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OFF 2027 Biennále Budapest: Radikale Freundlichkeit – Kunst als Gegenentwurf


Die OFF-Biennále Budapest ruft zur Mitarbeit auf. Gesucht werden Projekte und Kuratorenteams für 2027 – der programmatische Kern heißt „radikale Freundlichkeit“.


Budapest. Die OFF-Biennále Budapest hat ihre Ausschreibungen für die Ausgabe 2027 veröffentlicht. Zwei Formate stehen im Mittelpunkt: die OFF Platform für unabhängige Organisationen und Gruppen sowie ein Open Call für Kuratorinnen und Kuratoren einer gemeinsamen Ausstellung. Bewerbungen sind bis 8. März 2026 möglich, die Biennale findet im Mai und Juni 2027 in Budapest statt.

Inhaltlich knüpft OFF an seine bisherige Linie an und verschärft sie zugleich. Im Fokus stehen kollektive Praktiken, informelle Netzwerke und solidarische Arbeitsformen, die sich bewusst außerhalb staatlicher Institutionen organisieren. Der Begriff der „radikalen Freundlichkeit“ fungiert dabei nicht als moralische Geste, sondern als politisches Werkzeug. Gemeint sind künstlerische und gesellschaftliche Experimente, die Hierarchie, Konkurrenz und autoritäre Steuerung unterlaufen.

Die OFF Platform richtet sich an unabhängige Kunst- und Zivilorganisationen, die eigene Projekte realisieren und zugleich Teil eines gemeinsamen Biennale-Rahmens sein wollen. Die Koordination erfolgt durch den Verein, die inhaltliche Verantwortung bleibt bei den Beteiligten. Erwartet wird keine ästhetische Einheitlichkeit, wohl aber eine erkennbare kritische Haltung und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Photo: OFF Budapest.

Parallel dazu sucht OFF ein Kuratorenteam, das gemeinsam mit dem bestehenden Team eine Gruppenausstellung entwickelt. Auch hier steht kollektives Arbeiten im Vordergrund. Autorenschaft wird geteilt, Entscheidungsprozesse sollen transparent und diskursiv verlaufen. Das ist programmatisch konsequent, aber bewusst anspruchsvoll.

OFF positioniert sich damit erneut als Gegenmodell zur staatlich gelenkten Kulturpolitik in Ungarn. Während öffentliche Mittel an Loyalität und ideologische Konformität geknüpft sind, setzt die Biennale auf Autonomie, internationale Vernetzung und politische Klarheit. Die Sprache der Ausschreibung ist entsprechend deutlich und lässt wenig Raum für Missverständnisse.

Die Einladung ist offen, aber nicht neutral. Wer sich bewirbt, entscheidet sich für ein Projekt mit begrenzten Ressourcen, hoher Sichtbarkeit und klarer politischer Verortung. Genau darin liegt seit Jahren die Relevanz der OFF-Biennále.

Quellen: OFF-Biennále Budapest
Photo: OFF-Biennále Budapest

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