Die japanische Künstlerin starb im Alter von 97 Jahren in Tokio.
Tokio. Yayoi Kusama, eine der bekanntesten und erfolgreichsten zeitgenössischen Künstlerinnen Japans, ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Wie das Yayoi Kusama Museum mitteilte, starb sie bereits am 14. August in einem Krankenhaus in Tokio an Multiorganversagen. Kusama, die als Avantgarde-Künstlerin und Vorläuferin der Pop-Art gilt, wurde vor allem durch ihre charakteristischen Polka Dots und die Infinity Mirror Roomsberühmt.
Kusama wurde 1929 in der Präfektur Nagano geboren und hatte eine schwere Kindheit. Sie litt unter ihrer herrschsüchtigen Mutter, die sie dem Vater beim Fremdgehen nachspionieren ließ, was zu ihrer Angst vor Sexualität führte. Ihre Halluzinationen, die sie seit ihrer Kindheit begleiteten, verarbeitete sie in ihrer Kunst. 1958 zog sie nach New York, wo sie Teil der Avantgarde-Szene wurde. In den 1960er Jahren wurde sie mit politisch motivierten Performances in der Zeit der sexuellen Revolution bekannt.
In den 1960er Jahren machte Kusama durch politisch motivierte Happenings auf sich aufmerksam, bei denen sie Punkte auf nackte Haut malte. Ihre Installation „Narcissus Garden“ bei der Biennale in Venedig 1966, die aus 1.500 spiegelnden Kugeln bestand, erregte internationales Aufsehen. Trotz ihrer Bekanntheit kämpfte sie mit psychischen Problemen und ließ sich 1977 in eine Klinik in Tokio einweisen, wo sie die folgenden Jahrzehnte verbrachte, während sie in ihrem Atelier weiterarbeitete.

Kusama war nicht nur in der bildenden Kunst aktiv, sondern auch in der Literatur und im Design. Ihre Werke wurden weltweit ausgestellt, unter anderem im Museum of Modern Art in New York, und erzielten bei Auktionen Millionenpreise. Ihre Arbeiten reichten von bildender Kunst über Literatur bis hin zu Film und Mode, ihre Werke wurden weltweit ausgestellt und erzielten bei Auktionen teils Millionenpreise.
Ihr großer Einfluss macht sich unter anderem an unerwarteten Ehrungen bemerkbar: die Cryptowährung Polkadot des Co-Founders von Ethereum sowie ihr Entwicklernetz Kusama sind von ihrem Lebenswerk inspirieren.
Ihr Tod bedeutet einen großen Verlust für die internationale Kunstwelt, doch ihr Vermächtnis lebt weiter. Im September soll im Stedelijk Museum in Amsterdam eine große Retrospektive ihrer Werke eröffnen, die sieben Jahrzehnte ihres Schaffens umfasst. Kusamas Werke werden weiterhin in Ausstellungen und Sammlungen auf der ganzen Welt zu sehen sein.
Quellen: ORF, Der Standard, DW
Photo: George Quasha / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)
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