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(c) Pester Lloyd / 15 - 2010  WIRTSCHAFT 16.04.2010

 

Vom Tennislehrer zum Autohändler

Das Tiriac-Imperium aus Rumänien will den Dacia in Westeuropa verkaufen

Während er sich seit Anfang der 90er Jahre vor allem mit der Vermittlung von Geschäften ausländischer Konzerne nach Rumänien beschäftigte, dreht er die Strategie nun um und versucht sich daran, den Exportschlager seines Landes Nr. 1, nein, nicht Dracula, sonder Dacia in den Westen zu bringen.

Der ehemalige Tennistrainer und rumänische Geschäftsmann Ion Tiriac hat in vielen Geschäften in Rumänien seine Finger. Über die Tiriac Holding kontrolliert er eine Bank, 15% der Metro Märkte in Rumänien, weiterhin Leasing- und Immobiliengeschäfte, vor allem aber der Automarkt ist für den Ex-Trainer von Boris Becker zu einem großen Geschäft geworden, seit er vor 2000 vor allem die Produkte des Daimler Konzerns nach Rumänien brachte. Zwischenzeitlich galt Tiriac mit einem privaten Vermögen von über 1 Mrd. EUR sogar als reichster Rumäne. Der Jahresumsatz der Unternehmungen wird auf bis zu 1,5 Milliarden EUR geschätzt, allein 900 Mio davon sollen aus dem Autohandel und -laesing stammen.

Während er sich seit Anfang der 90er Jahre vor allem mit der Vermittlung von Geschäften ausländischer Konzerne nach Rumänien beschäftigte, dreht er die Strategie nun um und versucht sich daran, den Exportschlager seines Landes Nr. 1, nein, nicht Dracula, sonder Dacia in den Westen zu bringen. In Rumänien verkauft er in seinen zahlreichen Autohäusern bereits das franco-rumänische Gemeinschaftsprodukt, nun will sein Sohn, Ion Alexandru Tiriac die westlichen Märkte erobern. "Das Produkt ist gut, es gibt extrem hohes Interesse im Ausland. Dacia ist ein Auto, das eine überraschende Evolution erlebt hat.", freut er sich. Eine ganze Kette von Dacia-Autohäusern soll in Westeuropa nun aufgebaut werden. Alexandru übernimmt in letzter Zeit immer mehr Aufgaben in der Holding des Vaters, bald wird er die Geschäft des 71jährigen gänzlich führen.

Die Zahlen für Dacia in Deutschland konnten sich vor allem durch die Abwrackprämie 2009 durchaus sehen lassen. Im ersten Quartal allerdings gingen die Verkäufe des Dacia Logan um 21% zurück, 1.558 Stück wurden noch verkauft, der Sandero blieb mit rund 2.500 verkauften Exemplaren relativ stabil. Der größte Teil, mehr als drei Viertel aller Verkäufe in Deutschland geht an Privatpersonen, rund 27% der Logaan und knapp 14% der Sandero wurden als Firmenwagen ausgeliefert. 2009 verkaufte Dacia in Deutschland immerhin 85.000 Fahrzeuge. Während die Zahlen in Deutschland allein im Februar gegenüber dem Vorjahr um 48% zurückgingen, legte Dacia auf seinem quasi zweiten Heimmarkt, Frankreich, weiter deutlich zu, mit 15.000 EInheiten verdoppelte man dort das Ergebnis aus dem Vojahr. Die größten Hoffnungen verspricht in diesem Jahr auch der Duster, eine Art Billig-Geländewagen in der Kompaktwagenpreisklasse.

Geländegängige Streusandbüchse (Mär 2010)
Dacia greift mit seinem Low-Cost-Geländewagen Duster an
 

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