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	<title>Pál Schmitt &#8211; Pester Lloyd</title>
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	<description>Deutschsprachige Nachrichten aus Ungarn und Osteuropa - seit 1854</description>
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	<title>Pál Schmitt &#8211; Pester Lloyd</title>
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		<title>Chaos beim Paralympischen Komitee in Ungarn: &#8222;Geldgeschenk&#8220; an Präsident, Aufsichtsrat zurückgetreten, Druck aus der Politik</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pál Schmitt]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2015 NACHRICHTEN 02.06.2015 Der Aufsichtsrat des Ungarischen Paralympischen Komitees ist am Freitag geschlossen zur&#252;ckgetreten. Die K&#246;rperschaft befand sich gerade&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2015  <strong>NACHRICHTEN</strong> 02.06.2015</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="6d6b77" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #6d6b77;" fetchpriority="high" decoding="async" width="355" height="200" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/06/18watchingYoupl-Andere-_1-33.webp" alt="18watchingYoupl (Andere)" class="wp-image-39324 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/06/18watchingYoupl-Andere-_1-33.webp 355w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/06/18watchingYoupl-Andere-_1-33-300x169.webp 300w" sizes="(max-width: 355px) 100vw, 355px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Aufsichtsrat des Ungarischen Paralympischen Komitees ist am Freitag geschlossen zurückgetreten. Die Körperschaft befand sich gerade in der Endphase von Untersuchungen über das Finanzgebaren ihres Präsidenten, Zsolt Gömöri (Foto rechts).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser soll sich von dem staatlich finanzierte Verein u.a. mehrere Raten in der Gesamthöhe von rund 10.000 EUR für sein privates Haus bezahlen lassen haben und dies in Form eines &#8222;Geschenkes&#8220; verbucht haben. Gömöri spricht davon, dass die Sache &#8222;völlig legal&#8220; sei. Danach hatte sich Tamás Deutsch (Foto links), ein Fidesz-Europaabgeordneter, Orbán-Günstling, Chef des Fußballklubs MTK, früherer Sportminister und Vize-Präsident des Paralympischen Komitees zu Wort gemeldet und gemeint, dass die Geldschenkung seine Idee gewesen sei und &#8222;er nicht denkt, dass es damit irgendein Problem gibt&#8220;. Gömöri begann sodann Gerüchte über finanzielle Unregelmäßigkeiten bei Aufsichtsratsmitgliedern anzudeuten. Am Dienstag erhielt Gömösi &#8211; nach mehreren Wochen Untätigkeit &#8211; die Ladung der Ermittlungebehörden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der jetzige Rücktritt, ganz offensichtlich durch politischen Druck herbeigeführt, verhinderte somit auch die Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes. Führende Sportler paralympischer Sportarten forderten einen Rücktritt des kompletten Vorstandes und einen Neustart des Verbandes. Dies sei vor allem auch im Lichte einer möglichen  <a href="https://www.pesterlloyd.net/orbans-grosses-finale-auch-der-budapester-ob-will-olympia-2024-nach-ungarn-holen/">Olympiabewerbung für die Spiele 2024</a>  von Bedeutung. Bei den olympischen Organisationen in Ungarn zieht immer noch der des Betruges überführte Ex-Präsident Pál Schmitt die Strippen, der wegen einer kopierten Doktorarbeit und der anschließenden &#8222;linken Hetzkampagne&#8220; seinen Posten räumen musste.</p>
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		<title>Monument des &#8222;neuen Ungarn&#8220;: Orbán feiert sich und sein neues Fußballstadion</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Apr 2014 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Pál Schmitt]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 17 &#8211; 2014 BOULEVARD 22.04.2014 Ein Colosseum f&#252;r den Imperator Monument des &#8222;neuen&#8220; Ungarn: Orb&#225;n feiert sich und sein neues Fu&#223;ballstadion&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 17 &#8211; 2014  <strong>BOULEVARD</strong> 22.04.2014</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="706771" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #706771;" decoding="async" width="600" height="399" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2014/04/pancho4.webp" alt="Monument des &quot;neuen Ungarn&quot;: Orbán feiert sich und sein neues Fußballstadion" class="wp-image-20880 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2014/04/pancho4.webp 600w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2014/04/pancho4-300x200.webp 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Colosseum für den Imperator</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Monument des &#8222;neuen&#8220; Ungarn: Orbán feiert sich und sein neues Fußballstadion</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ostermontag wurde in Orbáns Heimatort Felcsút das neue Fußballstadion, die Pancho Arena, mit einem pompösen Festakt und einem &#8222;internationalen Turnier&#8220; eröffnet. Das offiziell rund 13 Mio. EUR teure Projekt, das überwiegend aus einer eigens dafür eingeführten Sondersteuer für &#8222;beliebte Mannschaftssportarten&#8220; finanziert wurde, ist nun die Hauptattraktion in Orbáns privatem pannonischen Disneyland, Monument der Postdemokratie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Stadion &#8211; ein Statement. Mehr zum  <a href="https://www.pesterlloyd.net/opposition-in-ungarn-gelder-fuer-fussballstadien-in-armutsbekaempfung-stecken/">Stadienbau-Boom</a>  und zum  <a href="https://www.pesterlloyd.net/fc-gernegross-die-schoene-neue-fussballwelt-in-ungarn/">FC Gernegroß in Felcsút</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentümer und Betreiber des Stadions mit 3.800 Plätzen (bei 1.700 Einwohnern) ist die Puskás Ferenc Fußballakademie, Gründer: Viktor Orbán, dessen Landhaus nur wenige Meter neben dem Stadion gelegen ist. Präsident der Stiftung ist Lörincz Mészáros, Bürgermeister von Felcsút, langjähriger Freund der Familie Orbán und Inhaber eines Firmengeflechts, das &#8211; zusammen mit der Közgép-Gruppe des Fidesz-Oligarchen Lajos Simicska &#8211; einer der Hauptausführenden des Baus war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Festreden, Rasenchoreographien, Militärblaskapelle, Lasershow, Feuerwerk, Internationales Turnier, Buffets, Danksagungen, Hymne: der Ostermontag in Felcsút&#8230; Der Entwurf stammt vom 2011 verstorbenen Stararchitekten Imre Markovecz, Pate der sog. &#8222;organischen Architektur&#8220;, einer Richtung, die in Ungarn eher eine pseudo-folkloristische &#8222;pannonische&#8220; Richtung nahm und als Großungarn-Baustil oder Fidesz-Gotik mehr ein Statement, denn ein Baustil wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die U17 von Real Madrid (Ex-Club von Legende Puskás) lässt sich von Orbán als Sieger des ersten internationalen Turniers im neuen Stadion feiern. Wer weiß, wie in Spanien Stadien finanziert werden, wundert sich nicht, dass die iberischen Freunde kaum Berührungsängste mit ihren ungarischen Freunden haben&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Eröffnungsfeier war neben einer Menge Fidesz-Prominenz (gerne auch mit eigenen Stadionprojekten befasst) auch der wegen Betrugs (Doktorarbeit abgeschrieben) zum Rücktritt genötigte Ex-Präsident Schmitt als Festredner engagiert. Wirtschaftsgrößen wie der OTP-Chef und Lebensmitteloligarch Csányi, der auch Präsident des nationalen Fußballverbandes ist sowie der von Kroatien mit internationalem Haftbefehl gesuchte MOL-Chef Hernádi waren ebenso auf der VIP-Tribüne zu sehen, wie der deutsche Rekordnationalspieler und kurzzeitige ungarische Nationaltrainer Lothar Matthäus, der &#8211; nur der Turul weiß, warum &#8211; direkt neben Orbán Platz nahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Regierungschef einen blasen&#8230; Das Stadion hat seinen Namen &#8222;Pancho Arena&#8220; dem Spitznamen der Fußballlegende Ferenc Puskás während dessen Zeit bei Real Madrid zu verdanken. Eine Real-U17-Jugendmannschaft aus der spanischen Hauptstadt trat, neben einer Fußballschule aus Australien, einem Team aus Griechenland (Panthinaikos Athen), von Dynamo Zagreb sowie heimischer Mannschaften am Ostermontag auch zum Eröffnungsturnier, dem Suzuki Cup an, ein Offizieller des spanischen Fußballverbandes war ebenfalls unter den Festrednern. Ansonsten betreibt die Puskás-Akademie mit dem FC Felcsút (offiziell Puskás Akademie) praktisch die Zweit- und Jungendmannschaft des FC Videoton Székesfehérvár und liegt derzeit auf Platz 12 der obersten Liga (von 16).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das neue Stadion in “Fidesz-Gothik” Mészárós, die Orbáns sowie weitere &#8222;befreundete&#8220; Familien wurden in und um Felcsút in den vergangenen Jahren zu den größten Landpächtern über den &#8222;Nationalen Bodenfonds&#8220;, auf Kosten alteingesessener Bauern und Landwirtschaftsbetriebe, die keine Chance auf Pachtverlängerung unter dem &#8222;neuen System&#8220; hatten. Zum Besitz der &#8222;Freundesgruppe&#8220; gehören u.a. auch ein früherer Adelssitz (Eigentümer ist Orbáns Vater), der zum Gästehaus ausgebaut wird, mehrere Wohn- und Hotelanlagen, eine historische Schmalspurbahn sowie ein Sportflugfeld, das kürzlich eine Lizenz für den Ausbau zum internationalen Flughafen erhielt. Während Bürgermeister, Statthalter und Multi-Unternehmer Mészáros es binnen vier Jahren vom Dorfaugust zu einem der 100 reichsten Ungarn schaffte, erscheint Orbáns amtliche Vermögensoffenlegung noch immer wie die eines mittleren Beamten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">“Strategische Partner” und Brüder im Geiste: MOL-Chef Hernádi und OTP-Boss Csányi mit Orbán auf der edel gepolsterten VIP-Tribüne&#8230; &#8211; Bild unten: Lothar Matthäus als Promi-Deko in Orbáns First-Class-Tribünen-Sitzen&#8230; Der politischen Opposition und vielen gemeinen Bürgern gilt das Projekt des Stadions sowie das Gebahren der &#8222;Familie&#8220; in und um Felcsút insgesamt als neuer Höhepunkt der Verhöhnung des Volkes, als Sinnbild für die Verkommenheit der politischen Klasse in Ungarn. Wie die Wahlen jedoch gezeigt haben, bleibt sie &#8211; wie auch alle anderen, weit teureren Raubzüge (Genosschaftsbanken, Rentenkasse, EU-Milliarden, Tabakhandel, Landnahme etc.), gigantomanen Prestigeprojekte (Museumsviertel, AKW-Ausbau) oder auch die politischen Statements (Verfassung, Geschichtsrevisionismus) &#8211; ohne durchschlagende Wirkung auf das Wahlergebnis für die Regierungspartei, die ihre 2/3-Mehrheit, trotz eines Stimmenverlustes von über 600.000 Stimmen behaupten konnte, was &#8211; wie ausführlich erörtert &#8211; nicht nur Folge des umgestellten Wahlsystems ist. &#8211; So gesehen, ist das Felcsúter Pancho Stadion ein Monument des &#8222;neuen Ungarns&#8220;, einer Postdemokratie zwischen Retronationalismus und Ständestaat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein des Betruges überführter Ex-Präsident (und immernoch NOK-Mitglied) als Festredner&#8230; Pál Schmitt. Am Montag haben einige Aktivisten einer linken (ausgerechnet der DK von Ex-Premier Gyurcsány nahestehenden) Jugendgruppe vor dem Stadion protestiert, bis sie von Sicherheitskräften und später der Polizei abgedrängt und wegen Landfriedensbruch angezeigt wurden. Doch nicht nur vorgeschickte Demonstranten, sondern die meisten Oppositionspolitiker stehen fassungslos vor dem Vorgang, dass sich die Regierungseliten angesichts von 3 Mio. Ungarn an oder unter der Armutsgrenze die Taschen mit Steuergeldern füllen und derart ungeniert prestigereichen Hobbys fröhnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier der Landsitz der Orbáns in Felcsút, das Stadion praktisch im Vorgarten. Die Foren unabhängiger Medienportale sind voll mit Parallelen von Nordkorea, über Ceaucescus Größenwahn bis hin zum römischen Imperium oder dem rücksichtslosen Darstellungsdrang ägyptischer Pharaonen, eine Parallele, die vor allem auf die in diesem Jahr geplanten bis zu 300.000 kommunal beschäftigten Billigstlöhner, sozusagen Leibeigene des Staates, immerhin rund 8% der gesamten werktätigen Bevölkerung, eine gewisse Berechtigung hat. Anders die Orbánschen Fanlegionen. Wenn sie nicht gerade den Regierungssprech nachplappern, gönnt man dem Idol das Erschaffene. Er, der unermüdlich für die Freiheit des Volkes im Kampf gegen die halbe Welt im Einsatz ist, hat es für viele schlicht verdient&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie absurd die Regierungskommunikation versucht, den ganzen Pomp und die Umstände als Normalität erscheinen zu lassen, zeigen u.a. Äußerungen wie &#8222;ein Beispiel gelungener ländlicher Entwicklung&#8220; und &#8222;Wertschöpfung&#8220; oder dem &#8222;nationalen Prestige&#8220; und dem &#8222;sozialen Mehrwert&#8220;, der aus dem Fußball zu ziehen sei, wie es auch in den Festreden hieß. Höhepunkt war hier jedoch das Statement des Pressesprechers Orbáns, Bertalan Havasi, gegenüber der amtlichen Nachrichtenagentur MTI aus der Vorwoche. Journalisten hätten die Initialen PMO (lies: Prime Minister Orbán) an einer der VIP-Logen des neuen Stadions &#8222;missinterpretiert&#8220;. Der Premier hat und wird keine VIP-Logen in Stadien mieten oder besitzen, so dessen Sprecher. Im Falle des Pancho-Stadions habe lediglich der Gründer der Betreiberstiftung eine VIP-Loge angemietet, &#8211; &#8222;der eben auch der Premier Ungarns ist&#8230;&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">2. Ausbauphase? Fundstück aus dem Internet. <em>ms.</em></p>
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		<title>Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 23/2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Jun 2013 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Gordon Bajnai]]></category>
		<category><![CDATA[Pál Schmitt]]></category>
		<category><![CDATA[Transparency International]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2013 KURZMELDUNGEN &#8212; gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv. Nachfrager&#252;ckgang zu riskant? Ministerium dementiert Pl&#228;ne f&#252;r Alkoholverkaufsmonopol 03.06.2013&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2013  <strong>KURZMELDUNGEN</strong> — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="m-1323alkoholmonopoldementi">Nachfragerückgang zu riskant? Ministerium dementiert Pläne für Alkoholverkaufsmonopol</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>03.06.2013 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wirtschaftsministerium von Ungarn dementiert Planungen zu Alkoholverkaufsmonopol</strong>  Das Ministerium für Nationalwirtschaft sah sich am Donnerstag zu einem deutlichen Dementi hinsichtlich des &#8222;Gerüchtes&#8220; bewegt, wonach es Planungen gibt, den Verkauf von alkoholischen Getränken, ähnlich dem skandinavischen Modell einzuschränken bzw. wie beim Tabakhandel(sskandal) zu monopolisieren. Da sei nichts dran, hieß es aus der Kanzeli des Ministers.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings war zuvor ein &#8222;Arbeitspapier&#8220; des Ministeriums in den Medien durchgesickert, wonach es sehr wohl konkrete Überlegungen gibt wie man den &#8222;Jugendschutz&#8220; beim Handel mit Zigaretten auch auf alkoholische Geträne ausweiten könnte und zwar so, dass es möglichst wenige Ausfälle bei den Mehrwert- und Verbrauchssteuereinnahmen gibt, wie das Oppositionellenblatt Magyar Narancs berichtet. Die Machbarkeitsstudie warnt dabei zwar auch vor dem denkbaren Arbeitsplatzverlust, falls kleinere Shops schließen müssten, sorgt sich jedoch vor allem um einen möglichen &#8222;Rückgang der Nachfrage&#8220;, der wohl nicht nur aus steuerlichen Gründen für diese Regierung nachteilig sein könnte&#8230; <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1319tabakskandal4.html"> Mehr zum Tabakhandelsskandal </a> <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1308kulturgutsuff.html"> Mehr zur Steuerfreiheit von selbstgebranntem Pálinka </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1225spende.html"> Möchten Sie den Pester Lloyd unterstützen? </a></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="m-1323schmittioc">Ex-Präsident von Ungarn, Plagiator Schmitt bleibt IOC-Mitglied</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>03.06.2013 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ex-Präsident von Ungarn, Plagiator Schmitt, bleibt IOC-Mitglied  Das Internationale Olympische Komitee hat kein Problem damit, einen überführten Betrüger als Mitglied in seinen Reihen zu wissen. Die Ethikkommission des IOC &quot;tadelte&quot; das ungarische IOC-Mitglied, den Ex-Staatspräsidenten des Landes, Pál Schmitt zwar für das &quot;Plagiat&quot; seiner Doktorarbeit, entband ihn auch aller Funktionen in den Ausschüssen des IOC, erlaubt ihm aber weiterhin Mitglied zu sein. Schmitt war zuvor Präsident des Sportausschusses und Mitglied im Komitee für internationale Beziehungen. Das Exekutivkomitee folgte mit dem Beschluss der Ethikkommission, &quot;diese Strafe ist genug.&quot; hieß es in der Begründung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">2012 entzog die Semmelweis Uni in Budapest dem damaligen Präsidenten Schmitt den Doktortitel, nachdem ungarische Journalisten massive Abschriften aus Arbeiten anderer in der Dissertation von Schmitt aufdeckten, über 80% der Arbeit waren wörtlich übersetzt, also gestohlen. <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1213schmittkommentar13.html"> Nach wochenlangem Theater </a> trat Schmitt von seinem Amt zurück, gestand aber keine Fehler ein, sondern sprach von einer politischen Kampagne, der er sich nur beuge, um Schaden von der Regierung und dem Land abzuwenden. Er verklagte die Uni und kündigte die &#8222;vollständige Widerherstellung&#8220; seiner &#8222;Ehre&#8220; an, u.a. wollte er auch eine neue Doktorarbeit schreiben. Sein IOC-Mandat ließ er zunächst ruhen. <em>red.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1323staatsanwalttabak">Staatsanwaltschaft in Ungarn ermittelt gegen Aufdecker des Tabakhandelsskandals wegen &quot;Missbrauchs persönlicher Daten&quot;</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>04.06.2013 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die ungarische Generalstaatsanwaltschaft nimmt sich nun doch des Tabakhandelsskandals an. Untersucht werden soll aber nicht die offensichtliche  betrügerische Vergabe der Konzessionen  an Fidesz-Parteifreunde und ihre Angehörigen im Rahmen des am 1. Juli in Kraft tretenden Tabakhandelsmonopols, sondern der &quot;Missbrauch persönlicher Daten&quot;, sprich: die Veröffentlichung der Namen und Konzessionsdaten durch unabhängige Medien und private Blogs, die einen schwerwiegenden Missbrauch persönlicher Daten darstellen, so der Sprecher des Generalstaatsanwaltes</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch einige Parlamentsabgeordnete werden in die Ermittlungen mit einbezogen, darunter auch einer der Regierungspartei, der gegenüber Medien ins Plaudern kam. Gleichzeitig schlagen andere Staatsanwaltschaften reihenweise Anzeigen wegen Amtsmissbrauchs, Betruges etc. nieder oder ignorieren sie einfach, weil die Daten über die Konzessionsausschreibung noch gar nicht öffentlich zugänglich sind und das erst werden sollen, wenn alle Verträge geschlossen wurden. Einige Fidesz-Parteikader wollen dies aber auch dann verhindern, weil sie später &#8222;Racheaktionen der Sozialisten&#8220; fürchten. <em>red.</em></p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-13236ngosklagen">Tabakhandelsskandal: Medien und NGO´s klagen gegen Korruption in Ungarn</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>06.06.2013 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sechs ungarische Zivilorganisationen und Medien haben sich nun zusammengeschlossen, um rechtlich gegen die  Vergabe der Tabakhandelslizenzen  vorzugehen sowie die Veröffentlichung der Ausschreibungsdaten, Teilnehmer, Bedingungen, Auswahlverfahren etc. zu erzwingen. Die Bürgerrechtsorganisation TASZ, der K-Monitor eine NGO, die sich der Überwachung öffentlicher Gelder verschrieben hat, die ungarische Sektion von Transparency International, das Transparenzpotral Atlatszo.hu sowie die Newsportale index.hu und origo.hu haben entschieden, dass die staatliche Blokade der Aufklärung &quot;gemeinsames Handeln gegen die Ausschreibung, die auf verschiedenen Gebieten die Transparenzgesetze verletzt hat&quot;, notwendig macht. Verklagt werden sowohl die staatliche Tabakbehörde wie auch das Entwicklungsministerium</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Eilgesetz der Regierungspartei hat unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals um die Konzessionsverschiebungen die Informationspflicht von Behörden gegenüber Bürgern und Organisation stark eingeschränkt. Das Gesetz wurde vom Staatspräsidenten zurückgesandt, ein &#8222;Kompromissvorschlag&#8220; liegt vor. <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1323staatsanwalttabak.html"> Gestern teilte </a> die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass man gegen die Aufdecker des Skandals wegen des Vertoßes gegen Datenschutzbestimmungen vorgehen will, gleichwohl prüfe man auch Unregelmäßigkeiten bei der Ausschreibung selbst. Bisherige Anzeigen wurden jedoch entweder niedergeschlagen oder verschleppt. <em>red.</em></p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1323fusionmnbpszaf">Ab Oktober übernimmt die Nationalbank in Ungarn auch die Finanzaufsicht</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>06.06.2013 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarns neuer Nationalbankchef, Ex-Wirtschaftsminister György &#8222;Matman&#8220; Matolcsy, alias &#8222;Ungarische Zahlenfee&#8220; alias &#8222;Mr. 47.000 Forint&#8220; alias &#8222;Tiger mit dem roten Punkt&#8220; <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1247matmantiger.html"> (hier mehr dazu) </a> , wird auch oberster Aufseher über die privaten Geschäftsbanken im Lande. Die seit langem diskutierte Zusammenlegung der MNB mit der Finanzaufsicht PSZÁF soll nun per 1. Oktober in Kraft treten, ein halbes Jahr früher als nach den ursprünglichen Planungen, teilt die Wirtschaftszeitung Napi Gazdaság mit. Danach soll die Aufsichtsbehörde gänzlich in der MNB aufgehen und durch einen Stellvertreter Matolcsys beaufsichtigt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kick-Start oder Amoklauf? <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1314zentralbankinstrumente.html"> Matolcsys erste Runde der &#8222;kreativen Finanzmarktinstrumente&#8220; </a> . <em>red.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1225spende.html"> Möchten Sie den Pester Lloyd unterstützen? </a></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="m-1323g2014gruendungverzoegert">Oppositionpartei in Ungarn hat bei Gründung Probleme mit Gericht</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>06.06.2013 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Das Hauptstädtische Gericht hat &#8222;weitere Informationen&#8220; angefordert, bevor die Mitte-Links Wahlallianz um Ex-Premier Gordon Bajnai, den Status einer politischen Partei zuerkannt bekommt und zu Wahlen antreten kann. Das meldet das regierungsnahe Blatt &#8222;Magyar Nemzet&#8220;. Die Organisation will die angeforederten Daten &#8222;binnen Tagen&#8220; nachreichen, wundert sich aber über die Anforderung, da man den Regularien für die Registrierung &#8222;nach Punkt und Komma&#8220; nachgekommen sei. &#8222;Gemeinsam 2014&#8220; konstituierte sich im Oktober des Vorjahres und meldete im März den Parteistatus an. Ihr gehören neben dem Politinistut des Ex-Premiers &#8222;Heimat und Fortschritt&#8220; auch die Gewerkschaftsbewegung Szolidaritás, die Büregerrechtsbewegung Milla sowie &#8222;Dialog für Ungarn&#8220;, eine Abspaltung der grün-liberalen LMP an. Derzeit wird ein Wahlprogramm erstellt und es laufen &#8211; nicht leichte &#8211; Verhandlungen über ein Wahlbündnis mit linken Parteien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1318oppallianzfatal.html"> Mehr zu Gemeinsam 2014 und der Lage der Opposition </a> <em>red.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1225spende.html"> Möchten Sie den Pester Lloyd unterstützen? </a></p>
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		<title>Göttliche Eingebung? Plagiatsvorwürfe jetzt auch gegen Vizepremier von Ungarn</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Nov 2012 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Pál Schmitt]]></category>
		<category><![CDATA[Zsolt Semjén]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 47 &#8211; 2012 BILDUNG 19.11.2012 G&#246;ttliche Eingebung? Plagiatsvorw&#252;rfe jetzt auch gegen Vizepremier von Ungarn Nachdem bereits P&#225;l Schmitt wegen nachgewiesenen Betruges&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 47 &#8211; 2012  <strong>BILDUNG</strong> 19.11.2012</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Göttliche Eingebung? Plagiatsvorwürfe jetzt auch gegen Vizepremier von Ungarn</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nachdem bereits Pál Schmitt wegen nachgewiesenen Betruges beim Verfassen seiner Doktorarbeit als Staatspräsident zurücktreten musste, Plagiatsvorwürfe gegen den &#8222;sozialistischen&#8220; Ex-Premier Gyurcsány im Raum standen und nie ganz ausgeräumt wurden, muss sich nun auch der aktuelle Vizepremier des Kabinettes Orbán, Zsolt Semjén, mit dem Vorwurf auseinandersetzen, seine Dissertation sowie eine Diplomarbeit nicht nur mit legalen Mitteln erstellt zu haben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarns Vizepremier (rechts&#8230;) mit dem Staatschef des Vatikans, Josef Ratzinger, bei einem Konzert ebenda. Die Doktorarbeit aus dem Jahre 1991, verteidigt mit summa cum laude an der Katholischen Pázmány Péter Universität in Budapest, behandelt &#8222;Die Herausforderungen des &#8222;New Age&#8220; als Chancen für die Evangelisierung&#8220; und ist derzeit in allen verzeichneten Bibliotheken vergriffen. Doch der Zeitschrift HVG liegt ein Exemplar vor, anhand dessen sie rund 40% des Inhaltes als von englischen und deutschen Stellen abgeschrieben identifiziert, ohne das dafür adäquate Quellennennungen vorliegen. Genannt werden u.a. Artikel (&#8222;Der Traum vom `New Age`&#8220;) von Pater Stefan Üblackner aus &#8222;Stadt Gottes &#8211; Magazin der Steyler Missionare&#8220;, Texte des Religionswissenschaftlers Helmuth von Glasenapp sowie Textstellen aus der &#8222;Enzyklopädie des Okkultismus&#8220; des Briten Lewis Spence. Als verschärfend wird angegeben, dass die Übernahmen aus deutschen Texten trotz fehlender Deutschkenntnisse Semjéns geschahen, was wohl kaum mit göttlicher Eingebung erklärbar ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Doktorarbeit befasst sich vor allem mit esoterischen, spirituellen Bewegungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und anderen okkultistische Herausfoderungen für die reine katholische Lehre. Auch eine soziologische Diplomarbeit, abgegeben für die ELTE-Universität 1992 wird angeprangert, danach seien auch dort Stellen teils wörtlich oder leicht verändert aus fremdsprachigen Quellen übernommen worden, zudem sei ein Großteil der mit einem Diplom gewürdigten Arbeit von der eigenen Doktorarbeit abgeschrieben worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">HVG weist die Plagiate, wie schon bei Ex-Präsident Schmitt, detailliert an etlichen Gegenüberstellungen von Original und &#8222;Kopie&#8220; nach. Der Beschuldigte widersprach den Anschuldigungen bisher nur kurz über eine Boluveardzeitung. Im Tabloid &#8222;Blikk&#8220; nannte er die HVG-Vorwürfe &#8222;kompletten Nonsense&#8220;, denn er habe schließlich &#8222;am Ende&#8220; (im Literaturverzeichnis) alle benutzten Werke aufgeführt. Im übrigen habe er den HVG-Beitrag noch nicht gelesen. Er habe seine Thesen über Jahre mit Professoren erarbeitet und sei dabei nach den gängigen wissenschaftlichen Methoden vorgegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bildungsstaatssekretärin Rózsa Hoffmann wollte bereits “ausschließen”, dass Semjén plagieren könnte und sprach von einem “politischen Spiel”. Premier Orbáns Sprecher, Havasi, sprach von einer “unverschämten, politischen Provokation” der Zeitschrift, die rechtlicher Folgen gewahr sein müsse. Ob beide die Vorwürfe überprüft haben, ist nicht bekannt, aber in der Kürze der Zeit eher unwahrscheinlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der 1962 geborene Semjén vertritt auch als Politiker (er ist Vizepremier, als Minister ohne Portfeuille für Religions- und Nationenfragen zuständig und Chef der Fidesz-Anhängsel-Partei KDNP, Präsident der Ungarischen Jagdvereinigung), eine streng ständestaatliche, klerikale Linie und führt mit der KDNP eine Gruppe religiöser Hardliner an, befindet sich damit aber auf Regierungslinie, denn Premier Orbán äußert sich regelmäßig dahingehend, dass nur eine Besinnung auf &#8222;christliche Fundamente&#8220; den Fortbestand der europäischen Zivilisation sichern könne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine auffälligsten Aktivitäten waren bisher die Promotion und Finanzierung von Pilgerreisen für Schüler (auch staatlicher Schulen) ins “Heilige Land” und an “heilige Stätten der ungarischen Nation” u.a. im rumänischen Siebenbürgen, die Erstellung eines “Zentralregisters der Ungarn in der Welt”, die Umsetzung der vereinfachten Vergabe der Staatsbürgerschaft an Ungarn nach Blutslinie sowie eine  <a href="https://www.pesterlloyd.net/parlament-in-ungarn-will-waffenrecht-entschaerfen-es-mag-erstaunen-dass-die-gesetzesvorlage-zur-lock/">Lockerung des Waffenrechtes</a>  . Einige Medien vermuten ihn als Kopf des Opus Dei in Ungarn, wofür der Nachweis aber fehlt. Mit Bezug auf die multiethnische slowakische Ungarnpartei Most-Híd  <a href="https://www.pesterlloyd.net/verwirrung-in-der-vorhoelle-die-parlamentarische-woche-in-ungarn/">sagte er im Parlament einmal</a>  , dass &#8222;interethnische Parteien die Vorhölle der Assimilisation&#8220; seien, weshalb eine Kooperation mit ihnen nicht in Frage komme. Präsident Schmitt trat nach seiner Überführung übrigens nicht wegen seiner Schuld zurück, sondern weil “die gegen mich geführte” und “aus dem Ausland gesteuerte Medienkampagne” sein “Amt über Gebühr” beschädige. Er geht derzeit rechtlich gegen die Professoren vor, die ihm den Doktoritel aberkannten und plant eine neue Doktorarbeit um &#8222;seine Ehre&#8220; wiederherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr zu Zsolt Semjén:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/ungarns-neuer-kniefall-vor-dem-klerus/">Einfalt und Dreifaltigkeit</a>  Ungarns neuer Kniefall vor dem Klerus</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/nationalregister-der-ungarn-in-der-welt-vor-dem-start/">Ein Spielzeug für den Stellvertreter</a>  Nationalregister &#8222;der Ungarn in der Welt&#8220; vor dem Start</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-27-2011/#m-29jagdmuseum">Eine halbe Million “neue” Ungarn durch Trianon-Pass</a>  Ministerpräsident schenkt seinem Vize ein Jagdmuseum</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum Plagiatsfall Schmitt:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/des-betruges-ueberfuehrter-praesident-von-ungarn-verweigert-ruecktritt/">Unantastbar, unhaltbar, uneinsichtig</a>  Des Betruges überführter Präsident von Ungarn verweigert Rücktritt</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/praesidialposse-das-problem-von-ungarn-heisst-orban-nicht-schmitt-kommentar/">Große und kleine Betrüger</a>  Präsidialposse: Das Problem von Ungarn ist Orbán, nicht Schmitt &#8211; KOMMENTAR</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum Plagiatsverdacht Gyurcsány:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/universitaet-gibt-plagiatsvorwurf-gegen-ungarns-ex-premier-auf/">Ohne Beweise, mit Beigeschmack</a>  Universität gibt Plagiatsvorwurf gegen Ungarns Ex-Premier Gyurcsány auf</p>
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		<title>Kannibalen der Demokratie: Regierung von Rumänien in Orbáns Fußstapfen</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Aug 2012 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Crin Antonescu]]></category>
		<category><![CDATA[Pál Schmitt]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 33 &#8211; 2012 OSTEUROPA 15.08.2012 Kannibalen der Demokratie Staatskrise in Rum&#228;nien: Regierung Ponta in Orb&#225;ns Fu&#223;stapfen Ende August entscheidet das rum&#228;nische&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 33 &#8211; 2012  <strong>OSTEUROPA</strong> 15.08.2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kannibalen der Demokratie <strong>Staatskrise in Rumänien: Regierung Ponta in Orbáns Fußstapfen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ende August entscheidet das rumänische Verfassungsericht über die Gültigkeit des Referendums zur Absetzung von Präsident Basescu. Ponta versucht derweil seine internationalen Kritiker zu beruhigen, setzt aber u.a. bei Justiz und Medien Schritte, die fatal für Rechtsstaat und Demokratie sind. Die Methoden hat er von seinem ungarischen Amtskollegen Orbán geradezu kopiert. Auch in Rumänien scheint eine auf Vernunft basierende Politik mittlerweile in weite Ferne gerückt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarns Premier Orbán (auf dem Foto links) ergriff offen für Basescu Partei und rief die Rumänienungarn zum Wahlboykott auf. Dabei sind sich Ponta (hier rechts) und Orbán in Methoden und Politstil recht ähnlich, beide handeln offen antidemokratisch. Er werde seine Bemühungen zur Absetzung des Präsidenten einstellen, wenn dieser &#8222;innerhalb seiner ihm verfassungsmäßig zugedachten Rolle bleibt&#8220;. Das sagte Premier Ponta dem britischen &#8222;Guardian&#8220; in einem Interview, implizierte damit aber gleichzeitig, dass es doch an ihm sein könnte, über Ablösung oder Verbleib des Präsidenten zu befinden. Auch fügte er hinzu, dass die dem Präsidenten von der Verfassung gegebenen Kompetenzen nicht &#8222;besonders weit gefasst&#8220; seien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Große Worte, extreme Vorwürfe und unvereinbare Gegensätze</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Pontas zentrale These für das Absetzungsverfahren war u.a. die selbstherrliche Ausweitung der präsidialen Befugnisse in der Amtszeit Basescu / Boc, vor allem auch was die Judikative betrifft, während die Gegenseite argumentiert, Ponta wolle die gesamte Macht im Staate an sich reißen, die er ohnehin nur interimistisch bis zu den Wahlen im November inne hat, um die juristische  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ein-korruptionsfall-in-rumaenien-und-was-ungarn-daraus-lernen-kann/">Aufarbeitung von Korruptionsfällen</a>  in seinem politischen Block zu unterbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst Demonstranten niederknüppeln, dann den Demokratie-Retter spielen. Viele Rumänen nehmen Basescu seine Darstellung als Volkstribun nicht ab. Auch zu den Verwerfungen beim ungarischen Nachbarn schweig Basescu, brauchte er doch die Ungarnpartei RMDSZ dringend zum Machterhalt. Mehr zur Rolle der Rumänienungarn auch bei dem umstrittenen Referendum  <a href="https://www.pesterlloyd.net/basescu-bleibt-im-amt-rumaenien-und-ungarn-steuern-in-neue-krise/">hier.</a>  Noch mehr zu den Entwicklungen in Rumänien am Ende des Textes. Basescu sagte u.a. wörtlich, Ponta wolle sich für die Verurteilung seines Gesinnungsgenossen, des wegen  <a href="https://www.pesterlloyd.net/nachrichten-aus-osteuropa-tschechien-rumaenien-polen-slowakei/">Korruption verurteilten Ex-Premiers Nastase</a>  , &#8222;rächen&#8220; und bei der Gelegenheit gleich die Demokratie abschaffen. Das Verhalten der Regierung nannte er einen &#8222;Staatsstreich&#8220;. Tatsächlich hat Basescu mit Hilfe &#8222;seines&#8220; Premiers Boc sein Amtsverständnis über Jahre konsequent weit über die in der Verfassung vorgesehenen Ausgaben ausgeweitet, was die Gegenseite wiederum als Schutzhandlung für die eigenen Interessen darstellte und ihm vorwarf, dringende Reformen zur Rettung des Landes zu verhindern und eine &#8222;Präsidialdiktatur&#8220; einführen zu wollen. Und so geht das Volk auch nur bedingt mit, wenn sich Basescu heute als Volkstribun inszeniert. Denn dieses erinnert sich nicht nur an zahlreiche und oft einseitige Sparmaßnahmen, sondern auch daran, wie Basescu Demonstranten beschimpfte und niederknüppeln ließ. <strong>Verfassungsgericht entscheidet über Gültigkeit des Referendums</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 31. August will das Verfassungsgericht eine Entscheidung darüber treffen, ob das Referendum gültig gewesen war. Bei dem Referendum am 29. Juli hat zwar eine große Mehrheit von ca. 80% gegen den suspendierten Präsidenten gestimmt, doch das nötige Quorum von über 50 Prozent wurde mit etwas über 46% verfehlt. Kurz nach der Abstimmung warfen die Referendums-Verlierer von der Ponta-Regierung der Wahlkommission vor, veraltete Wählerlisten zu führen, was die Berechnungsbasis für die Wahlbeteiligung verzerre. Das Verfassungsgericht nahm die entsprechende Beschwerde an und prüft nun über die Regionalverwaltungen in einer Art „Mini-Zensus“, ob alle Personen, die an der Wahl teilgenommen hatten, auch tatsächlich in Rumänien wohnhaft sind bzw. überhaupt noch existieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile ist der für die Durchführung der Wahlen zuständige Innenminister Ioan Rus zurückgetreten worden. Der Schritt folgte auf Druck von vielen Seiten, zuletzt sogar von Interimspräsident Crim Antonescu. Rus sagte, er trete zurück, da er ein „ehrlicher und seriöser Politiker“ sei, der sich nichts vorzuwerfen habe. Ihm werden nicht nur die mangelhafte Aufklärung etlicher Verstöße gegen das Wahlgesetz während des Referendums, sondern auch die Informationsverschleppung gegenüber dem Verfassungsgericht angelastet, seine Entlassung war also taktisch motiviert, um das Verfassungsgericht milde zu stimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>USA und EU sind über Pontas Schachzüge im Bilde</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst vor wenigen Tagen hatten Offizielle aus den USA und der Europäischen Kommission ihre Klagen über Eingriffe in die Unabhängigkeit der Justiz nochmals vertieft. Der US-Vertreter sagte, dass allein sein Besuch, &#8222;ein klares Zeichen dafür ist, dass die internationale Gemeinschaft besorgt über die derzeitige politische Lage in Rumänien ist.&#8220; Sowohl die USA als auch die EU riefen die Ponta-Regierung nochmals auf, jedes Ausüben von Druck auf das Verfassungsgericht bei dessen Entscheidung zum Referendum zu unterlassen. Dazu zähle auch, dass die angefragten Wählerlisten zügig und vollständig an das Gericht überstellt werden müssten, schrieb Kommissionpräsident Barroso in einem Brandbrief nach Bukarest. Die Reaktion von dort kennt man indes schon zur Genüge aus Budapest: alles sei ein Missverständnis und die EU habe &#8222;unvollständige Informationen&#8220; über die rumänische Rechtlsage, lautete es in der prompten Antwort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Basescu und Premier Ponta quälten sich, hier bei einer NATO-Tagung ein Lächeln heraus. Doch ein Paar wird aus denen nicht mehr&#8230; <strong>Ein weiteres Refernderum wäre genauso fatal wie eine Kooperation der Erzfeinde unvorstellbar ist</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Sollte das Verfassungsgericht das Referendum als unrechtmäßig beurteilen, dürfte eine Neuauflage folgen, was von den Kritikern der Regierung Ponta umgehend als erneuter Beweis seiner Demokratieunwilligkeit gewertet wurde, zumal Ponta auf die Verfassungsrichter zuvor massiven Druck ausgeübt hatte. Schon im Vorfeld des Referendums hatte er versucht, sich durch diverse Eilverordnungen Vorteile zu verschaffen. Das Gericht wandte sich sogar hilfesuchend an die EU: Eine Richterin sei „ernsthaft bedroht“ worden, bei einem anderen Richter habe die Regierung die Rechtmäßigkeit der Ernennung bestritten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem habe der von Ponta eingesetzte Interims-Präsident Crin Antonescu erklärt, die Regierung werde ungeachtet der &#8222;Meinung&#8220; des Gerichts an der Amtsenthebung Basescus festhalten. Auch diese Einstellung kennen wir bereits zur Genüge aus Ungarn. Hier wurden bei &#8222;unbotmäßigen&#8220; Urteilen entweder die Befugnisse des höchsten Gerichtes und Verfassungswächters beschnitten (&#8222;in Fragen des Budgets&#8230;&#8220;) oder die neue Verfassung sorgte dann letztlich für die erforderliche &#8222;Konformität&#8220;, auch wenn dafür Grundlagen des Rechtsstaates gebeugt und ausgehebelt wurden. Begründet wird und wurde das damit, dass das &#8222;Gerechtigkeitsempfinden des Volkes&#8220; mehr wiegt als abstraktes Recht. In Rumänien wie Ungarn herrscht bei den Regierenden die Einstellung vor, dass kassierte Gesetze nicht das Ende falscher oder fehlerhafte Gesetze bedeuten, sondern lediglich eine Handlungsempfehlung dafür geben, wie man abgelehnte Gesetze anzupassen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wahl zwischen Pest und Cholera</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Für die politische Lage in Rumänien wäre ein erneutes Referendum genauso fatal, wie eine &#8222;Zusammenarbeit&#8220; zwischen den inzwischen zu Todfeinden gewordenen Basescu und Ponta als unvorstellbar erscheint. In drei Monaten finden Parlamentswahlen statt, keine Zeit also für versöhnliche Momente und vernunftgesteuerte Entwicklungen. Da ein Großteil der rumänischen Bevölkerung mittlerweile zu dem Schluss gekommen ist, dass Wahlen nur die Wahl zwischen mehreren &#8222;Mafiafamilien&#8220; lassen, könnte eine niedrige Wahlbeteiligung sogar noch die gewünschte Legitimation für das antidemokratische Verhalten Pontas erbringen, auf die sich die Orbán-Regierung, bereits vom Beginn ihrer Amtszeit an, glaubt, berufen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide gründen ihre Macht auf dem Versagen der Vorgänger und machen sich die allgemeinen und spezifischen Krisen zu Nutze, um sich eine ihnen nicht zustehende Machtfülle anzueignen. Denn der Abgang der Regierung Boc ist mit dem Gyurcsánys vergleichbar, ebenso der Aufstieg der Kontrahenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass kein demokratisches Mandat dazu legitimiert, die Demokratie als solche anzugreifen oder zu demontieren, sie also zu kannibalisieren, scheint einigen &#8222;Demokraten&#8220; &#8211; übrigens nicht nur im Osten &#8211; nicht klar oder eher egal zu sein, genauso egal übrigens wie die Lebensumstände für die Mehrheit ihrer Völker, die, was Rumänien und Ungarn betrifft als in wachsenden Teilen unwürdig bezeichnet werden muss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Immerhin: Ponta hat gerade angekündigt, die Mehrwersteuer auf Lebensmittel (derzeit 24% wie auf alles) bedeutend abzusenken. Möglich, dass dies ein kalkulierter Schritt mit Hinblick auf die Wahlen ist, aber er hilft damit den Ärmsten und auch der Mehrheit ein bisschen, etwas, was der Orbán-Regierung bisher nicht eingefallen ist, ganz im Gegenteil, Sozialpolitik, Flat tax und sonstige Steuern, Forex-Ablöse, Bildungspolitik, Arbeitsrech, alles ist in Ungarn streng ständisch ausgerichtet worden, Oben, Mitte und Unten werden dort zementiert,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/preise-und-verarmung-in-ungarn-steigen-schneller/">Verarmung eingeschlossen.</a>  Ob Pont seine Sozialpolitik jedoch ökonomisch solide untermauern können wird, und ob die Empathie fürs geschundene Volk letztlich stärker ist als die Machtsucht, darf nach der bisherigen Performande offen und zu Recht angezweifelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine 2/3 Mehrheit macht weniger Lärm als eine Amtsenthebung, aber genauso viel Schaden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einige, besonders konservative Kommentatoren, meinen pikiert, man könne den Fall Ponta nicht mit Orbán vergleichen. Da sich die Ergebnisse für die Völker, die Methoden und die Schäden am Rechtsstaat aber so sehr ähneln, muss man das sogar: Vergessen wir bei dem Gezerre um Basescu nicht, dass sich die Orbán-Regierung nicht einmal die Mühe einer demokratischen Legitimierung für “ihren” Präsidenten machten musste. Sie säbelte den alten nach Ablauf der ersten Amtszeit einfach ab und ersetzte ihn Kraft ihrer parlamentarischen Wassersuppe mit einem eitlen Karrieristen, einem nationalen Stempelkissen. Das macht natürlich bedeutend weniger Lärm als ein Amtsenthebungsverfahren. Präsident Pál Schmitt, mittlerweile als Betrüger überführt und von den eigenen Leuten zurückgezogen, unterschrieb mehr als 360 neue Gesetze ohne jede Prüfung oder Beanstandung, einschließlich einer mehr als streitbaren neuen Verfassung. Das Ergebnis für die Demokratie war in Ungarn als genauso zerstörerisch wie es das in Rumänien ist. Ponta versucht, &#8211; auch hier wieder sehr Orbán-like &#8211; zu beschwichtigen: Die &#8222;politische Krise&#8220;, die das Land seit seiner Amtseinführung im Mai erfährt, werde nun &#8222;vorüber sein&#8220;, damit das &#8222;Land zur Normalität&#8220; zurückfinden könne. Ponta gestand ein, dass Rumänien &#8222;die größte Staatskrise seit zehn Jahren&#8220; erlebt hatte, glaubt aber, &#8222;dass das schlimmste nach dem heißen Sommer nun vorbei&#8220; sei. Er werde alle europäischen Forderungen erfüllen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Gleichschaltung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens folgt 1:1 der Methode Orbán</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch den hehren Worten folgen schon wieder Taten, die aufhorchen lassen: Das staatliche Fernsehen, TVR, will, freilich nur aus &#8222;Kostengründen&#8220;, rund 30% seiner Angestellten entlassen, dabei handelt es sich um mehr als 1.000 Mitarbeiter. Auch die Zahl der Kanäle soll reduziert werden, teilte Lucia Hossu-Longin, Mitglied des TVR-Vorstands mit. Die Schulden betragen nach offiziellen Angaben knapp 70 Mio. EUR, rund 30% des Budgets schießt der Staat zu, der eine weitere Finanzierung nun von einer &#8222;Sanierung&#8220; abhängig machte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Gründen der &#8222;Effizienz&#8220; und der &#8222;Qualitätssteigerung&#8220; wurden auch in Ungarn in den letzten 2 Jahren rund 1.000 Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gefeuert, wie sich bald herausstellte, vor allem auch aus politischen Gründen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Ungarn kann inzwischen als mit der Regierungslinie gleichgeschaltet gelten, was offenbar auch den rumänischen Staatsmedien blüht, die eine ähnlich schändliche Nachwendegeschichte voll politischer Einflussnahme, Korruption und Amtsmissbräuchen erlebt haben, wie ihre ungarische Kollegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Ponta verfährt nach dem Prinzip das Scheitern einer Struktur für deren Vereinnahmung zu benutzen. Genauso wie der ungarische Medienrat, ist auch der im Juni neu berufene TVR-Vorstand nicht mit Vertretern der größten Oppositionspartei besetzt, allerdings sind einige &#8222;Favoriten&#8220; des Präsidenten mit dabei, die aber keine Entscheidung der Regierungsmehrheit blockieren können. Neuer Fernsehchef wurde mit Claudiu Saftoiu passenderweise der frühere Leiter des rumänischen Auslandsgeheimdienstes, was illustriert, welche Funktion die Ponta-Regierung den öffentlich-rechtlichen Medien zugedacht hat. <em>red. / cs.sz. / ms.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr zum Thema:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/basescu-bleibt-im-amt-rumaenien-und-ungarn-steuern-in-neue-krise/">Demokratie-Roulette &#8211; 30. Juli 2012</a>  Basescu bleibt im Amt &#8211; Rumänien und Ungarn steuern in neue Krise</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/der-fall-rumaenien-staatsstreich-oder-zukunft-der-demokratie/">Der doppelte Viktor &#8211; 11. Juli 2012</a>  Der Fall Rumänien: Staatsstreich oder Zukunft der Demokratie?</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/mitte-linksregierung-in-rumaenien-siegt-bei-kommunalwahl-klatsche-fuer-orbans-separatisten/">Punkt für Ponta &#8211; 12. Juni 2012</a>  Mitte-Linksregierung in Rumänien siegt bei Kommunalwahl &#8211; Klatsche für Orbáns Separatisten</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/ein-korruptionsfall-in-rumaenien-und-was-ungarn-daraus-lernen-kann/">Schritte aus dem Sumpf &#8211; 30. Mai 2012</a>  Ein Korruptionsfall in Rumänien und was Ungarn daraus lernen kann</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/ungarn-reagiert-panisch-auf-neue-regierung-in-rumaenien/">Spalter fordern Einheit &#8211; 15. Mai 2012</a>  Ungarn reagiert panisch auf neue Regierung in Rumänien</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/budapest-spielt-mit-der-zukunft-der-rumaenien-ungarn/">Nationalarithmetik &#8211; 27. Februar 2012</a>  Budapest spielt mit der Zukunft der Rumänien-Ungarn</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/rumaenien-im-parlamentarischen-dauerstreit/">Verantwortung als Trick &#8211; April 2011</a>  Rumänien im parlamentarischen Dauerstreit</p>
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		<title>Triumphale Rückkehr: Ungarn mit Sensationserfolg bei Olympia</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Aug 2012 07:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pál Schmitt]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 33 &#8211; 2012 SPORT 14.08.2012 Triumphale R&#252;ckkehr Ungarn mit Sensationserfolg bei Olympia &#8211; Peinliche Debatten in der Heimat Ungarn kann sich&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 33 &#8211; 2012  <strong>SPORT</strong> 14.08.2012</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="d6d2d2" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #d6d2d2;" decoding="async" width="452" height="550" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2012/08/olympiamedaillen__Custom___2_.webp" alt="Triumphale Rückkehr: Ungarn mit Sensationserfolg bei Olympia" class="wp-image-19652 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2012/08/olympiamedaillen__Custom___2_.webp 452w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2012/08/olympiamedaillen__Custom___2_-247x300.webp 247w" sizes="(max-width: 452px) 100vw, 452px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="787272" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #787272;" loading="lazy" decoding="async" width="450" height="275" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2012/08/syma__Custom_.webp" alt="Triumphale Rückkehr: Ungarn mit Sensationserfolg bei Olympia" class="wp-image-19653 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2012/08/syma__Custom_.webp 450w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2012/08/syma__Custom_-300x183.webp 300w" sizes="auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Triumphale Rückkehr <strong>Ungarn mit Sensationserfolg bei Olympia &#8211; Peinliche Debatten in der Heimat</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ungarn kann sich über eine äußerst erfolgreiche Olympiabilanz freuen und lag am Ende der Spiele in London mit acht goldenen, vier silbernen und fünf bronzenen Medaillen auf einem sensationellen neunten Platz in der Länderwertung, nur knapp hinter den &#8222;Großmächten&#8220; Frankreich, Italien und Deutschland. Doch landestpyisch herrscht keine ungeteilte Freude. Liberale Kommentatoren stoßen sich an peinlichen nationalistischen Ausrutschern, die Regierungsseite wirft ihnen Neid und unpatriotisches Verhalten vor.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Platz frei für die Sieger. Die Olympiamannschaft kehrte aus London zurück. Mit Wizziar, statt Malév, aber mit viel Gold im Gepäck! Zuletzt gelang es den Ungarn 1992 in Barcelona in die Top Ten zu kommen, in Athen und Sydney war man jeweils 13., in Peking 21., der 9. Platz ist für eine so kleines Land eine wirkliche Sensation. Doch das reicht den Offiziellen noch nicht: &#8222;Stellt man die Relation zur Bevölkerungszahl her, war Ungarn die erfolgreichste europäische Nation, weltweit nur übertroffen von Neuseeland und einer handvoll karibischer Inseln.&#8220; Mit diesen Worten bilanzierte das Nationale Olympische Komitee den herausragenden Erfolg des Teams &#8222;Magyarország&#8220;. Ungarn hat also praktisch die Olympischen Spiele gewonnen, ein Erfolg, der um so süßer schmeckt, da traditionelle und größenmäßige Nachbarn deutlich unterlagen, Österreich blieb z.B. vollständig medaillenlos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarische Medaillenbilanz bei Olympia seit 1896 Präsident und Ministerpräsident gratulierten euphorisch in offenen Briefen, den Rückkehrern wurde am Montag ein triumphaler Empfang am Flughafen bereitet, wo noch auf dem Rollfeld eine Olympionikin die ungarische Flagge aus dem Flieger halten durfte. Danach gab es eine Feier in der Syma-Halle, wo Vizepremier Semjén meinte, dass &#8222;Ungarn jetzt wieder da steht, wo es schon einmal war.&#8220; Auch der mit Schimpf und Schande abgetretene Präsident Pál Schmitt, ebenfalls dereinst Goldmedaillengewinner als Fechter ließ sich wieder blicken, zuvor hatte er seine “Ehrenpräsidentschaft” beim NOK  <a href="https://www.pesterlloyd.net/halbjuden-und-halbasiaten-die-politische-woche-in-ungarn/">ruhen lassen und auf eine Reise nach London verzichtet</a>  . &#8211; Eine Reihe von Ehrungen werden folgen, die zentrale am Nationalfeiertag des 20. August.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine erste Ehrung in einer Budapester Mehrzweckhalle. Weitere Ehrungen werden folgen&#8230; Einige Wermutstropfen verschwieg man angesichts dieses überragenden Erfolges jedoch geflissentlich, so schmerzte das ungewöhnlich frühe Ausscheiden des jahrzehntelang sieggewohnten Wasserballteams. Dass einige Helden aus dem Diskuswurfgeschäft wegen Dopingvorwürfen erst gar nicht an den Start gelassen wurden, auch darüber deckte man das Mäntelchen des Schweigens. Die meisten Goldmedaillen holten die Ungarn übrigens auf dem Wasser, nämlich beim Schwimmen und in Kanu und Kajak.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Landes- und zeittypisch entfachte der Erfolg keineswegs ungeteilte Freude. Nicht einmal über einen Sieg im Sport kann man sich heutzutage noch zusammen freuen. Während die Regierungsseite die Siegesserie medial vereinnahmte und politisch ausschlachtete, musste sich manch Anderer den Vorwurf des vaterlandslosen Gesellentums gefallen lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders empörte sich die linksliberale Presse über den Live-Auftritt von Ex-Schwimmer und Olympiasieger Attila Czene, der &#8211; als jetziger Staatssekretär &#8211; vor laufender Kamera zum Besten gab, dass ihm László Tökés (ein rumänisch-ungarischer Separatistenführer von Fidesz-Gnaden) eine SMS übersandt hatte, worin der den Sieg von Dániel Gyurta über 200 Meter Brust als &#8222;Goldmedaille für Siebenbürgen&#8220; feierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kritik an diesem Auftritt aus dem linksliberalen Medienlager münzte die Regierungspresse um und behauptet, &#8222;die Linke&#8220; sei offenbar &#8222;unglücklich über die Erfolge&#8220; der ungarischen Sportler, da sie in der Regierungszeit Ministerpräsident Orbáns stattfinden. Dabei hätten sie doch nur den &#8222;15 Millionen Ungarn&#8220; (in Ungarn leben nur knapp 10 Mio.) etwas Freude in den Alltag gebracht. So wie Gyurcsány nicht über die &#8222;nur&#8220; drei Goldmedaillen in Peking gestürzt ist, kann auch Orbán die nächsten Wahlen nicht in London gewinnen, beruhigen die Regierungstreuen die Kritiker. <em>red.</em></p>
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		<title>Halbjuden und Halbasiaten: Die politische Woche in Ungarn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Aug 2012 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[András Schiffer]]></category>
		<category><![CDATA[Pál Schmitt]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 31 &#8211; 2012 POLITIK 01.08.2012 Halbjuden und Halbasiaten Die politische Woche in Ungarn Premier Orb&#225;n beginnt bald seinen Urlaub. Das war&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 31 &#8211; 2012  <strong>POLITIK</strong> 01.08.2012</p>



<p class="wp-block-paragraph">Halbjuden und Halbasiaten <strong>Die politische Woche in Ungarn</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Premier Orbán beginnt bald seinen Urlaub. Das war auch dringend nötig, denn seine letzten Wortspenden weisen Anzeichen besonders grober intellektueller Ermüdung auf. Was sonst noch geschah: ein Neonazi wird wegen seiner jüdischen Oma gemobbt, ein Altnazi verschimmelt in ungarischen Amtsmühlen, in Kaposvár wurde der jüdische Friedhof geschändet, ein Grüner macht sich vom Acker und ein Ex-Präsident zieht aus seinem Anwesen aus. Mitglieder der Regierungspartei wollen die Todesstrafe einführen, Kinder sollen ab drei Jahren zwangsweise in den Kindergarten und Fidesz bleibt knapp auf Platz 1 in der Gunst der Handvoll, die wählen gehen würde.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">“Nur das Volk!”, aber welches ist auserwählt? Csanád Szegedi bei einer seiner letzten Reden als Jobbik-Propagandist. Seine jüdische Großmutter machte ihn zum “Unabhängigen” im EU-Parlament. <strong>Orbán zur möglicherweise &#8222;notwendigen&#8220; Abschaffung der Demokratie in Ungarn</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">“Wir hoffen, Gott hilft uns dabei, dass wir uns nicht anstelle der Demokratie andere politische Systeme ausdenken müssen, die wir dann im Interesse des wirtschaftlichen Überlebens einzuführen haben.” Dies sagte Premier Viktor Orbán Ende Juli auf einer Versammlung des Landesverbandes der Arbeitgeber. Weiter führte er dort aus, dass &#8222;nationaler Zusammenhalt&#8220; bei anderen Völkern eine Frage des Willens sein könne, nicht aber bei einem &#8222;halbasiatischen Volk, wie dem unseren&#8220;, dort bedarf es &#8222;der Kraft&#8220; (auch Macht). Mehr zu den skurrilen Ausführungen des ungarischen Regierungschefs im <a href="http://pusztaranger.wordpress.com/2012/07/27/orban-stellt-seinem-halbasiatischen-volk-die-abschaffung-der-demokratie-in-aussicht/" target="_blank" rel="noopener"> Beitrag des Blogs Pusztaranger </a> . Mehr zur neuen “Abstammungslehre” bzw. Rassentheologie in:  <a href="https://www.pesterlloyd.net/vom-steppenidyll-zur-rassentheologie-ungarn-blickt-nach-osten/">Die wilden Reiter von Absurdistan</a>  . Mehr zu Orbáns überfälligem Urlaub  <a href="https://www.pesterlloyd.net/hauptsache-ungarn-orban-ueber-seine-urlaubsplaene/">hier.</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jobbik mobbt jüdischen Nazi aus seinen Ämtern</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist der Supergau für jeden aufrechten Nazi: eine jüdische Großmutter. Genau dieser Albtraum ereilte nun den ungarischen EU-Abgeordneten der Partei Jobbik, Csanád Szegedi, der außerdem auch Bezirkschef seiner Partei im Komitat Borsod war, bis er vor wenigen Tagen von diesem Amt zurücktrat. Nun fordert die nationale Führungsspitze der Jobbikpartei auch die Rückgabe des Europamandats, betont dabei aber &#8222;dass diese Entscheidung nichts mit den erst kürzlich bekannt gewordenen jüdischen Vorfahren Szegedis zu tun&#8220; habe (natürlich nicht!), sondern vielmehr mit der Tatsache, &#8222;dass er versucht habe, eine Person zu bestechen, um diesen Tatbestand geheim zu halten.&#8220; Szegedi bestreitet die Bestechungsvorwürfe, eine Tonbandaufnahme, die diesen beweisen soll, bezeichnet er als Fälschung. In einschlägigen Neonaziblogs wird Szegedi, dem man bis vor kurzem noch bei seinen antisemitischen und rassistischen Reden zujubelte und auch applaudierte als er eine  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-3-2012/#m-03jobbikdemo">EU-Fahne abfackelte</a>  , bereits als Agent des Mossad gehandelt&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fraktionschef der ungarischen Grünen schmeißt hin</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Benedek Jávor, Fraktionschef der grün-liberalen Partei LMP im Parlament, gab bekannt, dass er sich zum Ende des Sommers von diesem Posten zurückziehen möchte. „Das Gremium und die Partei sind so erfolgreich, dass es für mich keinen Grund mehr gibt, weiterzumachen“, erklärte er. Jávor ist binnen eines Jahres bereits der zweite Fraktionschef, der aufgibt, sein  <a href="https://www.pesterlloyd.net/fraktionschef-der-ungarischen-gruenen-zurueckgetreten/">Vorgänger András Schiffer ging</a>  wegen inhaltlicher und persönlicher Verstimmungen mit anderen Parteimitgliedern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beobachter gehen davon aus, dass die LMP vor einer Zerreissprobe steht, denn die Strategie der  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-2-2012/#m-02lmpmszp">Äquidistanz zu allen Parteien</a>  und damit die Verhinderung jeglicher Allianz der demokratischen Opposition, stößt bei der Basis auf immer mehr Unverständnis. Auch die Einstellung der Ermittlungen gegen Ex-MSZP-Premier Gyurcsány, die auf eine Initiative Jávors und der LMP zurückgingen, ist als Niederlage zu betrachten. Jávor betonte, dass seine Partei die Ermittlungen gegen den ehemaligen Premierminister &#8222;aus gutem Grund&#8220; hatte einleiten lassen und daher keinen Grund für eine Entschuldigung sähe, auch wenn die Staatsanwaltschaft keine Beweise finden konnte. Die Regierungspartei Fidesz, so Jávor weiter, hatte versprochen, der Korruption ein Ende zu bereiten. Stattdessen hat sie sie institutionalisiert. Auch kündigte er eine &#8222;Art von Zusammenarbeit&#8220; mit den außerparlamentarischen Bewegungen und Parteien Milla, 4K! und Szolidaritás an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ex-Präsident verzichtet auf Staatsanwesen und London-Reise</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarns ehemaliger Präsident Pál Schmitt ist aus seiner offiziellen Residenz in Buda ausgezogen. Er verzichtet aus „Respekt vor dem Land und der ökonomischen Situation“ auf die vom Staat finanzierte Dienstwohnung, die ihm als ehemaligem Staatspräsidenten nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst lebenslang zustände, samt Chauffeuer, Fahrzeug, Sekretärin und Büro. Schmitt war am  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-12-2012/#m-1214schmittletzte">2. April nach wochenlangen Debatten über das Plagiat seiner Doktorarbeit endlich zurückgetreten</a>  , gab die Schuld daran aber den Medien und klagte die Uni, die ihm den Titel aberkannte. Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung darüber lässt er auch seinen Ehrenvorsitz im Nationalen Olympischen Komitee ruhen und verzichtet damit auf den Besuch der Olympischen Spiele in London.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verfassungsgericht soll Bildungsreform untersuchen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Máté Szabó, der parlamentarische Ombudsmann für Grund- und Menschenrechte, hat am 19. Juli das Verfassungsgericht gebeten, sich das neue Bildungsgesetz, das Anfang 2013 in Kraft treten soll, einmal näher anzuschauen. Seiner Meinung nach verletzt die dort beschlossene „allgemeine Kindergartenpflicht“ für Kinder ab drei Jahren die Rechte derjenigen Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen möchten. Auch die Zentralisierung des Schulwesens sehe er skeptisch, da der Staat bisher keine Garantien dafür geben könne, das Niveau von kirchlichen oder kommunalen Schulen halten zu können, wenn er diese, im Falle des Scheiterns finanziellen Scheitern der nichtstaatlichen Träger übernehmen müsse. Das Sekretariat für Erziehung wiegelt ab. Es gäbe keinen Grund zur Besorgnis. Szabós Bedenken seien &#8222;unbegründet&#8220;. <strong>Fidesz-Abgeordnete sprechen sich für Einführung der Todesstrafe aus</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachricht über den brutalen Mord an einer fünfundzwanzigjährigen Polizeipsychologin, die vergewaltigt und anschließend erdrosselt wurde, nahm die neofaschistische Partei Jobbik wieder einmal zum Anlass, die Einführung der Todesstrafe in Ungarn zu fordern.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/jobbik-moechte-todesstrafe-wieder-einfuehren/">Dieser Aufruf ist nicht neu</a>  , neu ist jedoch, dass sich diesmal Abgeordnete der Regierungspartei Fidesz dem Aufruf anschlossen. Das News-Portal index.hu zitiert einen Fidesz-Abgeordneten mit den Worten: „Wenn ein Einzelner das Recht hat, sich zu verteidigen, hat der Staat es erst recht. Wir brauchen das nötige Werkzeug, um Menschen auch hinrichten zu können&#8220;. Bisher lehnte Fidesz eine Debatte darüber mit Verweis auf die EU-Regularien an, die Todesstrafe und Hinrichtungen in der EU verbieten. Allerdings hält sich Ungarn auch in vielen anderen Fragen nicht an EU-Recht, weshalb dies eigentlich kein Hindernis sein dürfte. Angeheizt wird die Debatte weiterhin von dem Umstand, dass man den Tatverdächtigen im o.g. Mordfall der Roma-Minderheit zuordnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wahlumfrage: Rennen um Platz 1 wird knapper</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regierungspartei Fidesz, die derzeit mehr als 2/3 der Sitze im Parlament inne hat, bliebe auch nach der aktuellen Umfrage die stärkste parlamentarische Kraft. Insgesamt würde sie heute 33% der Wählerstimmen erhalten (2010 waren es 54%), die &#8222;Sozialdemokraten&#8220; der MSZP kämen auf 30% (20) und die neofaschistische Jobbik 22% (17). Insgesamt bleiben die Ungarn sehr politikverdrossen, nur 34% der Befragten haben angegeben, sich überhaupt an einer Parlamentswahl beteiligen zu wollen. Eine andere Umfrage sieht den Abstand zwischen Fidesz und MSZP inzwischen wieder bei fast 10 Prozentpunkten, was die Seriosität der Umfragebranche durchaus in Frage stellt.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ungarn-wollen-den-machtwechsel-wissen-aber-nicht-zu-wem/">Weitere Umfragedetails</a>  .</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Csatáry-Auslieferung an die Slowakei nur nach Gerichtsbeschluss</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarn erwartet ein richterliches Auslieferungsersuchen aus der Slowakei, bevor der als  <a href="https://www.pesterlloyd.net/praesident-von-ungarn-auf-reparaturreise-in-israel-csatary-unter-hausarrest/">Kriegsverbrecher verdächtigte László Csatáry</a>  ins Nachbarland ausgeliefert werden kann. Man verfahre dabei strikt nach den europäischen Regularien, erklärte dieser Tage das ungarische Justizministerium als Reaktion auf eine Äußerung des slowakischen Justizministers Tomas Borec. Da seit September 2011 in Ungarn selbst auch Ermittlungen gegen Csatáry laufen, die, nachdem eine britische Boulevardzeitung und das Wiesenthal-Zentrum die Sache öffentlich forcierten, intensiviert wurden, kann eine Auslieferung jedoch nicht vor dem Abschluss dieser Ermittlungen verhandelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die slowakische Seite hatte Ungarn Dokumente über eine Gerichtsverhandlung und ein Urteil gegen Csatáry aus dem Jahre 1948 zukommen lassen, woraus man einen Auslieferungsanspruch ableiten könne, da ein gültiges Urteil vorliege. Das ungarische Justizministerium wies auch daraufhin, dass ausschließlich das zuständige Gericht in Budapest XIII. dahingehende Beschlüsse fassen könne.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kriegsverbrecher-csatary-hatte-ungarn-und-der-slowakei-sein-kommen-angekuendigt/">Sowohl die Slowakei als auch Ungarn wussten, von Csatáry selbst, spätestens seit 1997 von seiner Absicht einer Rückkehr nach Ungarn</a>  , blieben aber untätig, bisher war nicht zu erfahren, warum. Premier Orbán bekannte sich am 23. Juli zur &#8222;europäischen Rechtstradition&#8220;, wonach &#8222;Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht verjähren&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Schändung von jüdischem Friedhof</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kaposvár (Südwestungarn) haben Unbekannte vor einigen Tagen einen jüdischen Friedhof verwüstet. Sie drangen in der Nacht ein und stürzten 57 Grabsteine um. Die Polizei ermittelt derzeit gegen Unbekannt, die Täter sind noch auf freiem Fuß. Kaposvárs Bürgermeisterin, Fidesz, äußerte sich entsetzt zu dem Vorfall: „Eine abscheuliche Tat, die zu nichts führt.“ Ministerpräsident Orbán verurteilte die Tat aufs Schärfste und betonte gegenüber dem deutschen Magazin Focus, dass seine Regierung „Null Toleranz&#8220; gegenüber antisemitischen bzw. antiziganistischem Denken Denken zeigen würde.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/praesident-von-ungarn-auf-reparaturreise-in-israel-csatary-unter-hausarrest/">Hier mehr dazu</a>  , wie die Regierungspartei selbst in den neuen Antisemitismus verstrickt ist. Kaposvár war kürzlich bereits durch Schmierereien an der örtlichen Synagoge und Mordaufrufe an Häusern der Roma aufgefallen.</p>
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		<title>Die politische Woche in Ungarn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2012 07:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[János Áder]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 25 &#8211; 2012 POLITIK 21.06.2012 Klagen &#252;ber Klagen EU-Gericht bereitet Prozesse gegen Ungarn vor &#8211; Venedig-Kommission befasst sich erneut mit Gesetzgebung&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 25 &#8211; 2012  <strong>POLITIK</strong> 21.06.2012</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="73675f" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #73675f;" loading="lazy" decoding="async" width="240" height="160" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2012/06/ader__WinCE_.webp" alt="Die politische Woche in Ungarn" class="wp-image-38750 not-transparent"/></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="39322a" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #39322a;" loading="lazy" decoding="async" width="240" height="160" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2012/06/schmitt__WinCE_.webp" alt="Die politische Woche in Ungarn" class="wp-image-38751 not-transparent"/></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Klagen über Klagen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EU-Gericht bereitet Prozesse gegen Ungarn vor &#8211; Venedig-Kommission befasst sich erneut mit Gesetzgebung &#8211; Regierung will Parteien für Sternurteil zahlen lassen &#8211; Präsident sendet wieder Gesetze ans Parlament zurück &#8211; Ex-Präsident verklagt Uni wegen Titelaberkennung &#8211; Slowakischer Premier sucht Kooperation &#8211; Staatsanwaltschaft kündigt härteres Vorgehen gegen Antisemitismus an &#8211; Nezöpont: Weiterhin starke Unterstützung für Fidesz</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Blick ins ungarische Parlament dieser Tage. <strong>EU-Gericht bereitet Prozesse gegen Ungarn vor</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat zwei Prozesse als Fortführung der EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen die ungarische Regierung eingeleitet. Die EU-Kommission beanstandet Neuregelung des Rentenalters für Richter und sieht (unter anderem darin, wie auch in der Art und Weise der Neubesetzung) einen Eingriff in die Unabhängigkeit der Justiz. Weiterhin kommt das neue Gesetz zum Datenschutz vor Gericht. Die EU-Exekutive äußerte sich bereits zuvor besorgt über die Entwicklungen in der ungarischen Gesetzgebungen, woraufhin es intensive Gespräche mit der Regierung von Viktor Orbán gab. Diese stimmte Änderungen in einigen Punkten zu, jedoch weit unter den Erwartungen der Kommission, weshalb diese entschied, das Gericht einzuschalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich waren drei Anträge zu Vertragsverletzungsverfahren geplant. Jenes, das die Bedenken zur Unabhängigkeit der Zentralbank betrifft, wurde jedoch auf Eis gelegt, in der Hoffnung, dass die ungarische Regierung das Gesetz noch hinsichtlich den Erwartungen der Europäischen Zentralbank ändern wird. Die Regierung in Ungarn taktiert seit dem und zögert einen konvergenten Beschluss zum wiederholten Male hinaus. Erst wenn dieser aber vorliegt, können jedoch offizielle Verhandlungen über einen neuen IWF-Kredit, der vor allem die Märkte hinsichtlich Anleihezinsen und Forintkurs beruhigen soll, begonnen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Defizitverfahren mit der Androhung der Sperrung von knapp 500 Mrd. EUR EU-Geldern wird dieser Tage eingestellt, weil Ungarn nun angeblich alle Bedingungen erfüllt bzw. &#8222;verlässliche Zusagen&#8220; zur &#8222;nachhaltigen und strukturellen Budgetsanierung&#8220; durch  den neuen Konvergenzplan  gegeben habe. Der Kurswechsel der Kommission in dieser Frage ist eindeutig politisch motiviert, wie im  <a href="https://www.pesterlloyd.net/blinde-kuh-politik-eu-ungarn-hauptsache-die-zinsen-koennen-bezahlt-werden/">Beitrag &#8222;Blinde Kuh-Politik. Erst das Budget, dann der Mensch&#8220;</a>  genauer dargestellt. Auch die  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ungarn-will-budget-2013-im-eiltempo-durchbringen-die-eckdaten/">Performance hinsichtlich des 2013er Budgets</a>  lässt Struktur und Nachhaltigkeit vermissen. Der Europäische Gerichtshof gab bisher keine Termine bekannt, wann die Prozesse starten sollen, kündigte jedoch an, im Falle des Rentenalters für Richter ein Eilverfahren in die Wege zu leiten. Auch das Gericht selbst hatte bereits im April Bedenken über die Entscheidung Ungarns geäußert, das Renteneintrittsalter für Richter und Notare von derzeit 70 auf 62 Jahre abzusenken. Sollte die Maßnahme eingeführt werden, müssten im Jahr 2012 allein 236 Richter in den Ruhestand gehen, was etwa zehn Prozent der Gesamtanzahl bedeute. Im Bereich der Notare wären sogar bis zu 25% betroffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Unabhängigkeit des Datenschutzbeauftragten betreffend räumte das Gericht ein, dass die ungarische Regierung Fortschritte gemacht habe. Die vorgesehene Neuschaffung einer Nationalen Agentur für Datenschutz würde jedoch die Amtszeit des derzeitigen Beauftragten vorzeitig enden lassen, was mit EU-Recht nicht in Einklang stehe. Auch von der Kommission hieß es, die persönliche Unabhängigkeit eines Datenschutzbeauftragten sei Kernbestandteil europäischen Rechts. Die Kontinuität der Arbeit müsse bei einer Neuregelung gewahrt bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Venedig-Kommission befasst sich erneut mit Gesetzgebung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Venedig-Kommission hat in einem neuen Bericht ihre Meinung zu drei Gesetzen der ungarischen Regierung veröffentlicht. Bereits vor wenigen Wochen hat das Gremium des Europarats, das vor allem geschaffen wurde, um Nachwende-Staaten auf dem Weg in eine demokratische Verfassung zu verhelfen,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/venedig-kommission-laesst-bei-ungarn-nicht-locker/">teils scharfe Kritik</a>  an der ungarischen Gesetzgebung geäußert. Dabei ging es besonders um Änderungen im Bereich der Judikative, die beispielsweise die Unabhängigkeit des Generalstaatsanwalts und des Verfassungsgerichts gefährden könnten. Auch die aktuelle Veröffentlichung befasst sich unter anderem mit dem Rechtssystem Ungarns, die Kritik ist aber deutlich milder formuliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuellen Regelungen verstießen zwar nicht gegen europäische Normen, doch das System der „checks and balances“wäre noch ausbaufähig, heißt es in dem Bericht. Einige vorsichtige Empfehlungen zu Änderungen an den Gesetzen sind noch enthalten, z.B. dass die Opposition (25% der Abgeordneten) oder auch der Ombudsmann für Menschenrechtsfragen ein nachträgliche Überprüfung von Gesetzen beantragen können soll. Auch im Bereich der Minderheitengesetzgebung sieht die Kommission von wirklicher Kritik ab, sondern merkt nur an, dass das Gesetz in einigen Teilen „extrem detailliert“ ist, was aufgrund der 2/3-Regelung problematisch für spätere Änderungen sein könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Regierung will Parteien für Gerichtsurteil zahlen lassen</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Ungarn muss mehrere tausend Euro an Strafe zahlen, nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) im März das Recht verteidigt hatte, im Rahmen der freien Meinungsäußerung öffentlich einen roten Stern zu zeigen. Die regierenden Koalitionsparteien Fidesz und KDNP schlugen nun vor, Gelder der staatlichen Parteienfinanzierung für die Begleichung der Strafe zu verwenden. Der Antrag wurde am Montag vom Verfassungskomitee mit einfacher Mehrheit angenommen, die allein durch die Regierungsparteien repräsentiert wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 8. März urteilte der EGMR, dass Ungarn falsch gehandelt habe, als es János Fratanolo, den früheren Vorsitzenden der ungarischen Arbeiterpartei  mit einer Strafe belegte, weil dieser in einem Fernsehinterview 2007 einen roten Stern getragen hatte  . Dies falle unter das Recht Meinungsfreiheit, weshalb die ungarische Regierung Fratanolo 4.000 EUR Schadensersatz, sowie weitere 2.400 EUR an Prozesskosten zahlen müsse. Ungarn hatte argumentiert, dass das öffentliche Zurschaustellen des kommunistisch Symbols eine illegale Verherrlichung tyrannischer Symbole darstelle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vize-Ministerpräsident Tibor Navracsics sagte, auch in anderen EU-Ländern wie Litauen seien der rote Stern und ähnliche Symbole wie SS-Abzeichen oder „Hammer und Sichel“ verboten. Das Tragen des faschistischen Pfeilkreuzlersymbols ist in Ungarn  <a href="https://www.pesterlloyd.net/wenig-protest-gegen-wachsende-praesenz-des-neonazismus-in-ungarn/">jedoch nicht verboten und überall präsent</a>  . Im April hatte Navracsics einen Antrag ins Parlament eingebracht, in dem er die Abgeordneten dazu auffordert, die Gerichtsentscheidung anzufechten. Laut Regierungslinie ist der Kommunismus das “größte Verbrechen des 20. Jahrhunderts”.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Präsident sendet wieder Gesetze ans Parlament zurück</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ungarische Präsident János Áder, der  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-18-2012/#m-1218adergewaehlt">seit Anfang Mai im Amt</a>  ist hat dem Parlament zwei Gesetze zur Überprüfung zurück gesendet. Wie schon vor wenigen Wochen, als  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-23-2012-2/#m-1223gesetzzurueck">Áder ebenfalls zwei Gesetze beanstandete,</a>  handelt es sich auch aktuell nur um formale Fehler. Beim ersten Gesetz, das die Neuaufteilung der Verwaltungsbezirke in Ungarn zum Inhalt hat, ist ein Änderungsantrag nicht konform mit der Hausordnung eingebracht worden. Im zweiten Fall geht es um ein Maßnahmenpaket zum Bürokratieabbau, wodurch diverse frühere Verwaltungsrichtlinien außer Kraft gesetzt würden. Der Entwurf enthielt am Ende Änderungen zu 61 Gesetzen, von denen Áder zwei wegen Formfehlern als problematisch befand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pál Schmitt, der Vorgänger von János Áder,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-12-2012/#m-1214schmittletzte">der im April wegen einer Plagiatsaffäre zurückgetreten war,</a>  hatte während seiner Amtszeit alle 360 Gesetze ohne Prüfung passieren lassen. Ob der neue Präsident jedoch ein wirkliches Korrektiv darstellt oder nur scheinbare Unabhängigkeit demonstrieren möchte, bleibt unklar. Auch Áder hat noch kein Gesetz, das ihm zur Unterschrift vorgelegt wurde, wegen verfassungsrechtlicher Bedenken zurückgestellt oder ans Verfassungsgericht weitergeleitet. Dass es dazu eventuell Grund gäbe, zeigen unter anderem die kürzlichen eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahren des Europäischen Gerichtshofs gegen zwei Gesetze der ungarischen Regierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ex-Präsident zieht gegen Titelaberkennung vor Gericht</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Der ehemalige ungarische Präsident, Pál Schmitt, hat angekündigt, gegen die Entscheidung der Untersuchungskommission der Semmelweis-Universität, die ihm im März diesen Jahres seinen Doktortitel aberkannt hatte, vorgehen zu wollen. Zu diesem Zweck beantragte Schmitt unter anderem auch eine Untersuchung des Falls vor dem Stadtgericht. Bereits im Januar wurden in den Medien erste Vorwürfe gegen den Präsidenten laut,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/der-praesident-von-ungarn-und-die-plagiatsaffaere/">er habe bei seiner Dissertation unwissenschaftlich gearbeitet</a>  , sprich, fast die gesamte Arbeit wortgetreu abgeschrieben. Die renommierte Budapester Semmelweis-Universität bestätigte Ende März nach einer Prüfung, dass Schmitt bei der 1992 fertiggestellten Arbeit in hohem Maße plagiiert habe. Daraufhin verstärkte sich der öffentliche Druck noch und zwang Schmitt zum Rücktritt am 2. April. Bis zuletzt sprach er jedoch von einer Medienkampagne, die seine Ehre beschmutzt hätte, die er wiederherzustellen gedenke, auch wolle er eine neue Doktorarbeit verfassen, der Autor steht allerdings noch nicht fest&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls kündigte der Ex-Präsident an, auf seine Villa auf Staatskosten zu verzichten,  worauf er zunächst bestanden hatte  . Laut ungarischem Gesetz würde ihm eine angemessene Unterkunft sowie ein Büro mit Sekretärin auf Lebenszeit zustehen. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation des Landes habe er sich nun umentschieden, hieß es in einem Statement aus seinem Büro. Schmitt besitzt bereits mehrere Anwesen, unter anderem in den noblen Budaer Bergen. Viele Ungarn verloren in den letzten Jahren ihren Wohnraum, weil sie sich nur durch einen Notverkauf von den Lasten der Fremdwährungskredite befreiten konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Slowakischer Premier sucht Kooperation</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Das erfolgreiche Voranschreiten gemeinsamer Projekte zwischen Ungarn und der Slowakei sei im absoluten Interesse der Regierung in Bratislava, teilte Ministerpräsident Robert Fico am Wochenende mit. Er sagte, Vorhaben wie der Bau der  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-5-2011/#m-05pipeline">gemeinsamen Gaspipeline</a>  , der Ausbau wichtiger Verbindungsstraßen oder die Schaffung neuer Brücken über Ipel und Donau seien enorm wichtige Projekte, die sowohl die gesellschaftlichen wie auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern beleben. „Auf einem Treffen mit (dem ungarischen Ministerpräsidenten) Viktor Orbán im April stellte ich ihm gegenüber klar, dass weder Ungarn noch die Slowakei sich in der aktuellen Lage ein Scheitern leisten können.“, fügte Fico hinzu. Dazu müssten die Regierungen beider Länder nicht zurück, sondern in die Zukunft schauen und die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Die Slowakei jedenfalls sei bereit, sofort mit der Umsetzung der wichtigen Projekte zu starten. Auf die Spannungen in den ungarisch-slowakischen Beziehungen innerhalb der letzten Jahre angesprochen, entgegnete Fico, dass es im Interesse seines Landes sei, allen Minderheiten in der Slowakei ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Dasselbe erwarte er hingegen von allen anderen Ländern, in denen eine slowakische Gemeinschaft heimisch ist. „Bei allen diplomatischen Spannungen müssen wir uns doch darüber bewusst sein, dass wir Nachbarländer sind. Es ist daher nicht an der Zeit, alte Wunden wieder aufzureißen.“, sagte Premier Fico, der jedoch keine konkreten Schritte im Streit um die Staatsbürgerschaftsgesetze machte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fico traf kürzlich auch den Chef der ungarischen Sozialisten, Attila Mesterházy. Fico kündigte an, ebenfalls eine verstärkte Kooperation mit der Oppositionspartei im ungarischen Parlament und seiner Partei, der sozialdemokratischen Smer, voranzutreiben, was als Retourkutsche zu den politischen Einmischungen der Orbán-Regierung bei den Ungarnparteien zu bewerten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Staatsanwaltschaft kündigt härteres Vorgehen gegen Antisemitismus an</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Der ungarische Generalstaatsanwalt, Péter Polt, kündigte an, dass seine Behörde &#8222;höchste Anstrengungen&#8220; unternehmen wird, um Verdächtige in antisemitisch motivierten Straftaten vor Gericht zu bringen. Dies erklärte Polt im Rahmen eines Gesprächs mit dem Vorsitzenden des Dachverbandes jüdischer Gemeinden in Ungarn (Maszihisz) Péter Feldmajer. Zu diesem Zweck strebt die Staatsanwaltschaft eine Kooperation mit der Organisation an, um zukünftig besser an Informationen und Hinweise zu Straftaten zu kommen. Feldmajer sagte, die jüdische Gemeinde in Ungarn sei sehr besorgt darüber, dass Verbrechen mit anti-jüdischem und rassistischem Hintergrund im Land stark zugenommen hätten, weshalb es besonderem Einsatz zur Aufklärung dieser Straftaten bedürfe. Polt bestärkte ihn darin und sagte, seine Behörde setze sich auch für die intensive Zusammenarbeit mit weiteren amtlichen wie gesellschaftlichen Stellen ein, um eine effektive Strafverfolgung, aber auch Prävention voranzutreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Antisemitisch motivierter Vandalismus nimmt in den letzten Wochen in Ungarn deutlich zu, gerade gestern wurde die Tür der Synagoge in Békéscsaba mit gelber Farbe beschmiert. In Nagykanizsa wurden Naziparolen an die örtliche Synagoge geschrieben, auch jüdische Friedhöfe werden, fat regelmäßig, geschändet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Weiterhin starke Unterstützung für Fidesz</p>



<p class="wp-block-paragraph">48% der ungarischen Wähler, die eine klare Parteienpräferenz haben, unterstützen Fidesz. Dies geht aus einer neuen Umfrage des Instituts Nézöpont, die am Freitag veröffentlicht wurde, hervor. Aus dieser Gruppe &#8211; schätzungsweise 4,5 Millionen Menschen oder 57 Prozent der Wahlberechtigten – unterstützen 24 % MSZP, 17 %die rechtsradikale Jobbik und 7% die LMP, so der Bericht. Nézöpont führte Anfang Juni die Befragung per Telefon durch mit einer zufällig ausgewählten Gruppe von 1.000 Wahlberechtigten. Die Zahlen weichen vor allem bei der  <a href="https://www.pesterlloyd.net/wahlumfrage-in-ungarn-80-unzufriedene-machtwechsel-2014-moeglich/">Sonntagsfrage wesentlich von den Erhebungen des anderen namhaften Institutes Ipsos</a>  ab, die Fidesz und MSZP nur wenige Punkte auseinander sieht und sogar einen Machtwechsel 2014 in Aussicht stellte. <em>Philipp Karl und Tim Allgaier</em></p>
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		<title>Universität gibt Plagiatsvorwurf gegen Ungarns Ex-Premier auf</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Ferenc Gyurcsány]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 20 &#8211; 2012 POLITIK 18.05.2012 Ohne Beweise, mit Beigeschmack Der Direktor der Universit&#228;t P&#233;cs gab am Dienstag bekannt, keine endg&#252;ltige Aussage&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 20 &#8211; 2012  <strong>POLITIK</strong> 18.05.2012</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ohne Beweise, mit Beigeschmack</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Direktor der Universität Pécs gab am Dienstag bekannt, keine endgültige Aussage darüber treffen zu können, ob Ferenc Gyurcsány bei seiner Abschlussarbeit plagiiert habe oder nicht, da die Arbeit mysteriöserweise nicht mehr auffindbar sei. Die Verfahren sind eingestellt, die Zweifel bleiben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/jeder-tanzt-fuer-sich-allein-impressionen-vom-1-mai-in-ungarn/">Vor wenigen Wochen wurden Betrugsvorwürfe gegen den früheren &#8222;sozialistischen&#8220; Ministerpräsidenten laut</a>  , nachdem bekannt wurde, dass seine Abschlussarbeit exakt denselben Umfang und dasselbe Thema (Weinbau am nördlichen Balaton) wie die seines späteren Schwagers hat, die Arbeit von Gyurcsány entstand jedoch vier Jahre später. Das Verschwinden der Arbeit führt nun zu der kuriosen Situation, dass der Plagiatsvorwurf weder bewiesen noch entkräftet werden konnte. Gyurcsány selbst gabt an, ebenfalls kein Exemplar des Textes mehr zu besitzen, was von Seiten politischer Gegner als Verschleierungsversuch gewertet wird. Er selbst vermutet hingegen, dass der Fidesz-nahe Forschungsdirektor der Uni in Pécs die Arbeit habe verschwinden lassen, um ihm die Chance zu nehmen, sich zu verteidigen. Zudem hat die von fidesztreuen dominierte Unileitung versucht, gerichtlich gegen den &#8222;mutmaßlichen Betrug&#8220; vorzugehen, musste sich von der Staatsanwaltschaft jedoch belehren lassen, dass eine Anklage ohne Beweise, Indizien oder stichhaltige Hinweise nicht möglich ist und daher keine strafrechtliche Relevanz in dem Fall vorliegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Seiten der DK, der neuen Partei Gyurcsánys, geht man davon aus, dass sich die Regierung für den  <a href="https://www.pesterlloyd.net/der-praesident-von-ungarn-und-die-plagiatsaffaere/">peinlichen Abgang ihres Präsidenten Pál Schmitt</a>  rächen wolle, indem sie bekannte Oppositionspolitiker nachhaltig diskreditiert. Während Fidesz-Offizielle Gyurcsány auffordern, den Betrug zu gestehen und die Hinhalte-Taktik aufzugeben, geht die DKP dazu über, mit Verleumdungsklagen zu drohen, sollte jemand weiterhin öffentliche Plagiatsvorwürfe gegen den Ex-Ministerpräsidenten vorbringen. „Auf Basis offizieller Dokumente kann ein Plagiat nicht nachgewiesen werden“, ließ der DKP-Vorstand verlauten. Bereits vergangenes Wochenende gab die Partei bekannt, gerichtlich gegen Hír TV vorgehen zu wollen, die die Affäre ins Rollen gebracht haben, ohne dass sie jedoch selbst stichhaltige Beweise für einen Betrug vorweisen konnten. Dass Gyurcsánys Arbeit partout nirgends mehr auffindbar ist, gibt der Sache einen eigenartigen Beigeschmack, passt jedoch zum Gesamtbild des “Self-made-Milliardärs” und Politikers, der 2006, in einer nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Rede, zugab, das Volk systematisch belogen zu haben, um Wahlen zu gewinnen. Die Rede war ein Mitauslöser für den Totalbsturz seiner damaligen Partei MSZP sowie die 2/3-Mehrheit, mit der Fidesz heute regieren kann. Allerdings ist auch festzuhalten, dass Gyurcsány &#8211; im Unterschied zu Schmitt &#8211; seit 2010 kein öffentliches Amt bekleidet und so auch nicht das Land repräsentieren bzw. blamieren konnte.</p>
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		<title>Neuer Präsident von Ungarn formuliert hehre Ziele</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 May 2012 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[János Áder]]></category>
		<category><![CDATA[Pál Schmitt]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 19 &#8211; 2012 POLITIK 08.05.2012 Gro&#223;e Worte Am Mittwoch wird der f&#252;nfte Pr&#228;sident der Dritten ungarischen Republik sein Amt offiziell &#252;bernehmen,&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 19 &#8211; 2012  <strong>POLITIK</strong> 08.05.2012</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Große Worte</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Am Mittwoch wird der fünfte Präsident der Dritten ungarischen Republik sein Amt offiziell übernehmen, János Áder. In einem Interview dieser Tage machte er eine überraschende Ankündigung: er will tatsächlich seinen Job als Präsident erledigen, indem er „Wächter und Garant der Rechtstaatlichkeit“ sein wird. Sehr hoch liegt die Messlatte freilich nicht, denn sein Vorgänger war nur ein karrieristischer Abnicker. Was wird mit Áder anders sein?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Worte klingen logisch und gut: „Ich möchte jederzeit voll und ganz die Rechte und Pflichten, die mir die Verfassung auferlegt im Blick haben und mir die Anmerkungen der Parlamentsparteien zu jedem konsens- bzw. koordinationsbedürftigem Thema anhören.“, sagte Áder in einem Interview mit der amtlichen Nachrichtenagentur MTI. Desweiteren plant er die „allgemeinen Standards im öffentlichen Leben“ zu verbessern, was seiner Auffassung nach allerdings nicht bedeuten soll, dass er „in die Arbeitsbereiche der Parteien, des Parlamentes oder der Regierung eingreifen wird“. Was es bedeuten soll, vertiefte er nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">János Áder, der Fidesz-Mann, diente Premier Orbán von der Gründung der Partei 1988 bis vor zwei Jahren als mehrfacher Vizeparteichef, Fraktionschef und Parlamentspräsident treu, bis er aufgrund parteiinterner und persönlicher Verstimmungen nach Europa &#8222;delegiert&#8220; wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine angepeilte Arbeitsweise als Präsident beschreibt er so: „Wenn ich hundert makellose Gesetze vom Parlament erhalte, werde ich alle Hundert gegenzeichnen. Wenn ich jedoch hundert mangelhafte Gesetze erhalte, werde ich alle Hundert zurücksenden.“ Sein Vorgänger, Pál Schmitt, der wegen einer Betrugsaffäre seinen Posten räumen musste, hatte über 360 Gesetze ohne Bemängelung unterzeichnet, kein einziges wurde zurückgesandt oder auch nur einer verfassungsmäßigen Prüfung unterzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht wenige davon sind heute Fälle für das Verfassungsgericht, manche sogar für europäische Gerichte. Allen voran die besonders umstrittene Justizreform, bei der die EU den ausführlich begründeten Verdacht hegt, sie diene in erster Linie der politischen Gleichschaltung. Maßgeblicher Mitautor: János Áder. Auch das  neue Wahlrecht  , das offen kleinere Parteien behindert und die Wahlkreise so umgestaltet, dass linksliberale Hochburgen gezielt zerschlagen werden, hat Áder als Mitautor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Áders Amt als Präsident verlangt jedoch, die bisher selbst vehement vertretene Parteilinie mitunter zu durchkreuzen, um rechtsstaatliche Grundsätze und demokratische Mechanismen zu verteidigen. Das stellt sich schon die Frage, wie das einer tun kann, der genau diese Grundsätze zuvor systematisch mit unterminiert hat?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Áder aufgrund rechtstaatlicher Bedenken oder demokratischer Bauchschmerzen Gesetze an seine Parteifreunde zurücksendet, ist also kaum zu erwarten, viel eher wird er sie auf &#8222;offene Flanken&#8220; hinweisen und dabei behilflich sein, neue Gesetze vor den gerichtlichen Kontrollinstanzen wasserfest zu machen. Dies wird dem Volk dann als &#8222;demokratisches Wächtertum&#8220; verkauft, zumal Áder viel besser als sein Vorgänger in der Lage ist, in ganzen, verständlichen Sätzen zu sprechen und tatsächlich etwas zur Sache zu sagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hielte Orbán Áder zu Handlungen fähig, die seinem Machtstreben entgegenstehen, wäre er nicht Präsident geworden. Darüber sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Áder kann das &#8222;Bild&#8220; vom Präsidenten nur besser verkaufen, weil er über Intelligenz verfügt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das aktuelle Statement Áders ist dabei klar, umso besser kann man seine Taten daran messen. Für viele mag die Frage, ob der neue Präsident Ungarns sich als ein solcher herausstellt oder wieder eine reine Marionette sein wird, schon beantwortet. Womöglich ist sie das durch die &#8222;Ernennung&#8220; durch Orbán ohnehin. Sollte sich Áder in der täglichen Arbeit aber wenigstens als mildernder Puffer herausstellen, der den Demokratieabbau zumindest verlangsamt, hätte das Land schon ein wenig mehr von seinem Präsidenten als zuvor. Doch die Art seiner Nominierung und die völlige Kompromisslosigkeit der Akteure in der ungarischen Politik halten diese Hoffnung sehr klein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>red. / pk. / ms</em> .</p>
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