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(c) Pester Lloyd / 18 - 2010 WIRTSCHAFT 04.05.2010
Eine Bank mit Gewissen
In Ungarn gründet sich eine Bürgerbank
Die ungarische HBW Express Bank will sich zu einer sogenannten Bürgerbank umwandeln. Das an eine Genossenschaft angelehnte Modell, bringt den
Anteilseignern Mitspracherechte zur Firmenpolitik, die über die normalen Aktionärsrechte hinausgehen. Soziale Projekte und nachhaltiges Wirtschaften sind
das Hauptanliegen, Geld damit zu verdienen wird eine angenehme Nebensache.
Die HBW Express Bank heißt nach der Umwandlung MagNet Hungarian Civic Bank,
teilte Vorstandschef Zsolt Fáy dieser Tage mit und will "ein neues Kapitel aufschlagen". Das Vorbild für das neue Geschäaftsmodell kommt aus Spanien, die Caja Navarra, die
30% der HBW Express hält, gilt als Vorreiter des "sozialen Bankings".
Diejenigen, die Guthaben bei der Bank
halten, haben ein Mitspracherecht sowohl darüber, was mit den Gewinnen der Bank geschehen soll als vor allem auch darüber, an welche Branchen Kredite vergeben
werden und zu welchen Zinssätzen, bzw. welche Branchen von Geschäftsbeziehungen ausgeschlossen sein sollen (z.B. Waffenhersteller, umweltschädigende Unternehmungen,
unethische Händler etc.). Die Bankeigner / Einleger spenden jedes Jahr 10% des Nettogewinns an soziale Einrichtungen und entscheiden gemeinschaftlich über die Höhe
ihrer Guthabenzinsen zwischen 0,5 und 5%, die Kredite werden für durchschnittlich 3% ausgereicht.
Die MagNet Hungarian Civic Bank will sich mit einer eigenen Abteilung um Erneuerbare
Energien, biologische Landwirtschaft, Investitionen in den Umweltschutz aber auch andere innovative Projekte kümmern. Auch sollen Unternehmen bevorzugt werden, die
soziale Ziele verfolgen und / oder Jobs schaffen. Die HBW konnte im letzten Jahr einen Nachsteuergewinn von 440 Mio Forint, ca. 1,6 Mio EUR, bilanzieren, die
Bilanzsumme stieg innerhalb eines Jahres von 35,2 auf 53 Milliarden Forint.
Hintergrundinfos zum Civic Banking
http://en.wikipedia.org/wiki/Civic_Banking
Webseite der Bank
www.netbank.hu
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