Alice Weidel erklärt Viktor Orbán zur „einzigen Garantie“ gegen einen EU-Beitritt der Ukraine – rechter Mandiner Klub liefert Bühne und passende Umfrage gleich mit
Budapest. Die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel positioniert sich in einem Interview mit dem Fidesz-nahen Magazin Mandiner klar zugunsten Viktor Orbáns. Inhaltlich ging es um die Ukraine, politisch jedoch um den ungarischen Wahlkampf.
„Viktor Orbán ist die einzige Garantie dafür, dass die Ukraine nicht der EU beitreten wird.“
Die Ukraine erfülle weder wirtschaftliche noch politische Kriterien. Auch ein NATO-Beitritt komme nicht in Frage. Den Krieg bezeichnete Weidel als „proxy war“ und erklärte:
„Nur die USA sind dazu fähig Frieden herzustellen“
Europa müsse sich nicht darum kümmern, wo die russisch-ukrainische Grenze verlaufe.
Internationale Wahlkampfhilfe von Rechtsaußen
Das Interview erschien bei Mandiner, einem weit rechts stehendem Medium im Einflussbereich der Fidesz. Parallel publizierte das Portal eine „neue Umfrage“, wonach sich der Abstand zwischen Orbán und Péter Magyar vergrößere. 54 Prozent sähen Magyar als „kockázatos jelölt“ – einen riskanten Kandidaten. Illustriert wird dies mit einem Foto das ihn erschöpft die Stirn abtupfend zeigt.
Unabhängige Erhebungen und Wettmärkte zeichnen ein gänzlich anderes Bild und sehen ein deutlich engeres Rennen. Die Diskrepanz zwischen regierungsnahen Instituten und anderen Datensätzen ist seit Monaten auffällig.
Weidels Aussagen stützen die Linie der ungarischen Regierung und sind ähnlich einzuordnen wie Marco Rubios Rede und darauffolgenden Wahlkampfbesuch bei Orbán: EU-Erweiterung als Bedrohung, Brüssel als Druckzentrum, Orbán als Schutzmacht. Für die AfD ist der Auftritt eine europapolitische Positionsbestimmung. Für Fidesz ist er internationale Legitimation im Wahljahr.
Quellen: MTI.hu, Mandiner.hu, eigene Auswertung von Umfragen und Wettmärkten
Photo: Alice Weidel auf der CPAC 2025 in Budapest, Elekes Andor, CC BY SA 4.0







