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	<title>László Kövér &#8211; Pester Lloyd</title>
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	<description>Deutschsprachige Nachrichten aus Ungarn und Osteuropa - seit 1854</description>
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	<title>László Kövér &#8211; Pester Lloyd</title>
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		<title>Rosenkranz auf Kurzbesuch bei Orbán - illiberale Freundschaft </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Apr 2025 05:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gergely Gulyás]]></category>
		<category><![CDATA[Herbert Kickl]]></category>
		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
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		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Rosenkranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Treffen zwischen dem österreichischen Nationalratspräsidenten Rosenkranz und Ungarns Premier Orbán geht es offiziell um Bilaterales und EU-Themen – inoffiziell jedoch um die Festigung eines rechtsnationalen Bündnisses, das europäische Grundwerte offen bekämpft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em><br>Beim Treffen zwischen dem österreichischen Nationalratspräsidenten Rosenkranz und Ungarns Premier Orbán geht es offiziell um Bilaterales und EU-Themen &#8211; inoffiziell jedoch um die Festigung eines rechtsnationalen Bündnisses, das europäische Grundwerte offen bekämpft.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch von FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz in Budapest war mehr als diplomatische Höflichkeit. Er symbolisiert die enge politische Allianz zwischen der ungarischen Fidesz und der österreichischen FPÖ, die in der neuen EU-Fraktion „Patrioten für Europa“ gemeinsame Ziele verfolgen. Während sich Amnesty International besorgt zeigt, frohlocken Orbán und Regierungsvertreter eine „schöne Freundschaft&#8220;.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Schulterschluss der Nationalisten</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am 22. April empfing also Viktor Orbán den österreichischen Rechtsaußen und Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz in Budapest. Auf dem Programm standen auch Treffen mit Parlamentspräsident László Kövér, Außenminister Péter Szijjártó und Kanzleramtsminister Gergely Gulyás &#8211; sämtlich hochrangige Vertreter der Fidesz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kern der Gespräche waren laut offizieller Verlautbarungen bilaterale Beziehungen sowie die möglichen Folgen eines EU-Beitritts der Ukraine. Besonders betont wurde dabei das gemeinsame Interesse beider Länder an „Sicherheit, wirtschaftlicher Stabilität und Souveränität“ &#8211; Vokabeln, die als Code für migrationskritische, anti-pluralistische und europaskeptische Politik stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr Lesen: <a href="https://www.pesterlloyd.net/die-tisza-bruessel-verschwoerung/" data-type="post" data-id="271">Die TISZA-Brüssel Verschwörung</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Begegnung reiht sich ein in eine Serie wechselseitiger Besuche zwischen FPÖ und Fidesz, darunter die Unterzeichnung der sogenannten „Wiener Erklärung“ durch Orbán und FPÖ-Chef Herbert Kickl. Diese betont den „abendländischen Charakter Europas“ und lehnt ausdrücklich „eine Vielzahl anderer Geschlechter“ ab &#8211; ein Affront gegen LGBTIQ-Rechte und Ausdruck eines autoritären Gesellschaftsverständnisses, das in Budapest längst Verfassungsrang hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kövér sprach gar vom „Beginn einer schönen Freundschaft“, während Rosenkranz die „Qualität des Treffens“ lobte. Dass diese Qualität sich nicht zuletzt in einem politischen Gleichklang mit (Orbáns Jargon) <em>illiberalen</em> <em>Positionen</em> zeigt, blieb unausgesprochen, war aber deutlich spürbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außenminister Szijjártó ging noch weiter und erklärte, man müsse die EU „vor ihrer eigenen Zerstörung retten“. Man hat Großes vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Keine Kritik, kein Widerspruch</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Von Rosenkranz war wie erwartet während seines Aufenthalts keine kritische Bemerkung zur Aushöhlung von Rechtsstaatlichkeit oder zur Diskriminierung von Minderheiten in Ungarn zu vernehmen. Amnesty International Österreich forderte ihn in einer Stellungnahme auf, „klar Stellung zu beziehen“ und Menschenrechtsverletzungen zu verurteilen &#8211; vergeblich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Shoura Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty Österreich, warnte vor der „stillen Zustimmung“ zu einer Politik, die demokratische Grundwerte systematisch untergräbt. Auch die demonstrative Nähe zum israelischen Premier Netanjahu, gegen den ein internationaler Haftbefehl vorliegt, sei ein weiteres Beispiel für Ungarns Missachtung völkerrechtlicher Normen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.pesterlloyd.net/orban-ungarn-icj-netanjahu/" data-type="post" data-id="36">Ungarn tritt aus dem ICJ aus und lädt den per Haftbefehl gesuchten Bibi Netanjahu zu Besuch</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Kein Dienst an Österreich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch von Walter Rosenkranz ist kein protokollarischer Pflichttermin; Er offenbart mehr als nur gute bilaterale Beziehungen: Er macht deutlich, wie eng die Bande zwischen Österreichs FPÖ und Ungarns Fidesz mittlerweile geknüpft sind. Rosenkranz Besuch bei Orbán ist in Österreich alles andere als positiv aufgenommen worden. Zu heftig sind die Widersprüche seiner FPÖ-getreuen Amtsführung in Österreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rolle Österreichs in der EU wird künftig auch davon abhängen, wie offen es sich auf die Seite jener stellt, die europäische Grundwerte mit Füßen treten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zitate:</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die Aushöhlung des Rechtsstaats und die systematische Diskriminierung queerer Menschen in Ungarn sind ein direkter Angriff auf Menschenrechte.“</em><br>&#8211; <em>Shoura Hashemi, Amnesty International Österreich</em></p>
</blockquote>
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		<title>Ungarns Parlamentspräsident warnt vor &#8222;Weltregierung&#8220;, Demos in Slowakei von</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2018 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Fico]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 11 &#8211; 2018 POLITIK 20.03.2018 Soros gesteuert Ungarns Parlamentspr&#228;sident L&#225;szl&#243; K&#246;v&#233;r ist eine besonders grelle Leuchte im ungarischen Lampenladen. Er ist&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 11 &#8211; 2018  <strong>POLITIK</strong> 20.03.2018</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Soros gesteuert</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarns Parlamentspräsident László Kövér ist eine besonders grelle Leuchte im ungarischen Lampenladen. Er ist der einzige Parlamentspräsident Europas, der offen gegen den Parlamentarismus ist. Seine Ansichten zu Demokratie und Rechtsstaat haben zumindest etwas Aufrichtiges. Während Orbán und dessen Gefolgsleute noch immer herumeiern und immer wieder behaupten, sie würden Demokraten und Europäer sein und wahrscheinlich sogar die besten unter ihnen, macht Kövér gar kein Hehl aus seiner Abscheu gegenüber demokratischen Prinzipien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soros ante portas: Kövér erklärt dem TV-Pöbel, was Sache ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass er sich eine bis an die Zähne bewaffnete Garde zugelegt hat und seine Arbeit vor allem in der Erteilung von Hausverboten gegen Pressevertreter und die Verhängung von Geldstrafen für vorlaute Oppositionsabgeordnete sieht, rundet das Bild dieses gestrengen Schäfers der ungarischen Nation ab. Als Hobby fährt er gerne mal in die besetzen ungarischen Gebiete in Rumänien, um dort Nazidichter zu ehren oder selbstgebastelte Fahnen zu schwenken. Israels Parlament hat ihn zur persona non grata erklärt, ein Beweis dafür, dass er der jüdischen Weltverschwörung auf die Schliche gekommen sein muss. Einen weiteren lieferte er dieser Tage:</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ethnische Mehrheiten und Minderheiten werden von einer Weltregierung bedroht&#8220;, sagte László Kövér auf einer Konferenz am Wochenende. &#8222;Das Ziel dieser Regierung ist es, Gesellschaften ohne Identität zu schaffen&#8220;. Die &#8222;künftigen Kolonialisten werden die Köpfe der Menschen und Gemeinschaften besetzen und sie so unterwerfen.&#8220; Sie &#8222;wollen sie ihrer religiösen, nationalen, familiären, ja sogar sexuellen Identitäten berauben, damit sie nicht länger ihre eigenen Interessen erkennen, ausdrücken und durchsetzen können.&#8220; Nur ein Zusammenrücken aller bedrohten Völker gegen diese &#8222;kommende Versklavung&#8220;, die freilich &#8222;im Westen schon weit fortgeschritten&#8220; sei, helfe, diese aufzuhalten. Wer die Figuren in dieser neuen Weltregierung seien, wollte Kövér nicht konkret benennen. Es seien indes &#8222;all jene Führer, die globale Interessen vor jene ihrer Völker stellen&#8220; und so die &#8222;natürliche Ordnung&#8220; gefährden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im TV erläuterte er kürzlich auch die Äußerungen Orbáns hinsichtlich der Proteste in der Slowakei. Bekanntlich wurde dort ein Journalist ermordet, der Korruptionsfälle aufdeckte, solche, die bis tief in die Regierungspartei und weit in die Nachbarländer reichen. Orbán kommentierte den Aufschrei der Bürger danach umstandslos als &#8222;von den Kreisen gesteuert, die ein Interesse daran haben, stabilen Regierungen zu schaden&#8220;. Sozialdemokrat Fico, der seinen Rücktritt ankündigte, ist vom früheren Erzfeind nämlich zum Verbündeten Orbáns mutiert, nachdem er eingesehen hat, dass das Ausplündern des Volkes und das Regieren über den kurzen Dienstweg lohnender und effizienter ist als die Mühsal von Rechtsstaat und Demokratie. Kövér kommentierte, dass in der Slowakei &#8222;Soros vor der Tür&#8220; stehe, was man ja an den &#8222;inszenierten Aufmärschen&#8220; erkennen könne. Ermordeter Journalist? Wird nicht erwähnt. Es sei lediglich wichtig, dass &#8222;diese Kräfte bei uns keine Chance bekommen&#8220;, auch wenn sie &#8222;die Opposition finanzieren&#8220;. Danke für die Aufklärung Laci-Bácsi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verdikt des Großen Hausmeisters: Lebenslanges Parlamentsverbot für oppositionellen Parteisprecher in Ungarn (<a href="https://www.pesterlloyd.net/verdikt-des-grossen-hausmeisters-lebenslanges-parlamentsverbot-fuer-oppositionellen-parteisprecher-in-ungarn/">Verdikt des Großen Hausmeisters: Lebenslanges Parlamentsverbot für oppositionellen Parteisprecher in Ungarn</a>)  Hausmeister Laci hat alles im Griff&#8230; Saisonende im Staatszirkus: Highlights aus vier Jahren Parlamentsarbeit in Ungarn (<a href="https://www.pesterlloyd.net/saisonende-im-staatszirkus-highlights-aus-vier-jahren-parlamentsarbeit-in-ungarn/">Saisonende im Staatszirkus: Highlights aus vier Jahren Parlamentsarbeit in Ungarn</a>)  Das Parlament stört Parlamentspräsident von Ungarn legt Bekenntnis zur Autokratie ab (<a href="https://www.pesterlloyd.net/das-parlament-stoert-parlamentspraesident-von-ungarn-legt-bekenntnis-zur-autokratie-ab/">Das Parlament stört: Parlamentspräsident von Ungarn legt Bekenntnis zur Autokratie ab</a>)  Parlamentspräsident in Ungarn verbietet kritische Fragen von Abgeordneten (<a href="https://www.pesterlloyd.net/parlamentspraesident-in-ungarn-verbietet-kritische-fragen-von-abgeordneten-und-bestraft-proteste/">Parlamentspräsident in Ungarn verbietet kritische Fragen von Abgeordneten und bestraft Proteste</a>)  Ungarischer Parlamentspräsident bei Ehrung eines Nazipolitikers in Rumänien (<a href="https://www.pesterlloyd.net/ungarns-parlamentspraesident-bei-ehrung-eines-nazischriftstellers-in-rumaenien/">Ungarns Parlamentspräsident bei Ehrung eines Nazischriftstellers in Rumänien</a>)  Israel lädt Parlamentspräsident von Ungarn wegen Antisemitismus aus (<a href="https://www.pesterlloyd.net/israel-laedt-parlamentspraesident-von-ungarn-wegen-antisemitismus-aus/">Israel lädt Parlamentspräsident von Ungarn wegen Antisemitismus aus</a>) </p>
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		<title>Granatwerfer und Scharfschützengewehre: Ungarische Parlamentsgarde wird aufgerüstet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Apr 2017 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Lajos Kósa]]></category>
		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 16 &#8211; 2017 NACHRICHTEN&#38; 17.04.2017 nbsp; 21.04.2017 Angesichts der &#8222;wachsenden Aggression&#8220; aus den &#8222;Reihen einer frustrierten Linken&#8220; sei es geboten, dass&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 16 &#8211; 2017  <strong>NACHRICHTEN&amp;</strong> 17.04.2017</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>nbsp;  21.04.2017</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der &#8222;wachsenden Aggression&#8220; aus den &#8222;Reihen einer frustrierten Linken&#8220; sei es geboten, dass &#8222;die vom Volk legitimierte Regierung und das frei gewählte Parlament sich zu verteidigen wissen.&#8220; Das sagte ein Fidesz-Parlamentarier vor wenigen Tagen angesichts Zigtausender zwar lauter, aber  <a href="https://www.pesterlloyd.net/demokraten-gegen-den-autokraten-vereint-sich-europa-gegen-orbans-ungarn/">durchwegs friedlicher Demonstranten</a>  vor dem Parlament.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbán selbst und sein Hofnarr Bayer  <a href="https://www.pesterlloyd.net/bald-werden-wir-auf-der-strasse-sein-orbans-chefdemagoge-bedroht-demonstranten/">bedrohten die Protestierer</a>  mehr oder weniger offen, dass den Regierungsunterstützern bald die Geduld ausgehen könnte und sie sich auf Reaktionen einzustellen hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Innenministerium hat dem Parlament jetzt empfohlen, seine Parlamentsgarde martialisch aufzurüsten. Offiziell steht diese Anordnung jedoch nicht in Zusammenhang mit den Protesten. Es sei &#8222;geboten, das Arsenal der Parlamentsgarde von Zeit zu Zeit zu evaluieren, um sicher zu stellen, dass man bei der Ausstattung auf der Höhe der Zeit und der Wissenschaft und auf dem Standard der bei den NATO-Partnern üblichen Mittel&#8220; sei, heißt es in einem Schreiben, das dem Portal 444.hu zugespielt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den bereits vorhandenen Pistolen, Schlagstöcken,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/elektroschocker-fuer-das-hohe-haus-parlamentspraesdient-schafft-taser-fuer-seine-garde-an/">Tasern</a>  , Pfeffersprays und Unmengen an Munition, die die Parlamentsgarde  <a href="https://www.pesterlloyd.net/100-000-schuss-fuer-privatarmee-des-ungarischen-parlamentspraesidenten/">angeschafft hat</a>  , genehmigt und empfiehlt zum Kauf das Innenministerium der Truppe nun auch NATO-Sturmgewehre, Scharfschützengewehre, Granatwerfer, Handgranaten, Wurfnetze, Tränengasgranaten, mobile Straßensperren usw.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erst durch diese Fidesz-Regierung geschaffene, bewaffnete Parlamentsgarde (zunächst 350, mittlerweile 447 Mann) hat zwei Aufgaben: repräsantative Ehrenwache sowie die effektive Bewachung von Gebäude, Gelände und Arbeit des Parlamentes. Sie wird vom Innenministerium organisiert und kommandiert, der Kommandant handelt jedoch auf Anweisung des Parlamentspräsidenten. Bereits in der Vergangenheit hat es Kritik am Auftreten der Gardisten gegeben, die sich &#8211; auch außerhalb ihres unmittelbaren Zuständigkeitsbereiches &#8211; als Polizisten aufspielten und  <a href="https://www.pesterlloyd.net/parlamentsgarde-in-ungarn-spielt-sich-als-polizei-gegen-demonstranten-auf/">hoheitliche Aufgaben wahrnahmen</a>  , in dem sie u.a. Demonstranten kontrollierten und Platzverbote aussprachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewachung staatlicher Behörden ist in Ungarn gesetzlich Polizeiaufgabe, auch die Anti-Terror-Sondereinheit TÉK gehört offiziell zum Innenministerium, eine Parlamentsgarde ist also für Schutzaufgaben gar nicht notwendig, sie gilt daher als Prestigeobjekt und Privatarmee des ultranationalistischen Fidesz-Parlamentspräsidenten László Kövér, der sich gerne mit  <a href="https://www.pesterlloyd.net/verdikt-des-grossen-hausmeisters-lebenslanges-parlamentsverbot-fuer-oppositionellen-parteisprecher-in-ungarn/">Hausverboten</a>  und allgemeinen Ausführungen über die  <a href="https://www.pesterlloyd.net/machtwechsel-verboten-regierungspartei-in-ungarn-verfeinert-wahlgesetz/">Unsinnigkeit der Demokratie</a>  hervortut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oppositionelle Anfragen zur neuen Aufrüstungsliste des Parlamentes, begegnete der Fidesz-Fraktionschef Lajos Kósa dergestalt: Die aus Granatwerfern abzufeuernden Netze seien als Schutz gegen Drohnen gedacht. Zunächst wollte man zu diesem Behufe &#8222;Kampffalken&#8220; ausbilden, diese ließen sich aber von den &#8222;tausenden Tauben und Spatzen&#8220; im Parlamentsumfeld ablenken, so dass &#8222;dieses Experiment scheiterte.&#8220;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Verdikt des Großen Hausmeisters: Lebenslanges Parlamentsverbot für oppositionellen Parteisprecher in Ungarn</title>
		<link>https://www.pesterlloyd.net/verdikt-des-grossen-hausmeisters-lebenslanges-parlamentsverbot-fuer-oppositionellen-parteisprecher-in-ungarn/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Apr 2017 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 15 &#8211; 2017 NACHRICHTEN&#38; 10.04.2017 nbsp; 14.04.2017 Der Sprecher der Kleinpartei &#8222;Dialog f&#252;r Ungarn&#8220; (eine Abspaltung der gr&#252;n, nationaliberalen LMP), Bence&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 15 &#8211; 2017  <strong>NACHRICHTEN&amp;</strong> 10.04.2017</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>nbsp;  14.04.2017</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sprecher der Kleinpartei &#8222;Dialog für Ungarn&#8220; (eine Abspaltung der grün, nationaliberalen LMP), Bence Tordai, hat vom ungarischen Parlamentspräsidenten László Kövér ein &#8222;lebenslanges Hausverbot&#8220; für das nationale Parlament ausgesprochen bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Grund wurde die &#8222;gefährliche Störung des Parlamentsbetriebes, der Sicherheit und Würde des Hauses&#8220; angegeben. Tordai, der bereits vorher zweimal von der Fidesz-Hausverwaltung abegmahnt wurde, hatte an den Eingang des Flügels, in dem das Amt des Ministerpräsidenten Orbán untergebracht ist, Zettel angebracht, u.a. mit der Aufschrift &#8222;Landesverräter&#8220; und &#8222;Putins Haustier&#8220; sowie das Datum der nächsten Anti-Orbán-Demo angebracht. (Foto von Tordais Facebook-Seite).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ausgesperrte, der kein Parlamentsmandat inne hat, sondern zum parlamentarischen Mitarbeiterstab seiner Partei gehört, spricht von einer &#8222;kleinlichen Rache des Schnurrbarts der Nation&#8220;, wie Kövérs allgemeiner Spitzname lautet. Damit habe er nur bestätigt, dass Fidesz &#8222;Putins Weg folge.&#8220; &#8211; &#8222;Russen raus!&#8220; war eine der sarkastischen Losungen der Demonstranten der letzten Tage, womit man auf die Annäherung Orbáns an Putins Russland anspielte und gleichzeitig einen Slogan von 1956 und 1989 adaptierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Der dicke Hausmeister hat seine Befugnisse übertreten, in dem er die Arbeit einer Oppositionspartei verhindert.&#8220; befindet die Abgeordnete und Ko-Vorsitzende der PM, Tímea Szabó und kündigte an, gegen das Verdikt gerichtlich und im Plenum vorgehen zu wollen, da ein lebenslanges Hausverbot gar nicht im Ermessen des Parlamentssprechers Kövér liege. Grundsätzlich entscheiden die Parlamentarier selbst darüber, welchen Mitarbeitern sie Zutritt ins Parlament ermöglichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kövér, hatte immer wieder auch akkreditierten  <a href="https://www.pesterlloyd.net/unnoetige-debatten-parlamentspraesident-in-ungarn-will-parlamentsrechte-weiter-beschneiden/">Journalisten Hausverbote erteilt</a>  , zuletzt Mitarbeitern des regierungskritischen, reichweitenstarken Portals 444.hu, weil sie es wagten, einem Minister außerhalb der sogenannten Pressezone eine Frage zu stellen. In der Pressezone freilich, verweigern Regierungspolitiker regelmäßig jede Auskunft gegenüber der Öffentlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kövér, der in der ohnehin anteidemokratischen Fidesz zu den schrägsten Hardlinern zählt, hatte erst kürzlich wieder Schlagzeilen gemacht, in dem er eine Bevorteilung der Regierungspartei durch  <a href="https://www.pesterlloyd.net/machtwechsel-verboten-regierungspartei-in-ungarn-verfeinert-wahlgesetz/">erneute Änderungen am Wahlgesetz</a>  nicht nur für vertretbar, sondern sogar für geboten halte, denn die Opposition, die ohnehin aus dem Ausland finanziert würde, würde ja &#8222;all die Errungenschaften&#8220; von acht Jahren Orbán abschaffen, was man im Interesse der Nation nicht zulassen dürfe. Bekannt wurde der alte Weggefährte auch im Ausland durch seine offene Verehrung eines Pfeilkreuzler-Politikers auf rumänischem Boden, was ihn in Israel zur persona non grata machte.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Opfer&#8220; Jobbik: Zwei Wochen Hausverbot für einen Parlamentarier, der die Wahrheit sagte</title>
		<link>https://www.pesterlloyd.net/opfer-jobbik-zwei-wochen-hausverbot-fuer-einen-parlamentarier-der-die-wahrheit-sagte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 24 &#8211; 2015 NACHRICHTEN 09.06.2015 Fidesz-Parlamentspr&#228;sident L&#225;szl&#243; K&#246;v&#233;r hat am Montag den Jobbik-Abgeordneten El&#337;d Nov&#225;k (Foto) des Parlamentes verwiesen und f&#252;r&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 24 &#8211; 2015  <strong>NACHRICHTEN</strong> 09.06.2015</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="6d6b77" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #6d6b77;" fetchpriority="high" decoding="async" width="355" height="200" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/06/18watchingYoupl-Andere-_1-41.webp" alt="18watchingYoupl (Andere)" class="wp-image-39350 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/06/18watchingYoupl-Andere-_1-41.webp 355w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/06/18watchingYoupl-Andere-_1-41-300x169.webp 300w" sizes="(max-width: 355px) 100vw, 355px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Fidesz-Parlamentspräsident László Kövér hat am Montag den Jobbik-Abgeordneten Előd Novák (Foto) des Parlamentes verwiesen und für weitere zwei Wochen von allen Sitzungen ausgeschlossen und ein Hausverbot erteilt. Grund: Novák schrie in der Lobby des Parlamentes mitten in eine Pressefragerunde eines Staatssekretärs hinein: &#8222;Die Regierung lügt!&#8220; Es ging dabei darum, ob der wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit angeklagte Ex-Innenminister Biszkú noch immer eine staatliche Sonderpension bezieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßnahme Kövérs ist rechtlich fraglich. Zwar kann der Parlamentspräsident laut Geschäftsordnung Störenfriede, auch solche mit Mandat, aus der Plenarsitzung oder auch dem Haus entfernen lassen. Die Aussperrung für mehrere Tage oder Wochen ist jedoch weder in der Hausordnung, noch in irgendeinem Gesetz festgeschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kövér ließ über die Maßnahme im Parlament sogar abstimmen (94:31), was &#8211; aufgrund der fehlenden gesetzlichen Grundlage &#8211; ebenfalls als juristisch abwegig bewertet werden muss und den Neonazis von Jobbik nur die Gelegenheit gab, sich einmal mehr als Opfer &#8222;demokratischer Willkür&#8220; darzustellen. Jobbik verwies außerdem darauf, dass solche Bemerkungen, auch laut vorgetragen, doch an der Tagesordnungen seien, Täter anderer Parteien damit jedoch davon kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich steht die Strafe in keinem Verhältnis zu den Sanktionen, die Kövér für ganz andere Vergehen verhängt &#8211; oder auch nicht (EU-Flaggen aus dem Parlament geworfen, permanente Beschimpfungen linker Abgeordneter, sexistische Äußerungen). <em>red.</p>
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		<title>Der Swinger-Club der Kalten Krieger: Die NATO strickte in Ungarn weiter an alten Mustern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 21 &#8211; 2015 POLITIK 18.05.2015 Bei seiner dreit&#228;gigen Fr&#252;hjahrstagung in Budapest kuschelte sich die NATO einmal mehr in ihre angestammten Verhaltensmuster,&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 21 &#8211; 2015  <strong>POLITIK</strong> 18.05.2015</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="6d6b77" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #6d6b77;" decoding="async" width="355" height="200" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/05/18watchingYoupl-Andere-1-46.webp" alt="18watchingYoupl (Andere)" class="wp-image-39293 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/05/18watchingYoupl-Andere-1-46.webp 355w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/05/18watchingYoupl-Andere-1-46-300x169.webp 300w" sizes="(max-width: 355px) 100vw, 355px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei seiner dreitägigen Frühjahrstagung in Budapest kuschelte sich die NATO einmal mehr in ihre angestammten Verhaltensmuster, es wehte der Spirit des Kalten Krieges, der vor allem in der Pflege von Feindbildern und der Fixierung auf die Expansion besteht. Man hat den Eindruck, die tonangebende Garde kann einfach nichts Anderes. Fazit: Weder mit Russland, noch mit der NATO ist derzeit &#8222;Staat&#8220; zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das spießig historisierende Ambiente des Budapester Parlamentes war wie gemacht für die Ambitionen der NATO-Frühjahrssessionisten&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie du mir, so ich dir&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Viele Redebeiträge der alten und neuen Kämpen des Militärbündnisses, beim Frühjahrstreffen vom Freitag bis Sonntag in Budapest, machten fast einen erleichterten Eindruck ob der Provokationen Russlands, die die Vorlagen liefern, um sich in alten Mustern zu üben und die Sinnsuche nach der 90er Wende zu beenden. Die völkerrechtlichen und sicherheitspolitischen Linienüberschreitungen der Russen lösen dabei Reflexe aus, die wiederum in einen Teufelskreis führen, der die Welt mehr als 40 Jahre an den Rande des Abgrunds trieb und hielt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn dass die Erweiterung der NATO gerade zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht nicht der taktisch schlaueste Vorschlag ist, liegt für jedes &#8222;Nachkriegskind&#8220; auf der Hand. Der Verzicht auf eine Expansionsrhetorik hätte dabei nichts mit Kleinbeigeben gegenüber Putin zu tun, eher schon mit einer Deeskalation, der Vernunft des Klügeren, denn sie würden das brusttrommelnde Gehabe der anderen Seite umso lächerlicher und verlogener aussehen lassen. So sehen wir nur zwei Imperien, die ihre mangelnde Existenzberechtigung durch Aggression kompensieren. Hatten wir schon. Brauchen wir nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ukraine bleibt Eingliederungsziel Nr. 1</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Auch der Gastgeber, Ungarns Parlamentspräsident László Kövér von der Orbán-Partei, in der Innenpolitik ein ausgewiesener  <a href="https://www.pesterlloyd.net/das-parlament-stoert-parlamentspraesident-von-ungarn-legt-bekenntnis-zur-autokratie-ab/">Antidemokrat</a>  und bekennender Antieuropäer, angefüllt mit  <a href="https://www.pesterlloyd.net/israel-laedt-parlamentspraesident-von-ungarn-wegen-antisemitismus-aus/">antisemitischem</a>  und  <a href="https://www.pesterlloyd.net/parlamentspraesident-von-ungarn-loest-politskandal-in-der-slowakei-aus/">revanchistischem</a>  Gedankengut, will vor allem die Beitrittskandidaten Bosnien und Herzegowina, Mazedonien und Montenegro, Moldau sowie Georgien &#8211; und damit auch zwei ehemalige Sowjetrepubliken &#8211; alsbald in der NATO sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der amerikanischen Seite geht das nicht weit genug, mit einem Ozean zwischen sich und den Kriegsregionen lässt sich leichter Öl ins Feuer gießen. Jedes Land habe das Recht über seine eigene Zukunft zu entscheiden. Soll heißen, die Ukraine ist und bleibt weiter ein Ziel der NATO-Eingliederung, koste es die Europäer auch, was es wolle. Die Ungarn erwähnten die Ukraine wohlweislich nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ungarn hat die &#8222;Visegrád Vier&#8220; zerstört</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Ungarn, dessen &#8211; gelinde gesagt &#8211; Schaukelpolitik zwischen Bündnistreue und Anbiederung an Russland (und andere Vorzeigedemokratien der östlichen Welt) nicht nur Stirnrunzeln hervorruft, sondern für Ungarn ganz praktische Auswirkungen zeitigt (z.B. die verstärkte energetische und finanzielle Abhängigkeit von Russland durch den Atomdeal etc.), übte sich in persona ihres Verteidigungsministers Hende in den üblichen Treueschwüren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarn beteiligt sich  <a href="https://www.pesterlloyd.net/bis-2017-parlament-in-ungarn-genehmigt-150-soldaten-im-kampf-gegen-is/">ab Ende des Monats mit rund 150 (bis 300) Mann</a>  im Kampf gegen den IS, die Rüstungsausgaben würden nun jährlich angehoben (2016 mit 300 Mrd. HUF, rund 900 Mio. EUR bzw. rund 1% des BIP und ein Sechstel mehr als 2015), etc. &#8211; Bekenntnisse und Maßnahmen, die nicht nur &#8222;billig&#8220; sind, sondern auch weiter die Doppelgleisigkeit ermöglichen &#8211; nicht im Interesse des Friedens, sondern aus purem nationalen Egoismus. Wer einmal in die Geschichtsbücher geschaut hat, weiß, wie ungarische Schaukelpolitik enden muss und wer den Preis dafür zahlen wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Pathologische Polen, verhurte Ungarn</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Zunächst bedeutet Ungarns Russlandpolitik ganz praktisch, dass das Visegrád Vier Bündnis (mit Slowakei, Polen, Tschechien), das eigentlich ein stabiler Anker im unsicheren Meer Osteuropas sein sollte, politisch beerdigt ist. Ungarn wollte es dominieren, doch die Pole des historisch wie nun bald pathologisch russophoben Polen und der politischen Hure mit dem schlechten Blick für den geeigneten Freier, Ungarn, sprengten die Gemeinsamkeiten. Die Polen machen´s jetzt lieber mit den Balten, die Tschechen und Slowaken halten sich dezent zurück, mit dem Rücken an den Westen gelehnt, Ungarn macht´s sich lieber selbst. Die NATO/EU als Swingerclub&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wortmeldungen im Plenum blieben so ungefähr wie vorhersagbar: Russland versuche die Militärallianz der NATO auseinander zu dividieren. &#8222;Einheit ist unseres Stärke, Uneinigkeit unsere Schwäche &#8211; der Kreml weiß das, profitiert davon und testet unsere Grenzen aus&#8220;, ließ der lettische Vertreter wissen. &#8222;Das ist ein Test für die NATO, es gibt keinen wichtigeren Test&#8230;&#8220;, ergänzte der US-Kongressabgeordete Gerald Connolly.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ungarische Chef-Transatlantiker István Gyarmati vom &#8222;Centre for Euro Atlantic Integration and Democracy&#8220; forderte, man müsse &#8222;Moskaus Sprache sprechen, eine zwingende Sprache.&#8220; Das fordere &#8222;Solidarität, die Einheit von NATO und EU, auch wenn es schmerzt, selbst wenn wir mehr Sanktionen brauchen, sogar, wenn es Aufrüstung bedeutet. Nun, die Rückkeher einer EU-Fahne ins ungarische Parlament &#8211; anstelle jener einer siebenbürgischen Separatistenbewegung, die sich gern als &#8222;Volks&#8230;Irgendwas&#8220; betitelt &#8211; wäre vielleicht ein erster, kleiner Schritt dieser &#8222;Solidarität&#8220;&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wettlauf der &#8222;Lügenpresse&#8220;: Propaganda gegen пропаганда</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Besonders hilfreich dürfte der polnische Beitrag sein, der Abgeordnete Witold Waszczykowsi rief die NATO auf &#8222;schnell und kreativ auf Russlands Multimillionen Dollar Propaganda zu reagieren, um die Herzen und Hirne der Öffentlichkeit zurück zu gewinnen.&#8220; Dazu solle man &#8222;professionellen, investigativen Journalismus promoten, um die russische Propaganda aufzudecken&#8220;. &#8222;Geschwindigkeit ist hier der Schlüssel und in diesem Sinne liegen wir klar hinter der russischen Medienmaschinerie&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übersetzt: Westliche Journalisten sollen auf die dümmliche, verlogene Kriegspropaganda der gekauften bzw. zensierten russischen Seite (liebe Putin-Fans, es ist leider so, der Autor dieser Zeilen spricht fließend Russisch und tut sich die Nachrichten täglich an&#8230;) mit einer ebensolchen Lügen- und Hasswalze antworten. Das ist ein ausgesprochen dämlicher Plan, der so ziemlich allem widerspricht, worin sich das westliche, liberale Demokratiemodell überhaupt vom derzeitigen russisch-nationalistischen Autokratismus unterscheidet. Der polnische Vorschlag verlangt nicht weniger, als dass sich der Westen möglichst auf das gleiche Niveau begibt. Die Medien sollten dankend ablehnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für Menschenrechtsverletzungen und failed states übernimmt niemand die Verantwortung</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel mehr als ein &#8222;Vorwärts immer, rückwärts nimmer&#8220; hatten die transatlantischen Friedensengel nicht zu bieten, weitere Redebeiträge sehnten geradezu einen baldigen &#8222;Bündnisfall&#8220; herbei, ein Vertreter der Krimtataren verlaß eine Liste von Menschenrechtesverletzungen gegen das muslimische Volk. Eine Showeinlage auf dem Niveau des russischen Staatsfernsehens! Denn, so wahrhaftig dieses Leiden sein mag, ist es doch kaum vergleichbar mit dem Wahnsinn und Elend, das der Bündnis-Primus der NATO, die USA, im Mittleren und Nahen Osten über die letzten Jahrzehnte &#8211; in bester Absicht, versteht sich &#8211; gestiftet hat und für das er sich genauso weigert, die Verantwortung zu übernehmen, wie sich die russische Führung weigert, ihre Verantwortung für den anhaltenden Krieg ihrer Leute in der Ostukraine zu übernehmen. Mit Beiden &#8211; Russland und NATO &#8211; ist zur Zeit einfach kein Staat zu machen, schon gar keine friedliche Welt, daraus sollte die Menschheit entsprechende Konsequenzen und daher gegen Beide an einem Strang ziehen.</p>
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		<title>25 Jahre freie Wahlen: Orbáns Traum vom &#8222;bürgerlichen Ungarn&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 19 &#8211; 2015 POLITIK 07.05.2015 Bei einer Feierstunde, die an den Zusammentritt des ersten frei gew&#228;hlten Parlamentes nach der Wende 1990&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 19 &#8211; 2015  <strong>POLITIK</strong> 07.05.2015</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="6d6b77" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #6d6b77;" decoding="async" width="355" height="200" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/05/18watchingYoupl-Andere-1-36.webp" alt="18watchingYoupl (Andere)" class="wp-image-39264 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/05/18watchingYoupl-Andere-1-36.webp 355w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/05/18watchingYoupl-Andere-1-36-300x169.webp 300w" sizes="(max-width: 355px) 100vw, 355px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Feierstunde, die an den Zusammentritt des ersten frei gewählten Parlamentes nach der Wende 1990 erinnern sollte, entfaltete Premier Orbán seinen &#8222;lang gehegten Traum&#8220; eines &#8222;bürgerlichen Ungarns&#8220;. Dessen &#8222;Vollendung&#8220;, zu der er von der Heimat berufen wurde, sollen die Anstrengungen der Regierung in den kommenden drei Jahren gewidmet sein. Für Demokraten klingt das wie eine finale Drohung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die feierliche Konferenz im Parlament &#8211; nur für geladene Gäste, so blieben die Gesinnungsgenossen unter sich &#8211; war vom staatlichen Geschichtsinstitut VERITAS inszeniert worden, jenes Institut, dessen Direktor die Deportationen von ungarischen Juden unter Horthy in von den Nazis besetzte Nachbarländer und damit in den sicheren Tod als &#8222;fremdenpolizeiliche Maßnahme&#8220; deklarierte. Die Neudfinition, Interpretation und die gebügelte Sprachregelung, eine Spezialität von Diktaturen, ist die vornehmliche Aufgabe dieses Institutes und zog sich auch durch diese Veranstaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Bürgerliches Ungarn&#8220; ist nämlich nicht mehr als Orbáns aktueller Code für das, was er auch schon als &#8222;neues Ungarn&#8220; oder &#8222;illiberale Demokratie&#8220; umschrieb und was seine Politik tagtäglich deutlicher vorlebt: ein von einer kleinen Parteielite geführter Ständestaat, bei dem eine völkisch lackierte Zielstellung Regierungsformen und Entrechtungen rechtfertigen sollen, die wiederum die ökonomischen Beutezüge der &#8222;Eliten&#8220; ermöglichen. Den Preis für dieses System zahlt die &#8222;untere&#8220; Hälfte des Volkes mit Verarmung und Perspektivlosigkeit, die in entsprechende Stellvertreterfeindbilder zu kanalisieren sind, also EU, &#8222;Finanzmarkt&#8220; (lies: Juden), Flüchtlinge, Liberale usw.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dieser Definition des &#8222;bürgerlichen Ungarn&#8220; ist auch Orbáns weitere Ausführung vom Mittwoch verständlicher, dass nämlich &#8222;die Regierung jetzt die Autorität und die Stärke hat, das Programm für ein bürgerliches Ungarn umzusetzen.&#8220; &#8211; Lies: die demokratischen und rechtsstaatlichen Kontrolinstanzen gleichgeschaltet oder außer Betrieb genommen hat, um machen zu können was man will. Andernfalls könnte man nämlich auch von Qualität und Rückhalt anstelle &#8222;Autorität und Stärke&#8220; sprechen, doch daran mangelt es eben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es &#8222;brauchte zwanzig Jahre der Kämpfe, eine siegreiche Verfassungsreform und fünf Jahre Anstrengungen, die Ruinen zu beseitigen und neue Fundamente zu legen.&#8220; Es ging also, so offenbart der Redner, von Beginn an nicht um Reperatur von Fehlentwicklungen in der jungen ungarischen Demokratie, sondern um ein gänzlich anderes System.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbán bestätigte in einer Rückschau auf die Jahre ab 1990, dass die Enttäuschung der Menschen, sich 20 Jahre nach der Wende als Verlierer zu fühlen, das Versagen der politischen Eliten, die Ungerechtigkeiten eines wild wuchernden Kapitalismus etc., den Weg für die neue Ideologie von Ungarns neuer Stärke und Unabhängigkeit frei gemacht haben. 2006 sei mit Gyurcsánys Lügenrede die Wende eingeleitet worden, die Finanzkrise 2008 habe dann ihr Übriges getan, (um ihn endlich und nun bitte endgültig an die Macht zurück zu bringen).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbán behauptet, dass die &#8222;Ungarn 2010, wenn auch mit einer Verzögerung von zwanzig Jahren, entschieden haben, eine Revolution durchzuführen&#8220;. Eine Revolution, die ihm die Macht gab &#8222;all das zu tun, was die Heimat forderte.&#8220; Er habe dann bewiesen, dass man &#8222;in nationaler Einheit&#8220; Dinge erreichen kann, die &#8222;vorher unmöglich erschienen&#8220;. Er nannte: die &#8222;Befreiung der Familien, die Aktivierung der Wirtschaft&#8220;, die &#8222;Besteuerung der Multis&#8220;, die Abschaffung der &#8222;Schuldensklaverei für Kommunen und Forex-Kreditnehmer&#8220;, &#8222;den IWF nach Hause schicken&#8230;&#8220; etc. etc.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbán kündigte, nein drohte an, dass diese &#8222;Konsolidierung zu einem bürgerlichen Ungarn &#8211; wenn auch in anderer Weise &#8211; eine Aufgabe von keiner geringeren Größe als der Wandel vom Kommunismus und das Geleiten durch die Verfassungsrevolution 2010 sein wird.&#8220; Dieser Satz muss für Demokraten &#8211; angesichts der vergangenen fünf Jahre &#8211; wie eine direkte Drohung klingen, wie eine finale Fanfare zur letzten Schlacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Orbáns Parlamentspräsident, László Kövér, war die &#8222;postkommunistische Transformation&#8220; der &#8222;einzige Wendepunkt im 20. Jahrhundert&#8220;, der Ungarn &#8222;keine Verluste oder Ketten&#8220;, sondern &#8222;wenigstens die teilweise Wiederherstellung der Freiheit und Unabhängigkeit&#8220; einbrachte. Der 2. Mai 1990 markiere daher den Übergang &#8222;von der Dikatur zur Demokratie, vom Kommunismus zum Rechtsstaat und von der Volksrepublik zur Republik.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kövér führte jedoch weiter aus, dass die Erwartungen der Menschen in die neue Epoche überzogen gewesen seien, vor allem was das Wohlstandsgefälle zum Westen betrifft. In der Rede des Parlamentspräsidenten, der eigentlich ein erklärter Gegner des Parlamentarismus ist, schwang unterschwellig aber gut hörbar mit, dass die Enttäuschungen der vergangenen Dekaden (das Volk war überfordert sich selbst zu verwalten) das jetzige System mit dem Quasi-Führer-Prinzip rechtfertigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbán selbst sagte bereits mehrfach, dass Krisen und &#8222;bestimmte Situationen&#8220;, auch &#8222;andere Gesellschaftsformen als die der Demokratie nötig machen&#8220; könnten. Kövér wiederum besteht darauf, dass es &#8222;nicht nur eine Art der Demokratie&#8220; gebe und so kann man das &#8222;bürgerliche Ungarn&#8220; getrost als Gegenentwurf zu einem &#8222;demokratischen Ungarn&#8220; erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbáns letzter Satz, ein ungewolltes Psychogramm: &#8222;Wir schützen Familien, geben Arbeit statt Beihilfen und stehen für ungarische Interessen in Brüssel ein &#8211; und so haben wir unsere nationale Souveränität wiedergewonnen. Wir fochten einen guten Kampf und wir genießen den Sieg &#8211; das war Männerarbeit! Wir danken den Frauen für ihre Unterstützung dabei.&#8220; <em>red.</em></p>
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		<title>Elektroschocker für das &#8222;Hohe Haus&#8220;: Parlamentspräsdient schafft Taser für seine Garde an</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 19 &#8211; 2015 NACHRICHTEN 04.05.2015 Elektroschocker f&#252;r das "Hohe Haus": Parlamentspr&#228;sdient von Ungarn schafft Taser f&#252;r seine Garde an Piff, Paff,&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 19 &#8211; 2015  <strong>NACHRICHTEN</strong> 04.05.2015</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Elektroschocker für das &quot;Hohe Haus&quot;: Parlamentspräsdient von Ungarn schafft Taser für seine Garde an</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Piff, Paff, Puff. Kövér bei virtueller Schießübung im TV?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für rund 30.000 EUR ließ der ungarische Parlamentspräsident, László Kövér, Fidesz, Elektroschocker für seine Parlamentsgarde anschaffen. Die genaue Anzahl der &#8222;nicht letalen&#8220; Waffen, die sich vor allem bei der Polizei in den USA großer Beliebtheit erfreuen, auch wenn es immer wieder zu Missbrauch mit tödlichen Folgen kommt, wurde nicht bekannt gegeben. Im Internet werden die jetzt beschafften Taser von Typ X26-V mit für rund 700 EUR pro Stück gehandelt, es könnten also rund 30 Stück plus Ersatz-Cartridges sein, mit denen die Parlamentsgarde bewaffnet wird. Bereits 2013 kaufte die rund 300köpfige Einheit  <a href="https://www.pesterlloyd.net/100-000-schuss-fuer-privatarmee-des-ungarischen-parlamentspraesidenten/">100.000 Schuss Munition</a>  . Ein Sprecher Kövérs rechtfertigte die Beschaffung damit, dass man &#8222;internationalen Trends&#8220; folge und die Waffen der Abwehr von &#8222;Eindringlingen und Rowdys&#8220; dienen solle. Die Gardisten sollen eine gründliche Ausbildung durchlaufen, die Taser sind auf eine Entfernung von 5-6 Metern wirksam, zwei Elektroden an Widerhaken werden auf den Körper des Angreifers abgefeuert, durch diese fließt dann ein Strom mit 50.000 Volt, der die Muskeln zum erlahmen bringt, die Wirkung hält ca. 5 Minuten an &#8211; so die Theorie&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parlamentsgarde hat sowohl sichernde wie respräsentative Aufgaben. In üppige Phantasieuniformen gekleidet, die an den Habitus der Horthy-Ära erinnern, stehen Gardisten dekorativ in der Empfangshalle herum, bewachen die im Parlament aufgebahrten monarchischen Krönungsinsignien oder eskortieren Staatsbesucher. Der Großteil der Truppe übernimmt jedoch Gebäudesicherungsaufgaben und hat auf dem Gelände des Parlamentes hoheitliche Rechte, die in Einzelfällen &#8211; gesetzeswidrig &#8211;  <a href="https://www.pesterlloyd.net/parlamentsgarde-in-ungarn-spielt-sich-als-polizei-gegen-demonstranten-auf/">über dieses Areal ausgedehnt wurden</a>  .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kövér hätte laut Hausordnung auch das Recht, die Parlamentsgarde gegen renintente Abgeordnete einzusetzen, überließ das bisher jedoch den zivilen Saaldienern. Die Opposition kritisiert die Garde und deren denkbare Einsatzmöglichkeiten als antidemokratische Drohgebärde gegenüber dem Parlamentarismus und eine peinliche Geste machistischen Minderwertigkeitskomplexes der Orbán-Regierung. Die ungarische Polizei hatte 2009 die Einführung von Tasern abgelehnt, sie seien “zu gefährlich”.</p>
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		<title>Indirekte Anschuldigungen von Simicska: War Orbán früher Stasispitzel?</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Mar 2015 08:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 11 &#8211; 2015 NACHRICHTEN 09.03.2015 Der mit Orb&#225;n verfehdete, fr&#252;here Weggef&#228;hrte, Ex-Fidesz-Finanzier und Oligarch Lajos Simicska hat in einem Interview mit&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 11 &#8211; 2015  <strong>NACHRICHTEN</strong> 09.03.2015</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der mit Orbán verfehdete, frühere Weggefährte, Ex-Fidesz-Finanzier und Oligarch Lajos Simicska hat in einem Interview mit dem Politblog mandiner.hu durchblicken lassen, dass er Orbán verdächtigt, in der Kádár-Zeit als inoffizieller Informant des Geheimdienstes tätig gewesen zu sein. Simicskas Geschichte spielt zu Zeiten als Beide gemeinsam ihren Militärdienst vor ihrem gemeinsamen Studium des Rechts an der ELTE absolvierten. Viktor Orbán und László Kövér Ende der Achtziger Jahre</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals soll ihn ein wohlmeinender Offizier auf eine Akte hingewiesen haben, die Informationen über seine regimekritischen Äußerungen enthält, die aus seinem näheren Umfeld zusammengetragen worden sein sollen und sein Studium gefährden könnten. Als Simicska seinen damaligen Freund und Zimmergenossen Orbán darauf ansprach, habe dieser eingestanden, dass er Berichte über ihn anfertigen müsse, man diese aber gemeinsam so gestalten könne, dass er keine Nachteile daraus habe. Simicskas Vater war 56er Aktivist und der Sohn daher unter besonderer Beobachtung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später soll Orbán ihm gesagt haben, dass eine Anwerbung stattfand, er aber die Unterschrift unter eine entsprechende Vereinbarung mit der ungarischen Stasi verweigert habe und selbst Opfer von Bespitzelung wurde. Simicska meint nun, dass der Umstand, dass seine Akte auf Anforderung nach der Wende als verschwunden erklärt wurde, ihm Hinweis darauf ist, dass Orbán womöglich doch Berichte über ihn verfasst habe und tiefer als IM verstrickt war als er zugeben mag und sei es, um seine eigene Karriere zu sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang ist auch interessant, dass der heutige Parlamentspräsident Kövér, ebenfalls aus der Runde der Fidesz-Gründer, 1998 als Minister ohne Geschäftsbereich für die Geheimdienste zuständig war und womöglich mit der Aufgabe betraut wurde, die Aktenlage für Orbán zu bereinigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Äußerungen Simicskas sind im Zusammenhang mit dem &#8222;Medienkrieg&#8220; zwischen ihm und der Fidesz-Spitze zu sehen.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/von-der-familienfehde-zum-totalen-krieg-premier-orban-und-oligarch-simicska/">Mehr dazu hier</a>  .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Debatten über die Stasivergangenheit von Politikern (auch viele der heutigen Fidesz-Leute hatten vor der Wende bereits politisch Karriere gemacht, u.a. Innenminister Pintér) kann in Ungarn nach wie vor fast ausschließlich auf Spekulationen basierend geführt werden, da sowohl die MSZP wie auch Fidesz eine allgemeine Zugänglichkeit der Akten bisher konsequent verhinderten.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/eine-stasi-fuer-die-stasiakten-fidesz-komitee-soll-publikation-von-spitzelnamen-filtern/">Mehr dazu</a>  .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein <a href="http://hungarianspectrum.org/2015/03/08/viktor-orban-is-accused-of-being-an-agent-for-kadars-security-network/" target="_blank" rel="noopener"> ausführlicher Bericht dazu auf hungarianspectrum.org </a> <strong>UPDATE 14 Uhr:</strong> Es tue ihm leid, dass Simicska so &#8222;gesunken&#8220; sei und derart &#8222;niedrige Anschuldigungen&#8220; vorbringt. So reagierte Orbán am Montag am Rande der Botschaftersitzung auf die Frage eines Medienvertreters zu den Simicska-Spitzel-Vorwürfen. Er könne sich weder den Furor Simicskas erklären, noch verstehe er, was er eigentlich andeuten wolle. &#8222;Die Fakten sprechen für sich selbst&#8220;, &#8222;alle Informationen&#8220; lägen vor. Ihm tue diese Art der Auseinandersetzung mit einem Weggefährten &#8222;weh&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Informationen, so Simicska, lägen eben nicht vor, was unter anderem daran liege, dass die Akte mit der Liste aller Stasispitzel der Kádárzeit, der offiziellen wie der inofiziellen, in Moskau liege (bisher sickerten nur partielle Listen durch, was aber auch schon für jede Menge Aufregung sorgte). Dieser Umstand helfe erklären, warum sich Orbán derart an Putin andient. Möglicherweise hat der Kreml ihn und andere Fidesz-Politiker in der Hand&#8230;</p>
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		<title>Die Reihen fest geschlossen: Fidesz-Führungszirkel diszipliniert Abweichler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Dec 2014 08:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[András Giro-Szász]]></category>
		<category><![CDATA[László Kövér]]></category>
		<category><![CDATA[Péter Szijjártó]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 51 &#8211; 2014 POLITIK 19.12.2014 Kratzer im Lack der ungarischen Regierungspartei. Sich h&#228;ufende Bereicherungs- und Korruptionsskandale im engsten Orb&#225;n-Umfeld, die Arroganz&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 51 &#8211; 2014  <strong>POLITIK</strong> 19.12.2014</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="6f4f39" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #6f4f39;" loading="lazy" decoding="async" width="455" height="608" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2014/12/51hvgtitel.webp" alt="Die Reihen fest geschlossen: Fidesz-Führungszirkel diszipliniert Abweichler" class="wp-image-21369 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2014/12/51hvgtitel.webp 455w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2014/12/51hvgtitel-225x300.webp 225w" sizes="auto, (max-width: 455px) 100vw, 455px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Kratzer im Lack der ungarischen Regierungspartei. Sich häufende  <a href="https://www.pesterlloyd.net/die-vergessene-milliarde-orbans-freund-und-kupferstecher-hat-den-ueberblick-verloren/">Bereicherungs- und Korruptionsskandale</a>  im engsten Orbán-Umfeld, die Arroganz der Führungsriege und abstürzende Umfragewerte wecken zwar nicht die Moral, wohl aber Machtverlustängste einst kadavergehorsamerParteisoldaten. Schroff und öffentlich werden Abweichler von der Parteilinie zurechtgewiesen, mit Geldstrafen und Dolchstoßrhetorik belegt. Zur Machtsicherung bedient sich die Fidesz-Spitze Nazi-Stimmen und Mafia-Regeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein eindrückliches Beispiel vom Demokratieverständnis der Führungsriege des Fidesz legte die Fraktionsspitze der Orbán-Partei diese Woche ab. Zwei Fraktionsmitglieder, János Bencsik und Béla Dankó, stimmten am Montag gegen zwei Gesetzesvorlagen der eigenen Partei, bei denen zur Annahme eine Zweidrittelmehrheit erforderlich war. Dabei ging es zum Einen um die Auslagerung und Zusammenlegung der öffentlich-rechtlichen Sender in ein staatliches Non-Profit-Unternehmen sowie um den &#8222;Zwangskindergarten&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wegen &#8222;abweichenden Stimmverhaltens&#8220; wurden die beiden Abweichler von Fraktionsgeschäftsführer György Balla gestern zu je 100.000 Forint Strafgeld verurteilt, weil, so erklärte es Balla gegenüber MTI &#8222;die Parteirichtlinien klar sagen, dass die Mitglieder der Fraktion bei jeder Abstimmung, die eine Zweidrittelmehrheit erfordert, verpflichtet sind, anwesend zu sein und der Parteilinie zu folgen.&#8220; Diese Regel, die an die Zeiten von vor 1989 erinnert, sei am Beginn der Legislaturperiode einstimmig in der Fraktion beschlossen worden. Ungeachtet dessen hätte ja &#8222;jedes Fidesz-Mitglied die Möglichkeit, seine abweichende Meinung in der Fraktion &#8211; und sogar (!) in der Öffentlichkeit zu äußern.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die 2/3-Mehrheit des Fidesz derzeit an einem einzigen Mandat hängt und am Montag zudem ein weiterer Abgeordneter wegen Erkrankung fehlte (Premier und Minister sind bei Auslandsreisen oder &#8222;Terminen der nationalen Sicherheit&#8220; entschuldigt), kam die Abstimmungsmaschinerie plötzlich ins Stocken. &#8222;Zufälligerweise&#8220; entschwanden jedoch just bei Aufruf der Abstimmung zwei Kameraden der neonazistischen Partei Jobbik und stellten so die erforderliche Mehrheit der anwesenden Parlamentarier wieder her, auch DK-Chef Gyurcsány hatte dabei gefehlt, obwohl er kurz vorher noch da war und somit eine Gelegenheit vertan, Orbán eins auszuwischen. Medien rätseln jetzt, welchen Deal man mit den Jobbik-Abgeordneten ausgehandelt haben könnte oder ob das Übereinkommen auf der rechten Seite schon stillschweigend selbstverständlich geworden ist. Dass Gyurcsánys “Orbáns bester Mann” auf Seiten der Opposition ist, weiß man schon lange. Selbst laut der “Fidesz-”Verfassung ist der Abgeordnete seinen Wählern, letztlich seinem Gewissen verpflichtet und de jure unabhängig. Fraktionszwänge sind auch in westlichen Demokratien die Regel, Zuwiderhandlungen werden dort allerdings nicht mit Bußgeldern und verfassungswidrigen Fraktionsstatuten gehandet, sondern der Betreffende würde intern gemaßregelt und schlimmstensfalls bei den nächsten Wahlen von der Kandidatenlisten gestrichen. Es ist also festzuhalten, dass die Fidesz-Fraktion verfassungswidrig handelt und keine Skrupel hat, sich der Stimmen von Faschisten zur Machtsicherung zu bedienen. Falls jemand wissen will, warum auch das den Schwesterparteien der EVP völlig gleichgültig bleiben wird, der sollte einmal in Kiew anrufen&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kampf zwischen weltlichem und geistlichem Machtmissbrauch</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Schon vor einigen Tagen hatte sich das Fidesz-Urgestein Zoltán Pokorni, bis zu den letzten Wahlen Parlamentsabgeordneter und Bildungssprecher seiner Partei, heute &#8222;nur&#8220; noch Bezirksbürgermeister des XII. Bezirks von Budapest, kritisch zu den immer neuen Ungereimtheiten in der Vermögensanhäufung der Orbán-Clique geäußert und öffentlich zur &#8222;Mäßigung&#8220; aufgerufen. Sogar László Kövér, sonst verbaler Kettenhund, sah diese Äußerung als &#8222;bedenkenswert&#8220; an. Sogar einer der führenden &#8222;Friedensmärschler&#8220;, Orbáns Hauschronist, András Bencsik, bemerkte kürzlich, dass Anspruch und Wirklichkeit der &#8222;nationalen Revolution&#8220; mitunter getrennte Wege gehen und die reine Lehre durch das sündhafte Verhalten Einzelner in Gefahr geraten könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Kritik beruht jedoch weder auf demokratischen Skrupeln, noch auf ethischen Grundsätzen, dazu haben diese Personen längst ganz anderweitige Befähigungsnachweise abgelegt, eher schon stammt sie aus Mündern, die nicht so nah an die Futtertröge kommen wie andere oder solchen, die Orbáns Geschwafel vom Erwachen eines neuen Ungarn tatsächlich Glauben schenken. Ein Kampf zwische weltlichen und geistlichem Machtmissbrauch, sozusagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade Bencsik und Kövér sind der Jobbik inhaltlich und formal viel näher als der Fidesz-Mainstream. Und immerhin ist Pokorni der Pate des mit öffentlichen Geldern zu errichtenden &#8222;Skigebietes&#8220; samt Hotelanlagen auf dem fast immer schneefreien Normafa, einem klassischen Fidesz-Konstrukt also. Allerdins fiel er früher bereits schon durch Kritik an der Bildungspolitik, namentlich der Staatssekretärin Hoffmann auf, damals musste Orbán erst ein Machtwort sprechen, bis dieser wieder Ruhe gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Ausgabe des Wochenmagazins HVG <a href="http://www.hvg.hu" target="_blank" rel="noopener"> www.hvg.hu </a> Die Fidesz-Führungsclique als “Heilige Familie”, die den Mammon als Erlöser anbeten. “Schöne Bescherung&#8230;”. Von links nach rechts: Kommunikationsstaatssekretär und Századvég-Waschweib András Giro-Szász, Außenminister und Liebhaber des “Zigeunerbarock” Péter Szijjártó, Kanzleramtsminister János “Wer arm ist, ist selbst Schuld” Lázár, Orbáns “persönlicher Kommunikationsstrategieberater” ohne Vertrag, Árpád “der Giftzwerg” Habony, Orbán (Chef), NAV-Chefin Ildikó “Ohne Dolmetscher fahre ich nirgendwo hin” Vida sowie Fraktionschef Antal “das Täschchen” Rogán. <strong>&#8222;Hinterhältiger Angriff von Politveteranen&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Gestern reagierte Kanzleramtsminister Lázár, die Nr. 2 nach Orbán, in einem Rundfunkinterview auf harsche Weise auf die wahrlich vorsichtigen Mahnungen der Altvorderen. Es war ein Wink mit dem Zaunpfahl an alle im Fidesz, die es wagen, Kritik zu äußern, so wie es gerade auch wegen der Mautpflicht auf der M0 geschah, weil Fidesz-Bezirkschefs Angst vor der Wut ihres Wahlvolkes bekommen, nicht wenige sind nur mit ein paar Dutzend Stimmen Vorsprung im Oktober nochmals wiedergewählt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lázár lässt das alles nicht gelten. &#8222;Wer die Frontkämpfer von hinten angreift, stellt sich selbst ins Aus.&#8220; meinte er in Richtung Pokorni und all die anderen und unterstellte ihm persönlich einen &#8222;hinterhältigen Angriff&#8220;, auf jene, die Tag und Nacht für die Ziele der Partei arbeiten. Dass Lázár die Politik für das Volk als Krieg ansieht, sei hier nur am Rande erwähnt. Ohne Kriegsrhetorik kam Fidesz noch nie aus, sie ist ihr Lebenselixier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Bereicherungs- und Korruptionsvorwürfen sagte Lázár pauschal, dass &#8222;jeder Penny ehrlich verdient&#8220; sei und bezog dabei, neben sich selbst, namentlich Kommunikationschef Giro-Szász, Fraktionschef Rogán, Außenminister Szijjártó und sogar den &#8222;vertragsfreien&#8220; Chefberater Habony ein und mithin genau jene Gruppe, die wegen ihrer offen zur Schau gestellten Dreistigkeit am heftigsten im Verdacht von Korruption, Selbstbereicherung, Amtsmissbrauch etc. stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute hätte kein Regierungsmitglied, kein führender Parteikader mehr die Möglichkeit sich &#8222;auf diese Weise zu bereichern, wie es viele der unter der Vorgängerregierung&#8220; getan hätten. Immerhin habe man (über die Vermögensdeklarationen) über die Jahre alles verfolgen können, da habe es aber niemanden interessiert, was &#8211; neben den &#8220;  <a href="https://www.pesterlloyd.net/angriff-auf-souveraenitaet-ungarn-fuerchtet-sich-vor-actionplan-der-usa-gegen-korruption-in-osteuropa/">Angriffen der USA</a>  &#8220; ein Hinweis darauf sei, dass es sich um eine Attacke von außen handelt. Es sei ohnehin so, dass das öffentliche Misstrauen ja ganz allgemein der &#8222;politischen Elite&#8220; gelte. Er aber wisse, dass &#8222;dieses Misstrauen jeder Basis entbehre&#8220;. &#8222;Pokornis Äußerung ist ein Angriff von hinten. Ein Angriff von einem politischen Veteranen gegen jene, die an der Frontlinie stehen&#8230;&#8220;. Diese Art Angriff sei einer der schändlichsten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sei wichtig, den &#8222;Ausgleich innerhalb der Familie zu wahren, denn dies ist eine Bedingung dafür, dass auch die ungarische Gesellschaft ruhig bleibt.&#8220; Übersetzt aus dem Mafiosischen: Wer nicht schweigt, risikiert, dass die ganze Bude in die Luft geht. Omertá heißt der Fachbegriff dafür&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Orbán kann und wird sich nur selber stürzen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immer wieder gibt es &#8211; in oppositionsnahen Medien häufiger als in unabhängigen &#8211; farbenfrohe Spekulationen über denkbare &#8222;Machtkämpfe&#8220; bei Fidesz und drohende Kontrollverluste bei Orbán. Wie sich heraustellte sind Erstere nichts weiter als Verteilungskämpfe zwischen verschiedenen Machtzentren und Oligarchengruppen sowie sich manchmal überschneidenden Ebenen, also wenn z.B. lokale Platzhirsche der &#8222;Zentrale&#8220; ins Handwerk pfuschen, Revierkämpfe also. Orbán selbst kann nicht gestürzt werden, er wird letztlich, wie jeder gute Diktator, über sich selbst stürzen. Anzeichen für Unkonzentriertheiten und beginnenden Kontrollverlust gibt es, die sind aber nicht parteiintern begründet, sondern hängen mit der Hybris unseres Großen Vorsitzenden zusammen.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/beginnender-kontrollverlust-orban-und-ungarn-am-scheideweg/">Hier mehr dazu.</a>  <em>red. / cs.sz.</em></p>
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