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(c) Pester Lloyd / 05 - 2010 WIRTSCHAFT 05.02.2010
Ungarisches Kernkraftwerk Paks vor dem Ausbau
Der Ausbau von Ungarns einzigem Kernkraftwerk wird konkreter. Vier Unternehmen
hätten bisher ihr Interesse bekundet, in Verhandlungen über den Ausbau der Anlage in Paks einzutreten. Letztlich entscheidet dann eine Ausschreibung über den Sieger
des Wettbewerbs. Die Kapazitäten des Atomkraftwerks sollen letztlich verdoppelt werden, obwohl Paks schon jetzt rund 35% des in Ungarn erzeugten Stroms liefert.
Die Bauarbeiten für den neuen Block sollen ab 2012 beginnen. Der Eigentümer MVM wird sich die Angebote, technischen Möglichkeiten und Standards folgender
Unternehmen näher betrachten: Westinghouse Electric LLC - eine Tochter von Toshiba, ein Joint-Venture aus Areva (Frankreich) und Mitsubishi Schwerindustrie,
eine französisch-deutsche Kooperation (Siemens) sowie Atomstrojexport aus Russland. Für die Finanzierung des Projektes will MVM zum Teil Kredite aufnehmen,
aber auch "privates Investment" mit heranziehen. Die Refinanzierung soll binnen 20-30 Jahren erfolgen.
Das Kernkraftwerk Paks, etwa 100 Kilometer südlich von Budapest gelegen, besteht aus
vier Blöcken, die zwischen 1982 und 1987 ans Netz gingen. Die Reaktoren sind sowjetischer Bauart der sog. zweiten Generation, die gerade für rund 600 Mio EUR von Atomstrojexport modernisiert
wurden, um die Leistung der Reaktoren von je 500 auf ca. 510 MW zu steigern. Die neuen Reaktoren sollen ab 2016 je bis zu 1000 MW
erbringen. Die Laufzeit der alten Reaktoren wurde um weitere 20 Jahre bis rund 2035 verlängert. Problematisch ist die Lagerung der radioaktiven Abfälle. Sie werden
seit Jahren in Püspökszilágy zwischengelagert, ein Endlager existiert noch nicht.
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