Neue Vorwürfe gegen das ungarische Forschungssystem werfen Schatten auf die wissenschaftliche Integrität.
Budapest. Im ungarischen Forschungssystem HUN-REN herrscht erneut Unruhe. Der scheidende Präsident der Forschungseinrichtung, Gulyás Balázs, erhebt schwere Vorwürfe gegen Teile der Leitung. Gulyás, der am 21. Oktober von seinem Posten zurücktrat, äußerte sich auf der Jahreskonferenz der Europäischen Wissenschaftsakademie zu den Gründen für die Spannungen innerhalb der Organisation.
Der Nachfolger von Gulyás, Stipsicz András, übernimmt das Amt des Präsidenten der HUN-REN Magyar Kutatási Hálózat interimistisch. Er tritt die Nachfolge mit Wirkung vom 22. Oktober an und soll die Einrichtung bis zur geplanten Änderung der HUN-REN-Regeln und der Ernennung einer neuen Leitung durch eine Ausschreibung führen.
Nun sollen die Regeln für die HUN-REN Magyar Kutatási Hálózat geändert werden. Die geplanten Änderungen werfen Fragen über die Zukunft und die Unabhängigkeit der ungarischen Forschung auf. Während einige Wissenschaftler die bisherigen Reformen kritisch sehen, befürchten andere einen Verlust an Autonomie und Flexibilität. Die genauen Details der Änderungen sind noch unklar, aber die neuen Regelungen sollen bis zur Ernennung einer neuen Leitung durch eine Ausschreibung in Kraft bleiben.
Die Auseinandersetzungen um HUN-REN sind Teil eines größeren Konflikts um die Wissenschaftspolitik in Ungarn. Die Entwicklungen könnten auch die Beziehungen Ungarns zur Europäischen Union belasten, wenn die Fördermittel in Gefahr geraten. Seit 2019 wurden die akademischen Forschungseinrichtungen von der MTA getrennt und in das Eötvös Loránd Forschungsnetzwerk (ELKH) integriert; damals gab es Proteste von der Akademie und vielen Forschern, unter anderem wegen der befürchteten Einschränkung der Forschungsfreiheit und -unabhängigkeit.
Quellen: Telex
Photo: Globetrotter19 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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