Budapest/Chengdu. Der ungarische Karateka Yves Martial Tadissi ist in die Athletenkommission der International World Games Association (IWGA) gewählt worden. Die Entscheidung fiel im Rahmen der World Games 2025 in Chengdu, bei denen Athletinnen und Athleten über ihre Vertretung bestimmten.
Tadissi, Europameister und mehrmaliger Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften, gilt als einer der erfolgreichsten Karatekas Ungarns. Mit seiner Wahl zieht erstmals ein ungarischer Sportler in das siebenköpfige IWGA-Gremium ein, das die Interessen der Athleten gegenüber der Organisation vertritt. Neben ihm erhielten auch die Kickboxerin Busa Andrea und die Finswimmerin Senánszky Petra ein Mandat – eine auffällig starke Präsenz für ein einzelnes Land.
Während Ungarns internationale Sportpolitik seit Jahren durch milliardenschwere Prestigeprojekte und die enge Verzahnung von Sportförderung und Parteitreue geprägt ist, deutet bei Tadissi nichts direkt auf eine politische Förderung hin. Sein Erfolg scheint vielmehr Ergebnis seiner herausragenden individuellen sportlichen Leistung und konsequenter Arbeit im Verband.
Wir haben die Abhängigkeiten und die Günstlingspolitik der ungarischen Sportförderung bereits ausführlich am Beispiel von Dominik Szoboszlai, Kapitän der Nationalmannschaft und Premier-League-Sieger mit Liverpool, beleuchtet. Dominik steht dabei für eine Ausnahme der Regel: Es geht auch völlig ohne Anbiederung an die Regierungspartei.
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