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(c) Pester Lloyd / 47 - 2009  WIRTSCHAFT 20.11.2009
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Grenzshopping

Einkaufstouristen aus Tschechien, Ungarn und der Slowakei lassen jährlich 900 Mio EUR mehr in Österreich als diese bei ihnen

Dass Österreich von der EU-Osterweiterung mit am meisten profitiert haben, will man in dem von populistischen Boulevardblättchen und Politikern dominierten Land zwar selten wahr haben, ist aber in vielen Bereichen belegbar. Auch die Legende vom Billig-Shopping im Osten, das dem kleinen österreichischen Einzelhändler den Garaus machen wird, ist widerlegt.

Im Gegenteil, Österreich profitiert von einer Nettozuwanderung an Kaufkraft, auch durch die östlichen Nachbarn. Ungarn, Slowaken, Slowenen und Tschechen lassen beim Grenz-Shopping jährlich über 900 Mio EUR mehr Geld in Österreich als Österreicher bei ihnen ausgeben.

Das Designer-Outlet im burgenländischen Parndorf. Meist fest in ungarischer Hand.

Die sogenannte CIMA-Kaufkraftstromuntersuchungen der letzten zweieinhalb Jahre zeigt, daß Österreichs Handelsstandorte pro Jahr insgesamt 1,58 Mrd Euro an Kaufkraft aus den benachbarten Grenzregionen abziehen. Gleichzeitig decken sich die ÖsterreicherInnen in den Nachbarstaaten aber nur mit Waren im Ausmaß von 657,9 Mio Euro ein. Die Italiener (371,3 Mio Euro Zufluß) und hier insbesondere die Südtiroler sowie die Ungarn (314 Mio Euro Zufluß) aus den westlichen Grenzkomitaten erweisen sich als besonders intensive EinkäuferInnen. Aber auch die Bayern kaufen verstärkt in den österreichischen Grenzregionen ein. Hier kann vor allem das Bundesland Salzburg (126 Mio Euro) die meister "deutsche Kaufkraft" abschöpfen, gefolgt von Tirol (62,2 Mio Euro), Oberösterreich (62 Mio Euro) und Vorarlberg (12 Mio Euro).

Ähnlich wie bei den Ungarn sind Tschechen (195,2 Mio Euro Zufluß) und Slowaken (239 Mio Euro Zufluß) in erster Linie beim Einkauf "Ostösterreich"-orientiert, d.h. Niederösterreich und Wien erhalten von KonsumentInnen dieser Nachbarstaaten die meiste Kaufkraft. Je nach Wohnort und topographischer Grenzstruktur erwerben die Slowenen in der Steiermark (insgesamt 78,2 Mio Euro) oder in Kärnten (65,1 Mio Euro) österreichische Güter. Die Schweizer und hier vor allem die BürgerInnen aus dem Kanton St. Gallen strömen beinahe ausschließlich in die Einkaufsdestinationen auf Vorarlberger Seite (52 Mio Euro).

cima / -red

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