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	<title>István Tarlós &#8211; Pester Lloyd</title>
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	<description>Deutschsprachige Nachrichten aus Ungarn und Osteuropa - seit 1854</description>
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	<title>István Tarlós &#8211; Pester Lloyd</title>
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		<title>Brennende Busse entfachen Streit in Budapester Stadtrat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Aug 2025 13:53:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Budapest]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Szentkirályi]]></category>
		<category><![CDATA[Gergely Karácsony]]></category>
		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
		<category><![CDATA[Péter Magyar]]></category>
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					<description><![CDATA[Budapest. Mehrere Busse der Budapester Verkehrsbetriebe BKV sind in den vergangenen Tagen in Brand geraten. Verletzt wurde niemand, die Bilder brennender Linienfahrzeuge in der Innenstadt&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Budapest.</strong> Mehrere Busse der Budapester Verkehrsbetriebe BKV sind in den vergangenen Tagen in Brand geraten. Verletzt wurde niemand, die Bilder brennender Linienfahrzeuge in der Innenstadt und im 12. Bezirk haben jedoch die Debatte über den Zustand der städtischen Flotte neu entfacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Feuer im Linienbetrieb</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Binnen 48 Stunden standen mindestens drei Busse in Flammen, zuletzt nahe des Farkasréti Friedhofs. Die Brände entstanden jeweils im Motorraum. Bürgermeister Gergely Karácsony ordnete eine sofortige Überprüfung der gesamten Flotte an. BKV muss kurzfristig einen Bericht vorlegen, Kontrollen richten sich auf Brandschutzsysteme, Verkabelung und Motorraum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind die ersten Vorfälle dieser Art seit 2022. Damals wie heute trifft es ältere Fahrzeuge, die seit Jahren mit hohen Laufleistungen unterwegs sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fidesz kritisiert mangelnde Wartung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alexandra Szentkirályi, Vorsitzende der Fidesz-Fraktion im Stadtrat, erklärte, die Stadtverwaltung gefährde die Sicherheit der Fahrgäste. Bei einer Überprüfung durch das Budapester Regierungsamt seien 22 Prozent der Busse als unsicher eingestuft worden, weitere 56 Prozent wiesen technische Mängel auf. Nur 22 Prozent der Fahrzeuge befanden sich demnach in einwandfreiem Zustand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Szentkirályi sprach von „riesiger Verantwortungslosigkeit“ und warf Karácsony sowie Péter Magyar von der Tisza-Partei vor, Ausflüchte zu suchen. Unter Bürgermeister István Tarlós, so die Politikerin, sei ein solcher Zustand „undenkbar“ gewesen. Inwiefern die TISZA irgendeine Verantwortung über die brennenden Busse haben könnte bleibt nebulös, passt aber ins typische FIDESZ-Muster die Opposition anzupatzen, auch ohne faktische Verbindungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stadt verweist auf blockierte Erneuerung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Karácsony widerspricht. Die betroffenen Busse wären bereits ersetzt, <em>hätte die Regierung im Jahr 2021 die Genehmigung für ein von Banken finanziertes Beschaffungsprogramm nicht verweigert. </em>Der Bürgermeister verweist auf kontinuierliche Erneuerungsschritte im Rahmen der städtischen Möglichkeiten, allerdings ohne Aussicht auf größere Investitionen ohne Zustimmung des Zentralstaats.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der laufende Betrieb soll nach Angaben von BKV gesichert sein. Defekte Fahrzeuge werden repariert, Ersatzbusse stehen bereit. Dennoch bleibt ein Teil der Flotte veraltet und anfällig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Strukturelle Belastung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auseinandersetzung spiegelt den anhaltenden Konflikt zwischen der oppositionell geführten Stadt und der Regierung wider. Streitpunkt sind nicht nur einzelne Vorfälle, sondern die Grundfrage, wer über Investitionen in die Budapester Infrastruktur entscheidet. Solange Ersatzbeschaffungen blockiert bleiben und die Wartung den Verschleiß nicht aufholen kann, wird das Risiko technischer Ausfälle bestehen bleiben. Fidesz wird weiterhin versuchen an jedem Missstand im Land der Opposition die Schuld zu geben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Faktenbox</h2>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><thead><tr><th></th><th></th></tr></thead><tbody><tr><td><strong>Anzahl der Busse  2023</strong></td><td>Die Flottenzahl sank von 963 zu Jahresbeginn auf 870 Ende 2023 </td></tr><tr><td><strong>Durchschnittsalter</strong></td><td>Im Jahr 2009 lag das Durchschnittsalter der Dieselbusse bei etwa 16,5 Jahren; einzelne Fahrzeuge waren bis zu 24 Jahre alt </td></tr><tr><td><strong>Verbesserung bis 2016</strong></td><td>Der Anteil moderner, klimatisierter Niederflurbusse stieg bis 2016 auf rund 80 %, unterstützt durch Neuinvestitionen </td></tr><tr><td><strong>Aktueller Trend EU-weit</strong></td><td>Der EU-weite Durchschnitt für Busflotten liegt bei rund 12,5 Jahren </td></tr></tbody></table></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Daten: Wikipedia, BKV</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Kampf um Budapest: Opposition in Ungarn mit Chancen auf ersten Wahlsieg seit 10 Jahren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2019 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Gergely Karácsony]]></category>
		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
		<category><![CDATA[Olga Kálmán]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 27 &#8211; 2019 POLITIK 01.07.2019 Die wichtigeren linken Oppositionskr&#228;fte haben sich auf einen gemeinsamen Kandidaten f&#252;r den Posten des Budapester Oberb&#252;rgermeisters&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 27 &#8211; 2019  <strong>POLITIK</strong> 01.07.2019</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="aeaeaa" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #aeaeaa;" decoding="async" width="266" height="177" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2019/07/stickiesjobs-Andere-1-2.webp" alt="stickiesjobs (Andere)" class="wp-image-22360 not-transparent"/></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die wichtigeren linken Oppositionskräfte haben sich auf einen gemeinsamen Kandidaten für den Posten des Budapester Oberbürgermeisters bei den Kommunalwahlen im Herbst geeinigt. Bei einer Urwahl zwischen Olga Kálmán von der Demokratischen Koalition (DK) von Ex-Premier Gyurcsány und Gergely Karácsony (Foto: MTI) vom Bündnis MSZP-Dialog für Ungarn, gewann Letzterer klar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Bündnis gehört auch die Momentum-Bewegung, die aus Studentenprotesten entstand, zur politischen Partei formiert wurde und &#8211; für ihre Verhältnisse &#8211; bei den EU-Wahlen sensationell abschloss. Sie wurde mit 10% drittstärkste Kraft und erreichte zwei EU-Mandate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bekannte TV-Moderatorin Kálmán sprach Karácsony umgehend ihre Unterstützung aus, an dessen Führungsrolle es &#8222;ab sofort keinen Zweifel&#8220; geben solle und sie ihn &#8222;so gut ich kann&#8220; unterstützen werde. Karácsony bekam bei der Abstimmung 33.355 Stimmen gegen 25.093 von Kálmán. Er ist Bezirksbürgermeister von Zugló, dass er vor vier Jahren der Fidesz-Partei, die dort einmal mehr durch einen äußerst korrupten Kandidaten vertreten war, abringen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Karácsony will nun alle Bündnispartner gleichermaßen einbinden, um Fidesz-Bürgermeister István Tarlós im Oktober abzulösen und mit Budapest Ungarns Hauptstadt &#8222;Fidesz zu entreißen&#8220;, denn Budapest ticke ohnehin anders, es sei mehrheitlich liberal und weltoffen und brauche daher auch einen solchen Bürgermeister. &#8222;Geld, Macht und Medien sind auf Seiten von Fidesz&#8220;, &#8222;wir können das nur kompensieren, in dem wir die Menschen direkt ansprechen und auf die Straßen bringen&#8220;, so Karácsony.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er hoffe noch darauf, auch die &#8222;grüne&#8220; LMP mit ins Boot holen zu lassen. Diese hatte vorher indes einen  Wahlpakt mit der rechtsextremen Jobbik  samt gemeinsamen Kandidaten geschlossen. Am späten Samstagabend erklärte Jobbik, dass man die Urwahl der Linken akzeptiere. Man werde zwar im Wahlkampf nicht mithelfen, aber auch keinen anderen Kandidaten unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte das Bündnis Bestand haben, was bei der bisherigen Performance der ungarischen Opposition seit 2010 gar nicht so sicher ist, werden ihm gute Chancen eingeräumt, Tarlós ernsthaft gefährden zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a></a><a></a><a></a> <a></a></p>
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		<item>
		<title>Wahl Ungarn 2018, News und Forum</title>
		<link>https://www.pesterlloyd.net/wahl-ungarn-2018-news-und-forum/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2018 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Gergely Karácsony]]></category>
		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 12 &#8211; 2018 WAHL UNGARN 19.03.2018 + + + News und Forum zur Wahl in Ungarn am 8. April + +&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 12 &#8211; 2018  <strong>WAHL UNGARN</strong> 19.03.2018</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="aac6b1" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #aac6b1;" fetchpriority="high" decoding="async" width="555" height="393" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2018/03/parteilisten-Andere-.webp" alt="parteilisten (Andere)" class="wp-image-22283 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2018/03/parteilisten-Andere-.webp 555w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2018/03/parteilisten-Andere--300x212.webp 300w" sizes="(max-width: 555px) 100vw, 555px" /></figure>



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<p class="wp-block-paragraph">+ + + News und Forum zur Wahl in Ungarn am 8. April + + +</p>



<p class="wp-block-paragraph"> <a href="https://www.pesterlloyd.net/wahlen-in-ungarn-ergebnis-analyse-aussicht/">ERGEBNISSE &#8211; ANALYSE &#8211; AUSSICHTEN</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">23:25 Uhr: Orbán bleibt absoluter Alleinherrscher in Ungarn. Die Opposition hat auf ganzer Linie verloren, Fidesz legt bei Zweitstimmen nochmals zu (auf fast 50%) und holt damit auf, was man an einigen Direktmandaten verloren hat. In Summe gewinnt Orbáns Partei noch ein Mandat mehr und holt sich die 2/3-Mehrheit zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_____ _ Ergebnisse _ ________________________ 8. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorläufige Sitzverteilung Partei &#8211; Direktmandate &#8211; Zweitstimmenmandate &#8211; Mandate total &#8211; Mandate in %</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fidesz &#8211; 91 &#8211; 43 &#8211; 134 &#8211; 67% Jobbik &#8211; 1 &#8211; 26 &#8211; 27 &#8211; 13,6% MSZP/PM 8 &#8211; 11 &#8211; 19 &#8211; 9,6% DK 3 &#8211; 6 &#8211; 9 &#8211; 4,5% Együtt 1 Unabhängig 1 MNOÖ 1</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stimmenanteile Zweitstimmen 2018 / 2014 / Veränderung</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fidesz-KDNP: 49,15 / 44,87 / +4,4 MSZP-PM: 11,94 / 25,57 / -13 Jobbik: 20,14 / 20,22 / +-0 LMP: 6,51 / 5,34 / +1,2 DK: 5,36 / +5.36 Zweischwänziger Hund: 1,56 Együtt: 0,56 Momentum: 2,6</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auszählungsstand: 85% (23:10)</p>



<p class="wp-block-paragraph">_____ _ Der Wahltag _ ________________________ 8. April</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>22.40 Uhr: </strong>Der letzte Wartende ist ins Wahllokal gelassen worden. In wenigen Minuten ist alles erledigt, dann dürfte es &#8211; schon sehr genaue &#8211; Ergebnisse geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>22.14 Uhr: </strong>Noch rund 200 Wähler vor einem Wahllokal in der Eötvös utca in Budapest. Ergebnisse möglicherweise in 15-20 Minuten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>21.34 Uhr: </strong>Während in einem Bezirk noch immer abgestimmt wird, weshalb es keine Ergebnisse zu vermelden gibt, äußerten sich verschiedene Parteichefs zum Wahltag. Die überraschendste Meldung kam von Ex-Premier Gyurcsány, der sagte: “Diese Wahl war keinesfalls fair und frei, aber wir haben hart gekämpft und deshalb verdient Fidesz diese Niederlage.”</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>20:35 Uhr:</strong> Immer noch hunderte Meter lange Schlange in der Bocskai utca. Erste Ergebnisse werden erst nach Schließung aller Wahllokale publiziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>19:53 Uhr:</strong> Fidesz-Fraktionschef sieht “ein stark legitimiertes nächstes Parlament” und geht von einer absoluten Mehrheit für die Orbán-Parteien aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>19:30 Uhr:</strong> Laut Polizeipräsidium haben die Kolonnen von Dutzenden Polizeifahrzeugen auf den Autobahnen M3 und M7 nichts mit der Wahl zu tun. Oppositionspartei DK hält es für Muskelspiele der Staatsmacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.facebook.com/444.hu/videos/1838208579574225/?notif_id=1523209232791668¬if_t=live_video" target="_blank" rel="noopener nofollow"> Live-Video von 444.hu </a> zu Wählerschlangen in Budapest fast eine Stunde nach offiziellem Wahlschluss <strong>19:09 Uhr:</strong> Zumindest ein Wahllokal in Szeged blieb auch nach 19 Uhr noch geöffnet. Wer es bis dahin zum Lokal geschafft hat, darf nicht abgewiesen werden. Am Wahllokal in der Bocskai utca in Budapest (XI.) verharren noch 3-4.000 Menschen (laut Staatsfernsehen M1, das heute den ganzen Tag ein “Best of Flüchtlingssommer 2015” ausgestrahlt hatte) in vier Straßenzügen um das Wahllokal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahlbeteiligung um 18.30 Uhr: 68,13% (+8 zu 2014) (Budapest: 72,75%)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>18:59 Uhr:</strong> Im 25. Wahlbezirk (Budapest, Teréváros) wurden Fälle von Wahlbetrug bei der Polizei angezeigt. Wahlberechtigten wurde Geld geboten, wenn Sie per Handyfoto den ausgefüllten, für Fidesz angekreuzten Wahlzettel an eine Nummer senden. Es liegt dazu außerdem ein Mitschnitt vor, der den Vorgang bestätigen soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Eger wurden Personen, “die wie Araber gekleidet waren” in Autos nahe Wahllokalen gesichtet und sollten offenbar Leute erschrecken</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Parlament in Budapest wurde das Polizeiaufgebot verstärkt. Hunbschrauber kreisen über der Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angeblich will Viktor Orbán jeden Moment vor die Presse treten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahlbeteiligung um 17 Uhr: 63,21%</p>



<p class="wp-block-paragraph">17:30 Uhr: 2018: 63,21% (2014: 54,4%) + 8,8 Punkte gegenüber den Vorwahlen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Höchster Wert: Budapest, II. Bezirk: 71,94% Niedrigster Wert: Ózd (Borsod-Abaú-Zemplén): 52,82%</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Bild von langen Schlangen zieht sich durch viele Landesteile, vor allem in Budapest stehen die Menschen teils stundenlang an. In einigen Sprengeln wurden zusätzliche Urnen aufgebaut. Auch in Westeuropa stehen weiterhin lange Schlangen an Botschaften und Konsulaten. Theoretisch kann das Nationale Wahlkomitee die Öffnungszeiten der Wahllokale zu verlängern, wenn noch Wahlwillige Einlass begehren, die bereits vor offizieller Schließung in einer Schlange standen. Die Entscheidung ist aber Ermessenssache, das Wahlbüro vom Fidesz-dominiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Wahllokale schließen regulär um 19 Uhr, dann beginnt die Auszählung. Mit ersten verlässlichen Hochrechnungen ist gegen kurz vor 20 Uhr zu rechnen, ab ca. 22 Uhr sollten Wahlsieger und -verlierer und die ungefähre Mandatsverteilung feststehen, wobei bei der Auszählung der Auslandsstimmen Verzögerungen und Verschiebungen eintreten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></em> _ ______________________</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahlbeteiligung um 15 Uhr: 53,64%</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>15:30 Uhr</strong>: 2018: 53,64% (2014: 45%, 2010: 46,8%, 2002 (als Orbáns erste Regierung abgewählt wurde, allerdings unter einem völlig anderen Wahlrecht, lag die Beteiligung um 15 Uhr bei 51,8%). In einigen Budapester Bezirken haben bereits über 61% ihre Stimme abgegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mediales Stimmungsbarometer</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>15:15 Uhr:</strong> Das regierungstreue Boulevardportal 888.hu gerät in Panik: “Ungarn wählt: Orbán oder Soros!” beim Hofblatt Magyar Idök ist es unmöglich, einen Artikel anzuklicken, bevor man die aktuelle “Regierungsinformation” gesehen hat. Ein großes Stopschild vor der Flüchtlingskolonne von 2015. Es folgen Treueschwüre von Fidesz-Dorfgrößen in den Lokal-Newsportalen. Die hohe Wahlbeteiligung wird mit dem schönen Wetter erklärt &#8211; was früher eher ein Grund für eine niedrige Wahlbeteiligung war, weil die Menschen lieber ins Grüne fuhren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die unabhängigen News-Seiten in Ungarn posten Fotos aus Budapest und aller Welt mit teils immens langen Schlangen. In London wartet man bis zu drei Stunden, frohgemut, wie überliefert wird. In Paris ist die Wartezeit eine halbe Stunde, dort war vor vier Jahren keine Schlange. Einen neuen Rekord stellte eine Ungarn-Kanadierin auf, sie reiste 3.250 km mit dem Flugzeug an, um wählen zu gehen. Aus Budapester Bezirken werden “Riesenschlangen” gemeldet. Die Hauptstadt stellt fast 18% aller Wahlberechtigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grobe Unregelmäßigkeiten im Wahlprozedere wurden bis dato nicht gemeldet, nur kleinere “Unfälle”: In einigen Wahlkreisen steckten Bürger ihre Benachrichtigungskarten mit in die Urne, in einem Dorf wurde die Wahlurne verschlossen, obwohl noch Leute abstimmen wollten und musste daher wieder geöffnet werden. Zwei Herren in Szeged schritten eine Warteschlange ab und meinten “ihr könnt nach Hause gehen, ihr kommt nicht mehr dran”. Sie wurden vom “Oppositionsmob” davon gejagt&#8230; In einigen Wahllokalen wurden Wählern nur Zweitstimmenzettel ausgehändigt, erst nach Insistieren gab man ihnen den Zettel für die Wahl des Direktkandidaten. In allen Wahllokalen ist zumindest auch ein Vertreter der demokratischen Opposition als Beobachter anwesend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rekord-Wahlbeteiligung auch um 13 Uhr: 42,32% (Budapest: 45,5%)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>13:30 Uhr:</strong> Die Wahlbeteiligung lag um 13 Uhr landesweit bei 42,32%, in der Hauptstadt schon über 45,5%. 2014 lag sie bei nur 34,3%, 2010 bei 35,9%. Der Anstieg um 8 Punkte zu den vergangenen Wahlen stellt ein mittleres demoskopisches Erdbeben dar und lässt die letzten Umfragen obsolet werden, die mit einer deutlich geringeren Beteiligung rechneten. Alles ist offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rekord-Wahlbeteiligung lässt Opposition in Ungarn hoffen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>12:36 Uhr:</strong> Die Wahlbeteiligung in Ungarn erreichte mit Stand 11 Uhr eine neue Rekordmarke. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 29,93% also rund 2,5 der ca. 8 Millionen Wahlberechtigten an den Urnen. So viel wie nie zuvor. Die bisherige Rekordmarke stammt aus dem Jahr 2002 mit 26,37%. Es war der Tag der Abwahl der ersten Orbán-Regierung&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Orbán über einen relativen konstanten Wählerpool verfügt und der Mobilisierungsgrad des Fidesz über die Jahre kaum varriierte, dürfte eine höhere Wahlbeteiligung eher der Opposition förderlich sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist echter Patriotismus: Im Londoner Sauwetter ausharren, um in Ungarn die Demokratie wiederherzustellen.. Foto: Index.hu</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Städten wie Brüssel, Berlin und London erreichen uns Meldungen von sehr langen Schlangen an den ungarischen Vertretungen. Während die Auslandsungarn in den Ex-Trianon-Gebieten, denen der ungarische Pass quasi hinterhergeworfen wurde, zuletzt fast geschlossen Fidesz wählten, tendieren die Hunderttausenden Ungarn im Westen eher zur Opposition.</p>



<p class="wp-block-paragraph">______ Vorwahl-Berichte_ ________________________ 5. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Last-Minute-Allianzen: Opposition in Ungarn versucht durch Kandiaten-Rochaden den Tyrannen zu stürzen, nicht alle machen mit</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine “Wende jetzt” fordert MSZP-PM Spitzenkandidat Karácsony (links)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kampf um die 106 Direktmandate, die am Sonntag, neben den 93 Listenmandaten vergeben werden, wobei die relative Mehrheit ausreicht, haben sich MSZP-PM, DK und Együtt weitgehend geeinigt und lassen jeweils dem Kandidaten der drei Gruppierungen den Vortritt, der die besten Aussichten hat. So haben DK und MSZP wechselseitig Kandidaten zurückgezogen, während Együtt je drei eigene Kandidaten in Budapest und in der Provinz abzog, um MSZP-PM-Kandidaten sowie zwei weitere zu Gunsten der DK abzog.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle drei Gruppen zogen ihren Kandidaten für den Budapester Innenstadtbezirk zurück, um dort dem LMP-Kandidaten zum Sieg zu verhelfen. Ein uneigennütziger Schritt, denn die LMP besteht auf 103 Einzelkandidaten, die junge Momentum-Bewegung fällt der Demokraten-Allianz ebenfalls in den Rücken und stellt in 90 Wahlkreisen eigene Kandidaten, was die Chancen eines Oppositionssiegs schmälert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dahinter steht nicht nur das Argument Momentums, dass man &#8222;alle alten Politikkräfte&#8220; aussortieren müsse, sondern das Problem, dass die Direktstimmen über das d´Hondt-Verfahren auch den Landeslisten angerechnet werden. Das bedeutet, dass eine Partei, die auf einen Kandidaten in einem Direktwahlkreis verzichtet, Nachteile für die Landeslisten in Kauf nimmt. Momentum meint jedoch, eine Chance zu haben, bei der Vergabe der 93 weiteren Mandate, die 5%-Hürde zu überspringen, was allerdings gegen die Prognosen wäre, die Momentum bei 2-3% sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spitzenkandidaten Karácsony und Gyurcsány kommentierten, dass &#8222;wir alles getan haben, was wir konnten, um den Wählern ein klares Angebot zu machen.&#8220; Es gehe darum, &#8222;den Tyrann zu stürzen&#8220; und man hoffe, dass sich die Parteien, die sich bis jetzt der Allianz verweigern, &#8222;noch einmal in sich gehen&#8220;. Man selbst werde alle Bezirke nochmals evaluieren. Immerhin die LMP bedankte sich bei PM für den einseitigen Rückzug im I. Bezirk und zog daraufhin ihren Kandidaten im 21. Bezirk zurück, ein Schritt, der vor wenigen Tagen noch undenkbar war. LMP spricht jedoch davon, solche Maßnahmen nur in &#8222;Schlüsselbezirken&#8220; ins Auge zu fassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neonazistische Jobbik pfeift auf jede Kooperation, was Orbáns Kandidaten im Schnitt 22% der Oppositionsstimmen neutralisiert. Außerdem tauchen auf den Wahlzetteln, bei den Erst- wie bei den Zweitstimmen etliche Kandidaten von Fake-Parteien auf, die Fidesz-Strohmänner gründen ließen, um weiteres Stimmensplitting zu forcieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 5. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letzte Worte: Orbán malt nochmal alle Teufel an die Wand</p>



<p class="wp-block-paragraph">Budapest werde &#8222;nicht wieder zu erkennen sein&#8220;, wenn &#8222;Fidesz nicht wiedergewählt wird&#8220;, warnte er bei einem Wahlkampfauftritt in der ungarischen Hauptstadt vor Angehörigen der Kaderuni für den Öffentlichen Dienst. Noch sei &#8222;Budapest ein guter Ort, um Kinder groß zu ziehen und für Familien in Frieden zu leben&#8220;, aber: &#8222;In den Städten der Einwanderer-Staaten ist das nicht mehr der Fall.&#8220; Daher: &#8222;Wer am Sonntag für die Opposition stimmt, wählt den Weg in ein Einwanderungsland&#8220;, während &#8222;eine Stimme für uns, eine Stimme für die Sicherheit&#8220; sei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Foto, das schräge Assoziationen weckt&#8230; Orbán mit jungen Husaren-Gardisten .</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir werden Budapest sauber, sicher und schön halten, anstatt es zum ersten Brückenkopf für den Einfall von Einwanderern zu machen. Wir werden Szenen, wie sie sich vor drei Jahren am Ostbahnhof abspielten nie wieder zulassen, dazu haben wir auch den Zaun an unserer Südgrenze gebaut.&#8220; Ein Zaun, den die Soros-gelenkte Opposition umgehend abschrauben wolle. An Orbáns Seite trat Oberbürgermeister István Tarlós, ebenfalls Fidesz auf, der bei den Kommunalwahlen im Herbst um seine Wiederwahl bangen muss, &#8211; auch, weil er innerparteilich als lahme Ente gilt. &#8222;Budapest ist eine weitaus bessere Stadt als vor acht Jahren&#8220;, behauptete er und das natürlich wegen der &#8222;Investitionen unserer von Premier Orbán geführten Regierung.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 2. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kandidaten, Fake-Parteien und Kungeleien: LMP-Kandidat lässt sich mit Fidesz-Unterschriften aufstellen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Kandidaten auf einen Klick. Auf <a href="https://index.hu/belfold/2018/valasztas/kireszavazhat/" target="_blank" rel="noopener"> dieser interaktiven Seite von index.hu </a> können Sie alle 106 Einzelwahlkreise anklicken und so die Kandidatenlisten abrufen. Die Angaben sind allerdings provisorisch, da einige Kandidaten der Opposition noch zu Gunsten anderer Oppositionskollegen zurückziehen könnten, auch wenn das LMP und Jobbik bereits ausgeschlossen haben. In Budapests 14. Bezirk hat der LMP-Kandidat zurückgezogen, weil er einräumen musste, von Fidesz gefälschte Unterstützungserklärungen (jeder Kandidat braucht 500 Unterschriften) akzeptiert zu haben. Gegen ihn läuft ein Parteiausschlussverfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fidesz hat ein Interesse daran, dass möglichst viele Oppositionsstimmen auf viele Parteien verteilt werden, um die Oppositionsstimmen so zu splitten und das Direktmandat leichter durch die erforderliche relative Mehrheit einzufahren. Auch für die Zweitstimmen hat man vorgesorgt. Neben den 10 bekannten Parteien, wurden rund ein Dutzend Fake-Parteien geschaffen, die Wirrwarr auf den Wahlzetteln schaffen sollen und so weitere Stimmen versickern lassen. Dazu wurden massiv Unterstützererklärungen gefälscht, Betroffene meldeten sich mehrfach bei den Medien. Einige &#8222;Parteivorsitzende&#8220; räumten mittlerweile ein, von Strohmännern regelrecht gekauft worden zu sein, &#8222;ich konnte die Millionen Forint gut gebrauchen&#8220;, sagte einer gegenüber index.hu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 2. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuelle Umfragen sehen haushohen Orbán-Sieg</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuellsten Umfragen der Meinungsforschungsinstitute (abgehalten zwischen 19. und 26. März) prognostizieren durch die Bank einen haushohen Sieg der Orbán-Parteien Fidesz/KDNP. Die Sonntagsfrage wird durch weitgehend unabhängige Institute wie Iránytű oder Ipsos mit 47-49% der Stimmen für die Regierungsparteien beantwortet, während die regierungsnahen bzw. -eigenen Institute (Nezöpont, Századvég, Medián) Ergebnisse jenseits der 50%-Marke prognostizieren oder propagieren, mit einem Höchstwert von 54%, also knapp 10 Punkte über dem Ergebnis von 2014. Diese Projektionen fußen auf Werten der Unterstützung unter allen Wahlberechtigten zwischen 33 und 39%.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umgekehrt sieht es bei Jobbik aus. Zwar schätzen alle Institute die Partei als die mit Abstand stärkste Oppositionskraft ein, die regierungsnahen Umfrager setzen die Prognose für die sich bürgerlich gebende Neonazi-Partei allerdings knapp unter 20%, während die Unabhängigen Zahlen bis zu 24% befürchten lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die MSZP-PM-Allianz wird institutsweit zwischen 9 und 14% veroretet, LMP liegt um die 8%, ebenso die DK von Ex-Premier Gyurcsány. Die Momentum-Bewegung taucht in den meisten Umfragen unter Sonstige unter, lediglich Ipsos sieht sie bei 3-4%.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 2. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsicherheitsfaktor: Wahlbeteiligung und Mobilisierung</p>



<p class="wp-block-paragraph">Konsens und größter Unsicherheitsfaktor der Umfrageinstitute ist der Pool der mutmaßlichen Nichtwähler und der Unentschlossenen, die sich demoskopisch kaum auseinander dividieren lassen. Dieses Potential liegt bei 36 bis 45%. Wie schon bei den vorangegangenen Wahlen käme eine höhere Mobilisierung der Opposition zu Gute, weil das Mobilisierungspotential des &#8222;Fidesz-Drittels&#8220; seit den letzten zwei Wahlen und so auch bei dieser stabil hoch und nahezu ausgeschöpft ist. Auch wenn man durch faule Tricks wie &#8222;Wahlhilfen&#8220; für Alte und Behinderte, denen man nicht nur mitteilt, wann die mobile Wahlurne vorbeikommt, sondern auch, was darauf anzukreuzen ist, die kostenlose Verteilung von Osterschinken oder die Gruppenwahlen der Auslandsungarn in Rumänien, versucht, die Beteiligung zu eigenen Gunsten zu erhöhen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 2. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Orbán gibt zu: Diese Wahl wird keine reguläre sein&#8230;(?!)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen echten &#8222;Freudschen&#8220; haben sich Orbán und seine Hofberichterstatter in seinem aktuellen Radiointerview geleistet. Er sagte unter anderem, dass &#8222;diese Wahlen keine normalen Wahlen sein werden&#8220;, was die amtliche Nachrichtenagentur im Englischen in “This will not be a regular election” übersetzte, was auch &#8222;keine regulären Wahlen&#8220; bedeuten kann. Das zu seinen Gunsten manipulierte Wahlrecht, die Schaffung einer 5. Wählerkolonne in den angrenzenden Ländern, zahlreiche Gaunereien rund um die &#8222;Betreuung&#8220; von älteren Menschen, der massive Einsatz öffentlicher Mittel und kommunaler Ressourcen für den Fidesz-Wahlkampf, Mediendiktat und Lügenkampagnen geben Orbán recht. &#8222;Regulär&#8220; ist an den Wahlen in Ungarn immer weniger. Ansonsten hatte der Premier im Radio nichts Neues mitzuteilen. Es geht um den Überlebenskampf Ungarns und gegen 2.000 &#8222;Soros-Söldner&#8220; im eigenen Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 2. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgedeckt, was längst bekannt war: Orbáns EU-Milliarden im Ausland, Assad-Strohmann kaufte ungarische Staatsanleihen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Parlamentsausschuss für Nationale Sicherheit wollte am Donnerstag die in den Medien aufgekommenen Vorwürfe bearbeiten, wonach ein Kronzeuge, der unter FBI-Schutz stehe, belastendes Material gegen Orbán und seinen Clan habe, das belege, dass Fidesz-Günstlinge und ihr Netzwerk Milliarden-Werte (4,1 Mrd. EUR) aus EU-Quellen über geheime Wege, teils in Form von Edelsteinen ins Ausland zur privaten Verfügung veruntreut hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses zum Thema passende Foto hat uns Leser Josef Zeller aus Szombathely geschickt. “Soros-Partisanen” haben den Wahlkampfslogan des Fidesz: “Für uns kommt Ungarn zuerst!” in “Für uns kommt Geld zuerst!” umgeschrieben und Orbán eine Häftlingskluft verpasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte wurde in der Zeitung Magyar Nemzet aufbereitet, die zum Ex-Fidesz-Finanzier Lajos Simicska gehört, einem steinreichen Oligarchen, der sich vor einigen Jahren in einen Machtkampf mit Orbán eingelassen hatte und seitdem als Staatsfeind geführt wird. Das Parlamentskomitee konnte nicht tagen, weil die Abwesenheit von Fidesz-Leuten das notwenidge Quorum unterlief.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fidesz boykottiert den Ausschuss seit Monaten, weil man &#8222;nicht mit Soros-Agenten verhandeln&#8220; wird, die dort angeblich am Tische säßen, vor allem in Form der LMP-Politikerin Szél. Die Story selbst ist nichts Neues, nur die Zuspitzung mit geheimen Agentenwohnungen in Wien usw. Wir berichten, auf der Basis unabhängiger Quellen seit 2010 über die Verschiebung von öffentlichen Mitteln ins Ausland und haben hunderte Korruptionsfälle dokumentiert. Eine Auswahl hilfreicher Links  <a href="https://www.pesterlloyd.net/orbans-familienangelegenheiten-wie-die-eu-den-mafiastaat-ungarn-finanziert/">finden Sie hier</a>  .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie jetzt bekannt wurde, hat auch ein dem von Putin unterstützten syrischen Diktator Assad nahestehender Geschäftsmann, der international mit Haftbefehl gesucht wird, ungarische Staatsanleihen für mehrere Zig-Millionen Euro erworben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 2. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Herz für Behinderte: nach acht Jahren Untätigkeit</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einem Jahr kam ein  <a href="https://www.pesterlloyd.net/gewalt-und-verwahrlosung-in-heim-fuer-behinderte-in-ungarn-nach-ngo-bericht-kuendigt-regierung-schliessung-an/">erschreckender NGO-Bericht</a>  aus einem Heim für Behinderte. Damals wurde die NGO verklagt, weil sie angeblich unberechtigt in das Heim eingedrungen sei. Jetzt, Tage vor der Wahl kündigt die Regierung an, die großen Behindertenheime im Lande zu Gunsten kleiner Betreuungsobjekte abzuschaffen. Ein entsprechendes EU-Projekt dazu läuft allerdings schon seit 2010, auch in Ungarn. Noch 2013 lehnten Fidesz-Funktionäre die Ansiedlung Behinderter in &#8222;normalen&#8220; Orten aber ab, weil das &#8222;nicht schön aussieht&#8220;.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/verrechnet-regierungspartei-in-ungarn-loest-skandal-um-umgang-mit-behinderten-aus/">Siehe unser Bericht</a>  . Jetzt hat man 70 Millionen Euro gefunden, um bis 2023 (!) 7.500 Menschen umzusiedeln und die &#8222;Massenhaltung&#8220; geistig Behinderter zu beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 2. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Politischer Kindesmissbrauch&#8220;: Orbán erhält Geldstrafe wegen Wahlkampf mit Kindergartenkindern</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Oppositionsvertreter im Nationalen Wahlkomitee (OVB) haben durchgesetzt, dass Premier Orbán ein Bußgeld über 345.000 Forint (1.200 Euro) zahlen muss, weil er &#8222;unrechtmäßig Wahlkampf mit Kindern ohne Zustimmung deren Eltern&#8220; gemacht habe. Hintergrund ist ein Video auf <a href="https://www.facebook.com/orbanviktor/" target="_blank" rel="noopener nofollow"> Orbáns Facebook-Seite </a> (Tipp: Video, wie Orbán den Osterschinken zubereitet!), dass ihn am 21. März in einem Kindergarten im Dorf Dad in Komárom-Esztergom zeigt. Darin fordert er die Kinder auf, doch mit ihm zu einem Foto zu posieren. Auf das Einflüstern eines Assistenten korrigiert sich Orbán und sagt: &#8222;Gut, nur die, die wollen, sollen sich aufstellen.&#8220; Dienstfertig trieben die Kindergärtnerinnen dann alle Kinder zusammen. Orbán nahm einen Jungen in die Höhe. Eltern beschwerten sich später beim OVB wegen &#8222;Kindesmissbrauchs&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 2. April</p>



<p class="wp-block-paragraph">Emmerich, der edle Ritter Wie Fidesz seinen Einfluss auf die Ungarndeutschen ausübt Ein Gastbeitrag von Jenő Kaltenbach</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgerechnet der Spitzenkandidat Herr Ritter ist seit geraumer Zeit ein strammer Fideszmann, war mehrere Wahlperioden Fidesz-Ratsmitglied in Wudersch, bei der letzten Kommunalwahlen sogar Fidesz-Bürgermeisterkandidat und ist noch immer Parteimitglied. Eine engere Nähe zu einer Partei ist schwer vorstellbar.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/emmerich-der-edle-ritter/">ZUM BEITRAG</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 22. März</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auftakt zur Jagdsaison: Wie Ungarn kritische NGOs verfolgt</p>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Vorgeschmack auf das &#8222;Stop-Soros-Gesetz&#8220;, das unmittelbar nach den Wahlen verabschiedet werden soll, liefert dieser Tage die Datenschutzbehörde NAIH. Mit einem aberwitzigen Konstrukt wird die Arbeit von engagierten Bürgern kriminalisiert, während der Staat offen Grund- und Menschenrechte missachtet. Das Ziel gibt Orbán vor: &#8222;Vertreibung des Soros-Imperiums aus Ungarn.&#8220;  ZUM BEITRAG </p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________ 21. März</p>



<p class="wp-block-paragraph">21. März:<strong> + Kandidat der Linksallianz bereitet Wähler auf Kampf gegen Korruption vor +</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong> Termin bei der EU: Spitzenkandidat der Opposition in Ungarn kündigt Pfändung der Fidesz-Nomenklatura an</p>



<p class="wp-block-paragraph">  Auch der Spitzenkandidat der Linksallianz MSZP-PM, Gergely Karácsony, fordert eine Reformierung der EU. Aber nicht so, wie Premier Orbán, der eine &#8222;Gemeinschaft der Vaterländer&#8220; fordert und damit ein Selbstbedienungsbuffet ohne Pflichten meint. Karácsony hielt sich zwei Tage in Brüssel auf, &#8222;um Ungarns Gesellschaft vor Schaden zu schützen, den seine Regierung angerichtet&#8220; habe und klare Ansagen in Richtung Wähler in Ungarn zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> ZUM BEITRAG </p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________</p>



<p class="wp-block-paragraph">20. März:<strong> + LMP flirtet lieber mit Jobbik als mit Demokraten + Aktuelles aus dem oppositionellen Intrigantenstadl +</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>DK-Chef und Ex-Premier Gyurcsány sieht in den Eigensinnigkeiten der LMP (mal grün, jetzt eher nationalopportunistisch) eine &#8222;Gefahr für die Hoffnungen auf einen Machtwechsel&#8220; am 8. April, wenn diese sich &#8222;nicht über die Kandidaten in den Einzelwahkreisen&#8220; mit den anderen Oppositionsparteien abstimmen. DK, MSZP-PM und LMP haben sich am Sonntag zu Koordinierungsgesprächen getroffen, doch &#8222;die LMP kam ohne einen Plan und ging, ohne welche zu machen&#8220;, beklagt Gyurcsány, dessen größte Leistung seit seinem Abtritt 2009 die Spaltung der MSZP war und blieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die LMP hingegen verhandelt ernsthaft mit der neonazistischen Jobbik über Wahlallianzen in mehreren Wahlkreisen, wo man jeweils dem chancenreicheren Kandidaten mit dem Rückzug des eigenen einen Vorteil verschaffen könne. Worin der Vorteil liegen soll, die Jobbik stärker zu machen, erklärte die LMP nicht, ihr ist indes das Statement wichtiger, ja nicht mit &#8222;linken&#8220; Parteien in eine Ecke gestellt werden zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">MSZP-Chef Molnár ergänzt, dass die &#8222;Bedingungen der LMP unmöglich zu erfüllen seien&#8220;, obwohl man 58 der 106 Einzelwahlkreise zur Disposition gestellt hätte. Die Haltung der LMP sei eine &#8222;Beleidigung für das unter Orbán leidende ungarische Volk.&#8220; Jobbik habe nur eine große Klappe, werde aber &#8222;keinen wirklichen Wandel in der politischen Szene&#8220; bringen. Die LMP mache einen fatalen Fehler, sich mit diesen Kräften zusammen zu tun, anstatt mit der demokratisch gesinnten Opposition. Jobbik sei am Ende lediglich eine Notreserve für die Macht des Fidesz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jobbik hat mittlerweile verkündet, in keinem der 106 Direktwahlkreise seine Kandidaten zurückziehen zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________</p>



<p class="wp-block-paragraph">17. März:<strong> + Orbán droht auf &#8222;Friedensmarsch&#8220; der Opposition mit Rache + Studenten mobilisieren gegen reaktionäre Bildungspolitik + Linke Opposition bietet neonazistischer Jobbik Wahlkooperation an +</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Nationalfeiertag (  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kossuth-bleibt-im-exil-nationalfeiertag-in-ungarn-mitten-im-wahlkampf/">hier unser Hauptbeitrag dazu</a>  ) des 15. März hat Premier Orbán vor zigtausenden Anhängern vor dem Parlament eine seiner typischen Mobilisierungsreden gehalten &#8222;Unsere größte Schlacht steht uns noch bevor&#8220;. Im Zentrum stand natürlich die &#8222;Bedrohung&#8220; von Land, Kontinent und Christenheit durch Legionen von fremdartigen Einwanderern. Bei der Beschreibung jener &#8222;Kreise&#8220;, die hinter dieser &#8222;Umvolkung&#8220; steckten, bediente sich Orbán unverblümter antisemitischer Stereotypen (Leute, die nicht wie wir sind, die mit Geld spekulieren, die kein eigenes Land haben, aber glauben, ihnen würde die ganze Welt gehören).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben seinem üblichen schwülstigen Gefasel zwischen Lügen, Angstmacherei und Größenwahn, kündigte er Rache an Andersdenkenden an, in dem er davon sprach, dass &#8222;wir Ungarn zwar freundliche Menschen&#8220; seien, sich seine Leute nach den Wahlen jedoch &#8222;Genugtuung verschaffen&#8220; würden, auch &#8222;juristisch&#8220;, an jenen, die versuchten, die Ziele der Nation zu gefährden. Anhänger riefen Protestierern am Straßenrand zu, sie gehörten in die Donau gestoßen (wie unter den Nais mit den Budapester Juden geschehen). Die gesamte Rede gibt es in schlechter Übersetzung auf Deutsch <a href="http://www.miniszterelnok.hu/viktor-orbans-festrede-zum-170-jahrestag-der-revolution-und-des-freiheitskampfes-von-1848-49/" target="_blank" rel="noopener"> auf der Webseite des Premiers </a> .</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rund 10.000 Studenten einer unabhängigen Vereinigung sowie Oppositionelle marschierten am Feiertag aus Protest gegen die miserable, ideologisierte Bildungspolitik auf. Vor allem die Hochschulpolitik treibe immer mehr junge Leute aus dem Lande. Sie forderten Orbáns Abwahl und den Rücktritt des Bildungsministers Balog. Die Polizei kesselte einige hundert Teilnehmer ein und hinderte sie an der Ausübung ihres Demonstrationsrechtes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Spitzenkandidat der MSZP-PM, Gergely Karacsóny, aber auch die DK und andere Parteien haben LMP und auch Jobbik offen und ultimativ aufgefordert, sich an der informellen Wahlallianz der Opposition zu beteiligen und mitzutun, jeweils nur den aussichtsreichsten Kandidaten pro Wahlkreis antreten zu lassen. Man wolle keine politische Agenda mit Jobbik erarbeiten, aber man sei sich unter allen Oppositionsparteien einig, dass es mit Ungarn nur weitergehe, wenn Orbán abgelöst würde, hieß es auf einer gemeinsamen Kundgebung am 15.3. Jobbik lehnt ab und stellt in allen 106 Individualwahlkreisen einen eigenen Kandidaten. Da die relative Mehrheit zur Mandatserringung genügt, ist das eine großer Vorteil für die Fidesz-Kandidaten, die im Schnitt auf 30-40% Unterstützung rechnen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">_______________________________</p>



<p class="wp-block-paragraph">16. März + <strong>Artikel zur Wahl in Ungarn</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>  <a href="https://www.pesterlloyd.net/konsens-eiserner-vorhang-was-die-parteien-in-ungarn-zur-wahl-anbieten/">Parteien zur Wahl: Das Wichtigste aus den Wahlprogrammen</a>   <a href="https://www.pesterlloyd.net/orban-knacken-konstellationen-und-kooperationen-vor-den-wahlen-in-ungarn/">Konstellationen und Kooperationen zu den Wahlen in Ungarn</a>  Welcher Partei stehen Sie nahe? Test auf <a href="https://www.vokskabin.hu/de/" target="_blank" rel="noopener nofollow"> vokskabin.hu </a> (auf Deutsch)  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kossuth-bleibt-im-exil-nationalfeiertag-in-ungarn-mitten-im-wahlkampf/">Kossuth bleibt im Exil: Nationalfeiertag in Ungarn mitten im Wahlkampf</a>   <a href="https://www.pesterlloyd.net/warnschuss-ungarns-regierungspartei-zeigt-erste-anzeichen-von-panik/">Warnschuss Hódmezovásárhely: Regierungspartei zeigt Anzeichen von Panik</a>   <a href="https://www.pesterlloyd.net/der-taegliche-korruptionsfall-ohne-konsequenzen-orban-vize-verschiebt-millionen-zur-mutter/">Der tägliche Korruptionsfall ohne Konsequenzen: Orbán-Vize verschiebt Millionen</a>   <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-3-2018/#m-1803karacsonygauner">&#8222;Bande von Gaunern&#8220;: Linker Spitzenkandidat teilt nach allen Seiten aus</a>   <a href="https://www.pesterlloyd.net/opposition-in-ungarn-gemeinsam-zur-naechsten-niederlage/">Opposition in Ungarn: Gemeinsam zur nächsten Niederlage</a>   <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-8-2018/#m-1807sonntagsfrage">Sonntagsfrage: Wahlumfrage von Ende Februar</a>   <a href="https://www.pesterlloyd.net/stop-soros-wahlkampf-gegen-menschenrechte-judenstern-fuer-ngos-in-ungarn/">&#8222;Stop Soros!&#8220;: Wahlkampf gegen Menschenrechte</a>  <em>red.</p>
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		<title>Verdammt: Budapests Bürgermeister befragt jetzt doch die Bürger zum Damm am Római part</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Sep 2017 07:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 38 &#8211; 2017 BUDAPEST 18.09.2017 Nach jahrelangem Tauziehen und einem allm&#228;hlichen Kippen der Stimmung in der Bev&#246;lkerung hat Budapests OB Tarl&#243;s,&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 38 &#8211; 2017  <strong>BUDAPEST</strong> 18.09.2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach jahrelangem Tauziehen und einem allmählichen Kippen der Stimmung in der Bevölkerung hat Budapests OB Tarlós, Fidesz, nun doch einem stadtweiten Referendum zur Errichtung eines mobilen Dammes am Donauufer, dem Római Part zugestimmt. Klar, 2018 sind auch Kommunalwahlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tarlós bedauerte im Staatsfernsehen, dass die &#8222;fachlich geführte Debatte politisch geworden und unbeherrschbar&#8220; sei, daher solle das Stadtparlament am 27. September den Weg für eine Volksbefragung frei machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Dammanlage ist seit dem letzten großen Hochwasser im Gespräch, hätte jedoch die Abholzung von fast 500 Bäumen und damit die Zerstörung des letzten natürlichen Uferabschnitts der Donau in Budapest zur Folge, was Proteste von Anwohnern, Umweltschützern und Experten nach sich zog sowie den Vorwurf, der Damm solle lediglich die Villen einiger Funktionäre schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gegenvorschlag der Opponenten, der mit Hilfe von Fachleuten ausgearbeitet wurde, würde einen Damm rund 200 Meter entfernt vom Ufer bedeuten, womit die natürliche Beschaffenheit des beliebten Freizeitstrandes erhalten würde, allerdings auch dessen Funktion als Überschwemmungsgebiet, was wiederum den Interessen der reicheren Anlieger, die meinten, in erster Küstenlinie bauen zu müssen, widerspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tarlós lehnte bis dato jede demokratische Debatte über das Thema ab, auch über den Gegenentwurf, die städtische Wahlkommission diente ihm diensteifrig und lehnte sämtliche Begehren für Referenden ab. Zwischenzeitlich hatten Aktivisten angekündigt, den Damm zu zerstören, würde er errichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umfragen hatten ergeben, dass fast 60% der Budapester gegen den Damm in der Version Tarlós sind. Im Herbst 2018 sind Kommunalwahlen, bei denen Tarlós eine Wiederwahl anstrebt, für die seine Chancen ohnehin nicht sonderlich gut stehen.</p>
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		<title>Hacker zerlegt E-Ticket-Programm in Budapest: T-Systems bis auf die Knochen blamiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jul 2017 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 31 &#8211; 2017 BUDAPEST 30.07.2017 Blamage f&#252;r T-Systems: Hacker zerlegt E-Ticket in Budapest Die ungarische Polizei hat einen 18j&#228;hrigen verhaftet, weil&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 31 &#8211; 2017  <strong>BUDAPEST</strong> 30.07.2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blamage für T-Systems: Hacker zerlegt E-Ticket in Budapest</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ungarische Polizei hat einen 18jährigen verhaftet, weil er das e-Ticket-System der Budapester Verkehrsbetriebe BKV &#8222;gehackt und manipuliert&#8220; haben soll. Der junge Mann hatte jedoch lediglich festgestellt, dass das Programm zum Kauf von e-Tickets so schlampig programmiert wurde, dass man mit ein paar Klicks den Preis für die Fahrkarten selbst ändern konnte sowie auch andere Einstellungen ungesichert waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lieber wieder an den Automaten&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er hatte die Behörden und die BKV umgehend darüber informiert und &#8211; als eine vernünftige Reaktion ausblieb &#8211; die Sache im Internet veröffentlicht und dort demonstriert wie er den Preis für eine Monatskarte von 9.500 auf nur 50 Forint senkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das e-Ticket-System der BKV bzw. BKK wurde vor der Schwimm-WM der FINA hastig installiert, nachdem es über Jahre immer wieder angekündigt, aber nie realisiert wurde. Daher wurde auf ernsthafte Überprüfungen der Sicherheitsstandards offensichtlich verzichtet. Schon das e-ticket-System der MÁV Staatsbahnen hatte für Spott gesorgt, weil man dort, bis heute, nur Inlandstickets erwerben kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hacker konnte sich in die Administratoren-Oberfläche des BKK-Systems schlicht und einfach einhacken, in dem er dort ein neues Passwort anforderte, das ihm per Mail geschickt wurde, darin enthalten war das Admin-Passwort, das sinnigerweise adminadmin lautete. Der &#8222;Hacker&#8220; wies außerdem nach, dass die persönlichen Daten der User durch eine einfache URL-Extention eingesehen werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fabriziert hat das Sytem eine Weltfirma, T-Systems, Tochter der Deutschen Telekom, die in Ungarn Mehrheitseigner der Magyar Telekom ist. Von T-Systems erwartet Budapests Bürgermeister István Tarlós nun &#8222;Erklärungen der Panne&#8220;, dazu wandte er sich direkt an die deutsche Muttergesellschaft, hieß es aus dem Rathaus. Er wolle zwar nicht voreilig urteilen, stelle aber fest, dass &#8222;der deutsche Systemadministrator sehr schweigsam&#8220; sei, immerhin aber haben weder die Stadt, noch die BKK bisher &#8222;auch nur einen Forint für das System bezahlt&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der unglückliche &#8222;Hacker&#8220;, der die Fehlfunktionen aufdeckte, ist wieder auf freiem Fuß, ihn erwartet ein Prozess wegen Betrugsversuch und &#8222;Manipulation öffentlicher Infrastruktur&#8220; und &#8222;öffentliche Gefährdung&#8220;. In modernen Ländern werden solche &#8222;Hacker&#8220; von den Behörden oder Unternehmen unter Vertrag genommen, um die Probleme zu lösen, vielleicht sollte sich T-Systems einmal mit ihm in Verbindung setzen.</p>
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		<title>10% plus Einmalzahlung: Streik bei Budapester Verkehrsbetrieben wird wohl abgesagt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Apr 2017 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 15 &#8211; 2017 POLITIK 10.04.2017 Es soll ein Angebot sein, dass man nicht ablehnen kann, meint Budapests Oberb&#252;rgermeister Istv&#225;n Tarl&#243;s. Die&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 15 &#8211; 2017  <strong>POLITIK</strong> 10.04.2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es soll ein Angebot sein, dass man nicht ablehnen kann, meint Budapests Oberbürgermeister István Tarlós. Die stadteigenen Budapester Verkehrsbetriebe BKV versuchen im letzten Moment  <a href="https://www.pesterlloyd.net/alle-raeder-stehen-still-budapester-verkehrsbetriebe-vor-achttaeigem-streik-um-ostern/">den angekündigten achttägigen Streik</a>  ihrer Mitarbeiter abzuwenden. Das Angebot soll &#8222;über der diesjährigen Gehaltssteigerung im staatlichen öffentlichen Dienst liegen&#8220; und &#8222;durch die Stadtkasse finanzierbar&#8220; sein, so der OB.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die involiverten Gewerkschaften verlangten zuletzt 30%+5%, aufgeteilt in drei gleiche Steigerungsschritte über die kommenden drei Jahre. Nun wird die Stadt zunächst für 2017 10% Gehaltserhöhung und eine Einmalzahlung von 5% vorschlagen, die Details sollen bis Mittwoch vorliegen. Die Gewerkschaften empfehlen den Mitarbeitern bereits, das Angebot anzunehmen.</p>
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		<title>&#8222;Beliebtheit&#8220; von Politikern in Ungarn: Orbán hinter Herausforderer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Mar 2017 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Ferenc Gyurcsány]]></category>
		<category><![CDATA[Gábor Vona]]></category>
		<category><![CDATA[Gergely Karácsony]]></category>
		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
		<category><![CDATA[János Áder]]></category>
		<category><![CDATA[László Botka]]></category>
		<category><![CDATA[Mihály Varga]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 09 &#8211; 2017 POLITIK 02.03.2017 Das Ir&#225;nyt&#369; Institut hat eine Umfrage zur Beliebtheit der Politiker in Ungarn ver&#246;ffentlicht. Danach sehen 62,6&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 09 &#8211; 2017  <strong>POLITIK</strong> 02.03.2017</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Iránytű Institut hat eine Umfrage zur Beliebtheit der Politiker in Ungarn veröffentlicht. Danach sehen 62,6 Prozent der Befragten Staatspräsident János Áder als guten Politiker, wobei sämtliche Oppositionsparteien eine zweite Amtszeit des Orbán-Vertrauten ablehnen. Ihm folgt mit 58.5% Zustimmung Mihály Varga der Fidesz-Wirtschaftsminister, dessen Qualifikation vor allem darin besteht, sich nicht in den üblichen Schlammschlachten und mit reißerischer Rhetorik zu üben, was man ihm offenbar hoch anrechnet, selbst wenn er ein treuer Erfüllungsgehilfe der Orbánschen Agenda ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Vergrößern auf die Abb. klicken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem dritten Platz folgt bereits der Budapester Bezirksbürgermeister von Zugló, Gergely Karácsony, mit 52,9%. Der Politiker der Partei &#8222;Dialog für Ungarn&#8220; (PM) eroberte den Bezirk in einer Nachwahl gegen seinen korrupten Fidesz-Herausforderer (  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-37-2013-ii/#m-1337papcsakgehschei">Affäre Luxusklo</a>  ) und versucht  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ein-mindestmass-an-wuerde-bezirksbuergermeister-in-ungarn-setzt-mindesteinkommen-fuer-familien-durch/">auf lokalem Terrain soziale Integration</a>  und bürgernahe Politik, offenbar erfolgreich. Seine Beliebtheit &#8211; weit vor allen anderen Oppositionspolitikern &#8211; belegt ein weiteres Mal wie fundamental der Nachweis konkreter Leistungen und ehrlichen Einsatzes am Bürger ist, um bei den Bürgern zu punkten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Karácsony folgt sozusagen dessen Gegenteil, der Budapester OB István Tarlós, Fidesz, wobei man nicht weiß, ob es seine Fidesz-Treue oder sein Ruf als bei Orbán unbeliebt ist, die ihn auf Platz Vier bringen. Auf Platz 5 finden wir den Szegeder Bürgermeister László Botka von der MSZP, der als  <a href="https://www.pesterlloyd.net/tabula-rasa-pro-hungaria-mszp-spitzenkandidat-will-orban-und-gyurcsany-verjagen/">Spitzenkandidat seiner Partei die Wahlen 2018 reißen</a>  soll. In dieser Umfrage überflügelt er sogar Premier Orbán, der als Siebenter mit 48,7% Zustimmung rangiert. Kürzlich lag Botka in der Frage nach einer Direktwahl des Premiers auch nur noch 2 Punkte hinter dem &#8222;Großen Vorsitzenden&#8220;. Das ändert freilich nichts daran, dass nach derzeitigen Vorhersagen, Fidesz bei Wahlen mit mehr als 2/3 der Mandate rechnen könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Jobbik-Chef Gábor Vona, ein  <a href="https://www.pesterlloyd.net/volkspartei-ungarische-rechtsextremisten-auf-stimmenfang/">Neonazi im Kleidchen des braven Bürgers</a>  , wird immerhin von 42,1% der Befragten als guter Politiker eingestuft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schlusslicht ist &#8211; wenig überraschend &#8211; Ex-Premier Ferenc Gyurcsány, mit 28,2%, der  <a href="https://www.pesterlloyd.net/zerrissene-opposition-ex-premier-gyurcsany-will-trotzdem-den-kranken-kriminellen-abloesen/">immer noch nicht einsehen will, dass seine politische Uhr</a>  abgelaufen ist. Die fünf letzten Plätzen finden sich auch  <a href="https://www.pesterlloyd.net/auf-eine-tasse-kaffee-die-diskreten-geschaefte-des-ministers-rogan/">Orbáns Propagandaminister und Immobilienprivatisierer Rogán</a>  , der blasse MSZP-Vorsitzende Molnár sowie der Jobbik-Mann Toroczkai,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/drei-monate-nach-muslim-und-homo-bann-regierung-klagt-gegen-buergermeister/">der in seinem Ort Ásotthalom</a>  Moslems und Homosexuelle verbietet, damit aber immer noch jeden Dritten Befragten überzeugt.</p>
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		<title>Nachrichten aus Ungarn, Juli 2015</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Jul 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
		<category><![CDATA[OTP Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Sándor Pintér]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
		<category><![CDATA[Zoltán Balog]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 29 &#8211; 2015 NACHRICHTEN 31.07.2015 + + + Nachrichten aus Ungarn + + + Pester Lloyd &#8211; Urlaubsticker Liebe Leserinnen und&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 29 &#8211; 2015  <strong>NACHRICHTEN</strong> 31.07.2015</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="77736b" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #77736b;" loading="lazy" decoding="async" width="444" height="274" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/07/31news31-Andere-.webp" alt="31news31 (Andere)" class="wp-image-39395 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/07/31news31-Andere-.webp 444w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/07/31news31-Andere--300x185.webp 300w" sizes="auto, (max-width: 444px) 100vw, 444px" /></figure>



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<p class="wp-block-paragraph">+ + + Nachrichten aus Ungarn + + + Pester Lloyd &#8211; Urlaubsticker</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Leserinnen und Leser, aufgrund einiger Tage Urlaubs reduzieren wir unser Programm etwas, wollen Sie aber mit diesem News-Ticker auf dem Laufenden halten. Bis bald, Die Redaktion <strong>Montag, 03. August 2015</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Innenminister Sándor Pintér erwartet in den kommenden Monaten mehr als <strong>19.000 Asylbewerber, die aus westlichen EU-Ländern nach Dublin III zurück nach Ungarn geschickt werden</strong>. Die meisten kämen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweden und Tschechien. Dies wären mehr als ein Drittel der 67.000 in Ungarn in diesem Jahr Erstregistrierten. 43.000 der Anträge wurden beendet, weil die Antragsteller während des Verfahrens das Land verlassen hatten. Bis dato zählten die Behörden 780 Rücküberstellte, von denen jedoch 685 das Land wiederum verlassen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit 1. August sollen Asylverfahren in Ungarn laut Gesetz nicht länger als 15 Tage </strong>dauern, fast alle Antragsteller haben mit einer Abweisung und Rückabschiebung in &#8222;sichere Herkunfts- oder Transitländer&#8220; zu rechnen, also in jene Länder wie Serbien, Mazedonien, Griechenland oder Bulgarien, die per ungarischem Gesetz als &#8222;sicher&#8220; eingestuft wurden. Erst vor wenigen Tagen hat wieder ein deutsches Gericht eine Rückabschiebung nach Ungarn verhindert, es also nicht als sicheres Drittland eingestuft, wegen &#8222;menschunwürdiger Behandlung&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deutsche und österreichische Polizisten helfen ihren ungarischen Kollegen systematisch auch auf ungarischem Territorium bei der Suche nach Flüchtlingen, die von Ungarn aus den Weg gen Westen einschlagen. So wurden gestern in einem Zug von Budapest nach Wien wieder 26 Flüchtlinge verhaftet, darunter vier Kinder&#8220;, die nach Wien wollten. Sie wurden in Györ aus dem Zug geholt, MTI teilt mit, dass gegen sie &#8222;strafrechtliche Ermittlungen&#8220; eingeleitet würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maßgabe Orbáns, alle <strong>Flüchtlingslager in bewohnten Gebieten zu schließen</strong>, hat die <strong>Errichtung zwei neuer, großer Zeltstädte als &#8222;Erstaufnahmezentren&#8220; </strong>in der Provinz zur Folge. Gegen die geplanten Lager im südwestungarischen Sormás sowie in Mártonfa hat die neonazistische Jobbik &#8222;öffentliche Proteste&#8220; angekündigt. Finanziert werden sollen die Lager aus den gleichen Mitteln wie der <a href="https://www.pesterlloyd.net/150-meter-deja-vu-in-ungarn-begannen-die-bauarbeiten-am-neuen-eisernen-vorhang/">Grenzzaun zu Serbien</a>, dafür hat die Regierung mittlerweile rund 80 Mio. EUR locker gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Fidesz-Parteiblatt &#8222;Napi Gazdaság&#8220; berichtet, dass &#8222;ein ausländischer Geheimdienst&#8220; den ungarischen Kollegen Passkopien, Fotos und Personenbeschreibungen von<strong> &#8222;zehn Terroristen&#8220; übergeben habe, die &#8222;sich unter Einwanderern nach Ungarn geschmuggelt&#8220; </strong>hätten. Die Personen sollen zuvor in einem &#8222;Jihadistischen Trainingslager in Bosnien Herzegowina&#8220; gesichtet worden sein. Dass sich IS-Rückkehrer und andere Terroristen unter Flüchtlinge mischen, wird von westlichen Behörden immer wieder befürchtet, allerdings ist der nicht verifizierbare Bericht der Zeitung schon deshalb mit Vorsicht zu genießen, da Orbán pauschal alle Flüchtlinge zu Kriminellen und Terroristen erklärte und die &#8222;Napi Gazdaság&#8220; das Hausblatt Orbáns ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Oberbürgermeister von Budapest, István Tarlós, Fidesz, hat einen <strong>&#8222;Aktionsplan&#8220; &#8222;zur Bewältigung von tausenden Flüchtlingen&#8220;,</strong> die &#8222;jeden Tag in Budapest ankommen&#8220;, angekündigt. Dabei soll vor allem die &#8222;sanitäre&#8220; Situation auf Straßen, in Unterführungen und in Parks gelöst werden. Es ist davon auszugehen, dass der Plan ähnliche Platzverbote und Kriminalisierungen enthalten wird wie die Gesetze gegen Obdachlose. Eine Verbesserung der humanitären Situation der Flüchtlinge und ein für Budapest dadurch erträglicheres Handling der Lage klang in der Ankündigung Tarlós` nicht an. Opposition und NGO´s kritisieren, Tarlós hätte in der Frage <strong>total versagt</strong>. Die Probleme seien seit Monaten sichtbar, nichts sei städtischerseits geschehen, dabei würden einfache Maßnahmen viele Konfliktpunkte entschärfen. Zudem wäre es die Pflicht der Stadt gewesen, die vielen freiwilligen Helfer wenigstens logistisch und behördlich zu unterstützen. Über den Aktionsplan solle nun zudem erst am 2. September beraten werden, was beweise, dass es Fidesz gar nicht an Lösungen sondern an Eskalationen gelegen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innenminister Pintér hat den Bau von <strong>neun neuen Gefängnissen</strong> in Ungarn angekündigt, mit einer Gesamtkapazität für 5.000 Häftlinge. Damit wolle man die chronische Überbelegung (40%) beseitigen. Die Ausschreibungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Freitag, 31. Juli 2015</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mindestens 215 der 240.000 Angehörigen </strong>  <strong><a href="https://www.pesterlloyd.net/regierung-in-ungarn-befiehlt-mindestquote-von-200-000-menschen-in-kommunaler-billigstarbeit/">kommunaler Billigstarbeiterprogramme</a></strong>  (Közmunka) sind auf Anweisung regionaler Behörden zur Mitarbeit am  <strong>Grenzzaun zu Serbien</strong>  rekrutiert worden. Laut Angaben eines Behördenleiters dient die Aktion als &#8222;Pilotprojekt&#8220;. Die meisten der Arbeiter seien ohne Ausbildung, einige hätten die Berechtigung zum führen &#8222;leichter Baumaschinen&#8220;. Eine Ablehnung der &#8222;Einladung&#8220; hat eine dreijährige Sperre sämtlicher Sozialleistungen zur Folge, das Einzugsgebiet wurde auf 50 Kilometer von den jeweiligen Bauplätzen festgelegt. Die Közmunkás werden Offizieren der ungarischen Armee unterstellt. &#8211; Außerdem gestand die Regierung ein, dass die Zaunbaukosten die 100 Mio. EUR-Grenze überschreiten werden. Finanziert wird das aus “Budgetreserven”.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>parlamentarische Ombudsmannes für Grund- und Menschenrechte</strong> hat das Gesundheitsministerum aufgefordert, die <strong>geschlossene Abteilung der Psychatrie des Budapester Merényi Hospitals bis auf Weiteres zu schließen</strong>. Als Gründe wurden schwerwiegende Verstöße gegen Patientenrechte und gegen &#8222;unmenschliche Behandlung&#8220; angegeben, u.a. medizinisch nicht nachvollziehbare Zwangsbehandlungen und Zwangsmedikationen, schlechte hygienische Umstände und überfordertes bzw. sich nicht adäquat verhaltendes Personal angegeben. Fixierungen an Heizungskörper, Schläge und andere Foltermethoden wurden dokumentiert. Das Ministerium berät nun und will die Missstände durch Weisungen beheben, eine Schließung sei keine Lösung, hieß es.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Montag, 27. Juli 2015</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8222;Kein Europäer, nur ein kleiner Mafiaboss&#8220;: Reaktionen der ungarischen Opposition zu Orbáns Auftritt in Baile Tusnad </strong> (siehe auch 26.07.) <strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>MSZP</strong> (&#8222;Sozialdemokraten&#8220;): Könnte der Regimewechsel-Orbán (von 1989) dem heutigen zuhören, würde er krank werden vor Verzweiflung. Orbán &#8222;ist weder ein Visionär, noch Europa weisester Politiker, sondern einfach der Chef einer kleinen politischen Mafia vom Balkan.&#8220; Wie kann er behaupten, Ungarns Zukunft sichern zu wollen, wenn er Ungarn gerade von Europa isoliert. Orbáns Ansichten sind nicht nur von der Linken, sondern auch von der europäischen Rechten weit entfernt, nur Extremisten vertreten ähnliche Standpunkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>LMP</strong> (grün-nationalliberal): Ungarn hat einen &#8222;gefährlichen, engstirnigen, bornierten Ministerpräsidenten&#8220;, der &#8222;offensichtlich keinerlei Anworten auf die globalen Herausforderungen hat&#8220;. &#8222;Anstatt hysterisch zu werden, sollte Orbán zu gemeinsamem, europäischem Handeln auffordern&#8220;. Europas Gefahr komme nicht &#8222;aus den Tiefen Afrikas&#8220;, sondern ist Folge dessen, dass Europa auf Kosten der Dritten Welt gelebt hat und lebt und nun einen größeren Beitrag zur Bewältigung der Folgen zu tragen hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>DK</strong> (linksliberal, Partei von Ex-Premier Gyurcsány): Orbán sei zu einem Politiker geworden, der nur noch auf ein Thema fixiert ist, &#8222;Einwanderung&#8220;. &#8222;Das macht ihn blind und taub für Ungarns wirklich Probleme&#8220;. Würde ihn &#8222;Ungarn wirklich kümmern, hätte er über die Hunderttausenden jungen Leute gesprochen, die Ungarn verlassen&#8220;. Außerdem maßt sich Orbán an, festzulegen &#8222;wer Ungar ist und wer nicht&#8220;. &#8222;Wer immer mit seiner Politik nicht einverstanden ist, ist kein Ungar&#8220;, damit hat Orbán während seiner Rede 90% der Ungarn aus der Nation ausgeschlossen. Was Orbán sagte, ist &#8222;inakzeptabel für Demokraten&#8220;, es bedarf einer &#8222;weiten Kooperation demokratischer Menschen, um diesen furchtbar schlechten Menschen endlich los zu werden&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Együtt</strong> (linksliberal, gegr. von Ex-Premier Bajnai): Orbán habe verwirrende und wirklich beängstigende Dinge gesagt &#8211; neben vielen leeren Worten. Besonders grauenhaft war seine Bemerkung, dass Linke Ungarn nicht mögen würden. Das belegt nur, dass es unmöglich ist, mit Orbán zu kooperieren, wenn er all jene, die nicht seiner Meinung sind, einfach aus der Nation ausschließt. Orbán ist kein Europäer, er repräsentiert keine europäischen Werte, sein Blick geht nach Osten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Liberale (MLP)</strong>: Orbán heizte Fremdenfeindlichkeit an, schafft Feindbilder und eine Notstandsstimmung. Alles Dinge, die all jenen bekannt vorkommen sollten, die sich mit der ungarischen Geschichte der Zwischenkriegszeit auskennen (Horthy &gt; Pfeilkrezuler &#8211; &gt; Judengesetze &gt; Hitlerpakt &gt; Untergang). Diesmal fand der ungarische Regierungschef seine Feinde in Brüssel, bei den Linken und bei hungernden Afrikanern&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neonazis (Jobbik)</strong>: Orbán solle seinen Worten Taten folgen lassen und dafür sorgen, dass entweder der Lissabon-Vertrag oder der ungarische Beitrittsvertrag angepasst wird, so dass die eingeforderte &#8222;Selbstbestimmung&#8220; Ungarns Wirklichkeit werden könne. Wenn sich Orbán wirklich Sorgen um Ungarn macht, würde er endlich die Grenzarmee wiederherstellen (gemeint die Gendarmerie nach faschistischem Vorbild) und Wirtschaftsflüchtlinge von politischen &#8222;separieren und wirklich abschieben&#8220;. (Jobbik fordert Konzentrationslager und Massenabschiebungen ohne Verfahren, Forderungen, die durch die Realität fast erfüllt wurden.)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quaestor: Spekulanten bestehen auf öffentliche Entschädigung für ihre Zockereien bei regimenahem Finanzdienstleister</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Rund 700 Menschen demonstrierten am Samstagnachmittag vor der Zentrale der Ungarischen Nationalbank, weil ihnen die per Sondergesetz zugesagte priviligierte Entschädigung ihrer Käufe von illegalen Anleihen bei dem Fidesz-Pleite-Broker Quaestor teilweise vorenthalten wird. Der Quaestor-Masseverwalter hat derzeit nur rund 20% der Entschädigungszahlungen vorgenommen, weil die OTP Bank sich gerichtlich gegen nachträgliche Einzahlungen in einen Sicherungsfonds wehrt. Außerdem kam heraus, dass deutlich mehr &#8222;Opfer&#8220; Einlagen von 20.000 EUR und mehr hatten als zunächst festgestellt wurde, was den Verdacht weckte, dass Hunderte Günstlinge nachträglich in die Bücher geschrieben worden sein könnten.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/verheerendes-zeichen-entschaedigung-von-quaestor-kunden-rein-politisch/">Mehr dazu</a>  .</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ludovika-Campus: Fidesz-Kaderuni erhält 90 Mio. EUR</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Universität des Öffentlichen Dienstes, die sog. Ludovika, in der unter direkter Fidesz-Aufsicht und in Form einer Kaderschmiede, Polizisten, Soldaten, Steuerfahnder, Verwaltungsbeamte, aber demnächst auch Journalisten und PR-Manager geformt und getunt werden, erhält 30 Milliarden Forint für den Umbau seiner provisorischen Gebäude zu einem ausgedehnten Campus. Dazu gehören ein nagelneues Universitätsgebäude hinter dem alten Palais, ein Studentenwohnheim, Sportanlagen sowie die Renovierung der bestehenden Gebäude und des Parks. Die Ludovika war von 1872 bis 1944 die Offiziersschule des Landes. Per Gesetz wurden seit 2010 den anderen Unis verschiedene Fachhbereiche, Fakultäten und Studiengeänge entzogen und hier gebündelt. Ungarn hat 2015/2016 die niedrigste Studierendenzahl seit der Wende, die Hochschulausgaben sanken seit 2010 um 40%, die Akademikerquote ist die zweitniedrigste in der EU.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/patriotische-bildung-fuer-den-starken-staat-orban-weihte-kaderuni-ein/">Mehr zur Ludovika</a>   <a href="https://www.pesterlloyd.net/kampf-um-die-zukunft-proteste-gegen-zerstoerung-der-hochschulbildung-in-ungarn/">Mehr zur Zerstörung der Hochschullandschaft</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rassistischer Orbán im rumänischen Sommercamp: &#8222;Gefahr aus den Tiefen Afrikas&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Das sogenannte Sommer-College im rumänischen Baile Tusnad bietet dem ungarischen Premier Orbán wieder einmal die Bühne, um provokante Thesen in die Welt zu posaunen. Hier sang er bereits das Loblied auf die Effizienz von Autokratien und warb für die &#8222;illiberale Demokratie&#8220;, seine Umschreibung für die mit klebrigem Nationalismus kaschierte Kleptokratie, die seine Regierung seit 2010 in Ungarn geformt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass es in diesem Jahr um die Flüchtlingsproblematik gehen würde, lag auf der Hand. Orbán enttäuschte seine tausenden Fans nicht. Seine Thesen in Kürze: Wir wollen ein ungarisches Ungarn und ein europäisches Europa, beides wird durch Einwanderung aufs Spiel gesetzt. Ungarn beschützt &#8211; wieder einmal in der Geschichte &#8211; das christliche Europa. Die Gefahr für selbiges kommt nicht aus den Kriegsgebieten, sondern &#8222;aus den Tiefen Afrikas.&#8220; Es werden nicht die überleben, die versuchen weit voraus zu schauen, sondern jene (Völker), die ihre Geschichte (seine Interpretation davon) verstehen und die richtigen Lehren daraus ziehen. Die Ungarn seien sich einig: wir wollen keine Einwanderer und wir teilen nicht die &#8222;intellektuellen Spinnereien der europäischen Linken&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach wiederholte er seine sämtlichen Statements, die Flüchtlingswelle und Terrorismus sowie Kriminaltität gleichsetzten, sprach von der vom Volk gewünschten Notwendigkeit härterer Abwehrmaßnahmen, dem Versagen Brüssels und dass sein Ziel nur darin bestünde Ungarn zu einer Insel der Stabilität in einem Meer der Ungewissheit zu machen. Die Linke hingegen setze in die Einwanderung die Hoffung, dass diese nationale Grenzen bald aufhebe (da schwingt der typisch rechte Vorwurf der &#8222;Umvolkung&#8220; mit). Wer diese Idee mittrage, wie die ungarische Linke, &#8222;hasse Ungarn&#8220;. Wir würden unser Land bald nicht wiedererkennen&#8230; etc. etc.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im übrigen wird der Grenzzaun zu Serbien bereits zum 31. August stehen, nicht erst Ende November. In einem gestellten Frage-Antwort-Spiel mit dem Publikum verbreitete Orbán sodann seine Visionen für &#8222;das Karpatenbecken&#8220;, eine Art virtuelles Großungarn mit ihm an der Spitze &#8211; an der Seite des siebenbürgischen Separatistenführers Tökés. Gleichzeitig ließ er verkünden, dass die Finanzhilfen für die ungarischen Gemeinden in den Nachbarländern auf 28 Milliarden Forint, rund 93 Mio. EUR, aufgestockt werden &#8211; natürlich nur für zweckdienliche Projekte und Organisationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine englische Zusammenfassung des Auftritts finden Sie auf der Seite des Amtes des Ministerpräsidenten. <a href="http://www.miniszterelnok.hu/in_english_article/europe_is_at_stake_today" target="_blank" rel="noopener"> http://www.miniszterelnok.hu/in_english_article/europe_is_at_stake_today </a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rassistische Gewalttat in Szeged aufgeklärt &#8211; Lázár: Ausländer sind Schuld</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Der mutmaßliche Täter, der die ungarische Freundin eines für einen Flüchtling gehaltenen Ungarn in Szeged krankenhausreif geprügelt hatte, wurde von der Polizei gefasst. Es handelt sich um einen Mittzwanziger, der als Gefängniswache arbeitete. Orbáns Kanzler Lázár kommentierte das Verbrechen mit den Worten, dass &#8222;so etwas&#8220; in anderen Ländern auch passiere, vorzugsweise in solchen, wo der Einwanderungsdruck hoch sei. Die Flüchtlinge sind also daran Schuld, wenn Neonazis Einheimische verprügeln. Ein echter Lázár&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ungarische Staatsbahn transportiert Flüchtlinge in abgeschlossenen Waggons</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die ungarische Staatsbahn MÁV sieht sich internationaler Kritik dafür ausgesetzt, Flüchtlinge auf Anregung der Polizei in verschlossenen Bahnwaggons transportiert zu haben. Der TV-Sender RTL Klub hatte darüber berichtet, dass die Flüchtlinge in speziellen Räumen an Bahnhöfen &#8222;zusammengetrieben&#8220; werden und dann in eigens angehängte Waggons gesperrt. MÁV erklärte, &#8222;Sicherheitsgründe&#8220; machten das notwendig, weil die angehängten Waggons &#8222;andere technische Spezifikationen&#8220; hätten. Außerdem sei die Maßnahme notwendig, um den Flüchtlingen das &#8222;kostenlose Reisen&#8220; zu ermöglichen. NGO´s kritisierten das Vorgehen, sowohl behördenseitig, aber auch dass die MÁV offenbar aus ihren Kollaborationen der Vergangenheit keine sensiblen Lehren gezogen habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neonazi wegen Menschenschmuggel verhaftet</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Der Chef der &#8222;Neuen Ungarischen Garde&#8220;, einer neonazistischen Schlägertruppe, illegaler Nachfolger der 2009 verbotenen &#8222;Ungarischen Garde&#8220;, die wiederum eine Gründung von Jobbik-Chef Vona war, soll in &#8222;organisierten Menschenschmuggel&#8220; von Flüchtlingen aus Serbien nach Ungarn verwickelt sein. Eine Tageszeitung identifizierte Róbert Kiss und einen Gesinnungsgenossen in einem aktuellen Bericht der Antiterroreinheit TÉK, Kiss hat seine Verhaftung mittlerweile eingestanden, er soll beim Schmuggel von fünf Syrern erwischt worden sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Finanzminister warnt vor Solidarität und Rentenkürzungen</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Derzeit müht sich eine überparteiliche Initiative um die Abhaltung eines Referendums, die es Männern, die 40 versicherungspflichtige Arbeitsjahre auf dem Buckel haben, ermöglichen soll, bei vollen Pensionsbezügen in den Ruhestand geheen zu dürfen. Frauen genießen dieses Privileg bereits seit einigen Jahren &#8222;damit sie auf ihre Enkel aufpassen können, damit ihre Kinder arbeiten gehen können&#8220;, so der damalige Wirtschaftsminister Matolcsy. Männer sollten dieses Recht auch bekommen, zumal gerade schwer arbeitende Berufsgruppen wie Bauarbeiter, Bergleute oder Feuerwehrmänner nach 40 Jahren im Beruf schlicht kaum noch arbeitsfähig sind. Der heutige Finanzminister will das nicht und warnt: sollte das Referendum durchkommen, werden alle mit Renteneinbußen rechnen müssen. Eine ziemlich deutlische Entscheidungshilfe für ein etwaiges Referendum&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nationalbank kauft Münzzsammlung</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Kurz nach dem offensichtlich überteuerten Erwerb eines Tizian-Gemäldes für rund 14,5 Mio. EUR, hat die Nationalbank eine Münzsammlung für rund 3,7 Mio. EUR erworben. Den Kauf wickelte man über eine Galerie ab, es handelt sich um 216 Münzen. Den Namen des Verkäufers hält die Nationalbank geheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ungarischer Staatssekretär warnt vor &#8222;Islamisierung&#8220; und &#8222;Invasion&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die EU-Staaten haben sich gestern &#8211; nach quälend langem Ringen &#8211; auf die Aufnahme bzw. halbwegs solidarische Verteilung von mindestens 55.000 Flüchtlingen geeinigt. Ungarn ist das einzige der 28 Mitgliedsländer, das keinen einzigen Flüchtling aufnehmen wird. Das Land betreut 3.000 Asylbewerber, die große Masse der rund 80.000 in diesem Jahr über Ungarn Eingereisten zieht unmittelbar in westliche Länder weiter. Der Staatssekretär für &#8222;Soziale Integration&#8220;, Miklós Soltész, findet die Haltung seiner Regierung nicht nur richtig, sondern geradezu überlebenswichtig. Europa mache einen schweren Fehler, die &#8222;Brüsseler Bürokraten&#8220; leisteten einer &#8222;Invasion&#8220; Vorschub, die &#8222;schlimme wirtschaftliche Konsequenzen&#8220; haben wird, außerdem handelt es sich um eine &#8222;Islamisierung&#8220; Europas, nur Ungarn schütze Europa wieder einmal davor, von Moslems überrant zu werden, &#8222;nicht zum ersten Mal in der Geschichte&#8220; wie Orbán kürzlich lamoryant ergänzte.  <a href="https://www.pesterlloyd.net/laender-mit-beschraenkten-moeglichkeiten-ungarn-als-gewinner-der-europaeischen-fluechtlingskrise-kommentar-chronologie/">Mehr zum Thema.</a> </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Roma sollen ihr Selbstbild ändern</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die Roma seien an ihrem schlechten Image selbst Schuld, impliziert Ungarns &#8222;Superminister&#8220; für &#8222;Humanressourcen&#8220; Zoltán Balog &#8211; wieder einmal. Sie sollen an einem &#8222;neuen Selbstbild arbeiten&#8220; und neben ihrer &#8222;Zigeuner- auch ihre Ungarnidentität stärken&#8220; und so &#8222;den Abstand zur Mehrheitsgesellschaft verringern&#8220;. Der ehemalige Pfarrer und heutige Philosoph auf dem Ministersessel hat übrigens die schulische Segregation in Ungarn  <a href="https://www.pesterlloyd.net/debatte-im-parlament-minister-will-segregation-von-roma-kindern-in-schulen-legalisieren/">gesetzlich als &#8222;Förderinstrument&#8220; legalisieren</a>  lassen und fabulierte auch schon über &#8222;förderwürdige Menschen und solche, die dem Staat nur auf der Tasche liegen.&#8220; Immerhin, der Fidesz-Roma-Chef Farkas hat den &#8222;Abstand&#8220; zu den Gepflogenheiten des Mainstreams schon bis zur Unkenntlichkeit verringert. Dessen Einstellung zu  <a href="https://www.pesterlloyd.net/betrug-und-korruption-klagewelle-gegen-orbans-chef-roma-rollt-an/">Korruption und Amtsmissbrauch</a>  ist mehrheitstauglich und daher vorbildhaft. Zu den  <a href="https://www.pesterlloyd.net/behoerden-in-ungarn-beginnen-mit-zwangsumsiedlung-von-roma/">ethnischen Säuberungen</a>  seiner Parteifreunde in Miskolc hatte Balog bisher nichts zu sagen. Mit einem anderen &#8222;Selbstbild&#8220; hätten die dortigen Roma ihre Zwangsumsiedlung vielleicht verhindern können&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Landraub: 25.000 EUR für wertlose Kopien</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die LMP (grün-nationalliberal) beklagt ein weiteres Mal, dass die Regierung die Herausgabe von Informationen über die Vergabe von staatlichem Agrarland an neue Pächter boykottiert. Das neue,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/keine-weiteren-fragen-massive-einschraenkung-der-informationsfreiheit-in-ungarn/">repressive &#8222;Informationsfreiheitsgesetz</a>  &#8220; zeigt nämlich erste Wirkung: für Infos über die letzten Ausschreibungen, die wieder einmal Fidesz-Günstlinge als Gewinner sahen, will das zuständige Ministerium im voraus 7,77 Mio. Forint Kostenbeteiligung des Anfragenden (rund 25.000 EUR). Dafür erhalte man aber nur unvollständige, weitgehend geschwärzte Aktenkopien. Die LMP will nun vor Gericht ziehen. Inzwischen wird an einem Gesetz gearbeitet, dass auch die  <a href="https://www.pesterlloyd.net/fidesz-landnahme-staatliches-pachtland-soll-kaeuflich-werden-eu-agrarsubventionen-werden-neu-verteilt/">Privatisierung von Staatsland und die bevorzugte Verteilung von EU-Agrarsubventionen</a>  in die richtigen Bahnen lenkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Neuer Job für MNB-Vize: MKB gesund demolieren</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Ádám Balog, Vizechef der Nationalbank MNB verlässt seinen Posten, um Vorstandschef der vom Staat kürzlich völlig überteuert von der Bayern LB gekauften MKB zu werden. Sein Job: mit Steuergeldern die Bank so sanieren, dass vor allem die gescheiterten Immo- und Investmentprojekte der Klientel gerettet werden und das Institut für eine baldige Reprivatisierung in die Hände &#8222;vertrauensvoller ungarischer Geschäftsleute&#8220; (Orbán) erfolgen kann.  Mehr dazu  . Außerdem teilte die MNB mit, dass sie ihr Büro in Hamburg eröffnet hat, weitere sollen in Paris, Rom, New York, Buenos Aires und Beirut folgen, &#8222;um wirtschaftlichen Trends&#8220; zu folgen &#8211; oder den Routen der  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ein-tizian-fuer-den-gouverneur-wieder-ein-dubioser-kunstkauf-der-ungarischen-nationalbank/">einschlägigen Kunsthändler</a>  ?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Preise für Balaton-Häuschen steigen</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die Preise für Ferienhäuser und -wohnungen am und rund um den Balaton sollen binnen eines Jahres um rund 20% zugelegt haben. Das berechnete der Immobilienhändler &#8222;Otthon Centrum&#8220;. Dennoch sei die Gegend ein Schnäppchenparadies, denn der Durchschnittspreis für eine Immobilie an &#8222;Ungarns Meer&#8220; belaufe sich auf rund 150.000 Forint (ca. 485.- EUR) pro Quadratmeter. Die teuersten Ecken seien Balatonfüred, Balatongyörök und Vonyarcvashegy, für neue Objekte würden dort 400.000 Forint pro qm hingelegt in Siófok sogar 550.000 (1.800 EUR). In den vergangenen 12 Monaten hätten sich die Immobilienumsätze in der Region um 40% erhöht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Oligarch Simicska wird vom Gemeinschafts-Trog entfernt</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Das Aufsichtsgremium für öffentliche Ausschreibungen hat die Baufrima Közgép und deren Beteiligungen für drei Jahre von öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschlossen. Grund sei ein &#8222;unverhältnismäßig billiges Angebot&#8220; für den Bau einer Hafenanlage bei Gönyü. Das Unternehmen will &#8222;alle rechtlichen Mittel&#8220; gegen diesen Ausschluss in Bewegung setzen, allerdings hat der Einspruch keine aufschiebende Wirkung. Dass Közgép das zentrale Unternehmen des Oligarchen Simicska ist, der sich seit Monaten in einem  <a href="https://www.pesterlloyd.net/von-der-familienfehde-zum-totalen-krieg-premier-orban-und-oligarch-simicska/">&#8222;Krieg&#8220; mit Premier Orbán</a>  befindet, hat mit obiger Entscheidung natürlich nichts zu tun&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Kommentare zum Rücktritt: Von der Vida in die Traufe</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Die Oppositionsparteien kommentierten den Rücktritt von NAV-Chefin Vida (siehe unsere Meldung am 20.07.), der am Montagnachmittag auch vom Finanzminister bestätigt wurde. MSZP: &#8222;eine weitere Stufe im Mafia-Krieg der Regierung&#8220;, &#8222;Minister Varga hat die ganze Zeit gelogen&#8220;, &#8222;die Regierung versucht, Vida reinzuwaschen&#8220;, &#8222;keines der Schattengeschäfte wird durch den Rücktritt aufgeklärt&#8220;. LMP: &#8222;hätte früher passieren müssen&#8220;, &#8222;Vida wird gedeckt&#8220;, &#8222;die Geheimniskrämerei muss aufhören&#8220;, PM: &#8222;vom Regen in die Traufe, wenn Vida nur von einem anderen korrupten Orbán-Favoriten ersetzt wird&#8220;. &#8222;Die Regierung ist nicht an Korruptionsbekämpfung interessiert&#8220;. Jobbik: &#8222;Die Öffentlichkeit sollte die wahren Gründe für den Rücktritt erfahren&#8220;, denn es ist doch unlogisch, Vida zu entlassen, wenn Orbán zuvor erklärte &#8222;dass es keine Gründe für ihren Rücktritt&#8220; gebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ukraine will keine ungarischen Spione im Land</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Der ungarische Botschafter in Kiew ist ins dortige Außenministerium zitiert worden und soll erklären, was ungarische Geheimdienste so in der Ukraine treiben. Vor einigen Tagen hatte nämlich Orbáns Kanzler, János Doppel-Null Lázár, im Zweitberuf nämlich nicht nur Hoteltester, Fasanenjäger, Uhrenträger und EU-Geld-Kassenwart, sondern auch Geheimdienstkoordinator,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/antiungarische-aktivitaeten-orbans-kanzler-fuehlt-sich-von-kroatien-ukraine-und-rumaenien-angegriffen/">damit geprahlt</a>  , dass &#8222;unsere Dienste in der Ukraine im Einsatz sind, um ungarische Interessen zu schützen&#8220;. Die Ukraine findet das &#8222;inakzeptabel&#8220;, dass Geheimdienste fremder Länder &#8222;ohne unsere Regierung zu informieren&#8220; hier tätig würden. Es sei außerdem unwahr, dass sich die Ukraine nicht ausreichend um den Schutz der ungarischen Minderheit kümmere. Lázár hatte kürzlich angekündigt, alle Ungarn aus Transkarpatien aufnehmen zu wollen, sollten sie (wegen der  <a href="https://www.pesterlloyd.net/rechter-sektor-lieferte-sich-gefechte-unweit-der-grenze-zu-ungarn-und-polen/">Eskalation mit dem Rechten Sektor</a>  ) fliehen müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Kleine Ergänzung aus dem Nähkästchen: Die Putin-Presse, speziell der von frustrierten Ex-Stasis redigierte deutschsprachige &#8222;Sputnik&#8220; (das Internetportal des RT) spekulierte bereits darüber, dass Ungarn die &#8222;Westukraine auch annektieren&#8220; könnte. Macht man ja heute so, wenn einem beim Nachbarn was nicht passt, zumal alles unter &#8222;Kampf gegen den Faschismus&#8220; fällt. Derselbe &#8222;Sputnik&#8220; zitiert übrigens regelmäßig einen gewissen &#8222;Abgeordneten&#8220; Márton Gyöngyösi, wenn es darum geht moskau-konforme Meinungen aus Ungarn einzuholen. Gyöngyösi ist Jobbik-Abgeordneter und der führende Naziideologe dieser Partei, u.a. selbiger, der die Registrierung von Juden forderte. Der Zweck heiligt die Mittel?)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></strong>Das ungarische Gesundheitsamt ÁNTSZ hat einen Hitzealarm bis Freitag ausgegeben, Tagestemperaturen bis und über 38 Grad Celsius machen schonenden Lebenswandel und möglichst keine schweren Tätigkeiten im Freien empfehlenswert. Vielleicht sollte man die Plakatkampagne der Regierung erweitern: &#8222;Wenn Du nach Ungarn kommst, vergiss den Sonnenschutz nicht&#8230;&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Unabhängiger Journalismus</strong> braucht die Hilfe seiner Leserinnen und Leser!</p>



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<p class="wp-block-paragraph"> Bitte unterstützen auch Sie den PESTER LLOYD! </p>



<p class="wp-block-paragraph">15.20 Uhr: Nach langem, schweren Zieren, ist die <strong>Chefin des ungarischen Finanz- und Zollamts NAV, Ildikó Vida, seit Montag von ihrem Posten entfernt </strong>worden. Im November 2014  <a href="https://www.pesterlloyd.net/abscheulich-und-schockierend-finanzamtschefin-vida-gibt-us-einreiseverbot-zu/">gab sie zu</a>  , ein Einreiseverbot der US-Regierung erhalten zu haben “wegen schwerer Involvierung in Korruption und Amtsmissbrauch” (das gab sie freilich nicht zu und  <a href="https://www.pesterlloyd.net/ungarn-verklagt-usa-generalstaatsanwalt-ermittelt-gegen-us-gesandten/">verklagte &#8211; auf Anweisung Orbáns &#8211; den US-Gesandten</a>  , ergebnislos.). Trotz allem stand Orbáns Finanzminister Varga noch lange zu der Fidesz-Frau der 1. Stunde. Offenbar hat es 8 Monate gebraucht, bis die Parteioberen sich so abgesichert haben, dass das Insiderwissen der obersten Steuereintreiberin ihnen nicht mehr gefährlich werden kann. Vida hinterläst fiskalisch gesehen verbrannte Erde,  <a href="https://www.pesterlloyd.net/rechnungshof-schiesst-auf-finanzamt-steuerausfaelle-von-10-des-bip-in-ungarn/">nicht eingetriebene Steuern</a>  im Wert von rund 10% des BIP und eine durch und durch mafiöse Leitungsstruktur, samt ausgedehntem Günstlingsnetzwerk. Grund für ihre Entfernung war letztlich jedoch die Nähe zu dem in Ungnade gefallenen Oligarchen und früheren Fidesz-Finanzier, Simicska. Insofern ist auch nicht damit zu rechnen, dass die wirklich finsteren Machenschaften des NAV jemals aufgeklärt werden oder sich sonst etwas zum Guten ändern wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">14.30 Uhr: Das Tauziehen zwischen dem Ungarischen Fußballverband MLSZ und dem deutschen Bundesliga-Club Hertha BSC ist zu Gunsten der Berliner entschieden. Ab sofort übernimmt der jetzige Nachwuchstrainer der ungarischen Nationalelf, der Deutsche <strong>Bernd Storck</strong> die A-Mannschaft, einschließlich der vier noch ausstehenden EM-Qualifikationsspiele. Interimstrainer Pál Dárdai kann nun exklusiv seinem Cheftrainer-Job bei der Hertha nachgehen.  Mehr Sport und Fußball  .</p>



<p class="wp-block-paragraph">12.30 Uhr: N<strong>eonazis haben in Szeged eine junge Frau krankhausreif geprügelt</strong>. Auslöser dafür war, dass der Freund des Opfers der Bande nicht hellhäutig genug war und sie ihn deshalb als &#8222;illegalen Einwanderer&#8220; identifizierten und nach Serbien &#8222;abschieben&#8220; wollten. Die Freundin erklärte, er sei in Ungarn geboren und und ungarischer Bürger, daraufhin verprügelten mehrere &#8222;Männer&#8220; die Frau, während die anderen den Freund am Eingreifen hinderten. Hier ein ausführlicher Bericht <a href="http://www.hir24.hu/sotet-oldal/2015/07/20/sokkolo-foto-a-lanyrol-akit-baratja-miatt-vertek-ossze-szegeden/" target="_blank" rel="noopener"> http://www.hir24.hu/sotet-oldal/2015/07/20/sokkolo-foto-a-lanyrol-akit-baratja-miatt-vertek-ossze-szegeden/ </a> Organisierte Übergriffe auf Flüchtlinge, aber auch auf ungarische Helfer nehmen auch in Ungarn täglich zu.  Mehr zum Thema. </p>
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		<title>Schwul und Ungar, das geht: Budapest Pride eröffnet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Budapest Pride]]></category>
		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
		<category><![CDATA[Viktor Orbán]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 28 &#8211; 2015 KULTUR 06.07.2015 Am Wochenende startete mit der &#8222;Budapest Pride&#8220; zum zwanzigsten Male das einw&#246;chige Festival der schwul-lesbisch-bissexuellen-transgender-queer Gemeinschaft&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 28 &#8211; 2015  <strong>KULTUR</strong> 06.07.2015</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-dominant-color="6d6b77" data-has-transparency="false" style="--dominant-color: #6d6b77;" loading="lazy" decoding="async" width="355" height="200" src="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/07/18watchingYoupl-Andere-_1-12.webp" alt="18watchingYoupl (Andere)" class="wp-image-21697 not-transparent" srcset="https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/07/18watchingYoupl-Andere-_1-12.webp 355w, https://www.pesterlloyd.net/wp-content/uploads/2015/07/18watchingYoupl-Andere-_1-12-300x169.webp 300w" sizes="auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am Wochenende startete mit der &#8222;Budapest Pride&#8220; zum zwanzigsten Male das einwöchige Festival der schwul-lesbisch-bissexuellen-transgender-queer Gemeinschaft in Budapest. Während zwei Dutzend westliche Botschaften das Happening unterstützen, würzt die Regierung ihre Toleranz-Bekenntnis mit peinlicher homophober Rhetorik. Doch auch ein &#8222;Linker&#8220; outete sich als Schwulenhasser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eröffnung der 20. Budapest Pride fand auf der Margareteninsel statt, bei der mehrere Aktivisten Kritik an der Heuchelei der Regierung übten, die Ungarn als &#8222;offenes, tolerantes&#8220; Land bezeichneten, &#8222;Andersliebenden&#8220; aber nicht nur &#8222;angewiderte Zurückweisung&#8220;, sondern auch praktische Diskriminierung angedeihen lassen. Die Veranstaltung und ihre Rezeption in Ungarn betrifft also nicht nur die &#8222;Szene&#8220;, sie ist auch ein Gradmesser der Freiheit ingesamt, in einem Land, wo das Selbstverständliche heute zum Gefährdeten wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als prominenter Gast trat u.a. der Theatermann  Róbert Alföldi  (Foto: MTI) auf, der kürzliche  <a href="https://www.pesterlloyd.net/kurzmeldungen-aus-ungarn-kw-23-2015/#m-1523tarlospridestreik">Anmerkungen des Budapester Oberbürgermeisters</a>  , István Tarlós, Fidesz, wie &#8222;unnatürlich und eklig&#8220; er &#8222;solche Events&#8220; und &#8222;diese Lebensweise&#8220; findet, kritisierte. Sie seien sogar im engen Wertebild eines christlichen Konservativismus unstatthaft, für den Bürgermeister einer multikulturellen Weltstadt aber noch viel weniger hinnehmbar. Tarlós solle zürcktreten und an seiner Aversion arbeiten, seine Anmerkungen brauche hier keiner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Festival läuft bis zum 12. Juli und umfasst Dutzende Programme mit Konzerten, Filmvorführungen, Ausstellungen, Diskussionrunden, Parties. Am kommenden Sonntag beschließt die so traditionelle wie umfehdete Pride Parade das Event.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parade war in den 20 Jahren immer wieder Ziel teils heftiger, gewalttätiger Angriffe aus dem rechtsextremen Spektrum, bei denen Jagd auf Teilnehmer gemacht wurde, es gab etliche Verletzte. Auch die Behörden versuchten beständig, dem fabrenfrohen Umzug im Zentrum Budapests Steine in den Weg zu legen, OB Tarlós wollte den Marsch kürzlich erst auf einen Gemüsemarkt 12 Kilometer vom Stadtzentrum verbannen, Gerichte mussten wieder einmal das Demonstrationsrecht bestätigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit einigen Jahren unterstützen viele namhafte &#8211; überwiegend multinationale &#8211; Unternehmen die Budapest Pride als Sponsoren sowie erklären immer mehr in Ungarn tätige Botschaften anderer Länder offen ihre Solidarität. In diesem Jahr sind es 25, darunter Slowenien als einziges osteuropäisches Land: Australien, Österreich, Belgien, Brasilien, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Island, Italien, Litauen, Malta, Norwegen, Portugal, Slowenien, Spanien, Schweiz, Schweden, Niederland, Neuseeland, Großbritannien, USA. In einer gemeinsamen Erklärung geht es um nicht mehr als &#8222;das Recht sich friedlich und gesetzeskonform ausdrücken&#8220; zu können. Vor ein paar Jahren stand auch noch Israel auf der Liste, in diesem Jahr konnten wir das Land in der Aufstellung nicht finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Premier Orbán sagte anlässlich des epochalen Entscheids der obersten US-Richter nach landesweiter Freigabe der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in den USA, dass Ungarn zwar tolerant sei, man aber nicht erwarten solle, dass &#8222;wir die gleichen Regeln einführen für Leute, deren Lebensart anders ist als die unsere.&#8220; Soll heißen: Ungar sein, bedeutet zwangsläufig, nicht homosexuell zu sein und im Umkehrschluss: wer schwul ist, kann kein Ungar sei. &#8211; Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare sind in Ungarn durch die Verfassung ohnehin ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese mittelalterliche Ansicht wurde durch Aktionen der Partei- und Regierungssprecher Kocsis und Kovács untermauert, die ihre Facebook-Accounts mit den Landesfarben überzogen &#8211; als explizite Gegenaktion zum in Regenbogenfarben getünchten Weißen Haus in Washington. Dieser provinzielle Akt von Verklemmtheit hat die üblichen Reaktionen im Internet provoziert und wurde teilweise zum Eigentor, den Effekt, die Anhängerschaft unter dem Sloagen des “echten Ungars” zu versammeln, erfüllte sie dennoch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Homophobie weit über das &#8222;nationalkonservative&#8220; Regierungslager in Ungarn chronisch ist, belegt ein Vorfall vom Wochenende. Ein Komitats-Abgeordneter der &#8222;Demokratischen Koaltion&#8220;, Partei von Ex-Premier Gyurcsány, wurde vom Vorsitzenden persönlich und umgehend aus der Partei ausgeschlossen, nachdem er öffentlich darüber fabulierte, dass Homosexualtiät eine Krankheit, ja Verhaltensstörung ist, die behandelt gehört. &#8211; Wenn eine solche Einstellung auch beim Fidesz Ausschlussgrund wäre, könnten geschätzt 80% der Mitglieder gehen&#8230; <em>a.l.</em></p>
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		<title>Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 23/2015</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Archiv]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jun 2015 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Archiv]]></category>
		<category><![CDATA[Budapest Pride]]></category>
		<category><![CDATA[Imre Kerényi]]></category>
		<category><![CDATA[István Tarlós]]></category>
		<category><![CDATA[Victor Ponta]]></category>
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					<description><![CDATA[(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2015 KURZMELDUNGEN &#8212; gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv. Big-Brother-Card: Alle wichtigen Dokumente ungarischer B&#252;rger auf einen Chip?&#8230;]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">(c) Pester Lloyd / 23 &#8211; 2015  <strong>KURZMELDUNGEN</strong> — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523bigbrothercard">Big-Brother-Card: Alle wichtigen Dokumente ungarischer Bürger auf einen Chip?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst in einem größeren Feldversuch und ab Mitte 2016 flächendeckend sollen die Bürger in Ungarn mit einer sogenannten e-card ausgestattet werden, die praktisch alle für Behörden relevanten Informationen und Funktionen beinhaltet. Offiziell begründet wird der Vorstoß aus dem Amt des Ministerpräsidenten mit &#8222;Bürokratieabbau&#8220; und mehr &#8222;Kundenservice&#8220;. Kritiker fürchten eine Art &#8222;Big Brother&#8220;-Card entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die e-card soll nicht nur die üblichen Identitätsdaten, Wohnadresse, Aufenthaltsgemenhmigung, etc. beinhalten, sondern auch Steuernummer, Sozialversicherungsnummer, den Führerschein, Dauerkarten für öffentliche Verkehrsmittel, Gesundheitsinfos und womöglich auch weitere Daten für Ämter auslesbar machen. Einen ähnlichen Vorstoß gab es bereits einmal in den Neunziger Jahren, der wurde aber wegen Datenschutzbedenken und mangelhafter technologischer Ausstattung wieder fallen gelassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Datenschutzexperten bemängeln am Gesetzentwurf, dass fundamentale Kontrollmechanismen nicht einmal erwähnt sind, was dem Missbrauch der Daten Tür und Tör öffne. So sei z.B. nicht geregelt, wie die Bürger erfahren könnten, was auf ihrer Karte alles gespeichert sei und wer was auslesen darf. Selbst wenn man der Regierung keine böse Absicht unterstelle, könne sie bei so sensiblen Daten nicht einfach per &#8222;Trial and Error&#8220; vorgehen und abwarten, was passiert. Schließlich ist der Schutz der Privatsphäre ein unveräußerliches Grundrecht.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523ermittlungponta">Davon kann Ungarn nur träumen: Korruptionsjäger in Rumänien ermitteln gegen Ministerpräsidenten</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Stets, wenn man Zugehörige der Europäischen Volkspartei auf die Misstände in Ungarn von Korruption bis Verfassungsputsch und deren Duldung durch die EVP-Familie anspricht, folgt umgehend der Hinweis &#8222;aber die Sozis in Rumänien machen dies und das doch auch&#8220;. Blöd nur für diese Argumentation, dass es im &#8222;sozialistisch&#8220; von Premier Ponta regierten Rumänien auch schon vor dem Antritt des konservativen Präsidenten Iohannis spektakuläre Ermittlungen gegen linke wie rechte Mafiosi und Amtsträger und Verurteilungen gab. In Ungarn nicht. Im Gegenteil. Hier wird sogar ein in Rumänien gesuchter Ex-Abgeordneter versteckt. <a href="http://www.pesterlloyd.net/osteuropa/ROBLG/roblg.html"> Alles Weitere dazu hier. </a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die rumänische Anti-Korruptionsbehörde DNA, der Ponta in jungen Jahren selbst angehörte, hat jetzt sogar strafrechtliche Ermittlungen gegen Ministerpräsident Victor Ponta aufgenommen. Fälschung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung sowie Interessenskonflikte bei öffentlichen Aufträgen werden ihm zur Last gelegt. Eine erste Befragung Pontas bei der DNA habe bereits stattgefunden, noch freiwillig, denn Ponta genießt noch parlamentarische Immunität. Seinen Finanzminister und etliche Günstlinge verlor er bereits durch Gerichtsprozesse, doch auch die &#8222;Basescu-Seite&#8220;, der auch Präsident Iohannis angehört, musste gegenüber den Korruptionsermittlern Federn lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstredend wies der Premier die erhobenen Anschuldigungen ebenso zurück, wie die wiederholte Rücktrittsaufforderung seitens des Präsidenten.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523kerenyidiktatur">Wir brauchen eine Diktatur: Orbáns Kulturberater meint, Schriftsteller werden produktiver, wenn man sie einsperrt</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der von Orbán persönlich ernannte und aus einer Sonderschatulle des Premiers finanzierte &#8222;Regierungskommissar zur Bewahrung ungarischer Werte und Kultur&#8220;, Imre Kerényi, macht wieder einmal Schlagzeilen. Der zur Zeit mit dem Aufbau einer &#8222;Nationalen Literaturkanons&#8220; betraute Staatskünstler, der als Theater- und Filmregisseur bereits in sozialistischen Zeiten umfangreiche Anerkennungen und Auszeichnungen der Partei- und Staatsführung erhielt und 2002, unter der ersten Orbán-Regierung die höchste Auszeichnung für Künstler, den Kossuth-Preis entgegenahm, sehnt sich nach alten Zeiten zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Etwas gute alte Unterdrückung, eine Diktatur ist nötig. Schriftsteller sollten eingesperrt werden, dann würden sie mehr ausländische Literatur (ins Ungarische) übersetzen, so wie es Árpád Göncz (einst Dissident, später Staatspräsident) getan hat.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere &#8222;Kulturbeiträge&#8220; des <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1344millionenkerenyi.html"> hoch subventionierten </a> aber talent- und humorbefreiten Hofnarrs Kerényis bestanden u.a. 2014 in der Bemerkung, die Theater- und Opernwelt sei <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1322kerenyiskandal.html"> von der &#8222;Schwulenlobby unterwandert&#8220; </a> und man müsse sich diese Sphäre mit allen Mitteln zurück erobern sowie 2011 in einer mit Millionen finanzierten Ausstellung von Auftragsgemälden zum Thema &#8222;Neue Verfassung&#8220;, die in ihrer Kitschigkeit und Realitätsfremde nur noch von nordkoreanischen Bilderschauen überboten werden. Auch am <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1423magyarkronika1.html"> Orbán-Jubelmagazin &#8222;Ungarische Chronik&#8220; </a> ist Kerényi maßgeblich beteiligt.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523schwimmwmdoppeltteuer">Hochwasserschutz und Reserven: Kosten für Schwimm WM in Ungarn 2017 verdoppeln sich</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem einzigen Federstrich haben sich die mutmaßlichen Kosten für die <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1511finawm2017budapest.html"> 2017 in Ungarn stattfindene FINA Schwimm-WM </a> mehr als verdoppelt. Waren zunächst rund 20 Mrd. Forint eingeplant, summieren sich die im neuen Budgetentwurf auf die WM zielenden Kosten auf 49 Milliarden Forint, rund 160 Mio. EUR. Der zuständige Regierungskommissar wollte beschwichtigen, dass davon ja rund 10 Mrd. Forint in Form von Umsatzsteuer wieder in die Staatskasse zurückflössen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Summe schlüsselt sich wie folgt auf: 21,4 Mrd. soll die Veranstaltung selbst kosten, allein die Planung wird 1,5 Mrd. verschlingen, weitere 14 Milliarden werden für Baumaßnahmen, &#8222;zeitweise Rückbauten&#8220; sowie den Hochwasserschutz benötigt, 1,8 Mrd. Forint dienen als &#8222;operative Reserve&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ungarn, bzw. Budapest hat die Schwimm WM 2017 von Guadalajara in Mexiko geerbt, diese gab die Ausrichtung im Februar aus &#8222;finanziellen Gründen&#8220; zurück.</p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1523tarlospridestreik">Unnatürlich und eklig: Budapester Bürgermeister will Gay Pride vom Zentrum auf den Gemüsemarkt verbannen, Öffi-Angestellten droht er bei Streik mit 0-Runde</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>05.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Kesse Machosprüche, aber die Pose einer Prima Ballerina. Come out, István! Mit einer klaren Drohung hat Budapests OB, István Tarlós (Fidesz), die zum Streik bereiten Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs, BKV, gewarnt. &#8222;Ihr könnt das Angebot des BKV-Managements für die Gehaltserhöhung ablehnen, ihr könnt streiken, aber damit riskiert ihr eine Null-Lohnrunde und das Outsourcing (Privatisierung) des Busbetriebes.&#8220; &#8222;Wir lassen uns von den Arbeitern nicht erpressen&#8220;, meinte Tarlós auf einer Pressekonferenz</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf eine weitere Frage zur jährlichen Budapest Pride der LGBTQ-Bewegung mit der Abschlussparade meinte der OB, dass er das &#8222;ganze Event unnatürlich und ekelig&#8220; findet und dieser Aufmarsch &#8222;einrach nicht in das würdevolle, historische Ambiente der Andrássy út&#8220; passe. Das sei zwar nur seine persönliche Meinung, er habe aber nichts dagegen, wenn die zuständigen Behörden &#8222;die Sache aus dem Stadtzentrum auf das Gelände des Gemüsegroßmarktes am Stadtrand verlegen&#8220; wollten. Tarlós ist einer von vielen Homophoben in der ungarischen Regierungspartei, schon 2011 wütete er in einem <a href="http://www.pesterlloyd.net/2011_51/52briefwowereit/52briefwowereit.html"> Brief an Berlins OB Wowereit </a> .</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1427gaypridedemos.html"> Bericht von der Budapest Pride 2014 </a></p>



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<h2 class="wp-block-heading" id="m-1524u20wmaus">Unglücksrabe: Eigentor in der 119. Minute eliminiert Ungarn gegen Serbien aus der U20-WM in Neuseeland</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><em>10.06.2015 &middot; Nachrichten</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Glück und Pech sind Größen, die schon stets im Fußball eine Rolle spielten. Mal mehr, mal weniger, meistens mit ausgleichender Gerechtigkeit agierend. Sich im Achtelfinale einer WM in der 119. Spielminute, also der letzten Minute der Verlängerung, mit einem &#8222;wunderschönen&#8220; Eigentor aus dem Turnier zu schießen, dazu muss man aber schon eine üble Rechnung mit dem Fußballgott offen haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Attila Talabér, Verteidiger der ungarischen U20-Auswahl bei der WM in Neuseeland, gelang heute exakt dieses Kunststück im Achtelfinale gegen Serbien. Heldenhaft erkämpften sich die Ungarn gegen spielerisch überlegene Serben ein 1:1, nur dieser letzte Angriff trennte sie noch vom Elfmeterschießen und damit auf eine 50/50-Chance aufs Viertelfinale. Doch Talabér verlor bei einer Hereingabe des serbischen Rechtsaußen die Nervenschmiss sich in die Flanke und schlenzte den Ball ins eigene Netz, unhaltbar für Freund und Feind. Sehen Sie selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trainer des Teams ist der Deutsche <a href="http://www.pesterlloyd.net/html/1524storckfolgtdardai.html"> Bernd Storck, der als Nachfolger </a> des exklusiv zu Hertha zurückkehrenden Dárdai für das Nationalteam gilt.</p>



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