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	<title>Gábor Fodor &#8211; Pester Lloyd</title>
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	<description>Deutschsprachige Nachrichten aus Ungarn und Osteuropa - seit 1854</description>
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	<title>Gábor Fodor &#8211; Pester Lloyd</title>
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		<title>Selbstaufgabe der Opposition in Ungarn: Spitzenkandidat der Sozialisten schmeißt hin</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Oct 2017 07:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Ferenc Gyurcsány]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 41 &#8211; 2017 POLITIK 09.10.2017 &#8222;Es war ein Fehler, zu glauben, die Linke wolle wirklich die Wahlen 2018 gewinnen.&#8220; So das&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 41 &#8211; 2017  <strong>POLITIK</strong> 09.10.2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Es war ein Fehler, zu glauben, die Linke wolle wirklich die Wahlen 2018 gewinnen.&#8220; So das resignierende Statment von László Botka, der in der Vorwoche seine Spitzenkandidatur für die MSZP, also die Herausforderung Orbáns aufgab, rund ein halbes Jahr vor der Wahl. Die Schadenfreude bei der Regierungspartei ist unverhohlen und auch der totgewünschte Ex-Premier Gyurcsány dürfte von dem Abgang profitieren. Die Oppositionsgruppen beschwören nun eine Einheit, die es nie gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Tschüss. Ein halbes Jahr vor der Wahl, gibt der linke Spitzenkandidat auf&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Stattdessen wollen die nur ein paar Oppositionsmandate im Parlament des Orbán-Regimes ergattern&#8220; und so weitermachen wie bisher, resümierte Botka. Er habe schlicht &#8222;unterschätzt&#8220; wie &#8222;tief die Politmafia die demokratische Opposition bereits unterwandert&#8220; habe, seine eigene Partei eingeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letzter Auslöser für seinen Entschluss zur Aufgabewar ein Angebot, dass er sechs demokratischen Parteien (DK, LMP, Együtt, PM, Momentum, Liberale) gemacht habe, ihnen die Hälfte der Plätze auf einer gemeinsamen Oppositionliste zu überlassen. Ein Angebot, dass ohne Resonanz blieb. Doch genau so ein Bündnis wäre unverzichtbar, um einen Regierungswechsel herbei führen zu können. Vor allem die LMP und die DK von Ex-Premier Guyurvsány hätten klar gemacht, dass sie auf ihren eigenen Kandidatenlisten bestehen werden. So werden die Stimmen geteilt, was gerade für die Direktmandate, die bereits mit relativer Mehrheit zu erringen sind, verheerend wird. Mit Botka, der Bürgermeister von Szeged bleibt, trat auch MSZP-Vizechef István Újhelyi zurück. Das Fatale an der Zersplitterung der demokratischen Opposition, so Botka, sei, dass jene, die Orbán nicht mehr wollten, sich nun eher Jobbik zuwandten, auch wenn sie das Orbán-Regime damit nur stärkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schadenfreude im Regierungslager war unverhohlen: Botka sei in &#8222;Skandale verstrickt&#8220; und sein &#8222;Versagen keine Überraschung&#8220;, schließlich ist er &#8222;nicht anders als Gyurcsány und andere Sozis&#8220;, hieß es in einer Aussendung der Fidesz-Parteizentrale. Er habe für die &#8222;Bajnai-Sparpakete gestimmt wie alle Sozialisten und auch der nächste wird so sein, auf der Linken hat sich nichts geändert.&#8220; Für Fraktionschef Gulyás bedeute der Rücktritt &#8222;keine Änderung unserer Strategie&#8220;, &#8222;das gewichtigste Argument für uns, sind die Errungenschaften unserer Regierungszeit.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die neonazistische Jobbik, die sich angestrengt um ein bürgerliches Image müht und in vielen Positionen bereits rechts von Fidesz überholt wurde, sieht im Rücktritt einen &#8222;Endpunkt im Versagen der Linken&#8220;. &#8222;Die Linke ist nicht nur unfähig, Orbán abzusetzen, sie haben nicht mal Lust dazu.&#8220; Sie &#8222;schielen nur auf ein paar Parlamentssitze und die dazugehörigen Privilegien&#8220;, so Péter Jakab, der dafür warb, dass jede Stimme für die MSZP nun eine verlorene Stimme sei. &#8222;Sie gehören gar nichts mehr ins Parlament.&#8220; Jobbik hingegen &#8222;bietet eine Alternative für alle Ungarn ein, die Ex-Wähler der MSZP eingeschlossen&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die grün-national-liberale LMP hofft als Partei der Mitte, die in letzter Zeit vor allem zur rechten Seite offen wurde, ebenfalls auf enttäuschte Linkswähler und will daher &#8222;den Rücktritt als interne Angelegenheit der MSZP&#8220; sehen. Man werde weiter gegen die Orbán-Regierung und für soziale Gerechtigkeit kämpfen, &#8222;und dabei auch jene vertreten, die durch Botkas Rücktritt den Glauben an einen Wandel verloren haben.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lajos Botka von den Liberalen MoMa und einer der wenigen, der positiv auf Botkas Wahlpakt ansprach, &#8222;bedauert&#8220; den Rücktritt, denn in ihm sah er &#8222;einen Kandidaten für die gesamte Opposition&#8220;. Sein Bedauern dürfte jedoch auch daher rühren, da Botka praktisch nur über eine gemeinsame Liste ein Mandat erringen kann. Die andere liberale Partei von Gábor Fodor steht &#8222;bereit&#8220; für ein Bündnis, aber das &#8222;liege nun an den Sozialisten&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den Sprecher von &#8222;Dialog für Ungarn&#8220; (eine linke LMP-Abspaltung) eröffnen sich nun sogar Möglichkeiten &#8222;über individuelle Kandidatenlisten&#8220;, also jenseits von Parteienproporz mit allen zu reden. &#8222;Dialog glaubt immer noch daran, dass die Regierung ablösbar ist.&#8220; Man werde &#8222;mit allen sprechen&#8220;, um sicherzustellen, dass in jedem der 106 Direktwahlkreise &#8222;nur ein einziger Oppositionskandidat antritt.&#8220; Auch die Partei Együtt will im Verbund mit Dialog, LMP und der neuen Bewegung Momentum für die Strategie je eines gemeinsamen Kandidaten kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ins Fäustchen gelacht haben dürfte sich Ex-Premier Ferenc Gyurcsány mit seiner Demokratischen Koalition (DK), war es doch Botka, der bei seiner Nominierung ihn als den größten Klotz am Bein der Opposition beschrieb und ihn im gleichen Atemzug wie Orbán in den politischen Ruhestand schicken wollte. Gyurcsány ist immer noch da. Sein Parteisprecher Gréczy negierte, dass die Differenzen mit der DK zum Rücktritt geführt hätten, viel eher seien &#8222;Botka und Újhelyi nicht in der Lage gewesen, die internen Differenzen zu klären.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gyurcsány bremst seine Anhänger, sie sollten nicht in Jubel ausbrechen, weil Botka weg sei, &#8222;wir brauchen Verbündete, um Orbán zu stürzen&#8220;, sagte er. &#8222;Ich bleibe optimistisch, trotz dieser Entwicklungen&#8220;, &#8222;jede Stimme für die Linke&#8220; zähle und erwartet für seine Partei 10-15% der Stimmen. Wenn die Opposition die richtigen Kandidaten aufstellt und an einem Strang zieht, kann &#8222;man Fidesz 60-70 Mandate abnehmen, sie wären dann in der Minderheit.&#8220; Mag die Opposition auch noch so &#8222;verschieden&#8220; sein, so der Ex-Premier, eine Sache habe man doch gemeinsam: &#8222;Wir alle wollen eine normale, europäische Republik&#8220;. Und die gebe es nur ohne Orbán.</p>
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		<title>Weder Freiheit, noch Gleichheit, noch Brüderlichkeit in Ungarn: Opposition zum Nationalfeiertag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Mar 2017 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratische Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Gábor Fodor]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 11 &#8211; 2017 POLITIK 16.03.2017 Neben den seit 2010 von der Regierungspartei Fidesz f&#252;r ihre Propaganda vereinnahmten staatlichen Feiern zum 15.&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 11 &#8211; 2017  <strong>POLITIK</strong> 16.03.2017</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="716869" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #716869;" fetchpriority="high" decoding="async" width="555" height="365" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2017/03/1711pfeifenoppoistion-Andere-.webp" alt="1711pfeifenoppoistion (Andere)" class="wp-image-22015 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2017/03/1711pfeifenoppoistion-Andere-.webp 555w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2017/03/1711pfeifenoppoistion-Andere--300x197.webp 300w" sizes="(max-width: 555px) 100vw, 555px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den seit 2010 von der Regierungspartei Fidesz für ihre Propaganda vereinnahmten  <a href="https://www.pesterlloyd.net/wind-von-1848-und-viel-heisse-luft-orban-will-bruessel-stoppen/">staatlichen Feiern zum 15. März</a>  , bei denen Premier Orbán sich als Bannerträger der 1848er Revolution inszeniert, hielten traditionell auch die oppositionellen Parteien des Landes Manifestationen ab, um die Regierung als Verräter dieser Ideale zu brandmarken. Der einst so stolze Tag ist endgültig zum Mahnmal der Spaltung Ungarns verkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Protest gegen den Protest. Mitglieder der Fidesz-Jugendorgansation Fidelitas bezichtigen die Opposition, unter der Fuchtel “ausländischer Mächte” zu stehen. “Soros zahlt, Juhász (der Együtt-Chef) pfeift.” heißt es auf den uniformen Plakaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>1848/49: Kampf um äußere und innere Freiheit</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Kurz zur Einordnung: Die Ereignisse 1848/49, die in Ungarn vor allem mit den Namen Kossuth, Petöfi, Széchenyi und Bem verbunden sind, bedeuteten sowohl einen national definierten Aufstand, später Krieg gegen die &#8222;internationalistische&#8220; Habsburger Fremdherrschaft, jedoch eben auch einen Kampf um bürgerliche Grundrechte wie allgemeines Wahlrecht, Pressefreiheit, unabhängige Justiz in Abgrenzung zum feudalen Absolutismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Ambitionen der nationalen Unabhängigkeit zunächst in einer blutigen militärischen Niederlage gegen mit Österreich verbündete russische Truppen endete und 1867 zum Ausgleich mit Österreich als einem faulen Kompromiss zu Gunsten ungarischer Oligarchen (die ja vielfach eher Österreicher waren) und ihrer regionalen Machtansprüche mündete, dessen Auswirkungen bis Trianon reichten (auch wenn dieser Zusammenhang von der betriebsblinden ungarischen Geschichtsinterpretation stets geleugnet wird), scheiterte die Demokratisierung kläglich, u.a. auch, weil sie von den eigenen &#8222;Helden&#8220;, vor allem der ungarischen Adelsschicht als schädlich für ihre Interessen der Auspressung des Volkes &#8211; diesmal auf eigene Rechnung &#8211; erkannt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der eigentliche Protagonist der &#8222;bürgerlichen Revolution&#8220;, der heute auch von Orbán als Freiheitskämpfer gefeierte und missbrauchte Lajos Kossuth, verbrachte den Rest seines Lebens &#8211; auf Drängen der Kräfte des &#8222;Ausgleichs&#8220; &#8211; im Exil, vor allem in den USA und müsste sich heute wohl ebenso als Soros-Jüngling als &#8222;Botschafter fremder Mächte&#8220; beschimpfen lassen wie die heutigen Vertreter liberaler, europäischer, demokratischer Gesellschaftsmodelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/wind-von-1848-und-viel-heisse-luft-orban-will-bruessel-stoppen/">Während Orbán</a>  also das Heldenhafte von 1848 vor allem in der Legende um das Ringen um &#8222;nationale Eigenständigkeit&#8220; sieht, eine faule Ausrede für eine Umverteilung der Macht, betonen die Oppositionsparteien die Ideale der bürgerlichen Emanzipation und größerer gesellschaftlicher Gerechtigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MSZP: Keine Freiheit, wenn Millionen hungern</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>MSZP-Chef Gyula Molnár konstatiert daher einen &#8222;Mangel an Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit in Ungarn&#8220;. Es könne auch &#8222;keine Freiheit geben, in einem Land in dem vier Millionen Menschen hungern, keine Gleichheit, in einem Land, wo vor allem die Politiker und deren Freunde reich werden und keine Brüderlichkeit, in einer Gesellschaft, die keine gemeinsamen Ziele verfolgt.&#8220; Die von Kossuth geforderte und über leidensstarke Jahrzehnte errungene Pressefreiheit und damit ein wesentliches Merkmal einer Demokratie, sei in Ungarn &#8222;Vergangenheit&#8220;, sagte er mit Verweis auf die putschartige Schließung der führenden Oppositionszeitung &#8222;Népszabadság&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Partei werde &#8211; wenn sie wieder an der Macht ist &#8211; dafür sorgen, dass Besserverdiener (er verortet diese ab einem monatlichen Einkommen von 3.200 EUR) wieder angemessen Steuern zahlen müssen. Um die Regierung abzulösen müssten alle Kräfte, Parteien, NGO´s, Gewerkschaften und &#8222;die Menschen auf der Straße&#8220; sich vereinen. Die MSZP wolle &#8222;die Partei des Wandels&#8220; werden, Ungarn entscheide 2018 über sein Schicksal.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jobbik: &#8222;Wir sind die Partei des Volkes.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die mit der sozialdemokratischen (eher neoliberal-proeuropäischen) MSZP in Umfragen gleichauf liegende neonazistische Partei Jobbik, die sich bemüht ein bürgerliches Antlitz abzuliefern, pickt sich die Stichworte &#8222;Freiheitskampf&#8220; und &#8222;Freiheitswille&#8220; aus den Ereignissen 1848/49 heraus. Ungarn dürfe sich nicht &#8222;ausländischen Besatzern&#8220; noch &#8222;inländischen Großgrundbesitzern&#8220; unterwerfen, sagte Jobbik-Chef Vona. &#8222;Unsere Partei steht auf der Seite des Volkes&#8220;, das &#8222;mehr Freiheit, Gerechtigkeit und finanzielle Sicherheit&#8220; verlange und das Recht habe, &#8222;Politiker für ihr Handeln zur Verantwortung zu ziehen.&#8220; Wenn Jobbik an die Macht kommt, so Vona, &#8222;wird Politik nicht mehr ein Synonym für Mafia, sondern für den Dienst am Volke&#8220; sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Hundert oppositionelle Pfeifen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man solle es nicht &#8222;einem Orbán überlassen, zu entscheiden, zu welchen Fragen Referenden abgehalten werden, wer Präsident wird oder ob mehr Krankenhäuser oder Fußballstadien gebaut werden.&#8220; Vona rühmte sich dafür, eine &#8222;Europäische Bürgerinitiative&#8220; gegründet zu haben, die sich &#8222;für gleichen Lohn für gleiche Arbeit in ganz Europa&#8220; einsetze. Man &#8222;bitte nicht um Almosen, sondern um das, was uns zusteht.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ex-Premier Gyurcsány: Orbán kann man nicht mit Trillerpfeifen beseitigen</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die Partei &#8222;Demokratische Koalition&#8220; von Ex-Premier Gyurcsány, Nummer 3 im Oppositionslager mit ca. 7% Zustimmung, richtete Orbán am Nationalfeiertag aus, dass es &#8222;Freiheit ohne Rechtsstaat und Demokratie nicht geben&#8220; könne. Orbán habe die staatlichen Institutionen &#8222;ruiniert&#8220;. Ungarn stehe es gut an, &#8222;gleichzeitig gute Ungarn und gute Europäer zu sein&#8220;, denn Ungarns Freiheit ist untrennbar mit der Freiheit ganz Europas verbunden, heute wie 1848.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die &#8222;heutige ungarische Regierung negiert die Menschenwürde&#8220;, ein Recht, über das keine Regierung zu befinden hat, weil es allen Menschen von Geburt an zustehe, so Gyurcsány. Wer meint, dass &#8222;Isolation und Verweigerung&#8220; die Antwort auf die heutigen Herausforderungen seien, der &#8222;ist nicht im Konflikt mit der Europäischen Kommission, sondern mit den Grundfesten Europas.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Partei stehe für Ungarn als einem &#8222;offenen Land mit verschiedenen Mentalitäten, die koexistieren&#8220; könnten, &#8222;ein Land mit Menschen, die sich nicht vor Menschen anderer Herkunft fürchten&#8220;, weil alle &#8222;das Menschliche eine&#8220;. Gyurcsány, der sich bei der Bildung möglicher Wahlallianzen für 2018 von der MSZP und anderen Linksparteien hintergangen sieht, die seinen &#8222;Abschied aus dem öffentlichen Leben&#8220; fordern, meint, &#8222;Demokraten dürften nicht arrogant sein und glauben, sie würden die alleinige Wahrheit pachten. Sie müssten sich die Hand reichen.&#8220; Zusammen habe man die Kraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ein paar hundert oder tausend Menschen pfeifen den Lord der Tyrannei aus und schon zittern die Mächtigen&#8220; beschwor Gyurcsány die Macht der Straße, auch wenn er nicht glaube, dass man &#8222;das Orbán-Regime mit Trillerpfeifen beseitigen&#8220; könne. So habe doch jeder das Recht dem Premier seine Meinung zu pfeifen. &#8222;Der Tyrann gehört beseitigt, mit legalen Mitteln, durch Wahlen&#8220;, nur das garantiere Frieden und Stabilität im Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Együtt: Mafiastaat bekämpfen</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die linksliberale Kleinparte Együtt (die übrigens das Pfeifkonzert organisierte) rief die Oppositionskollegen zu gemeinsamen Anstrengungen auf, &#8222;die Freiheit zu beschützen und gegen den Kreis des Bösen&#8220; aufzustehen. Am Denkmal des Revolutionsdichters Sándor Petőfi, der blutjung auf dem Schlachtfeld starb, sagte Ko-Vorsitzender Balázs Berkecz, dass 1848 die Revolution &#8222;mutiger Menschen&#8220; war, die gegen die &#8222;Arroganz der Machthaber und ihre Weltordnung&#8220; opponierten. Freiheit, das sei die Lehre dieser Helden, gebe es nicht ohne Einsatz &#8211; man muss für sie kämpfen. Die heutigen Machthaber haben &#8222;uns die Freiheit genommen und unser Land auf das Niveau einer Dikatur&#8220; demoliert. &#8222;Wir müssen diesen Mafiastaat bekämpfen, der die Wahrheit Tag für Tag mit Füßen tritt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8222;Grüne&#8220; LMP: Nicht nur Regierungs-, sondern Systemwechsel</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die einst grüne, heute er national-liberale LMP, versammelte sich am emblematischen Pilvax-Café, einst Ausgangspunkt der jüngeren Aufständischen. &#8222;Die Ideale Unabhängigkeit, Selbstbestimmund und Souveränität&#8220; seien es, die man von den Ereignissen vor 169 Jahren ins Heute mitnehme. Das Projekt AKW Paks 2 sei ein eindrückliches Beispiel dafür wie sehr die Regierung das Recht der Selbstbestimmung, der freien Entscheidung missachte und über die Köpfe der Interessen der Menschen regiere. Es brauche sowohl &#8222;eine neue Regierung als auch einen Systemwechsel&#8220;, dazu aber keine blutige Revolution, sondern &#8222;viele kleine, friedliche Revolutionen&#8220;, die bereits &#8222;im Gange&#8220; seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Liberale: Freiheitswille vor politischen Egoismus stellen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die liberale &#8222;1-Mann-Partei&#8220; MLP von Ex-SZDSZ-Mann Gábor Fodor meint, dass die &#8222;Hoffnung eines modernen, liberalen Ungarns&#8220; noch immer lebendig sei, die Hoffnung, dass die Ungarn gegen die sie unterdrückenden Mächte siegreich sein werden. 1848 standen die Chancen der Revolutionäre deutlich schlechter als für uns heute, so Fodor. Die &#8222;Demokraten Ungarns haben eine Chance zu gewinnen, wenn ihr Wunsch nach größerer Freiheit für alle stärker ist als ihr Wille sich gegenseitig aus der politischen Landschaft auszuschließen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ex-Präsidentschaftskandidat: Die heimischen Unterdrücker sind das Problem</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Der gerade mit 39 Stimmen gescheiterte Präsidentschaftskandidat László Majtényi, dem es immerhin gelang von allen demokratischen Parlamentsparteien unterstützt zu werden (also außer Fidesz-KDNP und Jobbik), zieht den Schluss, dass uns 1848 lehrt &#8222;den Kampf für Freiheit niemals aufzugeben, was immer er koste&#8220;. Vor einigen Hundert Anhängern, die von der Staatsoper zur &#8222;Verfassungsstraße&#8220; zogen, sagte er &#8222;wie verzweifelt die Lage auch scheinen mag, die Situation kann sich binnen Stunden ändern&#8220;. Es gebe auf der Welt zwei Arten von Nationen. &#8222;Freiheitsliebende und solche, die frei sind.&#8220; Es werde Zeit, dass Ungarn wieder von der ersten zur zweiten Art wechsle. Dabei gehe es für &#8222;uns nicht darum uns von ausländischen, sondern von heimischen Unterdrückern zu befreien.&#8220;</p>
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			</item>
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		<title>Giftbecher der Demokratie: Ungarns Linke als Steigbügelhalter für Rechtsextreme?</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2017 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Ferenc Gyurcsány]]></category>
		<category><![CDATA[Gábor Fodor]]></category>
		<category><![CDATA[Gábor Vona]]></category>
		<category><![CDATA[Péter Medgyessy]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 01 &#8211; 2017 POLITIK 07.01.2017 Giftbecher der Demokratie: Ungarns Linke als Wahlhelfer f&#252;r Neonazis? Soll man mit Belzebub paktieren, um den&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 01 &#8211; 2017  <strong>POLITIK</strong> 07.01.2017</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Giftbecher der Demokratie: Ungarns Linke als Wahlhelfer für Neonazis?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Soll man mit Belzebub paktieren, um den Teufel zu vertreiben? Die ungarische Opposition sucht weiter nach einer Erfolg versprechenden Strategie für die voraussichtlichen Wahlen 2018. Im Zentrum der bis dato fruchtlosen Debatten steht, neben der Suche nach einem gemeinsamen Spitzenkandidaten, aktuell auch die denkbar gewordene Kooperation mit der neonazistischen Jobbik, die nicht nur einen Tabubruch, sondern mutmaßlich die größte aller denkbaren Katastrophen bedeuten würde. Eine Analyse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gábor Vona, Chef der rechtsextremen Jobbik, kann abwarten und Popcorn essen. Um ihn buhlen Fidesz und die Linken&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarn im achten Jahre des Herrn Orbán: Wer in dem Land eine parteiübergreifende Bürgerbewegung sucht, die sich gegen Orbáns völkisch-ständestaatliche Kleptokratie auflehnt, sucht vergebens. Stellvertreterkriege und Hetzkampagnen gegen Flüchtlinge und alles &#8222;Liberale&#8220;, ein Krieg gegen unabhängige Medien, eine systematische Umwandlung der Republik in einen postfeudalen Untertanenstaat mit rekordverdächtigen Armutsquoten und  <a href="https://www.pesterlloyd.net/unser-klaeglich-brot-warum-die-steuer-und-mindestlohnpolitik-in-ungarn-asozial-ist/">Milliarden-Steuergeschenken</a>  für die Oberklasse, Günstlingswirtschaft und Raubzüge an EU-Milliarden, planwirtschaftlicher Staatskapitalismus zwischen Konzernen und Nomenklatura, Zertrümmerung demokratischer Kontrollmechanismen, Vertreibung der qualifizierten Jugend in den Westen,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/durchgefallen-pisa-stellt-orbans-bildungspolitik-ein-miserables-zeugnis-aus/">Volksverdummung in den Pflichtschulen</a>  , Zusammenstreichen der Hochschulbildung &#8211; und es wehrt sich niemand&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schande über das Land, seine Demokraten und seine Opposition: Die sogenannte links-liberale Opposition, fragmentiert zwischen der lange regierenden MSZP sowie der DK (Ex-Premier und MSZP-Chef Gyurcsány), grün bis links-, bis nationalliberalen Gruppen von LMP (einst grün, jetzt eher nationalliberal bis orbán-opportunistisch), über Együtt (initiiert von Ex-Premier Bajnai), PM (LMP-Abspaltung) oder Ein-Mann-Parteien wie der MLP (Ex-SZDSZ-Chef) und MoMa (Ex-Minister Bokros), ist nun nochmal in sich gespalten. Nämlich bei den zwei Fragen:1. Soll man 2018 mit dem Belzebub paktieren, um den Teufel vom Thron zu stürzen? 2. Soll es einen gemeinsamen Spitzenkandidaten geben und wenn ja, wer soll das sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Lichte der prekären Lage, in die sich die ungarische Opposition manövriert hat, erscheint die immer häufiger zirkulierende Idee, sich der Wählermassen der Ultrarechten zu bedienen, um in Ungarn einen Machtwechsel um jeden Preis herbeizuführen, attraktiv. Nein. Eigentlich klingt diese Idee wie der Ruf nach dem Schierlingsbecher der letzten Demokraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz nach Weihnachten meldete sich <strong>Péter Medgyessy</strong>, einst Ministerpräsident einer MSZP-SZDSZ-Koalition im regierungskritischen TV-Sender ATV zu Wort und erklärte, dass die Analyse von Wählerdaten und Umfragen nur einen Schluss zulasse: die MSZP sowie die DK müssten sich mit der rechtsextremen Jobbik zusammentun, wenn sie 2018 Orbán und dessen Fidesz von der Macht ablösen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die linke Philosophin und Holocaustüberlebende Ágnes Heller rät zu einer Kooperation mit Jobbik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sollten, so sein Vorschlag, sich so abstimmen, dass sie sich in den Einzelwahlkreisen, in denen mehr als die Hälfte der Mandate vergeben werden, keine Konkurrenz machten, sich also auf den jeweils aussichtsreichsten Kandidaten einigen, in mehr als der Hälfte der Fälle wäre das wahrscheinlich ein Jobbik-Kandidat. Nur so könnten sie die Fidesz-Kandidaten schlagen und genügend Direktmandate einfahren, um den zu erwartenden Vorsprung der Regierungsparteien bei den Landeslisten aufzufangen und Orbán zu besiegen. Für diesen Vorschlag solle man ihm nicht böse sein, so Medgyessy, er gebe nur wieder, was die Daten sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt nicht wenige bei &#8222;den Linken&#8220;, die diesem Vorschlag etwas abgewinnen können. Der Frust über die schier unantastbare Sattelfestigkeit Orbáns sitzt so tief, dass man ausblendet, dass es vor allem die eigene katastrophale Performance ist, die Orbán so stark macht. Die Daten sind klar: Orbán verfügt über eine Wählerbasis, die, je nach politischer Wetterlage zwischen 28 und 38% aller Wahlberechtigten beträgt. Theoretisch wäre er also schlagbar. Das von Fidesz bearbeitete Mehrheitswahlgesetz sowie die Fragmentierung und Auto-Marginalisierung der Opposition jedoch, gekoppelt mit einer schier absoluten Medienmacht lassen  <a href="https://www.pesterlloyd.net/sonntagsfrage-ungarn-orban-mit-3-4-mehrheit-neonazis-auf-platz-2-linke-grundelt/">in aktuellen Umfragen</a>  jedoch bis zu 54% der Wählerstimmen und also bis zu einer 3/4-Mandatsmehrheit aufscheinen, die jeden Gedanken an einen Machtwechsel 2018 absurd erscheinen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Medgyessy und die &#8222;Genossen&#8220;, die seiner Idee folgen, übersehen einige Aspekte, die eine Kooperation mit Jobbik zu einem katastrophalen Bumerang werden lassen. Zunächst ist und bleibt die Partei rechtsextrem, menschenfeindlich und rassistisch, ja neonazistisch, auch wenn ihr Vorsitzender tonnenweise Kreide frisst, auch wenn ein Gericht deren Betitelung als extremistisch den Medien verbietet. Und: Jobbik bleibt eine wichtige Machtstütze für Fidesz, auch wenn die beiden führenden Rechtsparteien derzeit einen  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ist-der-fuehrer-schwul-orbannaher-tv-sender-outet-jobbik-chef-als-szene-hasen/">&#8222;Warme-Bruderkrieg&#8220;</a>  führen und Jobbik einige Gesetzentwürfe, am spektakulärsten die geplante  <a href="https://www.pesterlloyd.net/machtkampf-im-rechten-lager-verfassungsaenderung-in-ungarn-vorerst-gescheitert/">Verfassungsänderung zur Flüchtlingspolitik verhindert</a>  hat, obwohl sie Fidesz früher immer wieder bei der verfassungsändernden Mehrheit aushalf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vergessen wir auch nicht, dass Orbán sich Jobbik über Jahre bewußt warm gehalten hat, um die Opposition und potentielles Protestwahlpotential säuberlich in links und rechts zu trennen und so zu schwächen. Links zerlegte sich freiwillig weiter, wurde aber Jobbik zu stark, erfüllte Orbán einige Forderungen derer Anhänger und radikalisierte Fidesz soweit es eben für die Machtbalance nötig war. Grenzen und Skrupel kannte Orbán dabei nicht, so dass es zu dem Punkt kam, dass Jobbik den Fidesz offen vor sich her trieb. Dann zog Orbán die Notbremse und erklärte der rechten Flanke den Krieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verstimmung glaubt die Linke nun nutzen zu können: Unterstützen demokratische Oppositionsparteien aber die Jobbik bei den Wahlen 2018, halten sie letztlich den Steigbügel für die Machtergreifung einer im Grunde nazistischen Partei. Denn nichts anderes, die Machtübernahme, ist das Ziel von Gábor Vona, dem Jobbik-Chef und seinen Strategen und Finanziers im Hintergrund, von regionalen Günstlingen bis hin zu russischen Geheimdienstkreisen. NATO- und EU-Austritt wären eine Folge, Diskriminierung und offene Verfolgung, ja Deportation von Minderheiten und Andersdenkenden eine andere. Alles nachzulesen in den Reden und Statments der Partei und ihrer Spitzenvertreter. Die “Garden” würden dann freie Hand bekommen. Da Orbán die demokratischen Kontroll- und Schutzmechanismen bereits in ein tiefes Koma legte, wäre es für Jobbik nur eine Sache von Wochen, die Stecker endgültig zu ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">All das bekümmert einige &#8222;Strategen&#8220; auf der linken Politseite Ungarn wenig, sind sie doch nur auf eine Ablösung Orbáns fixiert und kommen gar nicht mehr auf den Gedanken, selbst durch entsprechende Oppositionspolitik, Programmatik, Mobilisierung und Personalpolitik, für eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse zu sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der wachsenden Zustimmung für eine Links-Rechts-Achse gegen das Orbánsche Parteien- und  <a href="https://www.pesterlloyd.net/hat-nichts-mit-politik-zu-tun-ungarn-steht-vor-medialer-gleichschaltung/">Medienbollwerk</a>  , haben die Skeptiker noch die Mehrheit im Diskurs. Sowohl die MSZP-Spitze, als auch die kleineren Linksparteien, u.a. die Liberalen, aber auch PM und Együtt, schließen eine Kooperation mit Jobbik weiter aus. Das Maximale, was man sich hier vorstellen könnte, wäre, mit Jobbik zu stimmen, um einen Premier Orbán zu verhindern, wenn es die Konstellation 2018 zuließe. Doch was wäre dann die Alternative? Ein Reichskanzler Vona? Glaubt wirklich jemand auf der linken Seite, dass Jobbik keine Koaltion mit Fidesz &#8222;im nationalen Interesse&#8220; eingehen würde, um zunächst ein Stück vom Kuchen zu bekommen, bevor man sich die ganze Torte holt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">MSZP-Chef Gyula Molnár hat den Blick noch recht klar, zumindest wahlstrategisch. &#8222;Die Kräfte mit Jobbik gegen die Regierungsparteien zu vereinen, würden Land und Wähler in eine Sackgasse führen&#8220;. Natürlich: MSZP-Wähler wären gezwungen Jobbik-Kandidaten anzukreuzen. Bei der DK von Gyurcsány kam das auf lokaler Ebene schon vor, eben um einen Fidesz-Bürgermeister zu verhindern. Nun hat man dafür einen Jobbik-Bürgermeister&#8230; Auch der Liberalen-Chef Gábor Fodor, heute MLP (ein Sitz), früher SZDSZ, will nichts von einer Kooperation mit Jobbik wissen, fordert stattdessen die Einheit der Demokraten gegen Jobbik und Fidesz ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese, zwar informelle, aber klare neue Einheit, solle sich schon bald bei der Kür des Staatspräsidenten im Parlament (Fidesz-Mann Áder bekommt eine zweite Amtszeit) manifestieren, in dem die linke Opposition den unabhängigen Verfassungsjuristen und ehemaligen Ombudsmann für Grundrechte, <strong>László Majtényi (Foto)</strong>, aufstellte und gemeinsam unterstützen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dessen Kandidatur ist zwar nur symbolisch, denn er hat gegen die Fidesz-Mehrheit keine Chance, zumal Jobbik bereits ankündigte, keinen Kandidaten zu unterstützen, weil man die Direktwahl des Präsidenten durch das Volk fordere. Doch ist die Abstimmung eine gute Gelegenheit, Majtényi bekannt zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der hat klare Ansichten darüber, was in Ungarn gerade Not tut und bittet darum, dass ihn nur die Parlamentarier unterstützen mögen, die diesen vier Punkten zustimmen: 1. Die Wiederherstellung der (Demokratischen) Republik, 2. Wiederherstellung fairer Wahlen, die Machtwechsel ermöglichen, 3. Konzertierter Kampf gegen die Massenarmut, 4. Kampf gegen die institutionalisierte Korruption. Er ergänzt: &#8222;Ich bin mir über die Chancen im Klaren, aber auch darüber, dass meine Kandidatur Möglichkeiten eröffnet, Angelegenheiten zu benennen, die uns alle angehen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die demokratische Opposition müsste sich nun bald einigen: Soll es László Majtényi, der einzig parteilich nicht belastete Kandidat machen, der sogar im bürgerlichen Lager Anhänger findet oder doch der schon genannte Ex-EU-Kommissar Andor, gar MSZP-Bürgermeister von Szeged, Botka oder taucht am Ende doch wieder der tödliche Running Gag der ungarischen Linken, Ferenc Gyurcsány, auf, um dem Land zu erklären, dass nur er es retten kann?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jobbik sieht der schmerzlichen und noch kaum ernst zu nehmenden Positionsfindung auf der Linken gelassen zu. Man wird nun von Links und Rechts hofiert, wenn auch verhasst und mit zusammengekniffenen Zähnen. Vona kann behaupten, Orbán stürzen zu wollen, ohne ihn stürzen zu müssen, bevor er selbst als Nachfolger feststeht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbáns Fidesz kommentiert die Gedankenspiele höhnisch und angesichts der Umfrageergebnisse auch völlig gelassen. Die regierungseigene Nichtregierungsorganisation CÖF (Friedensmärsche, öffentliche Geldverteilung) ließ Gyurcsány und Vona zusammen plakatieren mit dem Spruch &#8222;Sie haben sich gefunden.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbán hat alle Fäden in der Hand. Sollten die Korruptionsskandale aus dem Ruder laufen, die Flüchtlinge und somit die machterhaltende Grundlage der Angst ausbleiben und ihm auch sonst nichts Großes einfallen, wird er irgendeine Bedrohung kreieren (z.B. EU) und &#8222;das Volk nach seinem Willen&#8220; fragen, also Neuwahlen ansetzen, zu einem Zeitpunkt, der ihm den Sieg quasi garantiert.</p>
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		<title>Bis 2017: Parlament in Ungarn genehmigt 150 Soldaten im Kampf gegen IS</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[András Schiffer]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 16 &#8211; 2015  <strong>POLITIK</strong> 15.04.2015</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 137 zu 57 Stimmen wurde am Dienstag die parlamentarische Genehmigung zum Einsatz von bis zu 150 Soldaten im Irak bis Ende 2017 erteilt, gleichzeitig dazu ein Budget von jährlich bis zu 90 Mio. EUR genehmigt. Die Truppen sollen das Lager der Anti-IS-Koalition in bzw. bei Erbil bewachen helfen. Der Einsatz erfolgt &#8211; laut Außenminister &#8211; auf Anforderung der USA im Namen der NATO.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbáns Kanzler Lázár behängt 2012 ungarische Afghanistan-Rückkehrer mit Orden Während einige als &#8222;Unabhängige&#8220; firmierende Vertreter kleinerer Oppsotionsparteien, u.a. Együtt, DK (Gyurcsány-Partei) und Liberale, für die Vorlage der Regierung stimmten &#8211; mit Vorbehalten, aber im Interesse der Sache &#8211; lehnten die MSZP (Sozialdemokraten), die Jobbik (Neonazis), die LMP (Grüne), die PM-Abgeordnete Szabó sowie der Együtt-Vertreter Kónya und, mit dem Gründer der Fidesz-Kampfgruppe János Bencsik auch ein Fidesz-Vertreter sie ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die MSZP begründete ihr Nein damit, dass die Armee gar nicht in der Lage ist, die Anforderungen an einen Kampf gegen die Terroristen zu erfüllen und so nur eine Hilfstruppe darstellt. Lieber sollte Ungarn Hilfsgüter liefern und Verwundete zu Hause behandeln</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jobbik findet, dass eine &#8222;Teilnahme an der Mission komplett gegen die Interessen Ungarns&#8220; laufe. Ungarn laufe nur den USA hinterher, um eine Terrorgruppe zu verfolgen, für deren Existenz die Amerikaner selbst mit verantwortlich seien. Außerdem gäbe es keine rechtliche, internationale Basis für den Einsatz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für András Schiffer, &#8222;Fraktionschef&#8220; der Grünen (LMP) ist die Teilnahme an der Mission nur &#8222;eine weitere Karte in Orbáns Pokerspiel.&#8220; Die westlichen Verbündeten sollen beruhigt werden, während er das Land weiter Richtung Russland und Asien steuert. Auch seien die &#8222;heimischen Risiken&#8220; eines Einsatzes nicht absehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">MLP-Chef (Liberale) Gábor Fodor und der neu im Parlament vertretene &#8222;linke&#8220; Abgeordnete Kész, der dem Fidesz kürzlich in Veszprém ein Mandat abjagte, bezeichneten sich als &#8222;bekennende Atlantiker&#8220;, für die es eine Frage der Bündnistreue sei, gegen die IS in den Krieg zu ziehen, wenn die USA rufen. Andere Oppositionsabgeordnete, die der Regierungsvorlage zustimmten, betonten, &#8222;den Kampf gegen Massenmord&#8220; über ihre Vorbehalte zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die teilstaatliche MOL hat im kurdisch regierten Nordirak millionenschwere Investitionen in die Erdölförderung getätigt. Die Anlagen in Syrien sind durch Bürgerkrieg und nun IS verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstbericht vom 4. März:  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kaempfen-soldaten-aus-ungarn-bald-gegen-is-terroristen/">Kämpfen Soldaten aus Ungarn bald gegen IS-Terroristen?</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ungarn-liefert-munition-in-den-irak-zum-schutz-christlicher-gemeinden/">Ungarn liefert Munition in den Irak, zum Schutz &#8222;christlicher Gemeinden&#8220;</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/65-mio-eur-pro-jahr-ungarn-koennte-ab-mai-soldaten-im-irak-stationieren/">65 Mio. EUR pro Jahr: Ungarn könnte ab Mai Soldaten im Irak stationieren</a>  <em>red.</em></p>
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		<title>Unfähig und verlogen: Reaktionen der Parteien auf Orbáns Rede</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Mar 2015 08:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[András Schiffer]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 10 &#8211; 2015  <strong>NACHRICHT</strong> 02.03.2015</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl die demokratischen Oppositionsparteien als auch die neonazistische Jobbik sehen in der  <a href="https://www.pesterlloyd.net/orban-braucht-krieg-rede-zur-lage-der-nation/">Rede &#8222;zur Lage der Nation&#8220;</a>  , die Orbán am Freitag hielt, eine Ansammlung von &#8222;Leere&#8220; und ein Zeichen der &#8222;Schwäche der Regierungspartei&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut Roland Márton, Vizechef der MSZP, zeigten Orbáns Aussagen, dass Fidesz &#8222;in einer Krise steckt&#8220;, was man auch daran erkennen könne, dass die Partei &#8222;eine Million Unterstützer verloren&#8220; habe. Orbán habe sich &#8222;viel Mühe gegeben, lauter zu sein als die Fakten, was ihm aber nicht gelang&#8220;, weshalb er nur eine lange Liste von Wünschen und Phantasien vortragen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jobbik-Chef Gábor Vona erkannte in der Ansprache die &#8222;Führung eines politischen Kalten Krieges, anstatt effizientem Regierens.&#8220; Der Öffentlichkeit &#8222;präsentierte sich kein Ministerpräsident&#8220;, sondern &#8222;ein Fidesz-Führer, der Vertrauen verloten hat&#8220;. Es sei kein Zufall, dass Orbán keine &#8222;wirklichen Themen angesprochen&#8220; habe wie &#8222;Bildung, Gesundheit, Freihandelsverhandlungen und die Auswanderung von Ungarn aus dem Land&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">András Schiffer, Mitvorsitzender der LMP (grün-nationalliberal), beklagte, dass Orbáns Politik das Land zu einem Ort gemacht habe, in dem &#8222;arbeitende Menschen arm sein müssen&#8220;. Seine Aussagen über &#8222;Rekordbeschäftigung&#8220; seien zynisch und falsch, Jobs wurden fast nur mit Subventionen in einem Wahlkampfbudget geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die DK von Ex-Premier Gyurcsány meint, Orbán habe &#8222;eine leere Rede abgeliefert&#8220;, bei der er die &#8222;Regierungsperformance anhand falscher Daten stützen&#8220; wollte. Parteisprecher Zsolt Gréczy sah Orbáns &#8222;politische Handlungsfähigkeit&#8220; genauso eingeschränkt wie dessen &#8222;intellektuelle Fähigkeiten&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viktor Szigetvári, Chef der kleinen linksliberalen &#8222;Együtt&#8220; (eine Gründung von Ex-Premier Bajnai) sah einen &#8222;amtsmüden und zerrütteten Ministerpräsidenten eines schwachen Landes&#8220;. Noch dazu habe er &#8222;vergessen&#8220; über &#8222;Korruption, Armut und die Hoffnungslosigkeit&#8220; zu sprechen, &#8222;die sich im Lande ausbreitet&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rebeka Szabó, Vorstand bei &#8222;Dialog für Ungarn&#8220;, einer LMP-Abspaltung, erkannte die &#8222;Erfolgsgeschichte&#8220; Orbáns an, allerdings nur für die &#8222;privilegierten Menschen&#8220;, die &#8222;ihm und seiner Partei nahe stehen.&#8220; Doch die Ungarn hätten ihn durchschaut und verbitten sich weitere solche verlogenen Reden. Sie werden den &#8222;Lügen Orbáns bald ein Ende setzen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die liberale Kleinpartei MLP von Gábor Fodor hält Orbán für &#8222;unfähig, sein eigenes Versagen zu erkennen und einzugestehen&#8220;, daher &#8222;zeige er mit dem Finger auf Flüchtlinge, Europa und die Liberalen.&#8220; <em>red. </em></p>
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		<title>Siegesfeiern un dWundenlecken: Reaktionen der in- und ausländischen Politik auf die Wahlen in Ungarn</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Apr 2014 07:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Ferenc Gyurcsány]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 15 &#8211; 2014 POLITIK 08.04.2014 Siegesfeiern und Wundenlecken Reaktionen der in- und ausl&#228;ndischen Politik auf die Wahlen in Ungarn W&#228;hrend Orb&#225;n&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 15 &#8211; 2014  <strong>POLITIK</strong> 08.04.2014</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="7c6361" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #7c6361;" loading="lazy" decoding="async" width="555" height="369" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2014/04/vonawahlnacht__Custom_.webp" alt="Siegesfeiern un dWundenlecken: Reaktionen der in- und ausländischen Politik auf die Wahlen in Ungarn" class="wp-image-20874 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2014/04/vonawahlnacht__Custom_.webp 555w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2014/04/vonawahlnacht__Custom_-300x199.webp 300w" sizes="auto, (max-width: 555px) 100vw, 555px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Siegesfeiern und Wundenlecken</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Reaktionen der in- und ausländischen Politik auf die Wahlen in Ungarn</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Orbán seinen Wahlsieg als überragendes Mandat des Weitermachens interpretiert und OSZE-Kritik schroff zurückweist, löst sich das Linksbündnis in seine Bestandteile auf. Die neonazistische Jobbik triumphiert und droht für 2018 mit der Machtübernahme. / Die CDU gratuliert Orbán und behauptet, er sei der Mann, der Extremismus verhindere, EVP-Chef Daul sieht die Gründe für den Wahlsieg in der Wahrheitsliebe Orbáns, der EP-Sozialist Swoboda möchte diese Wahrheiten doch lieber genauer beobachten lassen.</strong>   <a href="https://www.pesterlloyd.net/wahlen-in-ungarn-orbans-sieg-ist-nicht-ohne-makel-und-nicht-ohne-preis/">WAHLERGEBNISSE</a>  &#8211;  THEMENSEITE WAHLEN </p>



<p class="wp-block-paragraph">Salutiert seinen Untertanen: Wahlsieger Orbán in der Wahlnacht. Foto: MTI <strong>Ministerpräsident und Fidesz-Chef Viktor Orbán</strong> hielt noch am Wahlabend eine seiner typischen Reden <a href="http://www.miniszterelnok.hu/in_english_article/hungarian_voters_said_no_to_hatred" target="_blank" rel="noopener"> (hier auf Englisch nachzulesen) </a> , in der er &#8211; einmal mehr &#8211; den Anbruch einer neuen Ära ankündigte. Am Montag gab er ein paar Statments vor internationalen Pressevertretern zum Besten. Sein Wahlsieg sei eindeutig und unzweifelhaft. Die Wähler hätten auch ihre Meinung zu &#8222;internationaler Kritik&#8220; an &#8222;Ungarns Weg&#8220; zum Ausdruck gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die teilweise kritische Einschätzung fehlender Fairness im Umfeld der Wahlen, wie sie am Montag vom Chef der OSZE-Beobachtermission vorgebracht wurden, wies Orbán scharf zurück. &#8222;Es git hier nichts mehr zu diskutieren&#8220;, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wähler hätte &#8222;Ja&#8220; zum &#8222;neuen Verfassungsystem&#8220; gesagt und &#8222;unsere Wirtschaftspolitik und unsere Volksregierung&#8220; bestätigt. Es sei dabei nicht wesentlich, ob man wieder eine 2/3-Mandatsmehrheit erlangen werde, er sei in jedem Falle &#8222;authorisiert, seine Politik so fortzuführen&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>OSZE-Missionschef Audrey Glover</strong> sagte am Montag, dass die Wahlen grundsätzlich gut organisiert waren und die Wähler hinreichend Möglichkeiten hatten, ihre Stimmen abzugeben. Allerdings sei der &#8222;Rechtsrahmen für die Wahlen wesentlich geändert worden&#8220;, die &#8222;Kontrollinstanzen&#8220; und die &#8222;mediale (öffentlich-rechtliche) Berichterstattung&#8220; war &#8222;Fidesz-voreingenommen&#8220; und die Regierung habe &#8222;den Unterschied zwischen Staat und Partei verschwimmen lassen&#8220;. Die zunehmende Zahl von &#8222;fidesznahen Geschäftsleuten&#8220;, die sich Medienunternehmen kaufen sowie die &#8222;Steuerung von Anzeigenaufträgen an bestimmte Medien&#8220; unterlaufen den Pluralismus, so Glover.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Parlamentspräsident und Fidesz-Wahlkampfleiter László Kövér</strong> sieht in dieser Wahl ein historisches Ereignis ersten Ranges. In einem TV-Interview am Montagabend sagte er, dass die kommende Regierung nun auch die Ungarn außerhalb der Staatsgrenzen vertrete, da diese erstmals auch alle wählen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser gemeinsame Auftritt des Oppositionsbündnis “Regierungswechsel” könnte für lange Zeit, wenn nicht für immer der letzte gewesen sein&#8230; Foto: MTI Die Wahlverlierer vom <strong>Fünf-Parteienbündnis &#8222;Regierungswechsel&#8220; </strong>verweigerten Orbán einen Glückwunsch zu dessen Wahlsieg, den sie jedoch anerkannten, trotz weiterer Vorwürfe eines ungerechten Wahlsystems und sonstiger sturktureller Benachteiligungen. <strong>Ex-Premier und “Együtt 2014”-Chef Gordon Bajnai</strong> und MSZP-Chef Attila Mesterházy sowie DK-Vorsitzender und Ex-Premier Gyurcsány räumten in unterschiedlichen Abstufungen auch ein, dass es ihnen nicht gelungen ist, den Menschen eine attraktive Alternative zu vermitteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wahlbündnis wird aller Voraussicht nach nicht zu einem Fraktionsbündnis führen. Die MSZP stellt mit 29 von 38 die größte Gruppe innerhalb des Bündnisses. Bajnais &#8222;Gemeinsam 2014&#8220; kündigte an, &#8222;keine Kompromisse in der Oppositionsarbeit zu Gunsten einer gemeinsamen Fraktion&#8220; eingehen zu wollen. Da die vier Abgeordneten keine Fraktion bilden können (dazu braucht es fünf), werde man so gut es geht im Parlament, vor allem aber außerparlamentarisch für einen &#8222;Regimewechsel&#8220; kämpfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gábor Fodor</strong>, einziger Abgeordneter seiner Ungarischen<strong> Liberalen Partei </strong>hat sich noch nicht entschieden, ob er &#8222;Gemeinsam 2014&#8220; oder eventuell der DK, ein Koalitionsangebot machen will, womit die Gruppe eine Fraktion mit entsprechenden Rechten und Mitteln bilden könnte. Fodor verlangt, dass er sich innerhalb einer solchen Fraktion weiter als &#8222;unabhängige liberale Partei&#8220; präsentieren könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MSZP-Chef Attila Mesterházy</strong> hat trotz seines schlechten Abschneidens einen Rücktritt bisher ausgeschlossen, das sagte er im TV-Kanal ATV am Sonntag. Er fokussiere sich bereits auf die Europawahlen und die Kommunalwahlen im Herbst. Ebenfalls im Studio, sein Ex-Chef und Vorgänger <strong>Ferenc Gyurcsány</strong>, der selbst keinen eigenen Anteil an der Wahlniederlage seines Bündnisses erkennen mochte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>neonazistische Jobbik, drittstärkste Partei im Parlament, </strong>kostete ihren enormen Zugewinn auf 20,5% der Stimmen aus, <strong>Parteichef Gábor Vona</strong> erklärte, &#8211; im Sinne seiner neuen Verbürgerlichungstaktik&#8220; dass man eine &#8222;konstruktive Opposition&#8220; sein wolle. Am Sonntag sagte er vor Anhängern noch, dass man sich nun &#8222;den Staub abklopfen&#8220; werde, um &#8222;2018 die Wahl zu gewinnen.&#8220; Jobbik sei nun die &#8222;stärkste euroskeptische Kraft Europas&#8220;. Er selber habe seinen Wahlkreis (in Gyöngöyös) nur um &#8222;ein paar Hundert Stimmen&#8220; verloren, &#8222;weil Zigeuner in Massentransporten zu den Urnen gefahren wurden&#8220;, um für Fidesz zu stimmen. Das sei &#8222;heute zwar legal, aber moralisch verwerflich.&#8220; Vona kam freilich über seine Parteiliste ins Parlament. <strong>EVP-Vorsitzender Joseph Daul und die CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag übersandten dem wiedergewählten Premier Orbán ihre Glückwünsche, Fraktionschef der EU-Sozialdemokraten fordert &#8222;genaues Monitoring&#8220; zu Grundrechten</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Der kürzlich wegen eines Verstoßes gegen rechtsstaatliche Grundnormen von seinem Ministeramt zum Rücktritt gebrachte stellv. Fraktionsvorsitzende <strong>Hans-Peter Friedrich</strong> lässt auf der offiziellen Fraktionswebseite schreiben:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Wir gratulieren dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zur gewonnen Parlamentswahl &#8211; Rechtsradikale Partei Jobbik hat keine Chance / Die Regierungspartei FIDESZ hat am gestrigen Sonntag die Parlamentswahlen in Ungarn gewonnen. Dazu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Friedrich: Wir gratulieren Ministerpräsident Viktor Orbán und seiner Regierungspartei FIDESZ herzlich zum klaren Wahlsieg bei den Parlamentswahlen in Ungarn. In beeindruckender Weise hat Viktor Orbán erneut das Vertrauen von weiten Teilen der ungarischen Wählerinnen und Wähler gewinnen können. Damit wird Ungarn weiterhin eine stabile Regierung haben. Die klare Mehrheit von FIDESZ wird auch dazu führen, dass die rechtsradikale Partei Jobbik keine Chance hat, ihre extremistischen Ideen umzusetzen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"></em>Der letzte Satz ist besonders bemerkenswert, da &#8211; im Gegensatz zur Darstellung der CDU &#8211; gerade das wahltaktische Kalkül und die &#8222;Schaukelpolitik&#8220; Orbáns Jobbiks zusätzliches Erstarken erst ermöglicht hatte. Für Fidesz ging es in erster Linie nicht um den Kampf gegen Rechtsextremismus, sondern darum ein aufkommendes Protest- und Oppositionspotential im rechten Spektrum zu binden und es auf diese Weise nicht den Mitte-Links-Kräften zukommen zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EVP-Chef Joseph Daul</strong>, der sich bereits  <a href="https://www.pesterlloyd.net/das-wunder-ungarn-regierungsanhaenger-feiern-orban-mit-massenaufmarsch/">beim letzten &#8222;Friedensmarsch&#8220;</a>  als großer Orbán-Verehrer, aber weniger als Ungarn-Kenner outete, schrieb: &#8222;Herzlich gratuliere ich Viktor Orbán und FIDESZ zum heutigen, beeindruckenden Wahlseig. Die ungarischen Menschen haben ihr Vertrauen in Premier Orbán und dessen Regierung erneut zum Ausdruck gebracht, weil er ihnen immer die Wahrheit gesagt hat und mutige Reformen umsetzte, die die Wirtschaft des Landes zurück auf die Spur gebracht haben. (&#8230;) Ich bin davon überzeugt, dass Fidesz diesen Wahlsieg auch bei den Europawahlen (25. Mai, Anm.) wiederholen wird.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits vor der Wahl  überbrachte der deutsche<strong> Ex-Kanzler Kohl</strong>  &#8222;meinem Freund&#8220; seine &#8222;volle Unterstützung&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>Fraktionschef der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, Hannes Swoboda </strong>erinnerte Orbán daran, dass dieser unabhängig von der Höhe seiner Wahlsiege die Gesetze und Werte der Europäischen Union zu respektieren habe. In den letzten vier Jahren habe der Ministerpräsident die Verfassung und viele Gesetze auf eine Art und Weiste umgeschrieben, die Ungarn hinter &#8222;demokratische, europäische Standards&#8220; verweisen. Daher müsse die EU genau auf die Einhaltung ihrer Regeln der neuen Orbán-Regierung achten. Swoboda forderte, dass die vom EU-Parlament sowie Vertretern mehrerer nationaler Regierungen gefordete &#8222;Monitoring-Gruppe&#8220; für Grundrechte bald eingeführt und arbeitsfähig gemacht wird. <em>red.</em></p>
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		<title>40.000 kamen: Oppositionsbündnis in Ungarn übte sich in Zweckoptimismus</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Mar 2014 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Gábor Fodor]]></category>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 13 &#8211; 2014  <strong>POLITIK</strong> 30.03.2014</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Die Protagonisten des Oppositionsbündnisses &#8222;Regierungswechsel&#8220; konnten am Sonntag in Budapest rund 40.000 Anhänger mobilisieren, &#8211; in etwa ein Fünftel der </strong>  <strong><a href="https://www.pesterlloyd.net/das-wunder-ungarn-regierungsanhaenger-feiern-orban-mit-massenaufmarsch/">Regierungsdemo</a></strong>  <strong> am Vortag. Programmschwäche hin und Personalkatastrophen her: zu spät hat die Linke erkannt, dass Wahlentscheidungen in Ungarn heute nicht anhand von Argumenten getroffen werden, sondern eine Glaubensfrage sind. Dennoch will man zur Wahl alles mobilisieren, allein schon, um die Neonazis nicht zu stark werden zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ex-Premier Gyurcsány, DK, Fotos: MTI, eigene Fotoserie am Ende des Textes. Mit Ex-Premier Ferenzc Gyurcsány eröffnete die Personalisierung der diesjährigen Wahlniederlage, der DK-Sektenführer, Oppositionsspalter und wohl effizienteste Wahlhelfer der Regierungspartei den Reigen der Verlierer vor den Kundgebungsteilnehmern an der Oper. Ihm folgten die Chefs der marginalen LMP-Abspaltung &#8222;Dialog für Ungarn&#8220;, die Ein-Mann-SZDSZ-Reaktivierung Gábor Fodor sowie Bajnai mit seiner &#8222;Gemeinsam 2014&#8220;, der in punkto Spitzenkandidatur der zahlen- und umfragemäßig stärksten Linkskraft, der MSZP, den Vortritt lassen musste. Das Ergebnis: ein blasser MSZP-Chef Attila Mesterházy, ein Ziehkind der alten Parteigranden, bemüht, das fragile Bündnis bis über den nächsten Sonntag zu retten, zusätzlich schwer getroffen vom Skandal um seinen Ex-Vize und dessen unerklärliche Millionen auf österreichischen Konten und einer ganzen Reihe kleinerer &#8222;Enthüllungen&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was tun? Ex-Premier Bajnai am Sonntag vor der Oper in Budapest. Was die Redner ihren Zuhörern boten, waren die bekannten Tiraden gegen den politischen Gegner, wobei sich Gyurcsány (Seine Aussage, &#8222;&#8230;das Land wird von einem verdammten Lügner regiert&#8220; entbehrt aus dem Munde des Ex-Premiers nicht der Komik) besonders deutlich durch regelrechte Beschimpfungen hervorhob. Verzweifelte Aufrufe, zur Wahl zu gehen, wechselten mit Prophezeiungen vom Untergang des Landes in den dunkelbuntesten Farben (&#8222;In Ungarn regiert wieder die Angst&#8220;, Bajnai) und in der Frage nach &#8222;Ost oder West&#8220;. Spitzenkandidat und MSZP-Chef Mesterházy sprach von den 3 Millionen Armen des Landes, von Orbán als Putins Pinscher, versprach höhere Mindestlöhne &#8211; auch netto usw.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gegenveranstaltung zum &#8222;Friedensmarsch vom Vortag&#8220; unterschied sich zwar in der Polung, aber wenig in der Form: was gestern eine Messe war, war heute eine Gruppentherapie. Mit den dabei üblichen Mätzchen: alle sollten etwas Rotes am Wahltag tragen, sagte ein MSZP-Mann. Es soll eine Abstimmung &#8222;gegen Jobbik&#8220; sein. D.h., wenn man schon einsah, dass man gegen Fidesz nichts ausrichten kann, solle man doch bitte dennoch zur Wahl gehen, um den Neonazis wegen eigener Inaktivität nicht die Oppositionsführerschaft zu überlassen. Fakt ist: der Linken fehlen rund 1 Mio. Stimmen zum Sieg, selbst mit Maximalmobilisierung und Umfrage-Fehlern sind die nicht mehr machbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den personellen und programmatischen Dilletantismus der in der demoskopischen Not zusammengezimmerten Oppositionsallianz vor Augen, der Aussichtslosigkeit gewahr, gegen den Populismus der Orbán-Maschine anzukommen, fuhr Ex-Premier Bajnai am Vortag der Oppositionsdemo in Székesfehérvár nochmal schweres verbales Geschütz ins Feld. Ungarns Zukunft sei mit Orbán &#8222;eine sehr dunkle&#8220;, erst Recht mit der Ankündigung &#8222;so weiter zu machen&#8220;, denn nur daraus bestehe dessen Wahlprogramm. Nicht nur, dass der Forint, der in vier Jahren bereits von 265 auf 313 gefallen sei bis 400 Forint je Euro weiter sinken könne, Orbán 500.000 junge Menschen aus dem Lande getrieben habe, um &#8222;bald eine Million neue Arbeitsplätze in London, Berlin und Wien&#8220; zu schaffen, nun könnte es bald so weit sein, dass &#8222;Fidesz private Spareinlagen übernimmt&#8220;, so wie sie es vor vier Jahren bereits mit den privaten Rentenbeiträgen handhabten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">MSZP-Chef und Spitzenkandidat des Oppositionsbündnisses, Attila Mesterházy Bajnai, den man gemeinhin als den fähigsten aktiven Oppositionspolitiker der demokratischen Seite ansieht, erkennt ein wenig spät, dass sich mit rationalen Argumenten in Ungarn heute kein Blumentopf mehr gewinnen lässt. Wäre er zu anständig, um sich auf Populismus einzulassen, dann hätte er ihn jetzt auch ausgelassen. Doch nun, eine Woche vor den Wahlen an zivilisatorische Urinstinkte wie die Verlustangst der Bürger hinsichtlich ihres Bankkontos zu appellieren, ist nur noch ein hilfloses Pfeifen im Angesicht der kommenden Niederlage, die auch er mit seiner Zaghaftigkeit und zu vielen faulen Kompromissen im Umgang mit zweifelhaften Bündnispartnern mit herbeigeführt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund der eklektischen Konstellation zwischen farblosen Fachleuten, steifen Apparaten und irreparablen Egomanen, war man unfähig eine Vision zu formulieren, eine kommunizierbare, glaubhafte Politikalternative aufzustellen, die den Ungarn den materiellen und emotionalen Aufwand einer erneute 180-Grad-Wende schmackhaft machen könnte. Also bleiben der in Angststarre vereinten Opposition nur die Vergehen und das Versagen der Regierung anzuprangern, in der Hoffnung, einige unentschlossene Bürger sind doch noch bereit, den allgegenwärtigen Erfolgsstatistiken und Eigenlobeshymnen zu hinterfragen und mit den realen Lebensverhältnissen abzugleichen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Orbán zu wählen &#8211; oder auch, ihn nicht zu wählen &#8211; ist heute keine Frage der Bewertung politischer Arbeit und ihrer Auswirkungen auf die Bürger &#8211; es ist eine Glaubensfrage geworden. Und es sind nicht zufällig jene Religionen die erfolgreichsten, die den Menschen das Großartigste prophezeien. Unter dieser Voraussetzung verwundert der Vorsprung des Regierungslagers kaum noch und auch nicht das eigentlich unglaubliche Phänomen, dass gesellschaftlicher und konstitutioneller Totalmubau, die Unterwerfung der Demokratie, die Beugung des Rechtsstaates, die Gängelung des Bürger und der so organisierte wie legalisierte Raubzug der Regierungspartei quer durch sämtliche Branchen zwar geradezu epische Ausmaße angenommen haben, sich die Leute aber lieber über die &#8222;linke Mafia&#8220; erregen, als über ihre neuen Herren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ablehung dessen, was sich als &#8222;nationale Revolution&#8220; vorgestellt hat, würde die Menschen dazu zwingen, sich selbst eine weitere Fehlentscheidung einzugestehen, da rennt man doch lieber mit wehenden Fahnen in den Abgrund und glaubt an eine gute Landung&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Weniger Fanatismus, mehr junge Leute, weltoffenes Publikum und freundliche Begegnungen, so das Fazit unserer Fotoreporterin, Therese Glöde, von der Oppositionskundgebung. Bilder sagen mehr als Worte: </em></p>
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		<title>Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 9/2014</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Feb 2014 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Ferenc Gyurcsány]]></category>
		<category><![CDATA[Gábor Fodor]]></category>
		<category><![CDATA[Gordon Bajnai]]></category>
		<category><![CDATA[Timea Szabó]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 9 &#8211; 2014 KURZMELDUNGEN &#8212; gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv. "Kein Vertrag mit den Russen!": Ex-Premier Bajnai spricht Orb&#225;n-Rede&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 9 &#8211; 2014  <strong>KURZMELDUNGEN</strong> — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="m-1409bajnaisprichtorban">&quot;Kein Vertrag mit den Russen!&quot;: Ex-Premier Bajnai spricht Orbán-Rede</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>24.02.2014 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Videocollage hat Ex-Premier Bajnai <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1406paks2gesetz.html"> Orbáns Atomdeal mit Russland </a> bloßgestellt. Der Chef der Partei E2014, Teil des linken Wahlbündnisses &#8222;Zusammenschluss&#8220;, publizierte am Freitag dieses Video, in dem zu den Lippenbewegungen Bajnais die Stimme Orbáns zu hören ist, der auf einer Rede von 2008, als dieser in der Opposition war, vor einem Atomdal mit Russland warnte. Orbáns damalige zentrale Aussage, lautete, dass man &#8222;mit Russland kein Abkommen machen darf&#8220;, einen &#8222;auf zehn Jahre lautenden Vertrag&#8220;, bei &#8222;dem man nicht wissen kann, wer, was und wie unser Leben davon beeinflusst wird&#8220; und der bedeuten kann, dass unsere wirtschaftlichen Planungen verschlechtert werden. Bajnai kommentiert am Ende: sogar Orbán kennt die Wahrheit, aber er handelt nicht danach. Das Video kommentiert den Deal als einen &#8222;Putsch gegen Ungarn&#8220;. Die Regierungspartei verweist hingegen darauf, dass auch die jetzige Opposition den AKW-Ausbau wollte und von dem Kernkraftwerk direkt profitiert habe. <em>red.</em></p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1409demoobdachlose">Wieder Demo gegen Kriminalisierung von Obdachlosen in Budapest</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>24.02.2014 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 50 Aktivisten der Initiative &#8222;Die Stadt gehört Allen&#8220; protestierten am Samstagnachmittag vor einem Regierungsbüro in Budapest, das eigens für die Bestrafung von Menschen, &#8222;die permanent im öffentlichen Raum leben&#8220;, also Obdachlosen, eingerichtet worden ist. Die Demonstranten behängten das Gebäude mit einem großen Transparent, auf dem &#8222;Wohnung statt Gefängnis!&#8220; geschrieben stand und forderten die Beendigung der Kriminalisierungspolitik gegen die sozial Schwächsten der Gesellschaft. Man wies daraufhin, dass das Budget über 200 Mio. Forint (650.000 EUR) für die amtlichen &#8222;Säuberungsaktionen&#8220; gegen Obdachlose bereitstelle, Gelder, mit denen man ein Großteil des Problems, z.B. durch die Renovierung von leerstehenden Häusern und die Bezahlung von Sozialarbeitern für betreutes Wohnen etc. lösen könnte, anstatt immer mehr No-Go-Areas einzurichten und zahlungsunfähige Sozialfälle in den &#8222;Schuldturm&#8220; zu werfen. <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1346obdachlosewinter2013.html"> Mehr zum Thema Kriminalisierung von Obdachlosen in Ungarn </a></p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1409hebbelamufer">Fast zeitgleich mit Wien und Budapest: Ungarisches Theaterfestival auch in Berlin</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>24.02.2014 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Fast zeitgleich zu einem <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1405ungarnfestivalburg.html"> ungarischen Theaterfestival am Burgtheater in Wien </a> und einem neuen, mit üppigen Staatsgeldern finanzierten Theaterfestival ( <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1405mitem.html"> MITEM </a> ) in Budapest, bringt das Berliner Theater HAU, Hebbel am Ufer, ungarische Dramatik in die deutsche Hauptstadt.<strong> Vom 9. bis 16. März</strong> werden Premieren, Gastspiele, Diskussionen und Ausstellungen u.a. von Kornél Mundruczó / Proton Theatre, Béla Pintér, Csaba Polgár / HOPPart Company, Péter Kárpáti / Secret Company, Little Warsaw, József Mélyi, SpeakEasy Project und anderen geboten. Dazu aus dem Pressetext des HAU: &#8222;Es ist ein Leben ohne Illusionen&#8220; – Mit diesem Satz bringt Kornél Mundruczó die aktuelle Situation seines Heimatlandes Ungarn auf den Punkt. Seit die konservative Fidesz-Partei 2010 die Regierung übernommen hat, haben 500.000 Menschen das Land verlassen. Was macht das Leben in Ungarn für sie so perspektivlos, dass sie ihr Glück in der Fremde suchen? Und welche Gründe haben jene, die bleiben? Diesen Fragen geht &#8222;Leaving is not an option?&#8220; im HAU Hebbel am Ufer nach.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Infos, Tickets: <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de" target="_blank" rel="noopener"> www.hebbel-am-ufer.de </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einladung zum ungarischen Theaterfestival in Wien hat das Ungarische Nationaltheater abgelehnt, eine <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1337burgtheaternein.html"> Retourkutsche zur Absage </a> des Wiener Burgtheaters für ein Treffen in Budapest.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1409kotlebatreffen">Ungarischer Botschafter traf sich mit slowakischem Neonazi-Führer</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>24.02.2014 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Ein kürzliches Treffen des ungarischen Botschafters in der Slowakei, Csaba Balogh, mit dem slowakischen Neonazi-Führer Marian Kotleba, Chef der &#8222;Volkspartei Unsere Slowakei&#8220; und gewählter Regionalvetreter der Region Banská Bystrica, sorgte Ende letzter Woche für einen Schlagabtausch zwischen ungarischer Opposition, Medien und dem Außenministerium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erstere forderten die sofortige Abberufung Baloghs, denn ein Gespräch mit einem &#8222;offen ungarn- und romafeindlichen, faschistischen Politiker&#8220; sei &#8222;inakzeptabel&#8220;, zumal die beiden in dem Gespräch neben &#8222;bilateralen&#8220; Aspekten auch über den &#8222;Kampf gegen Zigeunerkriminalität&#8220; gesprochen haben, der, &#8222;beide Länder betreffe&#8220; und die Ungarn während seiner EU-Ratspräsidentschaft auch zur &#8222;Priorität&#8220; erklärt habe, wie es in einer in mehreren Medien, darunter dem führenden hungaroslovakischen Portal parameter.sk veröffentlichten Erklärung der Kotleba-Partei hieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ungarische Außenministerium versuchte zu erklären, dass sich Balogh &#8222;ex officio&#8220; mit Kotleba &#8222;wie auch mit anderen Regionalvertretern&#8220; trifft, um &#8222;regionale Angelegenheiten und Möglichkeiten der bilateralen Kooperation zu besprechen&#8220;. Die Medienberichte über die &#8222;Zigeunerproblematik&#8220; seien jedoch &#8222;unwahr&#8220; und Unterstellungen, daher habe die ungarische Botschaft in der Slowakei eine &#8222;Richtigstellung angefordert&#8220;. Lies: nicht das Treffen mit Nazis sind das Problem, sondern Berichte darüber&#8230; &#8211; Die linke Opposition will nun auch wissen, ob und wann Außenminister Martonyi von dem Treffen und den Inhalten erfahren habe, ob also dieses Vorgehen offizielle Regierungslinie sei. <em>red.</em></p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1409oppositions15maerz">Ungarisches Oppositionsbündnis will am 15. März &quot;neue Republik&quot; ausrufen</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>24.02.2014 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Regierungsparteien mit einem &#8222;Friedensmarsch&#8220; am 29. März, also nur eine Woche vor den Wahlen, ihre Anhänger mobilisieren wollen, plant die vereinigte Linke den Nationalfeiertag des 15. März, in Erinnerung an den Aufstand gegen Habsburg 1848, zum zentralen Abschlussevent zu machen. Auf der Straße der Pressefreiheit wolle man am 15.2. um 15 Uhr ein &#8222;Fest der Freiheit&#8220; begehen und lade dazu alle Bürger ein, die dem gemeinsamen Ziel eines Regierungswechsels zustimmen. Eine &#8222;neue ungarische Republik&#8220; müsse geschaffen werden. Der Aufruf ist von allen Parteichefs des &#8222;Zusammenschlusses&#8220; unterzeichnet, also: Attila Mesterházy für die MSZP, Gordon Bajnai E2014, Timea Szabó PM, Ferenc Gyurcsány DK sowie Gábor Fodor MLP. <em>red.</em></p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1409toekesfuerungarn">Preis des Separtismus: Rumänischer EU-Abgeordneter kandidiert für Ungarn</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>24.02.2014 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Preis des Separtismus: Rumänischer EU-Abgeordneter “überlebt” nur über Ungarn  Der Chef der Siebenbürger Ungarische Volkspartei, der Hungaro-Rumäne László Tőkés (auf dem Foto mit Premier Orbán), wird höchstwahrscheinlich auf der Kandidatenliste des Fidesz in den Europawahlkampf starten. Möglich wird das, da Tőkés auch den ungarischen Pass besitzt, nötig hingegen wurde es, weil seine separatistische Partei durch die Nibelungentreue zur ungarischen Regierungspartei Fidesz mittlerweile nicht mehr genügend Rückhalt in Rumänien findet, um dort aus eigener Kraft Europamandate zu erringen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die größte Ungarnpartei in Rumänien, das RMDSZ, verweigerte der Siebenbürger Partei aufgrund unnanehmbarer Bedingungen ein Wahlbündnis für die Europawahlen und ist seit der Orbánschen Einmischungspolitik selbst stark geschwächt worden, wiewohl man früher jahrelang an der Bukarester Regierung beteilgt war. Tőkés` Partei vertritt Forderungen nach &#8222;territorialer Autonomie&#8220; für das Székler Land, ein besonders mythifizierter Teil Siebenbürgens, hat aber nur in einigen Städten und Gemeinden einen starken Wählerrückhalt, viel zu wenig, um über eine Landesliste für ganz Rumänien das Quorum für das Europäische Parlament, in dem Tőkés heute noch für Rumänien sitzt, zu schaffen. Ob Tőkés die Einladung des Fidesz annehmen wird, war am Sonntag noch nicht ganz klar, fest stand jedoch, dass seine Partei nicht mit einer eigenständigen Liste zu den Europawahlen antreten wird. <em>red.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Pester Lloyd bittet Sie um Unterstützung. </a></p>



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		<title>Linke Opposition in Ungarn einigt sich auf gemeinsame Kandidatenliste</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jan 2014 08:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 03 &#8211; 2014 POLITIK 14.01.2014 Quartett mit &#8222;Schwarzem Peter&#8220; Linke Opposition in Ungarn einigt sich auf gemeinsame Kandidatenliste MSZP, E2014/PM, DK&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 03 &#8211; 2014  <strong>POLITIK</strong> 14.01.2014</p>



<p class="wp-block-paragraph">Quartett mit &#8222;Schwarzem Peter&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Linke Opposition in Ungarn einigt sich auf gemeinsame Kandidatenliste</p>



<p class="wp-block-paragraph">MSZP, E2014/PM, DK und MLP haben sich am Dienstagvormittag auf die vor wenigen Tagen angekündigte und heftig diskutierte gemeinsamen Kandidatenlisten für Direkt- und Parteimandate bei den Parlamentswahlen im April geeinigt. Der umstrittene Ex-Premier Gyurcsány verzeichnete dabei &#8211; aus seiner Sicht &#8211; einen herausragenden Erfolg.</strong>  Ob dieser auch dem Oppositionsbündnis zu Teil wird, darf stark bezweifelt werden, denn nach Einschätzung von Beobachtern, dürfte sich Gyurcsánys Beteiligung als Pferdefuß äußerst nachteilig auf die Aktivierung von unentschlossenen Wählerschichten &#8211; und diese gelten für einen Machtwechsel als entscheidend &#8211; auswirken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong> Zum Thema: &gt; </strong>  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ungarn-braucht-einen-new-deal-bajnai-verteidigt-umstrittenes-oppositionsbuendnis/">Löchrige Anti-Orbán-Front</a>  Ungarn braucht einen &#8222;New Deal&#8220;: Bajnai verteidigt umstrittenes Oppositionsbündnis &gt;  <a href="https://www.pesterlloyd.net/auftakt-zum-wahljahr-opposition-in-ungarn-laeuft-die-zeit-davon/">Linke in Panik</a>  Auftakt zum Wahljahr: der Opposition in Ungarn läuft die Zeit davon Der Parteichef der &#8222;Sozialisten&#8220; MSZP, Attila Mesterházy, belegt als Spitzenkandidat Platz 1 der Landes-Partei-Liste der Wahlallianz, Ex-Premier Gordon Bajnai, führender Kopf der Mitte-Links-Allianz &#8222;Gemeinsam 2014 / Dialog für Ungarn&#8220;, Platz 2. Den dritten Platz erhält der umfehdete Ex-Premier Gyurcsány mit seiner Demokratischen Koalition, einer MSZP-Abspaltung, Platz 4 geht an den Ex-SZDSZ-Chef (früher Koalitionär der MSZP, 2010 aus dem Parlament gewählt) Gábor Fodor mit seiner Neugründung &#8222;Ungarische Liberale Partei&#8220;, Platz 5 an die Chefin der LMP-Abspaltung &#8222;Dialog für Ungarn&#8220; (PM, Bajnai-Vize), Timea Szabó.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die MSZP verzichtet gegenüber der alten Vereinbarung zu Gunsten der DK von Gyurcsány auf 4, die Allianz E2014/PM auf 9 Mandate bei den Direktwahlbezirken, so dass die DK mit 13 Direktkandidaten auf der gemeinsamen Liste antreten kann. Für die MSZP verbleiben so 71, für E2014/PM 22 Kandidatenplätze. Man überließ der (derzeit) auf landesweit rund 5-7% der Wählerstimmen geschätzten Gyurcsány-Partei (MSZP ca. 25%, E2014 ca. 6-7%, Liberale nicht messbar) wichtige Wahlkreise: den Budapester Innenstadt-Wahlbezirk (den der wegen Gyurcsány  <a href="https://www.pesterlloyd.net/milla-chef-tritt-aus-neues-mitte-linksbuendnis-fordert-erstes-prominentes-opfer/">zurückgetretene Milla-Chef Juhász</a>  bekommen sollte), den VI./VII. Bezirk, sowie jeweils einen Wahlkreis von Kalocsá, Mohács, Sárbogárd, Győr, Berettyóújfalu, Esztergom, Szigetszentmiklós, Kaposvár, Vásárosnamény und Keszthely.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Regierungsparteien sich darin bestätigt sehen, dass die Linke auf eine &#8222;zweite Gyurcsány-Regierung&#8220; abzielt, denn dieser sei der eigentliche starke Mann in dieser &#8222;Koalition der Versager&#8220;, will das Oppositionsbündnis nur auf Eines hinaus: die Bündelung der Kräfte zur Ablösung Orbáns &#8211; über alle internen Differenzen und zukünftige Politikpläne hinaus. Dem Signal der Einheit steht jedoch die Botschaft gegenüber, dass man es mit dem Ziel, “es nicht mehr so zu machen wie vor 2010” doch nicht so eng nimmt&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die grün-liberale LMP verbleibt damit als einzige, demoskopisch wahrnehmbare Kraft im demokratischen Spektrum, außerhalb dieses Bündnisses, ihr Potential wird derzeit mit 4-6% eingeschätzt, das der neonazistischen Jobbik mit ca. 15%, Fidesz liegt bei den zur Wahl Entschlossenen seit Monaten stabil um die 50%-Marke. Die Auswirkungen der Vereinigung der linken Opposition auf die Umfragen bleibt abzuwarten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile teilte die liberale Splitterpartei SZEMA mit, dass sie das Bündnis mit E2014 für “null und nichtig” erachtet, denn von Gyurcsánys Mitwirkung in einem Wahlbündnis war davon nicht die Rede.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>  Löchrige Anti-Orbán-Front  Ungarn braucht einen &#8222;New Deal&#8220;: Bajnai verteidigt umstrittenes Oppositionsbündnis</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Linke in Panik  Auftakt zum Wahljahr: der Opposition in Ungarn läuft die Zeit davon</p>
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		<title>Neue Liberale Partei in Ungarn fragmentiert Opposition weiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Feb 2013 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Gábor Fodor]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 08 &#8211; 2013 POLITIK 18.02.2013 Splitter im eigenen Fleisch Und noch eine Partei: der schon als SZDSZ-Chef gl&#252;cklose G&#225;bor Fodor will&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 08 &#8211; 2013  <strong>POLITIK</strong> 18.02.2013</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Splitter im eigenen Fleisch</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und noch eine Partei: der schon als SZDSZ-Chef glücklose Gábor Fodor will auf die politische Bühne zurück und gründete mit der MLP, Magyar Liberális Párt (Ungarische Liberale Partei), eine weitere Splittergruppe im Mitte-Links-Spektrum. Fodor glaubt, dass es &#8222;Hundertausende Wahlberechtigte gibt, die sich als liberal&#8220; empfinden, aber keine der existierenden Parteien als ihre Heimat erkennen können. Warum gerade er diese Heimat sein soll, bleibt unkenntlich.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">“Freiheit”. Das ist bisher das einzige, was man über Ziele und Wege der neuen Partei weiß, ein Schlagwort, das im Politspektrum einer gewissen Inflation unterliegt&#8230; Gábor Fodor, 51, Jurist und Politiologe, betonte, dass seine neue Partei MLP mit der linken Opposition (also MSZP bzw. &#8222;Gemeinsam 2014&#8220; und LMP) zwar einige Ansichten teile, in &#8222;noch mehr aber auseinanderliegt&#8220;. Seine Partei wolle &#8222;freiheitliche Werte kompromisslos&#8220; vertreten und er sieht dafür &#8222;Hundertausende&#8220; potentielle Wähler. Fodor kündigte in Kürze ein Programm, &#8222;ausgearbeitet von exzellenten Fachleuten&#8220; sowie die Präsentation einer Führungsmannschaft an. Zu Aussagen über denkbare Bündnisse ließ er sich noch nichts entlocken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alleinstellungsmerkmal nicht erkennbar</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das liberale Spektrum wurde nach dem endgültigen Niedergang des SZDSZ 2010 zunächst von der LMP aufgefangen, die sich  <a href="https://www.pesterlloyd.net/abtruennige-gruene-in-ungarn-gruenden-neue-partei-und-streiten-mit-der-alten/">mittlerweile aber selbst &#8211; an der Frage eines Wahlbündnisses &#8211; gespalten</a>  hat. Was gerade zu ihr den Unterschied ausmachen soll, wo sich doch auch die LMP um größtmögliche Distanz zu den Parteien des &#8222;Establishments&#8220; rechts wie links bemüht, ist nicht erkennbar. Die Wahlallianz &#8222;Gemeinsam 2014&#8220; versucht hingegen auch den Mitte-Links-Wählern, für die weder die MSZP/DK, noch die nationale Rechte (Fidesz/KDNP/Jobbik) in Betracht kommt, ein Angebot zu machen, allerdings war deren Kopf, Ex-Premier Bajnai, Ministerpräsident einer MSZP-Minderheitsregierung. Dennoch gilt diese Bewegung als die aussichtsreichste Oppositionskraft außerhalb der MSZP.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liberaler “Enthusiasmus” gestützt auf die Linke 2009, die SZDSZ-Politiker: Gábor Demszky (OB von Budapest), János Koka (Wirtschaftsminister) und Gábor Fodor. <strong>Mehr Machtwillen als Führungstalent</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Fodor ist kein unbeschriebenes Blatt, er lieferte sich im SZDSZ, das neben dem MDF einst die maßgebliche Wendepartei der Dissidenten war, nach den Wogen der Lügenrede Gyurcsánys einen zermürbenden Kampf mit dem Gyurcsány-treuen Ex-Chef und Fraktionsvorsitzenden János Kóka um eine neue Richtung und bewies dabei vor allem Machtwillen, weniger programmatischen Einfallsreichtum oder Führungstalent. Eine Kampfabstimmung gewann Fodor, der sich deutlicher von der MSZP absetzen wollte, beim Krisenparteitag im Juni 2008 mit 346 zu 344 Stimmen. Danach verweigerte die SZDSZ-Fraktion im Parlament &#8211; unter Führung von Kóka &#8211; dem Parteivorsitzenden den Gehorsam und stützte die MSZP weiter bis zu den Wahlen 2010. Fodor war letztlich machtlos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon 2009, nach dem Desaster bei der Europawahl, trat Fodor, nach nur einem Jahr, vom Parteivorsitz wieder zurück und wurde von Attila Retkes abgelöst, der versuchte, mit einem &#8222;national-liberalen&#8220; Kurs das Ruder der Partei zu den Ufern der &#8222;neuen&#8220; Zeit herumzureißen, was das SZDSZ aber endgültig in die Richtungslosigkeit und ins politische Aus katapultierte. Zu den Parlamentswahlen traten SZDSZ-Kandidaten nur noch &#8222;unter ferner liefen&#8220; auf der Liste des konservativen &#8222;Partners&#8220; MDF an, beide scheiterten vollständig und versanken im Nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Taktisch ist die MLP ein einziger Unsinn</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Was den 1962 geborenen Fodor, der 1994-95 Bildungs- und 2007/08 (also unter Gyurcsány) Umweltminister war und der bis heute Vorsitzender der &#8222;Liberalen Stiftung&#8220; ist, bewogen hat, sich mit einer eigenen Partei wieder ins politische Rampenlicht zu setzen, bleibt ein ziemliches Rätsel, das im Moment nur mit persönlichem Ehrgeiz erklären ließe. Denn taktisch ist die MLP ein einziger Unsinn, läuft doch für die Wahlen 2014 auf eine Lager- bzw. Richtungswahl hinaus, bei der die Opposition nur dann überhaupt eine Chance hat, Orbán vom Thron zu stoßen, wenn sich sämtliche Kräfte auf je einen Kandidaten pro Wahlbezirk einigen können und auch die Zweitstimmen (Parteilisten) sich möglichst nur auf zwei, höchtens drei bindungsfähige Parteien aufteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schon jetzt ein unsortierbares Puzzle</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Spaltung der MSZP (DK von Ex-Premier Gyurcsány), der LMP (&#8222;Dialog für Ungarn&#8220; von Ex-Fraktionschef Jávor), die Gründung von allerlei eigensinnigen Splittergruppen (z.B. die &#8222;patriotische Linkspartei&#8220; 4K! oder eine weitere &#8222;liberale Partei&#8220;, Szema) sowie das ohnehin komplizierte Zueinanderfinden der drei großen Beteiligten am Projekt &#8222;Gemeinsam 2014&#8220; (Milla, Szolidaritás, &#8222;Heimat und Fortschritt&#8220;), ist die demokratische Opposition in Ungarn ohnehin schon in ein schier unsortierbares Puzzlespiel fragmentiert. Selbst das denkbare Kalkül, dass Fodor im &#8222;Auftrag&#8220; der &#8222;Gemeinsam 2014&#8220; nicht-linke, liberale Wähler binden soll, um dann mit einer entsprechenden Allianz im letzten Moment die Wählerbasis zu verbreitern, zieht nicht, denn diese Funktion erfüllen schon die LMP-Abspaltung &#8222;Dialog für Ungarn&#8220; sowie Milla. Außerdem gilt Fodor nicht unbedingt als einer, der die enttäuschten Massen aus den Sesseln reißen könnte. Eine weitere &#8222;liberale&#8220; Partei, die, wenn auch wenige, doch womöglich entscheidende Stimmen auf sich zieht, hilft nur einem: Orbán. Mehr zur aktuellen Gemengelage bei der demokratischen Opposition (<a href="https://www.pesterlloyd.net/hoffung-und-bangen-neue-opposition-in-ungarn-startet-als-partei-und-warnt-die-sozialisten/">Hoffung und Bangen: Neue Opposition in Ungarn startet als Partei und warnt die &#8222;Sozialisten&#8220;</a>) </p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.pesterlloyd.net/aktuelle-wahlumfrage-ungarn-mszp-holt-auf-52-wollen-nicht-waehlen/">Aktuelle Wahlumfragen</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong> <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-5-2013/#m-1305plwahlumfrage">Wen würden Sie wählen? Die PL-Wahlumfrage</a> </strong></p>
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