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Und wer nimmt den Hund? - Theater

Wehe, wenn die Ehe auf der Kippe steht

Der Grundgedanke der Story ist klassisch: Zwei erwachsene Kinder verlassen das Familiennest und die Eltern bleiben in dem einst so vertrauten Heim zu zweit. Es könnte alles perfekt sein, schließlich finanziell sind die Aussichten rosig: Langersehnte Weltreisen könnten auf dem Plan stehen und auch neuen beruflichen Herausforderungen dürfte nichts im Wege stehen. Oder vielleicht doch? Die Betroffenen müssen lernen, wie man als Paar über 50, nach mehr als 20 Ehejahren funktionieren kann. Und ob man das überhaupt möchte oder ob man dazu noch fähig ist? Besonders, wenn das Erscheinen einer dritten Person das Vertrauen endgültig zerbricht und die ohnehin auf der Kippe stehende Harmonie der Ehe komplett zu zerstören scheint.

Die Theateradaption von „Und wer nimmt den Hund?“ ist eine ironische Ehe-, beziehungsweise Trennungskomödie nach dem Drehbuch des deutschen Autors Martin Rauhaus.

Die Ehekrise des Paares führt zur vorprogrammierten Trennung, aber vor dem endgültigen Ende stehen verzweifelt noch einige Therapiestunden an der Tagesordnung. Die Psychologin ist noch hilfsbereit, das noch Ehepaar ist bereits hoffnungslos und die Zuschauer schmunzeln. Und nicht nur das. In Gedanken viele „spielen mit“, und ahnen was kommen wird. Die weiblichen Zuschauer drücken die Daume für die über Jahrzehnten benachteiligte und nun auch noch betrogene Ehefrau Doris, während der männliche Teil des Publikums augenzwinkernd nach Entschuldigungen sucht für das Verhalten des beruflich erfolgreichen, egoistischen Ehemannes Georg. Und siehe: Das Blatt wendet sich. Die, während des Trennung- und Therapieprozesses nachlässig gekleidete und chaotische Hausfrau entpuppt sich als eine hübsche, selbstbewusste Best Agerin, die in ihrem Beruf als Kunsthistorikerin endlich erfolgreich sein möchte. Der überhebliche Ehemann – von seiner wesentlich jüngeren Geliebten verlassen und gesundheitlich etwas angeschlagen – muss sich als Zoodirektor neu orientieren. Und wenn all das nicht schlimm genug wäre: Familienmitglied Hund, der treue und geliebte Vierbeiner stirbt.

Orlai Projekte in Budapest und landesweit

Die Geschichte von Martin Rauhaus kam als Film 2019 in die deutschen Kinos und erntete Erfolg. Die Bühnenvariante ist – außerhalb der deutschen Landesgrenzen – in Ungarn als erstes Land präsentiert. Das Stück mit sechs Schauspielern steht seit Frühjahr 2024 im Programm der Orlai Produktion, vorgeführt im „Belvárosi“ (zu Deutsch: Innenstädtisches) Theater, in den Räumen des ehemaligen Filmmuseums. Unterhaltsames Stück, ein angenehmes Theaterabend ist garantiert.

Vorstellung des Vampirmusicals „A Vérszipoly“ ,  Foto: Zsófi Rick

Das Orlai Produktionsbüro zählt seit über 20 Jahren als ein bedeutendes Privattheater in Ungarn. Gründer und Eigentümer ist Tibor Orlai Ökonom und Producer. Bei der Zusammenstellung des Repertoires achtet man sehr darauf, dass Werke von zeitgenössischen ungarischen aber auch internationalen Autoren im Programm eingeplant werden. Die Künstler- und Kreativgruppe, aktuell mit 10 Schauspielern ergänzt mit Regisseuren, bietet den Theaterliebhabern Unterhaltung auf hohem Niveau. Die jährlich etwa 600 Vorstellungen werden sowohl in Budapest – in der Hauptstadt aktuell in drei ständigen Spielstätten -, als auch in zahlreichen ungarischen Städten auf Bühnen präsentiert.

Orlai Produktionsbüro

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