Emma Delaney ist die neue Vorstandsvorsitzende des österreichischen Energiekonzerns OMV.
Wien. Emma Delaney ist seit Dienstag die neue Vorstandsvorsitzende des österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV. Sie folgt auf Alfred Stern, der den Konzern fünf Jahre lang leitete. Delaney ist die erste Frau, die diesen Posten bei der OMV bekleidet, und derzeit die einzige weibliche Vorstandsvorsitzende eines Unternehmens im ATX, dem führenden Aktienindex Österreichs. Ihr Vertrag bei der OMV ist auf drei Jahre angelegt und kann im beiderseitigen Einvernehmen um weitere zwei Jahre verlängert werden.
Delaney bringt über 30 Jahre Erfahrung in der Energiebranche mit, unter anderem von ihrer Tätigkeit bei BP, wo sie einen Geschäftsbereich mit über 50.000 Beschäftigten in rund 50 Ländern leitete. Dieser umfasste das Tankstellennetz, Schmierstoffe und die Ladeinfrastruktur für E-Autos. Sie bringe zudem profunde Kenntnisse im Up- und Downstream- sowie im LNG-Geschäft mit. Analysten sehen die OMV in einer Phase der Neufindung; laut Fachleuten von RBC Europe werde Delaneys Hauptaufgabe darin bestehen, Wachstumsfelder jenseits der Chemie aufzubauen.
Die OMV ist ein teilstaatlicher Öl-, Gas- und Chemiekonzern und zählt zu den größten Energiekonzernen Europas. Unter Sterns Führung hatte die OMV den strategischen Umbau weg vom klassischen Öl- und Gasgeschäft hin zu Chemie- und Kreislaufwirtschaft vorangetrieben. Als seinen größten Erfolg bezeichnete er die Zusammenführung der OMV-Tochter Borealis mit dem Chemiekonzern Borouge aus Abu Dhabi sowie die Übernahme der kanadischen Nova Chemicals.
Sie übernimmt das Ruder in einer geopolitisch und strategisch anspruchsvollen Zeit, in der geopolitische Risiken im Nahen Osten eine große Rolle spielen. Im April wurden Anlagen von Borouge bei einem iranischen Angriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschädigt, was zu einer vorübergehenden Stilllegung der Produktion führte.
Während Sterns Amtszeit flossen mehr als zwei Milliarden Euro an OMV-Dividenden an die Republik Österreich, die über die Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG) knapp ein Drittel der OMV-Anteile hält.
Quellen: ORF, Der Standard
Photo: Pester Lloyd (Grafik)
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