Pegel gefährden Ökosystem und Schifffahrt” — Pester Lloyd" src="https://www.pesterlloyd.net/niedrige-donau-sinkende-pegel-gefaehrden-oekosystem-und-schifffahrt/embed/#?secret=Fz8YeYK1AA#?secret=gsAWIANbTs" data-secret="gsAWIANbTs" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<p class="wp-block-paragraph">Landschaftsarchitekt Zsombor Boromisza von der Ungarischen Universität für Agrar- und Lebenswissenschaften warnt zudem davor, sich auf Wassertransfers als langfristige Strategie zu verlassen. Angesichts zunehmender Dürre könnten künftig auch andere Wasserreserven Ungarns unter Druck geraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellen: </strong>Inquirer, TIMES<br><strong>Foto: </strong>Via User Globetrotter19/Wikipedia, CC BY SA 4.0</p>
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