Budapest. Die jüngste Umfrage des Instituts Nezopont zeigt die regierende Allianz Fidesz-KDNP bei 46 Prozent, während die oppositionelle Tisza-Partei auf 40 Prozent kommt. Die Zahlen wurden am Freitag veröffentlicht, inmitten eines polarisierten Wahlkampfs. Die Nezopont-Fidesz-Umfrage legt nahe dass der Regierungsblock weiterhin nahe an seinem Ergebnis bei der Europawahl 2024 liegt – laut eigener Schönwettereinschätzung.
Der Erhebung zufolge würde die nationalistische Bewegung Mi Hazank bei einer Wahl an diesem Sonntag mit 7 Prozent die parlamentarische Schwelle überschreiten, während die Demokratische Koalition mit 4 Prozent knapp darunter bliebe. Nach dem ungarischen Wahlrecht müssen Parteien landesweit mindestens 5 Prozent der Listenstimmen erreichen, um ins Parlament einzuziehen.
Nezopont erklärte, die Unterstützung für Fidesz entspreche weitgehend dem Ergebnis der Europawahl 2024. Das Institut schätzte zudem, dass weitere 200.000 bis 300.000 inaktive Sympathisanten vom Regierungslager noch mobilisiert werden könnten. Im Gegensatz dazu beschrieb es die Wählerschaft von Tisza als bereits stark mobilisiert. Die Unterstützung habe sich bei rund 40 Prozent stabilisiert, sodass nur begrenztes Wachstumspotenzial bestehe.
Das ungarische Wahlsystem kombiniert Wahlkreise mit einem Verhältniswahlanteil. Diese Struktur hat historisch disziplinierten Parteiorganisationen mit starken lokalen Netzwerken Vorteile verschafft. Selbst relativ geringe Veränderungen bei der Wahlbeteiligung in einzelnen Wahlkreisen können sich in deutlichen Sitzverschiebungen im Parlament niederschlagen.
In der Vergangenheit gab es oft Kritik dass die Fidesz Regierung mit unlauteren Mitteln, etwa Gerrymandering, versucht Wahlen unfair zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
Nezopont berichtete außerdem von einem Rückgang der Unterstützung für die satirische Zwei-Schwänzige-Hunde-Partei, die von 5 Prozent im Dezember auf 3 Prozent im Februar gefallen sei. Die Partei fungierte in der Vergangenheit als Protestvehikel für enttäuschte Wähler, ihre parlamentarischen Aussichten bleiben jedoch ungewiss.
Mit dem Eintritt des Wahlkampfs in die heisse Phase scheint der Wettbewerb von Mobilisierungsfähigkeit und weniger durch Umfragen bestimmt zu werden.
Quellen: MTI, Nezopont Institut, Wikipedia
Photo: Wikicommons



