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Die heilige Rechte
Ungarn feierte seinen wichtigsten Nationalfeiertag
Am 20. August beging Ungarn seinen wichtigsten Nationalfeiertag, den des Heiligen Stephan. Das schon immer große
nationale Pathos bei den öffentlichen Auftritten der staatlichen Würdenträger wurde diesmal in manchen Fällen fast ins Absurde übersteigert. Das Volk nahms wie
immer gelassen und feierte an der Donau und auf Volksfesten, was immer es zu feiern gibt.
ZUM BEITRAG
Gesinnungsjustiz oder Opferschutz?
Die erstmalige Anwendung des "Holocaust-Leugnungsparagraphen" trifft keinen Neonazi, sondern einen Stalinisten
Da haben sich die ungarischen "Sozialisten" wohl ins fast eigene Fleisch geschnitten: Der noch von der
Bajnai-Regierung erlassene Paragraph 269/C, der ursprünglich nur die Leugnung des Holocausts unter Strafe stellte, im Juni aber von Fidesz erweitert wurde,
scheint bald sein erstes prominentes Opfer zu fordern, ausgerechnet aus den Reihen der "Kommunisten". Ankläger ist ein Jobbik-Mann.
ZUM BEITRAG
Mit Kreuz und Krone
Balance ohne Gegengewicht? Der neue Präsident von Ungarn
Bei seiner Rede zur heutigen Amtseinführung lieferte der neue Präsident von Ungarn, Pál Schmitt, die
bei solchen Feierstunden üblichen Floskeln zu Aufgabengebiet und Verantwortung. Zusätzlich beglückte er die rund 200 geladenen Gäste vor seinem Amtssitz mit
einer Ansage, in welche Richtung, die auch vom ihm propagierte neue Verfassung gehen soll: Christentum und Heilige Krone sollten darin ihren Platz finden.
ZUM BEITRAG
Gesetzesflut zur Sommerpause
Finanzsondersteuer und neue Medienaufsicht beschlossen
Ende letzter Woche kam, begleitet von einem verbalen Schlagabtausch grundsätzlicher Art, eine regelrechte
Gesetzesflut über das ungarische Parlament, - es war die letzte große Sitzung vor einer kurzen Sommerpause. Die von der Fidesz-Mehrheit getragenen Beschlüsse sind Teil des 29-Punkte
Sofort-Plans von Premier Viktor Orbán. Einige dienen der kurzfrsitigen Konsolidierung der Staatsfinanzen, andere der dauerhaften Machtsicherungen der Nationalkonservativen, die wenigstens
einer langfristigen gesellschaftlichen Entwicklungsstrategie.
ZUM BEITRAG
Eigentor
Ungarn lacht über den "großen Vorsitzenden"
Die "Deklaration zur Nationalen Einheit", ein relativ sinnfreies ideologisches Grundsatz-Pamphlet der
nationalkonservativen Partei Fidesz, hat kaum praktischen Nutzen. Das Schriftstück soll aber in allen Amtsstuben des Landes hängen, - ein Aufruf der Regierung, der
auf Hohn und Spott der ungarischen Bevölkerung trifft, die sich an den Personenkult unseliger Zeiten erinnert fühlt.
ZUM BEITRAG
Stempel der Nation
Pál Schmitt: Präsident für Ungarn oder Platzhalter für Orbán?
Wer ist dieser Pál Schmitt, nächster Präsident von Ungarn, der aufgrund der
Fidesz-Mehrheit praktisch per Deklaration ernannt wurde. Wird und kann er unabhängig agieren oder nur als Orbáns Stempelkissen funktionieren? Die biographischen Daten und die politische
Bilanz sind ernüchternd und schwanken zwischen eloquent, harmlos, diplomatisch und einem karrieresüchtigen, eitlen Wendehals. Ein Szenario sieht ihn gar als
Platzhalter für eine kommende Orbánsche Präsidialdemokratie.
ZUM BEITRAG
Sondersendung
Wer bekommt die Kontrolle über die öffentlich-rechtlichen Medien?
Auf heftige Kritik der Opposition im ungarischen Parlament ist die Vorlage eines neuen Gesetzes über die
öffentlich-rechtlichen Medien durch die Regierungspartei Fidesz gestoßen. Während Abgeordnete des Fidesz davon sprachen, die "funktionsuntüchtigen" staatlichen Sendeanstalten und
Regulierungsbehörden "billiger und transparenter" zu machen, fürchten die Oppositionsparteien eine totale Kontrolle durch die Regierung.
ZUM BEITRAG
Verbale Aufrüstung
“Ungarn braucht eine stärkere Armee, damit `Garden´ überflüssig werden”
Der ungarische Regierungschef schloss sich der Einschätzung seines Verteidigungsministers an, wonach
Ausstattung und Einsatzbereitschaft der ungarischen Armee mehr als unbefriedigend sind. Mit mächtigen Worten beschwor er, dass ein starker Staat ohne eine starke Armee undenkbar
ist und warnte die Militärs vor einer Beteiligung bei paramilitärischen Garden.
ZUM BEITRAG
Ungerecht und symbolhaft
Gemischte Reaktionen auf Fidesz-Wirtschaftsprogrammm - Banken drohen
Angesichts der teilweise dramatischen Einschnitte, u.a. im
öffentlichen Dienst, fielen die Proteste der Betroffenen und ihrer parteipolitischen Interessensvertreter bisher sehr verhalten aus. Am lautesten meldeten sich die
Banken - mit einer unverhohlenen Drohung - zu Wort. Auch fachliche Einwände gibt es.
ZUM BEITRAG
Jobbiks Sturmabteilung
Rechtsextremisten wollen Privatarmee aufbauen
Die rechtsextremistische Partei Jobbik hält an ihren Plänen zum "Aufbau einer
neuen nationalen paramilitärischen Organisation" fest. Als Gründungstag hat man sich den 4. Juni ausgesucht, der gerade vom Parlament zum "Nationalen
Gedenktag" anlässlich des 90. Jahrestags des "Friedensdiktats von Trianon" ausgerufen worden ist.
ZUM BEITRAG
BERICHT AUS DEM PARLAMENT - IV Nationalautokratie
Viktor Orbán und der Versuch der nationalen Gleichschaltung in Ungarn - MIT KOMMENTAR
Kurz vor seinem offiziellen Amtsantritt als Ministerpräsident verlangt Viktor Orbán
per parlamentarischer Deklaration eine Unterwerfung der Opposition unter sein "Programm der nationalen Einheit". Er proklamiert (s)eine Revolution und
interpretiert die Geschichte nach seinem Bilde. Schon vor der Amtseinführung hat Orbán viel erreicht: der Slowakei und dem eigenen Parlament den Krieg erklärt.
BERICHT AUS DEM PARLAMENT - II Wahlreform
Das ungarische Parlament verkleinert sich - erstmals Sitze für Minderheitenvertreter geplant
Bei der Montagssitzung des ungarischen Parlamentes hat Fidesz-KDNP ein Gesetz zur Reform des Wahlgesetzes
eingebracht. Der Entwurf sieht eine Reduzierung der Sitze um 41% von derzeit 386 auf 211 vor. - Details gibt es auch zum umstrittenen Staatsbürgerschaftsgesetz.
ZUM BEITRAG
Streit um ein streitbares Oberhaupt
Mach es noch einmal, László: Intellektuelle für den Präsidenten
Was eigentlich eine Formalie sein sollte, wurde zum Politikum: die zweite Amtszeit von László Sólyom. Als
Konservativer passt der Verfassungsrechtler nur vordergründig gut zum Wahlerfolg des Fidesz, denn sein unabhängiger Kopf könnte für einige Projekte der Nationalkonservativen
störend sein, einmal ganz abgesehen von seinen unberechnebaren Tagesausflügen in die Nachbarländer...
ZUM BEITRAG
Alte Bekannte
Der künftige Premier von Ungarn präsentierte sein Kabinett
Am Montag präsentierte der künftige Ministerpräsident Ungarns, Viktor Orbán,
sein Wunschkabinett der Öffentlichkeit. Zuvor gab es ein Treffen hinter verschlossenen Türen. Auf der Liste der Minister stehen viele alte Bekannte und treue Weggefährten, einige Ministerien
werden zu Superressorts zusammengelegt, Finanzminister ist noch offen, Überraschungen blieben aus.
ZUM BEITRAG
Freie Fahrt und schales Bier
Maifeiern in Ungarn ohne Elan
Während Gewerkschaften die kommende Regierung an ihr Versprechen von der
Schaffung neuer Arbeitsplätze erinnerten, demonstrierten die Sozialisten ihre Verzweiflung über die Wahlniederlage mit einem aberwitzigen Vorschlag. Die machtvollste Mai-Demo gab es - wie
immer - Richtung Balaton, obwohl es für die ungarischen Arbeiter einiges zu richten gäbe. Der Regierungschef in spe ließ schön grüßen.
ZUM BEITRAG
Wem die Stunde schlägt...
Ungarn vor dem Neustart? ANALYSE + KOMMENTAR
In Ungarn herrschen seit heute
endlich wieder klare Verhältnisse, zumindest was die Mandatsverteilung und die demokratische Legitimation der künftig Regierenden betrifft. Auch die Autorität des Wahlsiegers in den eigenen
Reihen ist unangefochten. Nicht so klar ist jedoch, wohin die Reise nun geht: weiter auf dem Weg des spaltenden Populismus oder doch endlich in die Realpolitik?
ZUM BEITRAG
In den Startlöchern
Fidesz-Chef Orbán kann das Regieren kaum erwarten
Fidesz-Chef Viktor Orbán, der höchstwahrscheinlich nächste Ministerpräsident Ungarns, hat einige
Auskünfte zu den ersten Aktionen der neuen Regierung getätigt, die vage Rückschlüsse auf die tatsächlichen Strategien seiner Amtszeit liefern. Einen ganzen Stapel Gesetze habe er schon
fertig in der Schublade, EU-Gelder will er in den Mittelstand "umgruppieren" und Ungarns Schicksal soll nicht mehr nur von EU und IWF abhängen...
ZUM BEITRAG
Last-Minute-Skandal
Hat Fidesz illegal Daten über die Gesinnung von Wählern in Ungarn gesammelt?
Wie bei der "Lügenrede" von Ex-Premier Gyurcsány 2006, ist es ein heimlich
mitgeschnittenes Band, das in Ungarn für einen Skandal kurz vor der Wahl sorgt. Der Fidesz, so gibt es ein Parteivorstand offen aber nicht öffentlich zu, hat eine
Art Gesinnungskartei der Wähler in Pécs angelegt. Das ist in Ungarn illegal. Das Video wurde über eine rechtsextreme Webseite lanciert, Jobbik ringt mit Fidesz
hart um rechte Wähler. Doch auch die Sozialisten freuen sich lautstark über diese unerwartete Wahlkampfhilfe.
ZUM BEITRAG
Freitod des ehemaligen Regierungssprechers von Ungarn
Am Osterwochenende nahm sich der ehemalige Regierungssprecher, Dávid Daróczi, das Leben. Über tausend Menschen
versammelten sich am Samstagabend zu einer Trauerkundgebung am Donauufer.
ZUM BEITRAG
Erste Urteile im Zuschlag-Fall
8 1/2 Jahre Haft für illegale Parteienfinanzierung
János Zuschlag, ein früherer Politiker der ungarischen Sozialisten (MSZP) ist nach einer über einjährigen
Gerichtsverhandlung und 18 Monaten Untersuchungshaft zu achteinhalb Jahren Gefägnis verurteilt worden. Dies ist die höchste Strafe, die in Ungarn seit der
Wende für illegale Parteienfinanzierung, also politische Korruption verhängt worden ist.
ZUM BEITRAG
Nazischwuchteln, Politzombies und Verpeilte
Wahlkampfsplitter III
Während das Wahlbüro die Kandidatenlisten finalisierte, meldete sich ein politisch Untoter zurück: F.
Gyurcsány. In seiner Gruft bleibt dagegen der Rechtsextreme Budaházy, der mit Hilfe der Kandidatenimmunität aus dem Knast entkommen wollte. Der Sprecher der rechtsextremen Jobbik musste wegen
Toleranz und verschärfter Herumschwuchtelei von seinem Posten verschwinden und das SZDSZ rechnet offenbar mit 40% Wählerstimmen: aber der Reihe nach...
ZUM BEITRAG
Welche Wahl hat Ungarn?
Parteien zur Parlamentswahl: Personen, Programme, Performance & Prognosen
Der Urnengang ab 11. April wird mehr eine ideologisch beherrschte Denkzettel-
und Richtungswahl als eine Abstimmung über konkrete Regierungsprogramme. Die Sozialisten haben versagt und werden abgestraft. Die Nationalkonservativen steuern auf einen unverdienten
Erdrutschsieg zu. Rechtsextremisten werden ins Parlament einziehen. Die Kräfte der Mitte oder Alternative haben nur theoretische Chancen. Ein Überblick...
ZUM BEITRAG
Fakten finden
Fidesz-Chef Orbán holt sich Rückendeckung bei Arbeitgebern und spricht über massive Steuersenkungen
Innerhalb von vier Jahren soll, nach dem Wunsch des zukünftigen Regierungschefs
Viktor Orbán, die Steuerbelsatung für Unternehmen in Ungarn auf das Niveau der Nachbarländer in der Region abgesenkt werden. Wie das finanziert wird, sagt er nicht, weil die Daten, die
ihm vorliegen, getürkt sind. Eine Faktenfindungskommission soll die "Leichen im Keller" identifizieren.
ZUM BEITRAG
Auftakt zum Abgang
Wahlkampfstart der ungarischen Sozialisten: kalkulierte Selbstkritik und verzweifelte Versprechungen
Alles soll "Neu" sein bei den Sozialisten, doch wählen werden sie vermutlich fast
nur die Alten. Gut zwei Drittel der knapp 3.000 Anhänger, die sich am Samstag zum Kampagnenstart der MSZP versammelten, waren älteren Semesters. Dementsprechend sieht auch der Spagat
aus, den die Spitzenleute der abgewirtschafteten Partei leisten müssen, ohne dass es sie zerreisst: sozialdemokratische Phrasen wechselten mit (schon wieder) irrwitzigen Wahlversprechen ab.
ZUM BEITRAG
KOMMENTAR
Eine Partei geht am Stock
Das Ende des Neoliberalsozialismus: Warum die MSZP in die Opposition gehört
Was unter den MSZP-Regierungen in Ungarn geschah, setzte den demokratischen Konsens des Landes aufs
Spiel. Man öffnete die Märkte und schloss die Menschen aus. Das musste schon ohne Wirtschaftskrise scheitern, wie Blair und Schröder vormachten. In der Opposition
sollten die ungarischen "Sozialisten" wieder zur Besinnung kommen und sich wirklich neue Leute für eine neue Politik suchen. Denn eine besonnene Alternative
wird angesichts zweifelhafter nationalkonservativer Zukunftsentwürfe nötig werden.
ZUM BEITRAG
Zeit zu gehen...
Warum tritt Gábor Demszky nicht als Oberbürgermeister zurück?
Diesmal können selbst all jene, die dem Fidesz unlauteres Wahlkampfgetöse, oft
ja auch zu Recht, vorwerfen, kaum noch Argumente finden, warum Gábor Demszky, der liberale Politiker, der seit fast zwanzig Jahren Oberbürgermeister von Budapest ist, noch ein Recht auf
seine Amtskette haben soll. Bei einer Anhörung im BKV-Skandal in dieser Woche blamierte Demszky sich bis auf die Knochen und erweist seiner Stadt einen Bärendienst.
ZUM BEITRAG
Predigt statt Programm
Der Volkstribun im Amphiethater: Viktor Orbán und seine “Rede zur Lage der Nation”
"Ungarn muss neu aufgebaut werden" - "Die Zeit ist gekommen". Mit diesem, ihm
typischen Pathos hob Viktor Orbán, Spitzenkandidat des nationalkonersvativen Fidesz und aller Voraussicht nach kommender Ministerpräsident des Landes,
zu seiner Grundsatzrede an, die die heiße Phase des Wahlkampfes in Ungarn endgültig einläutete und über der die Gewißheit eines sicheren Sieges strahlte. Anklagen an die sozialistischen
Machthaber und der Aufbau eines nationalen Wir-Gefühl überwogen, Programmatik blieb Mangelware.
ZUM BEITRAG
Der konstruierte Staatsfeind
Ein "Märtyrer" als Spaltpilz der extremen Rechten in Ungarn
An der Person György Budaházy entzündet sich ein Streit in der extremen Rechten.
Eine einflussreiche Neonazi-Internetseite bezichtigt die Parteiführung von Jobbik, den “Aktivisten” eigenen Wahlinteressen zu opfern. Der landesweit bekannte
Rechtsextremist wurde gerade wegen der Beschädigung des Denkmals der Roten Armee 2006 mit einer kleinen Strafe belegt, bleibt aber wegen weiterer Verfahren in Haft. Die
Europaabgeordnete Kriszitna Morvai stand ihm bei der Urteilsverkündung bei.
ZUM BEITRAG
Wahlkampfsplitter
...was von der Woche übrig blieb
Die Sozialisten buhlen weiter verzweifelt um die Rentner, die ebenso verzweifelten Parteien MDF und SZDSZ
kooperieren nun auch in der Hauptstadt. Jobbik will in fünf Jahren nur 10 Mio Forint Einnahmen gehabt haben und ein Fidesz-Kämpfer meldet sich aus der Provinz zurück.
ZUM BEITRAG
Kampf um die Rentner
Der offizielle Wahlkampf beginnt mit einem absurden Scheingefecht
Der offizielle Wahlkampfstart hält gleich ein absurdes Spektakel bereit: mit exakt
zwei gleichen Fragen gehen die sozialistische MSZP und das nationalkonservative Fidesz ab dieser Woche auf Unterschriftensammlung beim ungarischen Wahlvolk. Man kämpft um
die Deutungshoheit bei einem wichtigen Sozialthema, der Rente; und wirft dem jeweils anderen Todsünden daran vor.
ZUM BEITRAG
“Vollständig und für immer”
Jobbik will Macht in Ungarn ergreifen und droht mit Sturz des Systems
Am vergangenen Wochenende stellte die rechtsextreme Partei Jobbik ihr Wahlprogramm für die Parlamentswahlen
in Ungarn im April vor. "Wir sind bereit die Regierung zu übernehmen", sagte Parteiführer Gábor Vona vor Pressevertretern am Samstag und fügte
hinzu "im Interesse des Landes." Da die Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit auf ihrer Seite sei, könne man auch mit begrenzten Mitteln einen Sieg erringen.
ZUM BEITRAG
Hufescharren vor der Wahlschlacht
Ungarn muss sich auf einen üblen Wahlkampf einstimmen
Die Ankündigung der Wahlkampagne ist natürlich selbst schon Wahlkampf.
Trotzige Hilflosigkeit bei den Sozialisten und aggressiver Übermut bei den Nationalkonservativen bestimmen den Schlagabtausch vor dem Kampagnenbeginn. Kurz soll sie sein,
preiswert, effektiv und "nah am Bürger", so sagen es im Prinzip beide politischen Hauptakteure, MSZP und Fidesz und unterstellen dem Gegner pauschaul die
allerschlechtesten Absichten.
ZUM BEITRAG
Last Minute-Deal
“Die Regierung ist kein guter Hotelier”, sagt die Regierung und vergibt ihre Ferienobjekte neu
29 regierungseigene Hotels und Ferienobjekte kommen wahrscheinlich noch vor den Wahlen unter den Hammer
und damit an neue Besitzer bzw. Pächter. Die Regierung sagt, weil der Unterhalt einfach zu teuer ist. Die Opposition fürchtet - wohl kaum zu Unrecht - Günstlingswirtschaft. Was immer stimmt,
die Optik eines solchen Last-Minute-Deals ist ziemlich schief.
ZUM BEITRAG
Neujahrsstreit unter Restalkohol?
OMV oder MOL: Tanken als Frage der nationalen Sicherheit
Wer hoffte, eine gewisse reinigende Stimmung zieht über die Feiertage ins
politische Ungarn ein, der irrte sich, wie man sich darin jedes Jahr zuverlässig irren musste. Ein kleines, aber sehr typisches Beispiel für die politische
Unkultur im Lande, die bis zu den Wahlen im April den Ton angeben wird, gaben die Parteien gleich in den ersten Tagen des neuen Jahres.
ZUM BEITRAG
Robin Hood mit Amtskette
Der Bürgermeister von Pécs legt sich mit der NATO an
Zuerst eroberte Zsolt Páva die Pécser Wasserwerke zurück und löste damit eine
neue Suez-Krise aus, gerade kämpft er um die Parkplätze seiner Stadt. Solche Gegner reichen ihm nicht mehr, daher greift er nun die NATO an und errichtet
Straßensperren gegen ihre LkW´s. Damit hat er wieder den Nerv vieler Bürger getroffen, die Sozialisten geschockt und Aufmerksamkeit erregt.
ZUM BEITRAG
Kraftlose Mitte
Parteikongresse von SZDSZ und MDF, nationalliberaler "Rechtsruck" und Wunderwaffe Bokros
Auch die Liberalen vom SZDSZ hielten am Wochenende einen Parteikongress ab, auf
dem ein neues Parteiprogramm für den Zeitraum bis 2014 beschlossen worden ist. Parteichef Attila Retkes freute sich, dass eine überwältigende Mehrheit der
Delegierten für das Programm stimmte, sagte aber nicht, das viele Mitglieder der Partei bereits ausgetreten sind, seit dem Retkes sich durch einen Rechtsschwenk
vom ehemaligen MSZP-Koalitionspartner emanzipieren wollte. Das MDF kürte die Wunderwaffe Lajos Bokros zum weißen Ritter.
ZUM BEITRAG
Kugeln, Kreuze und Kampagnen
Das Vorletzte aus der ungarischen Innenpolitik
Es ereilen uns regelmäßig Meldungen, bei denen wir uns fragen, ob man die
intelligente Leserschaft dieser Zeitung wirklich damit belästigen darf. Doch auch bröselnde Mosaiksteinchen groben politischen Unfugs ergeben letztlich ein
Bild. Ein klägliches zwar, doch da sind wir schon beim Thema. Das haben wir anzubieten: ein schlimmer Drohbrief an Péter, eine Plakatkampagne gegen Gordon und Co., ein Kardinal in Sorge,
ein Neonazi als Straßenkehrer, Oszkár war zu frech, Kati lässt sich streichen und der Präsident wehklagt aus Fernost. Sagen Sie also nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt...
ZUM BEITRAG
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Abgang eines Haudraufs
Der Innenminister von Ungarn tritt zurück, viel zu spät, finden viele
Zwei Tage nach der Verabschiedung des Budgets trat heute der ungarische Innenminister Tibor Draskovics zurück.
Der robuste Machertyp lieferte einige Skandale und somit reichlich Angriffsfläche für die Opposition, so dass sein Rückzug wahltaktischer Natur ist. Auch andere MSZP-Politiker verließen
schon vor der Zeit die Bildfläche, um den Wahlkampf vorzubereiten oder zumindest nicht zu stören.
ZUM BEITRAG
Salonsozialisten ohne Machtinstinkt
Ein Betriebsbesuch bei „Szema“, einer neuen Partei in Ungarn
Eine wirklich neue politische Kraft ist die Partei SZEMA wohl nicht. Und auch für ein
Sammelbecken enttäuschter Liberaler und Linker genügt dieses Fragment nicht. Es ist nur ein Steinchen mehr im Mosaik des "bunten Ungarn", dem defensiv-melancholischen Gegenentwurf
zum zerrissenen Antlitz des Landes. SZEMA sucht keinen Koalitionspartner und will vorerst lieber diskutieren als aktiv Politik gestalten, obwohl genau das Not täte...
ZUM BEITRAG
Kurz vor Sendeschluss
Parlament streicht MTV alle Staatszuschüsse
Das ungarische Parlament hat der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt MTV die Zuschüsse für 2010 in voller Höhe
gestrichen und einen Teil der vorgesehenen Gelderan den Sender Duna TV umgeleitet. Die Leitung des Staatsfernsehens spricht von einem unverständlichen Schritt und kündigte an,
dass nun der Bankrott vor der Tür steht.
ZUM BEITRAG
Anlaufstelle für politisch Obdachlose
Eine neue links-liberale Partei versucht sich in Ungarn
Diese Woche lud die kürzlich gegründete Partei SZEMA (Szabad Emberek Magyarországért, Freie Menschen für
Ungarn) zu einer Pressekonferenz ein, um sich auch der internationalen Öffentlichkeit vorzustellen. Die Partei versucht, enttäuschte Liberale und Linke, aber auch Bürgerliche, die keine Lust
mehr an den magyarischen Grabenkämpfen haben, zu sammeln. Entsprechend ambitioniert und ungefähr ist das Programm.
ZUM BEITRAG
Ungarn bleibt wahrscheinlich Republik
Was macht Viktor Orbán mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit?
Während sich Oppositionschef Orbán in einer staatstragenden Rolle präsentierte
und Ängste vor einem Totalumbau des ungarischen Verfassungssystems in seiner kommenden Regierungszeit nehmen wollte, wiederholte sein Stellvertreter den
Plan, mit der Gyurcsány-Bajnai-Ära auch juristisch abrechnen zu wollen. Die Sozialisten werfen dem Fidesz absolutistische Anwandlungen vor und ihr (parteiloser) Regierungschef kündigte an,
die rigiden Sparmaßnahmen dem Volke nun zumindest erklären zu wollen.
ZUM BEITRAG
Liebesbrief für einen Hassprediger
Die polnische Minderheit in Ungarn unterstützt einen rassistischen Bürgermeister
Die polnische Minderheit, das sind einige Hundert Menschen in einem Dutzend Orte in Nordostungarn,
unterstützt öffentlich den Bürgermeister Oszkár Molnár, der sich im ganzen Land einen Ruf als hartnäckiger Rassist und Chauvinist erarbeitet hat. In einem Brief
wird er als hilfsbereiter Kumpeltyp geehrt. Warum?
ZUM BEITRAG
Rotierende Bürgermeister
Nachrichten aus der Provinz
Ob es an der Tristesse der ungarischen Provinz liegt oder einfach Zufall ist, dass
sich einige Bürgermeister ins fahle nationale Rampenlicht drängen? Jedenfalls poltern und röhren einige Dorfplatzhirsche derzeit lauter als sonst üblich. Die meiste
Presse hat natürlich Zsolt Pava, Bürgermeister in Pécs, wegen seines heldenhaften Befreiungskampfes um das ungarische Wasserwesen gegen die französische Fremdenlegion. Aber auch
aus Esztergom, Edelény und Monok erreichen uns merkwürdige Nachrichten.
ZUM BEITRAG
Wieder Bahnstreiks
Die Bahner in Ungarn wollen mit einem Streik die Bahn retten
Ab Montag, 19. Oktober, muss wieder mit Ausfällen im Zugverkehr von, nach und in Ungarn
gerechnet werden. Die Gewerkschaft VDSZSZ, die zwar nur einen kleinen, dafür wichtigen Teil der Bahnarbeiter der MÁV repräsentiert, hat heute entsprechende Arbeitskampfmassnahmen angekündigt.
István Gasko, Chef der Gewerkschaft, sagt, "es ist Zeit, der Regierung in einem zeitlich und umfänglich unbegrenzten Rahmen, ihre Grenzen aufzuzeigen."
ZUM BEITRAG
Anklage gegen Roma-Chef in Ungarn >>> Urteile: Erstürmung der TV-Zentrale >>> Aus für zweisprachigen Unterricht? >>>
McCarthy an der Donau
Hauen, sticheln und ein bisschen feiern: Die politische Woche in Ungarn
Täglich melden Staatsfernsehen und Nachrichtenagenturen "das Neueste" von
den Debatten im ungarischen Parlament. Dabei gibt es dort weder eine Debatte noch irgendetwas Neues. Seit Tagen bewerfen sich die beiden Blöcke MSZP-SZDSZ vs. Fidesz gegenseitig mit
den altbekannten Argumenten. Die Opposition bereitet schon eine Kommission vor, die juristische Schritte gegen die Gyurcsány-Riege vorbereiten soll. "Sozialistenjagd á la McCarthy"
schreien die Betroffenen und feiern 20 Jahre MSZP...
ZUM BEITRAG
Verklagt die Bahn ihren Eigentümer?
Steuerstreit zwischen ungarischer Bahn und Staat um 70 Mio EUR - dritter Versuch, das Hauptquartier zu verkaufen
Der ungarische Staat weigert sich offenbar eine Mehrwertsteuerrückzahlung
in Höhe von insgesamt rund 19 Milliarden Forint (71,5 Mio EUR) an die Bahn durchzuführen. Diese steht ihr, wie jedem anderen Unternehmen, zu, aufgrund eines Spruches des Europäischen
Gerichtshofes gegen Ungarn. Der Staat sagt, er hat kein Geld. Wenn die Bahn Millarden braucht, dann solle sie gescheit wirtschaften. - In einem dritten Anlauf
versucht die Bahn ihr Hauptquartier zu versilbern.
ZUM BEITRAG
Aus für zweisprachigen Unterricht? >>> Neues Bürgerliches Gesetzbuch >>>
Volksbefragung über Quotenregelung >>> Abstimmungsunfall zur Religionsfrage >>> Minister ohne Portfeuille und Abschluss >>>
Neuwahlen je nach Wetterlage
Wildeste Spekulationen über Parlamentsauflösung im Dezember
Schon seit Monaten wird vermutet, dass die Verabschiedung des Budgets, geplant
für den 30. November, der Startschuss für Neuwahlen in Ungarn sein könnte. Das Szenario, dass heute eine Budapester Tageszeitung eröffnet, liest sich zwar
logisch wie ein Schachspiel, ist aber eher eine Realsatire aus der ungarischen Presselandschaft - oder doch nicht?
ZUM BEITRAG
Kommentar
Prügel fürs tapfere Schneiderlein
Die Budgetdebatte im Parlament beleidigt die Intelligenz des Volkes - Neuer Parlamentspräsident gewählt
Diametral entgegengesetzt sind die Standpunkte der beiden großen Fraktionen nicht nur bezüglich des
Budgets. Es geht im ungarischen Parlament aber längst nicht mehr um sachliche Auseinandersetzung, sei sie auch scharf. Medial wirksame Konfrontation, eine Art Dauervorwahlkampf ist alles, was
man vom "hohen" Haus noch geboten bekommt. Einige Kostproben vom ersten Sitzungstag sollen daher genügen.
ZUM BEITRAG
Neuer Minister für Geheimdienste >>> Parlamentspräsidentin geht >>>
1000 Polizisten mehr auf den Straßen >>>
BKV: Vorstand und Aufsichtsrat abgesetzt >>> VIII. Bezirk: Fragwürdiger Rücktritt >>> Alte Bekannte im Fidesz-”Kabinett” >>>
MSZP-Spitzenkandidat ab 12. Dezember >>> Neue liberale Partei gegründet >>> Sex and Crime: Staatsanwalt im Knast >>> Gerichtsverbot: Vereidigung von Gardisten >>>
Bajnai als Spitzenkandidat für MSZP? >>> Wenn am Sonntag Wahlen wären... >>> Kabinettsumbildung im Herbst >>> Weiter Streit um SZDSZ-Fraktion >>>
Steinmetze bei der Arbeit
Zwischen Zwang und Wahlkampf: Ungarn bastelt am Budget 2010
Die ungarische Regierung
wird sich bereits am 1. September in einer außerordentlichen Kabinettssitzung mit dem Staatshaushalt 2010 beschäftigen. Dieser gilt Ministerpräsident Bajnai
als Schlüsselprojekt zur Lösung der Krise und es könnte auch seine letzte größere politische Aufgabe sein. Die Parteien Fidesz und SZDSZ, selbst die regierende MSZP, haben, mit Blick auf den
Wahlkampf, ihre ganz eigenen Vorstellungen davon.
ZUM BEITRAG
Endstation Chaos
Der BKV-Skandal in Budapest landet vor dem Parlament
Nun muss sich der Haushalts-, Finanz- und Prüfungsausschuss des ungarischen Parlamentes mit den Ungereimtheiten
und Personalquerelen rund um die Budapester Verkehrsbetriebe befassen. "Die Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wer für die skandalöse Verschwendung von Zigmillionen
verantwortlich ist."
ZUM BEITRAG
Ermittlungen gegen Ex-Bürgermeister >>> Justizminister entschuldigt sich >>>
Reif für die Macht?
Fidesz ist bereit für die Machtübernahme und bezichtigt die Sozis schon vorab, die "schmutzigste Kampagne aller Zeiten" führen zu wollen
Während die MSZP-Minister allmählich den Wahlkampf für wichtiger erachten als die
Steuerung des Landes, bereitet sich der Fidesz auf die Übernahme der Macht in Ungarn vor. Um Vorwürfen die Grundlage zu nehmen, man arbeite nur gegen die Regierung und habe kaum eigene,
realistische Entwürfe zu bieten, setzen die Leute von Oppositionschef Viktor Orbán Arbeitsgruppen ein, die das Regierungsprogramm vorbereiten. Zeit, um die Sozis zu beschimpfen bleibt aber
noch genug.
ZUM BEITRAG
Brieffeindschaft
Die Anzeichen für vorgezogene Neuwahlen in Ungarn mehren sich wieder
Erst schrieb der Ministerpräsident den Parteien und bat um weitere Unterstützung für seine Politik. Dann
philosophierte der Oppositionschef in "seiner" Zeitung. Beide schrieben herzhaft aneinander vorbei. Der feindselige Stillstand in Ungarn ruft nach Auflösung.
Das Fernduell wird als Zeichen betrachtet, dass die Zusammenarbeit der MSZP mit dem SZDSZ (einmal wieder) vor dem baldigen Aus stehen könnte. Nur was der SZDSZ will, erfährt man nicht.
ZUM BEITRAG
Fidesz "gratuliert" Regierung zu 100 Tagen >>>
MSZP-Chorknaben
Sozialisten springen auf nationalen Zug auf
"Die Zeiten und Umstände haben sich geändert", so begründet der MSZP-Abgeordnete József Kozma den
gestrigen Schritt seiner Fraktion, den ethnischen Ungarn in den Nachbarländern, auf Wunsch, die ungarische Staatsbürgerschaft zu "garantieren".
ZUM BEITRAG
SZDSZ zerbricht
Massenaustritte und "Schlammschlacht" bei den Liberalen in Ungarn
Die Wahl von Attila Retkes zum neuen Vorsitzenden der Liberalen des SZDSZ am vergangenen Sonntag, könnte sich
noch als schwerer Fehler herausstellen. Mit seiner nassforschen Art hat der es nämlich innerhalb von wenigen Tagen geschafft, mindestens die Hälfte der Partei gegen sich aufzubringen und
etliche Mitglieder, zum Teil Liberale der ersten Stunde, aus der Partei zu treiben, deren endgültiges Ende besiegelt scheint.
ZUM BEITRAG
Präsident sagt Treffen mit Gay-Gruppen ab >>> Jobbik-Aufmarsch und Gegendemo >>> Fodor legt auch Parlamentsmandat nieder >>> Vermögensamtschef vor Rausschmiss >>>
PARTEIEN
Retter Retkes?
Ungarns Liberale haben einen neuen Vorsitzenden - der provoziert gleich einen Machtkampf mit Fraktionschef Koka
Attila Retkes ist, wie erwartet, der neue Parteivorsitzende der ungarischen Liberalen, SZDSZ. Auf dem
Parteitag am Sonntag erhielt er auf Anhieb die absolute Mehrheit. Er hat nun die Aufgabe, das parlamentarische und letztlich politische Überleben der einstigen Wendepartei
sicher zu stellen, die heute zerstritten und richtungslos ist.
ZUM BEITRAG
PARTEIEN
Hinter verschlossenen Türen
Die MSZP hielt Parteitag, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Parlamentspräsidentin Szili legt ihr Amt im September nieder. Weitere Überraschungen blieben aber aus.
Alle im Vorfeld gehandelten Sensationen, wie der Sturz des Parteivorstandes oder
gar selbstkritische Debatten über die Fehler der Gyurcsány-Ära fielen aus. Bajnai hielt eine blasse Gastrede und forderte eine Art Sozialisten 2.0. Kommissionen sollen jetzt die Zukunft
richten, personell und inhaltlich. Ansonsten demonstrierte man Geschlossenheit.
ZUM BEITRAG
PARTEIEN
Flügelkampf der lahmen Enten
Vor dem MSZP-Parteitag: Ungarns Sozialisten haben nichts mehr zu gewinnen
Während jüngere und reformorientierte Gruppen der MSZP zum Sturm auf die Parteispitze blasen, meinen die
eingesessenen Parteioberen, man bräuchte nur einen feschen Spitzenkandidaten und geschlossene Reihen. Manche hoffen auf einen Linksruck, andere sagen eine langanhaltende Agonie voraus.
Vorgezogene Neuwahlen sind längst nicht mehr nur ein Thema der Opposition.
ZUM BEITRAG
KRISENMANAGEMENT
Milde Gaben
Ungarns Minister spenden ihr Gehalt
Kürzlich beschloss Ungarns derzeitige "Expertenregier ung" die Einrichtung
eines Nothilfefonds für besonders gebeutelte Krisenopfer, der sich aus Spenden von Reichen, Banken und Unternehmen füllen soll. Doch die wollen nicht so recht. Daher geht nun das
Kabniett von Gordon Bajnai mit mutigen Schritten voran, auch Staats- und Energieunternehmen werden zur Wohltätigkeit genötigt. Ausgerechnet der Bankenverband findet das alles eine
"lächerliche und populistische Aktion".
ZUM BEITRAG
Sozialisten mit Sammelbüchse >>> MSZP will Nationalbankchef loswerden >>> Fidesz will Alleinherrschaft >>> Auflösungserscheinungen beim SZDSZ >>> Doch noch
zarte Selbstkritik bei MSZP >>>
PARTEIEN & PARLAMENT
Vorfreude auf die Macht
Auf dem Parteitag des Fidesz schäumte das Selbst- und Nationalbewußtsein
Gänzlich überraschungsfrei wurde Viktor Orbán beim 23. Parteitag der nationalkonservativen Partei Fidesz
erneut zum Vorsitzenden des Fidesz gewählt. Ansonsten brachte der Parteitag nicht viel mehr als das Einschwören von Funktionären und Anhängern auf das derzeit einzige politische Ziel: die
Übernahme der möglichst absoluten Macht in Ungarn.
ZUM BEITRAG
PARTEIEN & PARLAMENT
Schwimmübungen im Parteienpool
Parteipolitische Stellungskämpfe nach Europawahl
Wahlanalysen der beteiligten Parteien haben oft humoristisches Potential. Doch
in Ungarn bleibt einem derzeit das Lachen im Halse stecken. Nach außen geben sich die großen Parteien souverän bis stur, doch hinter den Kulissen rumort es heftig.
Was ist die richtige Strategie für den künftigen Sieg oder für das Überleben und was tut man gegen die Extremisten?
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Antikorruptionsgesetze noch im Juni >>> Sparpaket greift auf Kindergeld über >>> Ex Stasi-Angestellte im Stadtparlament >>> Parlament prüft Umstände von Demo
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KOMMUNALPOLITIK
Fidesz-Kandidat gewinnt in Pécs
Zsolt Páva, der
Kandidat des Fidesz, hat mit überwältigender Mehrheit die Bürgermeisterwahl in Pécs am gestrigen Sonntag gewonnen. Auf ihn entfielen fast zwei Drittel der abgegebenen Stimmen.
Die MSZP verlor damit eine ihrer Hochburgen.
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REGIERUNGSKRISE
Fehlstart
Tamás Vahl verzichtet auf Ministeramt.Den DUIHK-Präsidenten holten Kartellverfahren aus seiner SAP-Zeit ein
Das neue Kabinett von Ministerpräsident Gordon Bajnai ist noch nicht einmal vereidigt, da wird schon der
erste Rückzug von einem Schlüsselposten gemeldet. Der designierte Minister für Wirtschaft und Regionalentwicklung, Tamás Vahl, erklärte, dass er auf das Amt, in
welchem er eigentlich dem neuen Premier nachfolgen sollte, verzichten werde.
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REGIERUNGSKRISE
Proteste in Budapest eskalierten
Brandanschläge am Morgen, Gänse zu Mittag, Verletzte am Abend
Auf dem Kossuth tér, dem Platz vor dem Ungarischen Parlament demonstrierten am Dienstag einige
tausend Menschen gegen den, aus ihrer Sicht undemokratischen Tausch der Ministerpräsidenten und die Aufstellung einer neuen Regierung. Die Protestierer, geschätzt wurden um die 6.000
rekrutierten sich wieder vorwiegend vom rechten Rand des gesellschaftlichen Spektrums
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Kommentar
Drahtseilakt ohne Netz
Ungarns Gaukler & Jongleure
Erstklassige Artisten und Jongleure der Politik bieten dem verblüfften oder
verängstigten Publikum atemberaubende Kunststücke. Der Hauptjongleur, Partei- und Regierungschef Ferenc Gyurcsány, bot gleich zwei Salti mortale, nach deren Vollzug er jedoch pumperlgesund
weiteragiert.
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Hintergrund
Ein netter Kerl
Warum steckt Gordon Bajnai seinen Hals in die Schlinge?
„Ein netter Kerl“, sagen
diejenigen, die ihn kennen. Der nette Kerl hat Häuser in Budapest und am Balaton und gar nicht wenig Geld auf dem Bankkonto. Bajnai verkörpert genau wie Gyurcsány denselben
Typen des hinübergeretteten „Kommunisten“, die Oppostition wird leichtes Spiel mit ihm haben und er wird sich bald fragen, warum er sich das alles angetan hat...
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Hintergrund
Parteifunktionärin und Verlagsdirektorin
Die neue Vorsitzende der MSZP, Ildikó Lendvai
Die erste Frau in dieser Funktion wurde 1946 in Debrecen geboren. Sie studierte
dort Philologie sowie Geschichte und arbeitete einige Jahre als Professorin an einer Mittelschule. Die junge Frau machte danach Karriere in der Staatspartei
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Himmelfahrtskommando
Tagungen und Demos in Budapest - neue MSZP-Vorsitzende - SZDSZ und MSZP geben Bajnai-Plan grünes Licht
Das
aussichtsarme Projekt einer übergangsweise n Expertenregier ung für Ungarn ist auf dem Weg - Bajnai holte sich dafür den Segen der Abgeordneten - Ildikó Lendvai wurde neue
MSZP-Chefin - Demos der Konservativen und der Rechten in Budapest
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Der Liquidator
Ungarns kommender Ministerpräsident legt seinen ersten Sparplan vor: Fast alle sozialen Errungenschaften der letzten Jahre werden liquidiert
Unter dem Titel
"Budgetvoraussetz ungen zum Krisenmanageme nt" sind darin Einsparungen im Haushalt von rund 600 Milliarden Forint (ca. 2 Mrd. EUR) vorgesehen, die vor
allem Arbeitnehmer, Rentner, sozial Bedürftige und Familien treffen. Die Maßnahmen sollen alle noch in der Frühjahrssitzungsperiode des Parlamentes durchgepeitscht werden.
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SPARPROGRAMM
Wer zahlt für Ungarns Krise?
Massendemo für 5. April angekündigt - Spekulationen über neues Kabinett und ein weiteres Milliarden-Sparpaket
Der designierte
Ministerpräsident Ungarns, Gordon Bajnai, der seinen Job in einem sehr aufgeregten politischen Umfeld und in einer furchtbaren ökonomischen Lage antreten muss, hat bereits sinngemäß
"Blut, Schweiß und Tränen" für die Ungarn angekündigt
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PARLAMENT & REGIERUNG
Eine Woche Affentheater
Die Suche nach einem neuen Regierungschef in Ungarn gerät zur politischen Farce - Neuwahlen werden immer wahrscheinlicher
Fast eine Woche
nach der Rückzugsankündigun g von Ferenc Gyurcsány ist es den Sozialisten und dem liberalen SZDSZ nicht gelungen, einen geeigneten Kandidaten für den Posten des Regierungschefs zu finden. Die
chaotisch-dilettantische Art und Weise, wie die Frage von beiden Parteien behandelt wurde, fügte ihnen weitere schwere Schäden zu und macht vorgezogene Wahlen immer wahrscheinlicher.
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PARLAMENT & REGIERUNG
Gyurcsány geht ab
Paukenschlag auf MSZP-Parteitag: Ungarns Ministerpräsident tritt zurück Spekulationen über Nachfolger voll entbrannt - Neuer Premier vermutlich am 14. April.
Er begann als Hoffnungsträger und endete als unbeliebtester Poltiker seit der
Wende. Nun geht die Ära Gyurcsány zu Ende. Er möchte nicht der Erneuerung seiner Partei im Wege stehen und die Bildung einer Regierung ermöglichen, welche die notwendigen wirtschaftlichen
und sozialen Reformen für Ungarn umsetzen kann.
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PARLAMENT
Kommentar
Krise und Opposition
In den meisten Ländern verursacht die Weltfinanzkrise ein eher seltenes Phänomen: Regierung und Opposition
schieben ihren täglichen Kleinkrieg beiseite und versuchen sich gemeinsam an Lösungen. Was den USA oder Deutschland gut genug ist, kommt in Ungarn „natürlich“ absolut nicht in die Tüte...
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PARLAMENT
„Reiche“ Sozialisten - „arme“ Konservative
Ungarns Politiker füllen Vermögenserklärungen aus
Es ist ein alljährliches Ritual: Sämtliche 386 Parlamentsabgeordne te, die Mitglieder der Regierung sowie
hohe Staatsbeamte sind zur Abgabe einer Vermögenserklärung verpflichtet. Das Ergebnis, das auf der Webseite des hohen Hauses einzusehen ist, bringt auch in diesem Jahr keine wirklichen
Neuigkeiten.
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PARLAMENT
Budget Makulatur
Krisensitzung des Parlamentes einberufen
Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány hat angekündigt, dass
angesichts der weiteren Verschlechterung der Weltwirtschaftslage Ungarn seinen Jahreshaushalt umschichten und weitere Maßnahmen ergreifen wird. Der Premier rief für den 29. Januar eine
außerordentliche Parlamentssitzung ein..
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OPPOSITION
Wende 2.0
Orbán meint: erst müsse sich die Rechte einen, dann das Land. Situation wie kurz vor
der Wende...
Änderungen in Ungarn könnten nur erreicht werden, wenn zunächst die Rechte eine Einheit
herstellt und daraus nachher eine nationale Einheit entsteht. meinte der Fidesz-Vorsitzende Viktor Orbán zum Auftakt der Europawahlkampagne...
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