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Ungarisches Theater in Wien für Groß und Klein

Mit Schwung bei SVUNG. Artikel von Ildiko Kühn.

Wien/Graz. Es war ein sehr angenehmer Theaterabend in Graz: Schauspieler des SVUNG Theaters – Ungarisches Theaterensemble in Wien – gastierten im Januar in der steierischen Hauptstadt. Das fast eineinhalb stündige Stück mit dem Titel „A Vérszipoly“ ist ein humorvolles Vampirmusical in flotten Reimen geschrieben von István Philipp und Ferenc Bárány. Allein die Reime, das Spiel mit den Wörtern garantieren das herzliche Lachen und die gute Laune. All das mit viel Musik und Gesang serviert – das Ergebnis ist eine wahre Glanzleistung der sechs Schauspieler.

Dieses Stück auf der Bühne zu präsentieren war ein langersehnter Wunsch des Regisseurs Balázs Pohl.

Gutes Theater für die ungarische Community in Wien

Die unabhängige ungarische Theatergruppe SVUNG kann auf eine neunjährige Vergangenheit zurückblicken und gleichzeitig die zehnte Saison feiern. Balázs Pohl, Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge ist nicht nur Gründer, sondern auch künstlerischer Leiter des Ensembles.

Fast dreißig, in Wien lebende ungarischsprachige Schauspieler und Theaterleute schlossen sich zusammen um für die, in die österreichische Hauptstadt umgesiedelten Ungarn – deren Zahl kontinuierlich wächst – gutes Theater anzubieten. Die Anzahl der Personen mit ungarischer Herkunft liegt bei etwa 35.000 und damit gehört Ungarn zu den Top 10 der Herkunftsländer in Wien.

Die Mitglieder der Theatergruppe sind überwiegend junge Leute, der Durchschnittsalter ist zwischen 30 und 40. Das Repertoire ist vielseitig. Die Themen stammen sowohl aus dem Alltag als auch aus Privatleben aber auch aktuelle und erlebte gesellschaftliche Probleme werden verarbeitet und auf die Bühne gebracht.

Tschechow: Über Schäden des Rauchens und des Heiratsantrages (A dohányzás és a leánykérés ártalmasságáról) Foto: Zsuzsi Kolpaszky

Klassiker stehen ebenso auf dem Spielplan: Zum Beispiel Tschechows Einakter „Der Heiratsantrag“ („Leánykérés“), versetzt in eine andere Zeitebene. Die Proben laufen mit mehreren Projekten parallel. „Itteni színjáték“ (zu Deutsch: „Das hiesige Schauspiel”) ist der Titel des aktuellen Stückes, dessen Premiere für März geplant ist. In Anlehnung an den Aufbau von Dantes „Göttlicher Komödie“ führt man das Publikum durch die Welt der ungarischen Community in Wien.

Den Zuschauern wird eine Welt vorgestellt, die viele von ihnen in der Wirklichkeit kennen und erleben. Bei diesem Theaterstück sind Improvisationen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.

Eigene Spielstätte auf der Wunschliste

Das Ensemble hat seine Auftritte im Wiener Pygmalion Theater. Anlässlich der zehnten Spielzeit wünschen die Schauspieler sich einen eigenen Spielort. Es wäre ein perfektes Jubiläumsgeschenk und steht ganz oben auf der Wunschliste – Die Suche nach eigenem Theaterraum ist unermüdlich genauso wie das Streben immer wieder nach neuen Produktionen sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

Vorstellungen für das jüngste Publikum sind bereits in das Programm eingebunden und etabliert. Puppenspiele für Kinder ab zwei Jahren und Märchengeschichten für Fünf-, Zehn- oder Zwölfjährigen locken die zukünftigen Theaterliebhaber vor die Bühne. Und bei SVUNG ist alles nicht nur mit Herz und Liebe gemacht, sondern auch mit Schwung: Dynamisch und auch erfolgreich.

Alle weiterführenden Informationen sowie Tickets und den Vorstellungskalendar finden Sie auf der Homepage von Svung.

Quelle: Ildiko Kühn, www.Svung.at
Photo: Svung.at, Zsuzsi Kolpaszky

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