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	<title>Imre Kerényi &#8211; Pester Lloyd</title>
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	<description>Deutschsprachige Nachrichten aus Ungarn und Osteuropa - seit 1854</description>
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	<title>Imre Kerényi &#8211; Pester Lloyd</title>
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		<title>Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 23/2015</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Budapest Pride]]></category>
		<category><![CDATA[Imre Kerényi]]></category>
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		<category><![CDATA[Victor Ponta]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2015 KURZMELDUNGEN &#8212; gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv. Big-Brother-Card: Alle wichtigen Dokumente ungarischer B&#252;rger auf einen Chip?&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2015  <strong>KURZMELDUNGEN</strong> — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523bigbrothercard">Big-Brother-Card: Alle wichtigen Dokumente ungarischer Bürger auf einen Chip?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst in einem größeren Feldversuch und ab Mitte 2016 flächendeckend sollen die Bürger in Ungarn mit einer sogenannten e-card ausgestattet werden, die praktisch alle für Behörden relevanten Informationen und Funktionen beinhaltet. Offiziell begründet wird der Vorstoß aus dem Amt des Ministerpräsidenten mit &#8222;Bürokratieabbau&#8220; und mehr &#8222;Kundenservice&#8220;. Kritiker fürchten eine Art &#8222;Big Brother&#8220;-Card entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die e-card soll nicht nur die üblichen Identitätsdaten, Wohnadresse, Aufenthaltsgemenhmigung, etc. beinhalten, sondern auch Steuernummer, Sozialversicherungsnummer, den Führerschein, Dauerkarten für öffentliche Verkehrsmittel, Gesundheitsinfos und womöglich auch weitere Daten für Ämter auslesbar machen. Einen ähnlichen Vorstoß gab es bereits einmal in den Neunziger Jahren, der wurde aber wegen Datenschutzbedenken und mangelhafter technologischer Ausstattung wieder fallen gelassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Datenschutzexperten bemängeln am Gesetzentwurf, dass fundamentale Kontrollmechanismen nicht einmal erwähnt sind, was dem Missbrauch der Daten Tür und Tör öffne. So sei z.B. nicht geregelt, wie die Bürger erfahren könnten, was auf ihrer Karte alles gespeichert sei und wer was auslesen darf. Selbst wenn man der Regierung keine böse Absicht unterstelle, könne sie bei so sensiblen Daten nicht einfach per &#8222;Trial and Error&#8220; vorgehen und abwarten, was passiert. Schließlich ist der Schutz der Privatsphäre ein unveräußerliches Grundrecht.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523ermittlungponta">Davon kann Ungarn nur träumen: Korruptionsjäger in Rumänien ermitteln gegen Ministerpräsidenten</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Stets, wenn man Zugehörige der Europäischen Volkspartei auf die Misstände in Ungarn von Korruption bis Verfassungsputsch und deren Duldung durch die EVP-Familie anspricht, folgt umgehend der Hinweis &#8222;aber die Sozis in Rumänien machen dies und das doch auch&#8220;. Blöd nur für diese Argumentation, dass es im &#8222;sozialistisch&#8220; von Premier Ponta regierten Rumänien auch schon vor dem Antritt des konservativen Präsidenten Iohannis spektakuläre Ermittlungen gegen linke wie rechte Mafiosi und Amtsträger und Verurteilungen gab. In Ungarn nicht. Im Gegenteil. Hier wird sogar ein in Rumänien gesuchter Ex-Abgeordneter versteckt. <a href="http://www.pesterlloyd.net/osteuropa/ROBLG/roblg.html"> Alles Weitere dazu hier. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die rumänische Anti-Korruptionsbehörde DNA, der Ponta in jungen Jahren selbst angehörte, hat jetzt sogar strafrechtliche Ermittlungen gegen Ministerpräsident Victor Ponta aufgenommen. Fälschung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung sowie Interessenskonflikte bei öffentlichen Aufträgen werden ihm zur Last gelegt. Eine erste Befragung Pontas bei der DNA habe bereits stattgefunden, noch freiwillig, denn Ponta genießt noch parlamentarische Immunität. Seinen Finanzminister und etliche Günstlinge verlor er bereits durch Gerichtsprozesse, doch auch die &#8222;Basescu-Seite&#8220;, der auch Präsident Iohannis angehört, musste gegenüber den Korruptionsermittlern Federn lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstredend wies der Premier die erhobenen Anschuldigungen ebenso zurück, wie die wiederholte Rücktrittsaufforderung seitens des Präsidenten.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523kerenyidiktatur">Wir brauchen eine Diktatur: Orbáns Kulturberater meint, Schriftsteller werden produktiver, wenn man sie einsperrt</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der von Orbán persönlich ernannte und aus einer Sonderschatulle des Premiers finanzierte &#8222;Regierungskommissar zur Bewahrung ungarischer Werte und Kultur&#8220;, Imre Kerényi, macht wieder einmal Schlagzeilen. Der zur Zeit mit dem Aufbau einer &#8222;Nationalen Literaturkanons&#8220; betraute Staatskünstler, der als Theater- und Filmregisseur bereits in sozialistischen Zeiten umfangreiche Anerkennungen und Auszeichnungen der Partei- und Staatsführung erhielt und 2002, unter der ersten Orbán-Regierung die höchste Auszeichnung für Künstler, den Kossuth-Preis entgegenahm, sehnt sich nach alten Zeiten zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Etwas gute alte Unterdrückung, eine Diktatur ist nötig. Schriftsteller sollten eingesperrt werden, dann würden sie mehr ausländische Literatur (ins Ungarische) übersetzen, so wie es Árpád Göncz (einst Dissident, später Staatspräsident) getan hat.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere &#8222;Kulturbeiträge&#8220; des <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1344millionenkerenyi.html"> hoch subventionierten </a> aber talent- und humorbefreiten Hofnarrs Kerényis bestanden u.a. 2014 in der Bemerkung, die Theater- und Opernwelt sei <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1322kerenyiskandal.html"> von der &#8222;Schwulenlobby unterwandert&#8220; </a> und man müsse sich diese Sphäre mit allen Mitteln zurück erobern sowie 2011 in einer mit Millionen finanzierten Ausstellung von Auftragsgemälden zum Thema &#8222;Neue Verfassung&#8220;, die in ihrer Kitschigkeit und Realitätsfremde nur noch von nordkoreanischen Bilderschauen überboten werden. Auch am <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1423magyarkronika1.html"> Orbán-Jubelmagazin &#8222;Ungarische Chronik&#8220; </a> ist Kerényi maßgeblich beteiligt.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523schwimmwmdoppeltteuer">Hochwasserschutz und Reserven: Kosten für Schwimm WM in Ungarn 2017 verdoppeln sich</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem einzigen Federstrich haben sich die mutmaßlichen Kosten für die <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1511finawm2017budapest.html"> 2017 in Ungarn stattfindene FINA Schwimm-WM </a> mehr als verdoppelt. Waren zunächst rund 20 Mrd. Forint eingeplant, summieren sich die im neuen Budgetentwurf auf die WM zielenden Kosten auf 49 Milliarden Forint, rund 160 Mio. EUR. Der zuständige Regierungskommissar wollte beschwichtigen, dass davon ja rund 10 Mrd. Forint in Form von Umsatzsteuer wieder in die Staatskasse zurückflössen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Summe schlüsselt sich wie folgt auf: 21,4 Mrd. soll die Veranstaltung selbst kosten, allein die Planung wird 1,5 Mrd. verschlingen, weitere 14 Milliarden werden für Baumaßnahmen, &#8222;zeitweise Rückbauten&#8220; sowie den Hochwasserschutz benötigt, 1,8 Mrd. Forint dienen als &#8222;operative Reserve&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarn, bzw. Budapest hat die Schwimm WM 2017 von Guadalajara in Mexiko geerbt, diese gab die Ausrichtung im Februar aus &#8222;finanziellen Gründen&#8220; zurück.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523tarlospridestreik">Unnatürlich und eklig: Budapester Bürgermeister will Gay Pride vom Zentrum auf den Gemüsemarkt verbannen, Öffi-Angestellten droht er bei Streik mit 0-Runde</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kesse Machosprüche, aber die Pose einer Prima Ballerina. Come out, István! Mit einer klaren Drohung hat Budapests OB, István Tarlós (Fidesz), die zum Streik bereiten Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs, BKV, gewarnt. &#8222;Ihr könnt das Angebot des BKV-Managements für die Gehaltserhöhung ablehnen, ihr könnt streiken, aber damit riskiert ihr eine Null-Lohnrunde und das Outsourcing (Privatisierung) des Busbetriebes.&#8220; &#8222;Wir lassen uns von den Arbeitern nicht erpressen&#8220;, meinte Tarlós auf einer Pressekonferenz</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf eine weitere Frage zur jährlichen Budapest Pride der LGBTQ-Bewegung mit der Abschlussparade meinte der OB, dass er das &#8222;ganze Event unnatürlich und ekelig&#8220; findet und dieser Aufmarsch &#8222;einrach nicht in das würdevolle, historische Ambiente der Andrássy út&#8220; passe. Das sei zwar nur seine persönliche Meinung, er habe aber nichts dagegen, wenn die zuständigen Behörden &#8222;die Sache aus dem Stadtzentrum auf das Gelände des Gemüsegroßmarktes am Stadtrand verlegen&#8220; wollten. Tarlós ist einer von vielen Homophoben in der ungarischen Regierungspartei, schon 2011 wütete er in einem <a href="http://www.pesterlloyd.net/2011_51/52briefwowereit/52briefwowereit.html"> Brief an Berlins OB Wowereit </a> .</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1427gaypridedemos.html"> Bericht von der Budapest Pride 2014 </a></p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1524u20wmaus">Unglücksrabe: Eigentor in der 119. Minute eliminiert Ungarn gegen Serbien aus der U20-WM in Neuseeland</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Glück und Pech sind Größen, die schon stets im Fußball eine Rolle spielten. Mal mehr, mal weniger, meistens mit ausgleichender Gerechtigkeit agierend. Sich im Achtelfinale einer WM in der 119. Spielminute, also der letzten Minute der Verlängerung, mit einem &#8222;wunderschönen&#8220; Eigentor aus dem Turnier zu schießen, dazu muss man aber schon eine üble Rechnung mit dem Fußballgott offen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Attila Talabér, Verteidiger der ungarischen U20-Auswahl bei der WM in Neuseeland, gelang heute exakt dieses Kunststück im Achtelfinale gegen Serbien. Heldenhaft erkämpften sich die Ungarn gegen spielerisch überlegene Serben ein 1:1, nur dieser letzte Angriff trennte sie noch vom Elfmeterschießen und damit auf eine 50/50-Chance aufs Viertelfinale. Doch Talabér verlor bei einer Hereingabe des serbischen Rechtsaußen die Nervenschmiss sich in die Flanke und schlenzte den Ball ins eigene Netz, unhaltbar für Freund und Feind. Sehen Sie selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trainer des Teams ist der Deutsche <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1524storckfolgtdardai.html"> Bernd Storck, der als Nachfolger </a> des exklusiv zu Hertha zurückkehrenden Dárdai für das Nationalteam gilt.</p>



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			</item>
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		<title>&#8222;Ungarische Chronik&#8220;: Regierungstreue stellen neues Monatsmagazin vor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jun 2014 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Imre Kerényi]]></category>
		<category><![CDATA[László L. Simon]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
		<category><![CDATA[Zoltán Balog]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2014 BOULEVARD 06.06.2014 &#8222;Ungarische Chronik&#8220;: Regierungstreue widmen Orb&#225;ns Erfolgen eigenes Monatsmagazin Mitten hinein in den Origo-Skandal pr&#228;sentierten die treuesten&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2014  <strong>BOULEVARD</strong> 06.06.2014</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ungarische Chronik&#8220;: Regierungstreue widmen Orbáns Erfolgen eigenes Monatsmagazin Mitten hinein in den  <a href="https://www.pesterlloyd.net/der-origo-skandal-deutsche-telekom-verscherbelt-rest-von-pressefreiheit-in-ungarn-updates-statements-kommentar/">Origo-Skandal</a>  präsentierten die treuesten Regierungsanhänger, wie sie sich eine vorbildliche Presse in Ungarn vorstellen. Am Mittwoch stellten der &#8222;Friedensmarsch&#8220;-Organisator, Co-Chef der Fidesz-Kampfgruppe CÖF und Chefredakteur von Orbáns Lieblingslektüre &#8222;Magyar Demokrata&#8220;, Gábor Bencsik sowie der durch seinen jüngsten &#8222;Schwulenlobby&#8220;-Sager besonders qualifizierte Regierungskommissar &#8222;für die Bewahrung der kulturen Werte des Ungarntums&#8220;, Imre Kerényi, die erste Ausgabe des neuen Monatsmagazins &#8222;Magyar Krónika&#8220; vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bencsik (Foto) versuchte nur wenig, die offene Regierungsnähe zu kaschieren, er sagte, dass man &#8222;die meisten Regierungsvorhaben tatkräftig unterstütze&#8220; und auch, wenn man nicht mit allem einverstanden sei und &#8222;eine Reihe von Fehlern gemacht worden sei&#8220;, so sei man doch überzeugt, dass &#8222;dieser spirituelle und politische Kreis den Interessen meines Landes am meisten dient&#8220;. Mit den Fehlern meinen Bencsik und Co. übrigens, dass Orbán in vielen Punkten nicht weit genug gegangen sei, &#8211; nur damit keine Missverständnisse aufkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Geradezu nordkoreanische Ansprüche an die eigene Publizistik stellte dann &#8222;Produzent&#8220; Kerényi in den Raum, der sich wünscht, dass vor allem &#8222;erfreuliche Entwicklungen und Errungenschaften&#8220; im neuen Magazin Platz finden, Bencsik ergänzte, dass man das &#8211; offenbar zielgruppengerecht &#8211; durch &#8222;viele Bilder und so wenig wie möglich Text&#8220; erreichen wolle. Gleichzeitig sagte er, dass seine &#8211; immer wieder mit rechtsradikalen Inhalten aufwartenden &#8211; &#8222;Demokrata&#8220;-Redaktion der &#8222;physische und geistige Kern&#8220; der Redaktion der &#8222;Krónika&#8220; sein wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der ersten Redaktionssitzung im Januar  <a href="https://www.pesterlloyd.net/bitte-nur-positives-regierungsmagazin-soll-orbans-politik-verherrlichen/">nahm übrigens Premier Orbán persönlich teil</a>  , der &#8211; als Streiter für die Pressefreiheit ja europaweit ein Begriff &#8211; Kerényi damals öffentlich dafür rügte, dass dieser in einem Rundschreiben an 100 potentielle Autoren darum bat, &#8222;möglichst nur Positives zu berichten&#8220;. Kerényi hätte wissen können, dass es dazu keines umständlichen Schreibens bedurft hätte&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbán wünschte sich auch, dass die Zeitschrift &#8222;seriös arbeitet&#8220; und &#8222;nicht von Steuergeldern&#8220;, sondern von den &#8222;Geldbörsen befreundeter Unternehmer&#8220; finanziert wird. Die Kosten für die ersten drei Ausgaben von je 10.000 Exemplaren (geplant waren zunächst je 20.000) werden mit rund 30 Mio. Forint, also ca. 100.000 EUR angegeben und kommen direkt aus der Staatskasse. Praktischerweise ist der Chef des CÖF, ein ehemaliger Fidesz-Kassenwart, heute der Leiter des Regierungsamtes für die Vergabe von Steuermitteln für Nichtregierungsorganisationen. Er konnte sich sein Projekt also selbst genehmigen. Doch diese Summe ist marginal, im Vergleich allein zu den 300 Mio. Forint, die Kommissar Kerényi im Vorjahr für diverse Buchaufträge vergab oder die Abermillionen, die in Staatskunstprojekte von geradezu nordkoreanischer Qualität &#8222;investiert&#8220; wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 2018 soll sich das Magazin &#8222;selbst tragen&#8220;, wobei hier vor allem regierungsnahe Unternehmen und Institutionen bzw. Firmen, die ihre Aussichten auf Gewinn von öffentlichen Ausschreibungen steigern wollen als potentielle Anzeigenkunden fungieren werden, wie das bei praktisch allen regierungsfreundlichen Medien der Fall ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund die Hälfte der Auflage wird kostenlos als &#8222;Lehrmaterial&#8220; an Schulen und Bibliotheken verteilt sowie &#8211; ein Teil der Auflage ist in englischer Sprache &#8211; über Botschaften auch ins Ausland. Als Aufmacher für die Nr.1 wurde die Renovierung des Burgbasars gewählt, weiterhin findet sich eine &#8222;Story&#8220; mit dem Titel &#8222;Ungarn hat gewählt&#8220; sowie eine Rezension eines Papstbuches im Heft. Das Editorial wählte die Abbildung eines Löwenzahns (der Blume) als Aufmacher. Findige Erstleser stellten sogleich eine Urheberrechtsverletzung fest, das Qualitätsblatt hatte das Foto einfach aus Google bzw. Flickr kopiert, ohne den Fotografen anzugeben. Zu den namhaften Autoren der ersten Ausgabe zählen &#8211; neben Bencsik und Kerényi &#8211; u.a.: Viktor Orbán, Superminister Zoltán Balog,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/sancto-subito-oder-die-unaussprechliche-wahrheit-zsolt-bayer-retter-ungarns-und-der-weissen-rasse-zum-50-geburtstag/">Friedensengel Zsolt Bayer</a>  , Unterstaatssekretär Pröhle, Ex-Kulturstaatssekretär und neuerdings Facebook-Jäger László L. Simon sowie das Who is Who der &#8222;Friedensmärschler&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim ersten Vorstellen im Januar demonstrierten noch rund 100 Demonstranten vor dem Verlagsgebäude. Sie skandierten &#8222;Lang lebe Viktor, lang lebe die Partei!&#8220; als Orbán vorfuhr. Am Mittwoch richtete die Opposition nur noch aus, dass sich Bencsik und sein CÖF nun endgültig &#8222;selbst zum Hofnarren gemacht&#8220; hätten. <em>red.</em></p>
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		<title>&#8222;Bitte nur Positives&#8220;: Regierungsmagazin soll Orbáns Politik verherrlichen</title>
		<link>https://www.pesterlloyd.net/bitte-nur-positives-regierungsmagazin-soll-orbans-politik-verherrlichen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jan 2014 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Imre Kerényi]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 03 &#8211; 2014 NACHRICHTEN 13.01.2014 "Bitte nur Positives": Regierungsmagazin soll Orb&#225;ns Politik (nicht so offensichtlich) verherrlichen Die Gr&#252;ndung einer neuen Zeitschrift,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 03 &#8211; 2014  <strong>NACHRICHTEN</strong> 13.01.2014</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&quot;Bitte nur Positives&quot;: Regierungsmagazin soll Orbáns Politik (nicht so offensichtlich) verherrlichen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die Gründung einer neuen Zeitschrift, die die Leistungen Ungarns und seiner Regierung &#8222;ins rechte Licht&#8220; rücken und auch in englischer Sprache erscheinen soll, hat sich zur Posse entwickelt. Auf der ersten Redaktionssitzung der &#8222;Magyar Krónika&#8220;, die von Ministerpräsident Orbán geleitet wurde, warf sich dieser in die Pose des unabhängigen Publizisten und kritisierte sowohl den geplanten Erscheinungstermin der Erstausgabe unmittelbar vor dem wahrscheinlichen Wahltermin als auch ein Schreiben seines &#8222;Kommissars für die Vermittlung der nationalen Werte&#8220;, Imre Kerényi, an 100 potentielle Zulieferer von Artikeln, in dem dieser die möglichen Partner aufgefordert hatte &#8222;bitte nur Positives zu berichten&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorschlag aus der Internetgemeinde für das erste Cover der “Krónika”&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Redaktion, die sich im Gebäude des rechtsradikalen Blattes &#8222;Magyar Demokrata&#8220; ansiedelt, gehören verschiedene Figuren der rechten Medien- und Propagandawelt an, darunter ein Bildhauer und ein Schauspieler, eine ehemalige Radiochefin sowie mit Gábor Bencsik als Chefredaktuer einer der Chefeinpeitscher der  <a href="https://www.pesterlloyd.net/allianz-der-phanotme-wer-unterstuetzt-die-pro-regierungsbewegung-in-ungarn/">&#8222;Friedensmarsch&#8220;-Bewegung</a>  . Orbán ließ über MTI ausrichten, dass er sich wünscht, dass die Zeitschrift &#8222;seriös arbeitet&#8220; und &#8222;nicht von Steuergeldern&#8220;, sondern von den &#8222;Geldbörsen befreundeter Unternehmer&#8220; finanziert wird. Das Magazin soll eine Startauflage von 20.000 Exemplaren haben und vor allem auch im Ausland an &#8222;wichtigen Stellen&#8220; ausliegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 100 Demonstranten protestierten am Donnerstag vor dem Verlagsgebäude, in dem die Sitzung stattfand. Sie skandierten &#8222;Lang lebe Viktor, lang lebe die Partei!&#8220; als Orbán vorfuhr. <em>red.</em></p>
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		<title>Steuer-Millionen aus Orbáns &#8222;Privatschatulle&#8220; für nationalen &#8222;Kunstkommissar&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2013 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Imre Kerényi]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 44 &#8211; 2013 NACHRICHTEN 28.10.2013 Ungarische Medien wundern sich (ja, das k&#246;nnen sie noch) gerade &#252;ber eine Verlautbarung im aktuellen Amtsblatt&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 44 &#8211; 2013  <strong>NACHRICHTEN</strong> 28.10.2013</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Ungarische Medien wundern sich (ja, das können sie noch) gerade über eine Verlautbarung im aktuellen Amtsblatt &#8222;Magyar Közlöny&#8220;, die eine Überweisung von 336,9 Millionen Forint, rund 1,12 Mio. EUR, an den Regierungskommissar für den &#8222;Schutz und die Förderung des nationalen, kulturellen Erbes&#8220; ausweist, ohne einen speziellen Zweck erkennen zu lassen. Das &#8222;Kommissariat&#8220;, geleitet vom &#8222;Künstler&#8220; Imre Kerényi sind ein direkt beim Premier angesiedeltes und von diesem per Dekret geschaffenes Phanatsieamt, das vor allem der Vergabe von Auftragswerken dient. Zentrale Aktivität war bis dato eine Ausstellung zum Thema &#8222;Die neue Verfassung&#8220;, bei der mit Steuermillionen eine kitschige Huldingungsorgie durch &#8222;Staatskünstler&#8220; gefeiert wurde. Auch die &#8222;Verfassungsaltäre&#8220; in allen Kommunalverwaltungen des Landes gehen auf ein Konzept des &#8222;Kommissars&#8220; zurück. Mehr zum Sonderkommissar hier: (<a href="https://www.pesterlloyd.net/schwuchteln-huren-und-hofnarren-homophober-regierungskommissar-in-ungarn-spaltet-rechtes-lager/">Schwuchteln, Huren und Hofnarren: Homophober Regierungskommissar in Ungarn spaltet rechtes Lager</a>) </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der jetzige Geldfluss bleibt noch unerklärlich, das Amtsblatt beschreibt nur &#8222;für die beschriebenen Aufgaben&#8220;, also den &#8222;Schutz und die Förderung der Nationalkultur&#8220; und merkt an, dass &#8222;die Summen, die nicht verbraucht werden, zurückzuzahlen sind&#8220;. Manche mutmaßen, es handelt sich um den Ausgleich für verschwenderisches Gebahren des Kommissars, andere wiederum vermuten einen erneuten Huldigungsausbruch &#8222;verdienter&#8220; Künstler der Nation im Vorfeld der Wahlen 2014. Dadideldum&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Summe stammt übrigens aus dem &#8222;Sonderfonds der Regierung&#8220;, einer Budgetreserve von Zigmillionen Euro, die man getrost als eine der Privatschatullen des Ministerpräsidenten bezeichnen kann, denn aus ihr werden Instiutionen und Personen nach Gutdünken mit Wohltaten bedacht, Einrichtungen kurzfristig gerettet, &#8211; oder eben nicht. Natürlich nur und ausschließlich zum Nutzen der Nation. Versteht sich. <em>red.</em></p>
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		<title>19 Botschafter und Google unterstützen Gay Pride Parade in Ungarn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jul 2013 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Imre Kerényi]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 27 &#8211; 2013 GESELLSCHAFT 03.07.2013 Am vergangenen Sonntag begann in Budapest das 18. Gay Pride Festival, als Abschluss gibts am Samstag,&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 27 &#8211; 2013  <strong>GESELLSCHAFT</strong> 03.07.2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am vergangenen Sonntag begann in Budapest das 18. Gay Pride Festival, als Abschluss gibts am Samstag, 6. Juli, dazu die traditionelle, bunte Parade. Wie in den vergangenen Jahren sind zur Sicherung der Teilnehmer massive Polizeikräfte notwendig, jedes Jahr gab es Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und rechtsradikalen Gegendemonstranten sowie Jagdszenen auf Teilnehmer. Aber auch der ungarische “Mainstream” ist ein Abbild gelebter Intoleranz.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Pride-Parade Budapest, 2012 Wenn auch die offizielle Sprachregelung der Regierung von der Unterstützung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit handelt, die jedem, der sich friedlich artikulieren möchte, den Schutz der Behörden garantiert, bricht sich in der Regierungspartei immer mal wieder der homophobe Ungeist Bahn. Die Polizei setzt die gegebene Garantie immerhin mit martialischem Aufwand durch (mehr zur &#8222;Liebe unter Polizeischutz&#8220; im  <a href="https://www.pesterlloyd.net/gay-pride-und-eurogames-in-ungarn-nur-unter-massivem-polizeischutz-moeglich/">Bericht aus dem Vorjahr</a>  ), ein persönliches Risiko für Leib und Leben besteht für Pride-Teilnehmer in Ungarn jedoch nach wie vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgeordnete der heutigen Regierungspartei Fidesz gaben in den Vorjahren auch schon einmal den &#8222;Schutz der Jugend&#8220; zu bedenken, um zu fragen, ob &#8222;dieser Aufwand für eine solche Minderheit&#8220; nötig und angemessen ist und welche &#8222;Vorbilder&#8220; hier promotet werden. Einige empfahlen den &#8222;Betroffenen&#8220; sogar die Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe, es gäbe bereits erprobte Therapien. Wir wünschten damals von dieser Stelle ebenfalls `Gute Besserung` in die Parteizentrale. (  <a href="https://www.pesterlloyd.net/abgeordnete-der-konservativen-gegen-gay-pride-demo-in-budapest/">Siehe: Hinterm Mond, gleich rechts</a>  )</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fidesz-Funktionäre outen sich als Schwulenhasser</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die blieb leider aus: Regierungsnahe “Elternvereine” mahnen, “besorgte Mütter” schreiben Briefe an regierungstreue Medien, Budapests Oberbürgermeister Tarlós lehnte eine zuvor zugesagte Unterstützung der Eurogames (eine Art schwul-lesbische Olympiade) im Vorjahr ab. Auf einen Protest seines Berliner Amtskollegen Klaus &#8222;Und das ist gut so&#8220;-Wowereit  <a href="https://www.pesterlloyd.net/buergermeister-von-budapest-gibt-den-schwulenhasser-und-schreibt-wowereit/">antwortete Tarlós mit einem Brief</a>  , der vor unterdrücktem Hass nur so glüht. Erst vor wenigen Tagen  <a href="https://www.pesterlloyd.net/schwuchteln-huren-und-hofnarren-homophober-regierungskommissar-in-ungarn-spaltet-rechtes-lager/">ejakulierte ein Fidesz-Regierungskommissar</a>  &#8222;für die Förderung des Rechtsbewußtseins und des nationalen Kulturerbes&#8220;, Imre Kerényi, aus den Tiefen seines Gemüts, als er den forcierten Abgang des schwulen (und linken!) Regisseurs und Nationatheaterdirektors Alföldi mit den Worten feierte, dass die “Schwuchteleien” nun ein Ende hätten und endlich “wieder Liebe und treuer Glauben” ins Theater einzögen. Homophobie, überhaupt Intoleranz gegen alles von der sog. Norm Abweichende, ist in Ungarn, wie überall in Osteuropa immer noch tief verankert und auch keine unbedingte Spezialität der Rechten. Sie artikulieren sich manchmal nur klarer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frömmelnd, reaktionäres, anmaßendes Welt- und Menschenbild</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Selbst der spießige Pseudosozialismus der Kádár-Zeit war in solchen Fragen schon weiter. Offiziell wurde die &#8222;Szene&#8220; zwar auch damals als ziemlich unappetitlich angesehen, doch konnte sie sich im Nischenbereich relativ frei entfalten, Budapest hatte im Ostblock einen entsprechenden &#8222;Ruf&#8220;. Die Stimmung ist heute eine andere. Die Szene gibt es zwar, aber sie ist noch mehr in sich zurückgezogen als je. Die Homophobie ist nur <em>ein</em> Ausdruck gewachsener Intoleranz und einer aggressiven Stimmung in der Gesellschaft, bedingt auch durch ein mittelalterlich anmutendes, frömmelndes Weltbild, das sich bis in die Verfassung hinein eine enge, katholische Begriffsstutzigkeit zu Familie und Ehe anmaßt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mag vielen auch die schrille Selbsdartellung eitler Pfauen auf der Straße auf die Nerven gehen: solange Menschen wegen ihrer Identität, ihrer sexuellen Orientierung kriminalisiert und diskriminiert werden &#8211; und sei es auch nur durch einen Steuersatz und das Adoptionsrecht &#8211; bleiben diese Demos nötig und wichtig. Das wird, besieht man sich Ungarn heute, noch lange der Fall sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr zum Thema:  <a href="https://www.pesterlloyd.net/russische-verhaeltnisse-amtlich-unterstuetzte-homophobie-in-ungarn/">Vatikanisch-russische Verhältnisse &#8211; Amtlich unterstützte Homophobie in Ungarn</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>19 Botschaften unterstützen die &#8222;Pride&#8220; öffentlich &#8211; Gegendemo von Neonazis geplant</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Dennoch ist in diesem Jahr auch die Unterstützung der Zivilgesellschaft sowie die von ausländischen Regierungen nochmals gewachsen. Wie schon in den Vorjahren, positionierten sich die Botschafter von in dieser Frage aufgeklärteren Ländern als Unterstützer der Veranstaltung: <strong>Australien, Österreich, Belgien, Kroatien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Israel, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Slowenien und Schweden</strong> publizierten eine gemeinsame Erklärung. Sie betonen das Recht der freien, friedfertigen Äußerung und erinnerten die Regierung an ihre im Jahr 2011 eingegangene Verpflichtung durch Annahme der UN-Menschenrechtsresolution über die Gender-Identität und die sexuelle Orientierung. Gleichzeitig fordert man die Behörden auf, dafür zu sorgen, dass &#8222;jenen mit extremen Ansichten&#8220; nicht erlaubt wird die &#8222;fröhliche Zusammenkunft&#8220; zu zerstören. Gemeint sind hier vor allem die ungarischen Neonazis, die &#8222;Neue Ungarische Garde&#8220;, illegaler Nachfolger der verbotenen &#8222;Ungarischen Garde&#8220; aus dem direkten Umfeld der Parlamentspartei Jobbik, hat für die gleiche Zeit, nur wenige Hundert Meter von der Pride-Route zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unternehmen teilen sich einen Wagen</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Neben der Unterstützung der Botschafter, zeigen auch zahlreiche Unternehmen, vornehmlich ausländische, was sie von Intoleranz und Chauvinismus halten, so reihen sich die ungarischen Vertretungen von Google, die Investmentbank Morgan Stanley, das Softwareunternehmen Prezi sowie das Übersetzungsbüro espell in die Reihe der Unterstützer ein und werden sich auf der Parade auf einem Wagen zeigen. In den letzten Jahren war die Tendenz, dass die Teilnehmerzahlen, aus schierer Angst, immer weiter rückläufig waren und sich die Parade vorwiegend aus einheimischen Aktivisten und ausländischen Unterstützergruppen rekrutierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ausdruck liberaler Dekadenz</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Mischung machte es dem homophoben &#8222;Mainstream&#8220; leicht, die Veranstaltung als ein von außen nach Ungarn hereingetragenen Gruß der dekadenten, westlichen Welt, darzustellen, der dem ungarischen Wesen an sich fremd ist und die mit ihrem &#8222;übertriebenen&#8220; Liberalismus das Erhaltenswerte, &#8222;die guten Sitten&#8220; und die &#8222;Moral&#8220; ja bis hin zur Nation alles unterwandert und zerstören will. Ein landesweit bekannter Kommentator, der Orbán-Freund und Fidesz-Mitgründer Zsolt Bayer, machte die &#8222;Liberalen&#8220; in einer seiner Kolumnen für den drohenden Untergang der &#8222;weißen, christlichen Rasse&#8220; verantwortlich und wünscht ihr daher den Tod an den Hals. Es ist der gleiche, der Roma als Tiere bezeichnet. Es ist zu wiederholen: er ist ein Gründungsmitglied der Partei Fidesz und ein persönlicher Freund des Ministerpräsidenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem &#8222;intellektuellen&#8220; Umfeld kann ein Fest der Toleranz in Budapest auch heute nur durch den Schutz Hunderter, schwer ausgerüsteter Polizisten, also hinter einer Art menschlichen Stacheldrahtzauns stattfinden und bleibt so ein Armutszeugnis für jedes Land, erst recht für eines, das von sich behauptet, ein europäisches zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seite des Gay Pride Festival <a href="http://2013.budapestpride.hu/" target="_blank" rel="noopener"> http://2013.budapestpride.hu/ </a> <em>Csaba Szabó / M.S.</em></p>
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		<title>Schwuchteln, Huren und Hofnarren: Homophober Regierungskommissar in Ungarn spaltet rechtes Lager</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2013 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Attila Vidnyánszky]]></category>
		<category><![CDATA[Imre Kerényi]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 22 &#8211; 2013 BOULEVARD 27.05.2013 Schwuchteln, Huren und Hofnarren Homophober Regierungskommissar in Ungarn spaltet rechtes Lager Der homophobe Ausfall eines Regierungskommissars&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 22 &#8211; 2013  <strong>BOULEVARD</strong> 27.05.2013</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schwuchteln, Huren und Hofnarren <strong>Homophober Regierungskommissar in Ungarn spaltet rechtes Lager </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der homophobe Ausfall eines Regierungskommissars sorgt für Entrüstung, diesmal sogar in der regierungsfreundlichen Presse. Imre Kerényi, früher anerkannter Regisseur, dann von Orbán mit dem Posten des &#8222;Sonderkommissars für die Förderung des Rechtsbewußtseins und des nationalen Kulturerbes&#8220; beschenkt, hat sich in den letzten Jahren immer weiter zu einem strammen Nationalisten und absurden Schausteller der Regierungsideologie gewandelt. Ein kleiner Einblick in den alltäglichen Kulturkampf in Ungarn.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Hauptaufgaben bestanden bisher in großflächigen Werbeaktionen für die neue Verfassung. So erfand Kerényi u.a. die &#8222;Verfassungsaltäre&#8220; in allen kommunalen Amtsgebäuden des Landes und zeichnet für eine Ausstellung mit Auftragswerken verantwortlich, die den Begriff Staatskunst ins Nachwendeungarn zurückbrachte und nordkoreanischen Vorbildern zur Ehre gereichen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Imre Kerényi, Sonderkommissar, bei der Präsentation von Auftragswerken zum Thema “Ungarn auf dem Weg zur neuen Verfassung”. <a href="http://pusztaranger.wordpress.com/2011/11/07/staatskunst-ist-auch-kunst-die-letzten-150-jahre-ungarischer-geschichte-in-zeitgenossischen-olgemalden/" target="_blank" rel="noopener"> Mehr dazu bei Pusztaranger. </a> Kommissar Kerényi lobte den neu ernannten Direktor des Budapester Nationaltheaters, Attila Vidnyánszky, anlässlich einer Konferenz in Budapest. Sinngemäß: nun endlich, da der unsägliche Vorgänger Róbert Alföldi weg ist, könne der neue Chef des Hauses ein erfolgreiches Theater gründen und zwar auf Liebe und treuem Glauben und nicht auf, wörtlich, &#8222;Schwuchteleien&#8220;. Die Sache ist so selten nicht, dass sie einen langen Artikel wert wäre, Homophobie hat bei den &#8222;Nationalkonservativen&#8220; und nicht nur bei diesen, eine lange, hässliche Tradition, die sich ausgerechnet im Rahmen der Neuentdeckung des Christlichen als Leitmotiv der Nation immer ungenierter Bahn bricht. Doch auch schon 2009 artikulierten Fidesz-Politiker, dass die Schwulen anstelle jugendgefährdende Paraden abzuhalten lieber ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollten. Insofern ist es nicht nur bezeichnend, sondern sogar folgerichtig, dass sich der Kommissar für das “kulturelle Erbe” dieser Sache annimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Aufarbeitung dieses Vorfalls wirft auch ein beredtes Licht auf den tagtäglichen Kulturkampf im heutigen Ungarn, der abseits solcher verbalen Erruptionen ganz praktisch die Freiräume von Kreativen und Querdenkern einengt und die Gesellschaft in eine Richtung trimmen soll. Ob es um Postenbesetzungen geht, die  Unterwerfung fast aller maßgeblichen Institutionen unter Fidesz-Kuratel  ,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/final-cut-ii-filmfoerderung-in-ungarn-als-beute-der-nationalisten/">Zensur bei der Filmförderung</a>  , die  <a href="https://www.pesterlloyd.net/behoerden-in-ungarn-raeumen-das-siraly-ein-zentrum-alternativer-kultur-und-jungen-juedischen-lebens-in-budapest/">Räumung von “oppositionellen” Szeneclubs</a>  , das  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kultur-als-widerstand-alternative-projekte-im-kulturkampf-in-ungarn/">Aushungern der Off-Szene</a>  oder &#8211; wie ganz aktuell &#8211; um die heilige  <a href="https://www.pesterlloyd.net/fidesz-lokalinquisitor-laesst-ausstellung-in-ungarn-wegen-sexueller-anstoessigkeit-verbieten/">Inquistion selbsternannter “Moralwächter” auf Bezirksebene</a>  . Man könnte die Linie aufsteigend weiterführen und landete dann über Straßenumbenennungen, Geschichtsrevisionismus und Horthy-Kult alsbald direkt  <a href="https://www.pesterlloyd.net/so-infantil-wie-gefaehrlich-ein-kinderbuch-aus-dem-heutigen-ungarn-und-orbans-blut-und-boden-rede/">beim lieben Gott in der Verfassung und in den Genen der Magyaren</a>  &#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alföldi (Foto) war,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/oralsexaffaere-am-ungarischen-nationaltheater/">wie ausführlich berichtet</a>  , mehrfach massiven Attacken des rechten bis rechtsextremen Lagers ausgesetzt. Sein Theater war zu weltoffen und zu &#8222;respektlos&#8220;, er selbst zu liberal, vermutlich sogar links und zudem noch schwul. In einem Stück imitierte jemand Oralsex, das fand die Rechte gar nicht witzig, denn die hat weder Oralsex noch Humor. Ein anderes Mal traute sich Alföldi sein Haus für einen Abend an die rumänische Botschaft zu vermieten, dabei gibt es das Land doch eigentlich gar nicht. Die Volksmassen, also die links-liberal verblendeten, standen Schlange, als bekannt wurde, dass er das Theater verlässt. Ein anderes Theater, das &#8222;Neue&#8220;, von Fidesz-Bürgermeister Tarlós in die Hände eines Neonazis gelegt, leidet derweil unter massivem Publikumsschwund. Die Theaterbretter sind offenbar nicht ganz das Milieu der Rechten, die Bretter vorm Kopf schon eher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass nicht nur Regierungsnutten wie Kerényi weltoffenen Humanismus für ein Hindernis halten, im heutigen Ungarn an verantwortlicher Stelle im Kulturbetrieb tätig zu sein, bestätigte auch der verantwortliche Minister Balog, der die nationale Gesinnung des Nachfolgers  bei dessen Einführung explizit als Einstellungskriterium  benannte. Es war dies der gleiche Minister, der dem Präsidenten der Akademie der Künste, die von Fidesz zum zentralen Kulturzensurkommission aufgewertet wurde, Fekete, seine &#8222;volle Unterstützung&#8220; zusagte, nach dem dieser postulierte, dass &#8222;Künstler, die nicht national gesinnt sind, bei uns heute keinen Platz mehr haben&#8220;. Fekete bezeichnete zuvor György Konrád und Imre Kertész als Schriftsteller, die &#8222;im Ausland für Ungarn gehalten werden&#8220; (lies: es sind Juden, keine Ungarn).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst Vidnyánszky, der zwar als national gesinnt, aber nicht als Eiferer gilt, schüttelte auf dem überlieferten Video von Kerényis Ausbruch zwar sichtbar missbilligend den Kopf, unterließ aber einen direkten Widerspruch. Als die Geschichte in den Medien die Runde machte, entschuldigte er sich für seinen ausgebliebenen Protest. Ein solcher kam sowohl von der Ungarischen Theatervereinigung als auch von der Film- und Theaterakademie, von Balog oder gar Orbán, der Kerényi immerhin auf seinen Posten gehievt hatte, kam, wie immer bei Ausfällen seiner Freunde (  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ego-te-absolvo-das-offizielle-ungarn-stellt-sich-hinter-den-hassprediger-bayer/">Fall Bayer</a>  ): nichts. An dieser Stelle sei an einen anderen Sonderkommissar, den einstigen Chefinquisitor Gyula Budai erinnert, der mit seiner Rufmordkampagne dereinst ein Dutzend Philosophen mit dem Furor des Volkes überzog. Rechtlich haltbar war nichts davon, der Rufmord indes blieb. Budai ist heute  <a href="https://www.pesterlloyd.net/mission-melone-vom-politkommissar-zum-schutzpatron-der-ungarischen-melone/">Chef des staatlichen Melonenkartells</a>  und jagt auf Märkten höchstpersönlich slowakische Billigmelonen. In seinen Augen ist das ein Aufstieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass sich die linke Presse auf den Vorfall Kerényi empört stürzt, ist wenig überraschend, in der Népszava erläutert eine Autorin den unglaublichen Wandel des Imre Kerényi, der sich von einem &#8222;brillanten Regisseur&#8220; zu einem &#8222;nach Privilegien, Pöstchen und Geld gierenden Hofnarren&#8220; entwickelt habe. &#8222;Der neue Kerényi hat den alten getötet.&#8220;, so ihr Resümee.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sogar der Chefredakteur der regierungstreuen Magyar Nemzet sah sich zu einem kleinen Kommentar bewegt, freilich in einer Sprache, die wiederum mehr an die Fäkalmetzeleien eines Bayer erinnert, denn an den Kommentar eines führenden Publizisten des Landes. Kerényi hätte &#8222;Exkremente aus seinem Mund über alle nationalen Helden und Symbole geschmiert und auch alles, was er bisher getan oder in Zukunft noch tun wird, besudelt.&#8220; Gábor Élő resümiert, dass es nicht darauf ankommt, ob einer Christ oder Konservativer ist, sondern dass es genügen muss, Mensch zu sein, um von Anderen würdig behandelt zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese letzte Äußerung &#8211; katastrophal genug, dass an die Würde des Menschseins überhaupt erinnert werden muss &#8211; geht in ihrer gnädigen Toleranz jedoch über die Regierungsvorgaben hinaus. Gerade erst hatte Minister Balog all jenen, die sich nicht an christlichen Werten orientieren (wollen),  <a href="https://www.pesterlloyd.net/minister-aus-ungarn-wer-die-10-gebote-nicht-kennt-ist-kein-europaeer/">das Recht abgesprochen, sich als Europäer zu bezeichnen</a>  und Orbán brüstet sich schon einmal damit &#8222;die Linke vernichtet&#8220; zu haben. Auch die Verfassung widerspricht dem Chefredakteur, die fein, aber deutlich zwischen Angehörigen der Nation und Bürgern des Staates unterscheidet. Und so sind es am Ende auch nicht die Proteste, sondern das Schweigen der Vorarbeiter im Weinberg der Nation, die heute am lautesten durch das Land hallen. Nationaltheaterdirektor Vidnyánszky könnte ein wichtigtes und wuchtiges Zeichen setzen und die &#8222;Schwuchtel&#8220; Alföldi vielleicht zu einer Gastregie an dessen alte Wirkungsstätte, ins Nationaltheater, einladen. Dies würde beweisen, dass es auch im rechten Lager Menschenfreunde gibt und Ungarn vielleicht doch nicht ganz in der Barbarei versinkt. Kommissar Kerényi sollte dann eine Ehrenkarte in der ersten Reihe bekommen, wenn sich der Vorhang z.B. für Dostojewskis &#8222;Der Idiot&#8220; hebt&#8230;</p>
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