Zum ersten Mal ist China die wichtigste Bezugsquelle für Polens Importe, vor Deutschland.
Warschau. China hat Deutschland im Juli 2026 erstmals als größten Importpartner Polens übertroffen. Dies geht aus neuen Daten der polnischen Zentralbank und des Statistikamts hervor. Damit endet eine etwa 35-jährige Periode, in der Deutschland durchweg die Spitzenposition innehatte. Im Juli stiegen die Importe aus China um 28,8 % im Vergleich zum Vorjahresmonat, während die Importe aus Deutschland um 1,8 % zurückgingen.
Der Wechsel an der Spitze der Importquellen ist auf einen deutlichen Anstieg der Einfuhren chinesischer Waren zurückzuführen, insbesondere von Autos, Computern und langlebigen Konsumgütern. Die Importe von Kraftfahrzeugen aus China stiegen um 54,4 %, während die aus Deutschland um 9,3 % zurückgingen. Insgesamt importierte Polen in den ersten sieben Monaten Waren im Wert von 36,7 Milliarden Euro aus China, was einem Anteil von 15,9 % an den gesamten polnischen Importen entspricht.
Gleichzeitig importierte Polen Waren im Wert von 43,1 Milliarden Euro aus Deutschland, was einem Anteil von 18,6 % entspricht, gegenüber 19,4 % im Jahr 2025. Polen hat sich in den letzten Jahren zunehmend als Handelsdrehscheibe in Osteuropa etabliert. Die Vereinigten Staaten sind mit einem Importwert von 12,7 Milliarden Euro und einem Anteil von 5,5 % der drittgrößte Importpartner Polens.
Analysten der polnischen Bank PKO weisen darauf hin, dass der Anstieg der chinesischen Importe im Juli teilweise auf „einmalige Faktoren“ zurückzuführen sei. Dennoch hat China seit den 2010er Jahren kontinuierlich an Bedeutung als Importquelle gewonnen und ist in den 2020er Jahren hinter Deutschland auf den zweiten Platz aufgestiegen.
Quellen: Notes from Poland
Photo: Pester Lloyd (Grafik)
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren










