Budapest/Miskolc. Jakab Péter, Vorsitzender der Kleinpartei Nép Pártján, wird bei den Wahlen am 12. April im Wahlkreis Borsod-Abaúj-Zemplén 1 als Kandidat der Demokratikus Koalíció (DK) antreten. Der Wahlkreis umfasst Miskolc sowie umliegende Gemeinden und ist seit Jahren politisch umkämpft.
Die Ankündigung erfolgte in Borsod im Rahmen einer landesweiten Tour von Klára Dobrev, Parteivorsitzende der DK. Péter Jakab selbst übertrug seinen Auftritt live über seine Facebook-Seite. Bereits im vergangenen Sommer hatte er öffentlich erklärt, bei den Parlamentswahlen 2026 definitiv kandidieren zu wollen.
Gemeinsame Front gegen Fidesz
In ihrer Rede betonte Dobrev die politische Gemeinsamkeit mit Jakab. Beide hätten nie dem Fidesz angehört, diesen nie gewählt oder unterstützt. Man habe sich nie mit dem System Orbán arrangiert, sondern stehe für dessen Ablösung. Jakab sei von diesem System nicht gefördert, sondern gezielt gedemütigt und politisch beschädigt worden, so Dobrev.
Die DK sehe sich als zentrale Kraft im Kampf gegen das Regierungssystem von Viktor Orbán. Sie beanspruche, die politische und organisatorische Garantie dafür zu sein, dass sich „das, was in den vergangenen 15 Jahren geschehen ist“, nicht wiederhole. Borsod spiele dabei eine Schlüsselrolle, auch deshalb, weil im zweiten Wahlkreis von Miskolc Mokrai Mihály kandidiert.
Dobrerv analysiert in Ungarn gebe es eine organisierte Linke, es gebe die DK, es gebe Zusammenarbeit – und unter diesen Bedingungen könne auch das Orbán-System zu Fall gebracht werden.
Revanche in Miskolc
Jakab Péter begründete die Zusammenarbeit zwischen der DK und der Nép Pártján mit der bewussten Entscheidung gegen politische Zersplitterung. Ziel sei nicht parteitaktisches Kalkül, sondern ein gemeinsamer Wahlsieg. Er erinnerte daran, dass er bei der letzten Wahl der Fidesz-Kandidatin Csöbör Katalin nur mit 127 Stimmen Rückstand unterlegen war – ein Unterschied von 0,2 Prozent. Am 12. April, so Jakab, komme es zur Revanche.
Csöbör bezeichnete er erneut polemisch als „trafikkirálynő“ – auf Deutsch etwa „Tabakladen-Königin“ – eine Anspielung auf den Tabakkonzessionen-Korruptionsskandal der ersten Jahre der Fidesz-Regierung.
Den Sieg traue er sich zu, weil er Rückhalt in Miskolc und im gesamten Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén sehe.
Zugleich zog Jakab eine politische Trennlinie innerhalb der Opposition. Er verlange Garantien, dass Akteure aus dem Umfeld des Systems Orbán nicht versuchten, ein neues Machtgefüge gleicher Art aufzubauen. Diese Garantie sei nur durch Zusammenarbeit zu erreichen. Während Péter Magyars Tisza diese Zusammenarbeit ablehne, habe Dobrev Klára ihr zugestimmt.
Quellen: Index.hu
Photo: Jakab Péter und Klara Dobrev von Facebook




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