Neue Daten des Rechnungshof zeigen eine anhaltende Dynamik wachsender Krankenhausverbindlichkeiten und verweisen auf strukturelle Defizite in der Finanzierung.
Budapest/Debrecen/Pécs/Szeged/Zalaegerszeg. Die finanzielle Lage zentraler ungarischer Krankenhäuser bleibt angespannt. Nach aktuellen Zahlen des Ungarischen Staatskassenamts belief sich der Gesamtbestand der Verbindlichkeiten Ende Februar auf 46,5 Milliarden Forint. Allein die vier universitären Klinikzentren vereinten davon 17,5 Milliarden Forint auf sich.
Im staatlichen Kernhaushalt akkumulierten 533 Gesundheitseinrichtungen bis Ende Februar überfällige Schulden in Höhe von 28,9 Milliarden Forint. Insgesamt waren 170 Einrichtungen betroffen, wobei 89 ausschließlich kurzfristige, unter 30 Tagen liegende Verbindlichkeiten auswiesen – ein Indikator für die kontinuierliche Reproduktion von Schulden innerhalb des Systems.
Die Zahlen bestätigen ein bekanntest Problem:Krankenhäuser geraten regelmäßig in eine Schuldenspirale, die durch punktuelle staatliche Eingriffe lediglich temporär abgeschwächt wird.
Bereits Ende 2025 lag der Gesamtbestand bei rund 100 Milliarden Forint.
Ungleichgewicht bei staatlicher Entschuldung
Im Rahmen der jüngsten Konsolidierungsmaßnahme stellte der Staat bis Ende Februar rund 80 Milliarden Forint bereit. Die Verteilung der Mittel verlief jedoch nicht vollständig deckungsgleich mit den bestehenden Verbindlichkeiten.
Fünf Einrichtungen erhielten nicht die volle Kompensation ihrer ausstehenden Schulden: die klinischen Zentren der Universitäten Pécs (Pécsi Tudományegyetem), Szeged und Debrecen, das Észak-Pesti Centrumkórház-Honvédkórház sowie das Szent Rafael Krankenhaus (Szent Rafael Kórház) im Komitat Zala. Nach Einschätzung von Branchenvertretern könnte bei den ersten vier Institutionen die Verschuldung über dem vom Finanzierer akzeptierten Niveau liegen, weshalb keine vollständige Konsolidierung erfolgte.
Die Diskrepanz zwischen Gesamtverschuldung und tatsächlicher Entlastung bleibt erheblich. Ausgehend von rund 98 Milliarden Forint Schulden Ende 2025 wurde die Konsolidierung effektiv mit einem deutlich geringeren Betrag umgesetzt. Die Differenz wird weiterhin faktisch von Lieferanten getragen, insbesondere von Unternehmen der Medizintechnik.
Systemische Ursachen
In den ersten beiden Monaten 2026 entstanden neue Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 31 Milliarden Forint – 14 Milliarden im Januar und weitere 17 Milliarden im Februar.
Zwar spielen saisonale Effekte eine Rolle, etwa vorgezogene Beschaffungen zu Jahresbeginn infolge inflationärer Erwartungen, doch bleibt die kontinuierliche Neubildung von Schulden ein strukturelles Merkmal.
Weitere Mittel in Höhe von 15,5 Milliarden Forint könnten bis Ende April bereitgestellt werden, zusätzlich ist für 2026 eine Aufstockung der Gesundheitsfinanzierung um 80 Milliarden Forint vorgesehen. Die konkrete Verteilungsmechanik ist jedoch bislang unklar.
Derzeit läuft eine umfassende Datenerhebung zu den Ausgabenstrukturen, deren Ergebnisse in die Haushaltsplanung ab 2027 einfließen sollen. Unter den aktuellen Bedingungen bleibt ein schuldenfreier Betrieb der Krankenhäuser ein strukturelles Ziel, dessen Realisierung mittelfristig nicht absehbar ist.
Quellen: economx.hu, 24.hu
Photo: Zoltan Csikós/CC BY-SA 3.0/Wikipedia







